Teil 5: Orchesterwerke des 20. Jahrhunderts
ABE, Komei (geb. 1911). Symphony. Tokio,
Ongaku, © 1958 (The Galaxy of
Contemporary Japanese Music). 103
S. Partitur, folio. OBrosch.; außen Lagerungsspuren, innen unwesentlich gebräunt.
Bestell-Nr.
270 / 59 Preis: € 30,00
Erste der
beiden Sinfonien von K. Abe, der aus Hiroshima stammt und lange Zeit das
Hoforchester des japanischen Kaisers leitete. Hier handelt es sich um eine mit
den konventionellen vier Sätzen ausgestattete Sinfonie, die sich weitgehend auf
das tonale Zentrum E-Dur bezieht. – Unser Exemplar mit autographer Widmung auf
der Titelseite: To Mr. Hans Bastiaan with
compliments […] Nov. 1959.
ALSCHAUSKY, Josef Serafin (geb. 1879; Sterbedatum
unbekannt). Konzert N° 1
in B-dur
[für Posaune und Orchester]. Bremen, Fischer, Pl.-Nr. 3781 (Orchesterstimmen) u. 3782
(Solo-Stimme), © 1911. Aufführungsmaterial, groß-folio: Pos. solo, Fl.1-2,
Ob.1-2, Engl.Hr., Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Tr.1-2, Pos.1-2, Tb., Hrf., Pk.,
Kl.Tr., Gr.Tr.+Tamburin, Vl.1, Vl.2, Va., Vc., Basso. Stimmen im OUmschl. (aus Papier, Falz vollst. gerissen) lose
einliegend, sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
271 / 59 Preis: € 75,00
Alschausky
gehörte zu den wenigen international auftretenden Posaunenvirtuosen seiner Zeit
(eindrucksvolle Photographie auf dem Umschlag) und komponierte – schon mangels
bereits existierender Werke – einige Stücke (darunter zwei Posaunenkonzerte).
Für den Gesamtcharakter des vorliegenden Konzertes kann die Vortragsanweisung Enthusiastisch gelten.
ALSCHAUSKY, Josef Serafin. Zweites
Konzert in B-dur [für Posaune und Orchester]. Bremen, Fischer, Verl.-Nr. 3783 (Orchesterstimmen) u. 3784 (Solo-Stimme), © 1910.
Aufführungsmaterial, groß-folio: Pos. solo, Fl., Ob., Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2,
Tr., Pos., Pk.+Trgl., Kl.Tr., Gr.Tr.+Bck., Vl.1, Vl.2, Va., Vc., Basso. Orchestermaterial lose in
Solo-Stimme einliegend (diese ohne Folgeschäden am Falz vollst. gerissen).
Insgesamt sehr gutes, unbespieltes Aufführungsmaterial
Bestell-Nr.
272 / 59 Preis: € 75,00
Im 2. Konzert
wird der mittlere Satz (hier mehrfach mit ausgeprägten Tempowechseln) von zwei
Marsch-Sätzen eingerahmt, wobei die Posaune sich vorwiegend in
»Himalaja-verdächtigen« Regionen bewegt.
AMBROSIUS, Hermann (1897–1983). Dritte Sinfonie für Orchester […] Opus 32. O. O. [vermutlich Leipzig],
Selbstverlag [wahrscheinlich 1927]. 160 S. Partitur (fotomechanische
Vervielfältigung einer vermutlich autographen Reinschrift), folio. HLnbdbd., am
Bund unbedeutend gelockert, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
273 / 59 Preis: € 90,00
Das Deutsche Musiker=Lexikon (1929) weist
Werke bis zur Opuszahl 64 nach, von denen ca. die Hälfte nicht veröffentlicht
waren. – Ambrosius hatte u.a. an einer Meisterklasse von Hans Pfitzner teilgenommen.
Spätestens seit 1923 lebte er in Leipzig, wo er ab 1924 Kapellmeister beim
Mitteldeutschen Rundfunk und ab 1926 am Konservatorium war. – Seine 3. Sinfonie
in h-moll ist am 5. März 1927 in Barmen unter der Leitung von F. v. Hoeßlin
uraufgeführt worden. Die Partitur erweckt mehrfach den Eindruck, als sei
Bruckner Vorbild gewesen.
ANDREAE, Volkmar (1879–1962). Musik für Orchester N° 1, op. 35.
Leipzig/Zürich, Hug, Verl.-Nr. G. H. 7192, © 1930. 40 S. Partitur folio.
OBrosch. Rücken gering brüchig, sonst ausgezeichnet erhalten.
Bestell-Nr.
274 / 59 Preis: € 25,00
Nach Studien
bei Wüllner und einer Repetitorenstelle an der Münchner Oper, zog Andreae nach
Zürich und blieb von nun an in seiner Heimat. Dabei hätte ihm sein großes
Ansehen eine internationale Karriere ermöglicht, doch schlug er sogar Mahlers
Nachfolge als Leiter des New Yorker Philharmonischen Orchesters aus. Neben O.
Schoeck wurde er zum wichtigsten traditionalistischen Komponisten der Schweiz
in seiner Zeit. – Hier handelt es sich um ein einsätziges Stück für großes
Orchester, das durchaus sinfonischen Ansprüchen genügt.
ATTERBERG, Kurt (1887–1974). Opus 45 (Symphonie VII) Sinfonia romantica. Stockholm,
Edition Suecia [vermutlich um 1943]. 1 Bl. (Titel), 199 S. Partitur
(photomechanische Vervielfältigung einer Kopistenschrift), folio. Zeitgenöss.
blauer HLnbdbd. Außen unwesentliche Lagerungsschäden, Notenteil schwach
gebräunt. Insgesamt gutes Exemplar.
Bestell-Nr.
274a / 59 Preis: € 180,00
Um die
Produktionskosten der Partitur möglichst gering zu halten, ließ man sie nicht
stechen, sondern begnügte sich mit einer Vervielfältigung der Kopistenschrift;
nicht einmal die Haupttitelseite ist gedruckt, und das Impressum ist lediglich
eingestempelt. – Ein Copyright-Vermerk fehlt, jedoch ist das Explicit mit 6/8 1942 datiert. Die vier Sätze tragen
die Bezeichnungen: 1. Drammatico; 2. Semplice; 3. Feroce; 4. Alla ballata;
weitere programmatische Anmerkungen fehlen. Neben dem traditionellen
romantischen Orchester sind noch Celesta (ad lib.), Harfe und Glockenspiel zu
besetzen.
ATTERBERG, Kurt. Sinfonia Funebre. Nr. V. […] Opus 20. Stockholm, Edition Suecia, © 1947. 1 Bl. (Titel),
17 S. Partitur (photomechanische Vervielfältigung einer Kopistenschrift),
folio. Zeitgenöss. blauer HLnbdbd. Notenteil leicht gebräunt, Schriftbild
jedoch bestens erhalten.
Bestell-Nr.
275 / 59 Preis: € 180,00
Auch bei
diesem Exemplar wurden die Produktionskosten der Partitur möglichst gering
gehalten. Man begnügte sich mit einer Vervielfältigung der Kopistenschrift;
nicht einmal die Haupttitelseite ist gedruckt, und das Impressum ist lediglich
eingestempelt. Atterberg hat die Sinfonie zwischen 1917 und 1922 komponiert
(Datierung im Explicit: 22/7 1922),
es handelt sich jedoch laut Impressum um die New edition revised by the composer. Vorangestellt ist das Motto: For
each man kills the things he loves. Vermutlich hängt die Konzeption des
bedrückenden Werkes mit dem Ersten Weltkrieg zusammen, der bei Kompositionsbeginn
bereits über drei Jahre tobte. Obwohl Atterberg sich als sehr expressiver
Komponist erweist, hält er grundsätzlich die tonalen Bindungen aufrecht.
ATTERBERG, Kurt. Symfoni
VIII
[…] nach schwedischen Volksmelodien
[…] Op. 48. Stockholm, Edition
Suecia, [um 1945]. 1 Bl. (Titel), 156 S. Partitur (photomechanische
Vervielfältigung einer Kopistenschrift), quer-folio. Zeitgenöss. blauer HLnbd.
Unbedeutend bestaubt, Papier leicht nachgedunkelt.
Bestell-Nr.
276 / 59 Preis: € 180,00
Um die
Produktionskosten der Partitur möglichgst gering zu halten, ließ man sie nicht
stechen, sondern begnügte sich mit einer Vervielfältigung der Kopistenschrift;
nicht einmal die Haupttitelseite ist gedruckt, und das Impressum ist lediglich
eingestempelt. – Vorletzte Sinfonie Atterbergs (Datierung im Explicit: 19/12 [19]44), die mit ihren folkloristischen Bezügen und einem stellenweise
diatonischen Satz recht konservativ wirkt.
AUBERT, Louis
(1877–1968). Fantaisie pour Piano et Orchestre. Op.
8.
Paris, Durand, Verl.-Nr. D. & F. 7161, © 1908. 1 Bl. (Titel), 64 S.
Partitur, folio. Gebunden mit Kartonumschlag (Titelbl. des OUmschl.s.
aufgezogen). Unbedeutende Lagerungsspuren, insgesamt sehr gut.
Bestell-Nr.
277 / 59 Preis: € 35,00
Aubert hatte
u.a. Unterricht bei V. d’Indy und ist auch als Pianist hervorgetreten (1911
spielte er z.B. die Uraufführung von Ravels Valses
nobles et sentimentales, die auch ihm gewidmet sind). – Die Fantaisie op. 8
bewegt sich zwar nahe den Untiefen der Salon-Musik, doch dürfte v.a. die
grandiose Schlusssteigerung sehr wirkungsvoll sein. Manches am virtuosen
Klaviersatz und am pathetischen Gestus weist eine gewisse Verwandtschaft zu
Rachmaninov auf.
BACH, Johann Sebastian (1685–1750). Die Kunst der Fuge (The Art of Fugue) […] Edited and
Completed. With a Dissertation, by Donald Francis Tovey, Reid Professor of
Music in the University
of Edinburgh.
Edition in open score for the use of students. London,
Oxford University Press, © 1931.4 Bll. (Titel, Vorwort, thematisches
Inhaltsverzeichnis), 127 S. Partitur, folio. Originaler schwarzer Lnbdbd. Mit
blasser Goldprägung. Etwas bestaubt, Buchblock sehr gut.
Bestell-Nr.
278 / 59 Preis: € 35,00
BWV 1080; die
vorliegende Ausgabe ist nicht nachgewiesen. – Sir D. F. Tovey (1875–1940)
bezieht sich zwar grundsätzlich auf den entspr. Band der Bach-Ausgabe (1878),
distanziert sich aber zugleich von einigen der dort vorgetragenen Äußerungen
(z.B. was die Spielbarkeit anbelangt, die er absolut für gegeben hält). Wie in
den historischen Quellen ist das Werk in Partitur und in der stimmtypischen
Schlüsselung wiedergegeben. Ein weiteres Mal liegt die original nach Takt 239
abgebrochene Fuge Nr. 14 in einer vervollständigten Fassung vor (jetzt 317
Takte), wobei Tovey sich von mehreren früheren Versuchen beeinflussen ließ. Im
Anhang ist das Vorspiel »Vor deinen Thron tret’ ich«, eine Frühfassung eines Kanons
sowie eine von Tovey nach Mizler angefertigte vierstimmige Spiegelfuge, die als
Finale dienen kann und ausdrücklich für zwei Streichquartette gesetzt ist.
BARBER, Samuel
(1910–1981). Second Essay for Orchestra, Op. 17. New York, Schirmer, Verl.-Nr. 40769, © 1945 (Study Score Nr. 33).
45 S. Partitur, quarto. Geklammert mit OUmschl. (dieser bestaubt), sonst unbedeutend
gebräunt.
Bestell-Nr.
279 / 59 Preis: € 12,00
Unser Exemplar
ist zugleich ein zeitgeschichtliches Dokument; die Partitur war offenbar mit
den Besatzungstruppen nach Deutschland gekommen: Interaliierte Musik-Leih-Bibliothek, Berlin (Stempel). – In Europa
reduziert man im allgemeinen Barbers Werk auf sein Adagio für Streichorchester.
Gerade in seinen insgesamt drei Essays für Orchester zeigt sich aber ein
wesentlich modernerer Komponist, der obendrein eine virtuose Instrumentierung
beherrscht.
BARTMUSS, Richard (1859–1910). Concert (N° 2) G moll für Orgel und Orchester, op. 33.
Leipzig, Hug, Verl.-Nr. 3286/3287,
1901. 45 S. Orgel-Partitur,
groß-folio. Ungeheftet. Gebrauchsspuren.
Bestell-Nr.
280 / 59 Preis: € ×××,00
Der in
Schleesen bei Wittenberg (nicht, wie häufig angegeben in Bitterfeld) geborene
R. Bartmuß war Organist in Dessau (später: Hoforganist). Unter seinen Werken
befindet sich vorwiegend Kirchenmusik (darunter Oratorien, Kantaten und
Motetten), aber auch Chöre, wie die »Deutsche Kampfhymne« oder »Allweg gut
Zollern zu Wasser und zu Lande«, mit denen er dem patriotischen Zeitgeist
seinen Tribut zollte. – Das vorliegende Werk stellt eines der verhältnismäßig
wenigen Beispiele von Orgelkonzerten um die Jahrhundertwende im deutschen
Kulturraum dar. Neben den Streichern sind nur noch Blechbläser (drei Hörner,
zwei Trompeten und Posaune) mit Pauken zu besetzen, die dem Werk einen recht
festlichen Charakter verleihen; zudem setzte Bartmuss mehr auf einen klangprächtigen,
akkordbestimmten Satz als auf kontrapunktische Arbeit. In der Orgelstimme
befinden sich mehrfach Registrierungsanweisungen. Satzfolge: 1. Allegro non
tanto, g-moll, ¾ – 2. Andante serioso, Es-Dur, 6/8 [zu Beginn hübsches Duett
zwischen erstem Horn und solistischem Violoncello] – 3. Pesante -
Allegro con brio, g-moll, 3/2 - 4/4 [der Satz schließt in strahlendem G-Dur;
hier umfangreiche Kadenz für den Solisten].
BARTÓK, Béla (1881–1945). II. Konzert für Klavier und Orchester. Wien, Universal Edition,
Verl.-Nr. 10442, © 1932 (hier um
1935). 1 Bl. (Titel, Besetzung), 124 S. Partitur, folio. OBrosch. Umschlag mit
Lagerungsspuren, ansonsten sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
281 / 59 Preis: € 45,00
Besetzung:
Klav. Solo; Picc. (auch 3. Fl), Fl., Ob., Klar., Fg. Je 1-2, KFg. (auch 3.
Fg.), Hr. 1-4, Tr. 1-3, Pos. 1-3, B.Tb., Pk., Schlgzg., Streicher. – Originalausgabe. Auf der letzten
Umschlagsseite befindet sich jedoch ein Verlagskatalog mit Werkdatierungen bis
1936. – Datierung der Komposition im Explicit: Budapest, 1930. X., 1932. IX. X. – Uraufführung: Frankfurt/Main,
23. Januar 1933 mit Bartók als Solisten; Leitung: Hans Rosbaud.
BARTOŠ, Jan Zdeněk
(1908–1973). III. Symfonie pro smyčcový Orchestr
(1964–65). Prag, Supraphon, Verl.-Nr. H 4573, 1968. 2 Bll. (Titel, Vorwort), 64
S. Partitur, 2 Bll. (biographische Notiz), 4to. OBrosch., unbedeutende
Lagerungsspuren.
Bestell-Nr.
282 / 59 Preis: € 65.00
Autographe Zueignung auf der Titelseite, Praha 30. VI. 69, an Dr. Wolfgang
Stresemann (seit 1959 Intendant des Berliner Philharmonischen Orchesters); hier
auch der Adressstempel des Komponisten. – Es handelt sich um eine
Streichersinfonie, die am 21. Dezember 1965 vom Tschechoslowakischen Kammerorchester
(zugleich dem Widmungsträger) in Stuttgart uraufgeführt worden ist. Sie ist in
einem gemäßigt-atonalen Stil komponiert. – Beiligend ein Konzertzettel eines
Konzerts in Prag aus dem Jahr 1968, in dem das Werk u.a. gespielt worden ist.
BAUSSNERN, Waldemar von (1866–1931). Hymnische Stunden. Drei Stücke für Streichorchester.
Berlin-Lichterfelde, Vieweg, 1925. 2 von 3 Heften: 1. Prolog (Verl.-Nr. 1593);
2. Evangelium (Verl.-Nr. 1594). 11 bzw. 9 S. Partitur, folio.
Beide Expl. Ungeheftet m. OUmschl., bestens erhalten.
Bestell-Nr.
283 / 59 Preis: € 30,00
Der 3. Satz, Dithyrambus, fehlt. – Keine
programmatischen Hinweise. Es handelt sich um einen durch vielfache Teilungen
erweiterten, dichten Streichersatz von hoher Klangintensität. Für den Stil des
Komponisten möge aus seinem Kommentar zum Klaviertrio »O bellissima Italia«
zitiert sein: Und mit einem fröhlichen
Lachen präsentiere ich den Herren Atonalisten dieses Werkchen […]. Tue jeder Ähnliches, der noch nicht ganz in
den Gefilden des Atonalen versackt ist, dann wollen wir einmal sehen, ob nicht
doch wieder die Melodie als schönste Frau im Reiche der Notenköpfe erklärt wird.
BERGER, Theodor (1905–1992). Rhapsodisches Duo für Violine und Violoncello
mit Orchester […] Op. 9. Berlin,
Ries & Erler, Verl.-Nr. R. 10.230 E.,
© 1939. 28 S. Partitur, groß-folio. Geklammert mit OUmschl. Bestens erhalten.
Bestell-Nr.
284 / 59 Preis: € 45,00
Der
Österreicher Theodor Berger studierte u.a. bei Franz Schmidt und wird zur
»Neuen Sachlichkeit« in der Musik gerechnet. Besonders herausragend innerhalb
seines Schaffens sind Sätze wie Sägewerk
und Werkstattrhytmen aus Impressionen für Orchester, op. 8
(1938). – Die vorliegende Partitur entpuppt sich als ein erstaunlich
avantgardistisches Werk, das sicherlich nicht zur herrschenden Kulturpolitik
passte. Es belegt damit, dass es sogar im »Dritten Reich« einige Nischen gab,
in denen mindestens rassisch nicht missliebige Künstler tätig sein konnten.
BERGER, Theodor (1905–1992). Rondino giocoso für Streichorchester […]
Op. 4. Berlin, Ries & Erler,
Verl.-Nr. R. 10228 E., © 1939. 20 S.
Partitur, groß-folio. Fadengeheftet m. OUmschl. Gutes Exemplar. ACHTUNG: 2
gleichwertige Exemplare vorhanden!
Bestell-Nr.
285 / 59 Preis: € 25,00
Auch Bergers Rondino giocoso wird, wie seine Impressionen für Orchester, von
ostinaten Figuren mit rhythmisch prägnanter Vitalität beherrscht (vielfach
durch kurze und heftige Dreifachgriffe in fast allen Instrumentengruppen). Bei
der vorgeschriebenen Orchesteraufstellung (auf S. 2 skizziert) werden den
Bratschen eine ungewöhnlich herausragende Rolle zugewiesen; sie sind im ganzen
Stück geteilt, während die übrigen Streichergruppen immer wieder jeweils
unisono gespielt werden.
BLEYLE, Karl (1880–1969). Gnomentanz
für grosses Orchester, op. 16. Leipzig, Kistner, Verl.-Nr. 10404, 1910. 43 S. Partitur, groß-folio. Ungeheftet mit OUmschl.
(Papier, gering schadhaft). Notenteil sehr gut.
Bestell-Nr.
286 / 59 Preis: €
65,00
Sonneck, S.
44. – Für das romantische Orchester einschl. Harfe. Bunt instrumentiertes
Orchesterscherzo (Haupttempovorschrift: Neckisch).
BORTKIEWICZ, Sergei (1877–1952). Österreichische Suite für Streichorchester. Op. 51. Wien, UE,
Verl.-Nr. 10199, © 1939. 1 Bl.
(Titel), 25 S. Partitur, folio. OBrosch. Unbedeutende Lagerungsspuren.
Bestell-Nr.
287 / 59 Preis: €
20,00
Besetzung:
Streicher. Klav. oder Hrf. ad lib. – Satzüberschriften: I. Im Stephansdom; II. Spaziergang
im Wienerwald; III. Wiener Walzer; IV. Im Wurstelprater (Gesamtaufführungsdauer: 14 Minuten). – Hommage an
die Wahlheimat, in der der aus Russland stammende Bortkiewicz seit 1922 lebte
(österr. Staatsbürgerschaft: 1926). – Die Suite stellt keine hohen technischen
Ansprüche und könnte somit eine willkommene Novität für den
nichtprofessionellen Musiksektor darstellen. Das Klavier (resp. Harfe) ist lediglich
im 3. Satz mit einigen unbedeutenden Einwürfen beteiligt.
BRAHMS, Johannes (1833–1897). Akademische Festouvertüre für großes Orchester […] Op. 80. Leipzig, Breitkopf & Härtel,
Partitur-Bibliothek Nr. 3208 [vermutlich 1927]. 1 Bl. (Titel),
36 S. Partitur, folio. Geklammert m. OUmschl. Am Falz mit Klebestreifen
verstärkt. Letzte Umschlagseite mit umfangreichem Verlagskatalog und (vermutlicher)
Datierung (links unten): I 27 [=
1927?].
Bestell-Nr.
288 / 59 Preis: € 25,00
Die
Erstausgabe war 1881 bei Simrock in Berlin erschienen. – Als Dank für die
Ehrendoktorwürde der Universität Breslau komponiert und dort am 4. Januar 1881
uraufgeführt, wirkt das Werk mit seiner Apotheose des »Gaudeamus igitur« heute
wie ein Relikt aus einer längst nicht mehr vorhandenen studentischen
»Burschenherrlichkeit«.
BRAUNFELS, Walter (1882–1954). Konzert für Orgel, op. 38. Köln,
Selbstverlag (Impressum: Eigentum und
Verlag von Walter Braunfels, Köln), Verl.-Nr. P.J.T. 7986, © 1928. 71 S. Partitur, groß-folio. Mit einem
Papierumschlag broschiert (hs. Titel). Bestens erhalten.
Bestell-Nr.
289 / 59 Preis: € 60,00
Vermutlich
Vorabexemplar des bei Tonger in Köln veröffentlichten Werkes (s. die typische
Form der Verlags-Nummer!), das dem Leipziger Thomas-Organisten Günther Ramin
gewidmet ist. – Im 1. Satz besteht die Orchesterbegleitung weitgehend aus den Streichern
(stellenweise mit der Großen Trommel oder einer Trompete ergänzt). Im 2. Satz
tritt ein einstimmiger Knabenchor hinzu (»Sei gegrüßet, Jungfraue«), ein allein
der Orgel vorbehaltenes Interludium führt zum letzten Satz (Fuge), in dem gegen
Schluss drei Trompeten, eine Posaune und eine Pauke hinzutreten; hier setzt in
den letzten Takten der Knabenchor seinen Gesang fort.
BRAUNFELS, Walter. Phantastische
Erscheinungen eines Themas von Hektor Berlioz für grosses Orchester […] Op. 23. Wien, UE, Verl.-Nr. 6398, © 1919. 208 S. Partitur,
groß-folio. OBrosch.; allgemein schwach gebräunt. Insgesamt sehr gutes Exemplar
mit der aufgestempelten Nummerierung 077.
Bestell-Nr.
290 / 59 Preis: € 100,00
Nicht in den
Handel gekommene Dirigierpartitur. – Neben dem großen romantischen Orchester
(mit möglichst starkem Streichkörper)
sind noch zwei Harfen und Xylophon sowie ein erweitertes Schlagwerk zu
besetzen. – Auf eine kurze Einleitung, in der das Thema bereits anklingt, folgt
als „1. Erscheinung“ das Thema selbst, das von einem „Kornett a Piston“ solo
vorgetragen wird. Es folgen noch elf weitere „Erscheinungen“, worunter man
Variationen im erweiterten Sinn oder Metamorphosen zu verstehen hat. Ein
außerordentlich langes „Finale“, in dem jenes Thema weiterhin eine wichtige
Rolle spielt, beschließt das virtuos instrumentierte Werk.
BRIDGE, Frank
(1879–1941). „There
is a Willow
Grows Aslant a Brook“ (Hamlet). Impression for small orchestra. London, Augener, Verl.-Nr.
16862,
1928. 16 S. Partitur, folio. OBrosch. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
291 / 59 Preis: € 18,00
Besetzung:
Fl., Ob., Klar., Fg., Hr., Hrf., Streicher (teilweise mehrfach geteilt). –
Kompositionsende (Explicit der Partitur): Friston,
Jan. 1927. – Das erstaunlich umfangreiche Schaffen von Bridge (vgl. New
Grove) ist heute (besonders in Mitteleuropa) nahezu vergessen. Das vorliegende
Stück gehört zu den wenigen kurzen Orchesterwerken, die äußerst farbig
instrumentiert sind und bereits die Tonalität verlassen haben.
CASADESUS, Francis
(1870–1954). Bourrées et danses limousines [für großes
Orchester]. Paris, Lemoine, Verl.-Nr. 23.498
H.L., © 1950. Aufführungsmaterial mit Duplierstimmen, folio: Fl.1+2,
Ob.1+2, Klar.1+2, Fg.1+2, Hr.1+2, Hr.3+4, Tr.1+2, Pos.1+2, 2×Pos.3+Tb.,
Schlgzg., Hfe., 11×Vl.1, 9×Vl.2, 8×Va., 7×Vc., 5×Kb. Unbedeutende Lagerungsspuren.
Bestell-Nr.
292 / 59 Preis: € 45,00
Casadesus war
Schüler von César Franck und leitete vor dem Ersten Weltkrieg verschiedene
Theaterorchester in Paris. Später spielte er noch als Vizepräsident der SACEM
eine wichtige Rolle im französischen Musikleben. – Das reich instrumentierte
Werk bezieht folkloristische Elemente ein, die durch ein entsprechendes
Instrumentarium (besonders des Tambour provençale) unterstrichen wird. Unter
den verschiedenen Abschnitten befindet sich auch eine Marche Militaire, und das ganze Stück endet sehr wirkungsvoll mit
einer Stretta im dreifachen Forte. In den Streicherstimmen sind zahlreiche
Bläserpartien eingezogen, so dass auch eine Aufführung mit reduziertem
Orchester möglich ist.
CASADESUS,
Francis. Bretagne
– Suite d’Orchestre. No III: Fète et procession de Notre Dame de la Clarté.
Paris, Lemoine, Verl.-Nr. F. C. 14, ©
1944. Orchestermaterial mit Duplierstimmen, folio: Fl.1+2 [jeweils auch Picc.],
Ob.1+2, Petite Clarinette, Klar.1+2, Saxophone Alto, Fg.1+2, Hr.1+2, Hr.3+4,
Tr.1+2, Pos.1+2, Pos.3, Tb., Pk., Tambour
& Trianglo, Cymbales & Gr. Caisse, Cloches, Célesta, Hrf., 7×Vl.1,7×Vl.2, 5×Va.,
5×Vc., 4×Kb. Sehr gut erhaltenes Notenmaterial.
Bestell-Nr.
293 / 59 Preis: € 60,00
Bereits 1928
hatte Casadesus die Schauspielmusik zu »Bretagne« von Charles Le Goffic
komponiert, jedoch erst später eine Suite daraus zusammengestellt. Bei der
vorliegenden Nr. 3 handelt es sich um ein sehr differenziert instrumentiertes
Werk (z.B. mehrfache Teilung der einzelnen Streicherstimmen, Verwendung
zahlreicher Sonderinstrumente), in dem stellenweise folkloristische Elemente
eine Rolle spielen (häufig rasche punktierte Rhythmen). Mit Bezug auf die
Prozession sind zwei Abschnitte mit Religioso
überschrieben (in den Kontrabässen bei einer entsprechend gestalteten Stelle
die Spielanweisung comme des cloches au
lointain, wobei sich außerdem drei Glocken unter dem Schlagwerk befinden).
Fast überall sind Stichnoten eingezogen, wodurch eine Aufführung mit
reduziertem Orchester möglich ist. – Offenbar wurde der Druck privat vom
Komponisten veranlasst, der Vertrieb geschah dann über Lemoine.
CHEMIN-PETIT, Hans (1902–1981). Orchesterprolog. Berlin-Lichterfelde, Lienau,
Verl.-Nr. S. 10852, © 1939. 43 S. Partitur, groß-folio. OBrosch. Bestens
erhalten.
Bestell-Nr.
294 / 59 Preis: € 25,00
Die Partitur
ist im Explicit mit Babelsberg, 9. Juli 1939 datiert. Einerseits wird das Werk
von Fanfarenmotivik bestimmt (für die letzten zehn Takte wünscht der Komponist
eine Verstärkung mit drei weiteren Trompeten); andererseits tauchen immer wieder
längere fugierte (kontrapunktische) Abschnitte auf. 2 gleichwertige
Exemplare vorhanden.
CIRY, Michel (Lebensdaten nicht bekannt). Le mystère de
Jésus (Gethsémani) pour orchestre. Ohne bibliogr.
Angaben (Selbstverlag?), 1953. 71 S. Partitur, folio. Ungeheftet mit OUmschl.
Sehr gut erhalten.
Besetzung: Fl.1-2, Ob.1-2, Engl.Hr., Klar.1-2, BKlar., Fg.1-2, KFg., Hr.1-4,
Tr.1-4, Pos.1-3, Tb., Klav., Xyl., Pk., Gr.Tr., Kl.Tr., Hrf., Streicher.
Bestell-Nr.
295 / 59 Preis: € 35,00
Der Partitur geht eine Devise voraus: Jésus souffre dans sa passion les tourments
que lui font les hommes (Pascal, „Le mystère de Jésus“). – Kompositionsende
(Explicit der Partitur): achevé à Chatou
le 21 Juillet 1953. – Ein außerordentlich aufwändig instrumentiertes
Orchesterwerk mit teilweise sehr aggressiven Klängen (rhythmisch prononciertes
Schlagwerk)
COPPOLA, Piero
(1888–1971). Poema Elegiaco per orchestra. Mailand, Ricordi, Verl.-Nr. 118325,
© 1921. 2 Bll. (Titel,
Orchesterbesetzung), 34 S. Geklammert m. OUmschl. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
296 / 59 Preis: € 35,00
Coppola war
v.a. als Dirigent bekannt und war in dieser Eigenschaft u.a. an der Scala
(Mailand) und im La Monnaie (Brüssel) tätig. Sein kompositorisches Schaffen
umfasst zwei Opern, zahlreiche Orchesterwerke (darunter eine Sinfonie), Kammer-
und Vokalmusik. – Das Poema elegiaco
trägt die Widmung „Alla Memoria di
Ferruccio († 21–10–1915 –
Gorizia)“
und sollte vermutlich an einen im Ersten Weltkrieg gefallenen Verwandten
(Bruder?) erinnern. Dafür spricht auch das der Partitur vorangestellte viersprachige
Motto (ital./frz./dt./engl.) dessen Herkunft allerdings im Dunkeln bleibt, das
aber wohl zugleich als programmatischen Hinweis auf die Tondichtung zu
verstehen ist: … und in den Kampf, der da
wütete, warf das Schicksal ihn um, wie es ja kommen musste. Er fiel plötzlich
nieder und zuckte nicht einmal mehr. Und zu uns dringt’s, wie ein leiser Gesang
aus der Ferne, voll sanfter Wehmut. – Ungefähr in der Mitte des Werkes
steigert sich die Musik zu einem lärmendem Höhepunkt, in der zum vierfachen
Forte und der Spielanweisung strepitoso
der einzige Tamtam-Schlag des Stücks vom dramatischen und plötzlichen Tod
kündet.
DEBUSSY, Claude (1862–1918). Le Martyre de Saint-Sébastien.
Mystère de Gabriele d’Annunzio. […] La Cour des Lys. Prélude (acte I9).
Paris, Durand, Verl.-Nr. D. & F. 8196,
© 1911 (Umschlag: © 1912). 1 Bl. (Titel), 13 S. Partitur, folio. Ungeheftet m.
OUmschl. (dieser am Falz
vollst. gerissen, unbedeutende Randschäden). Umschlag und Titelseite gebräunt,
sonst sehr gut.
Bestell-Nr. 297 /
59 Preis: € 80,00Lesure, Nr. 124. – Erstausgabe. – D’Annunzio hatte 1910
den Text für die Tänzerin Ida Rubinstein geschrieben, die bei der Uraufführung
(22. Mai 1911) als androgyne Gestalt die Titelfigur verkörperte. Es handelt
sich bei Debussys Komposition nicht um eine durchgehende Vertonung, sondern um
eine Reihe mehr oder weniger langer Musikstücke (deshalb war auch diese
Einzelausgabe ohne weiteres möglich), die bei einer Gesamtaufführung eher die
Funktion einer Schauspielmusik besitzen (ab 1914 plante Debussy eine
Ausarbeitung zu einer Oper, die er aber nie wirklich begonnen hat). In der
vorliegenden Form handelt es sich zum einen um die Verschmelzung von Ballett
und Drama mit Chören und Sprechern – deshalb gilt »Le Martyre de
Saint-Sébastien« als Vorläufer späterer Werke, die gleichfalls verschiedene
Formen mischen (z.B. »Oedipus Rex« von Strawinsky oder Milhauds ebenfalls für
I. Rubinstein verfasste »Christoph Colombe«); zum andern findet hier eine enge
Durchdringung christlicher Sakralmusik mit orientalischen Elementen statt.
DORET, Gustave
(1866–1943). Le
Cimetière (à Morcote) pour orchestre. Zürich, Hug, Verl.-Nr. M H Z 136, © 1920. 21 S. Partitur, groß-folio. Ungeheftet m. OUmschl.
Allgemein gebräunt.
Bestell-Nr.
298 / 59 Preis: € 25,00
Der Schweizer
Komponist und Dirigent Doret hatte bei J. Joachim (Berlin) und J. Massenet
(Paris) studiert. Zu seinen besonderen musikalischen Leistungen gehört die
Uraufführung von Debussys Prélude à
l’après-midi d’un faune. – Die von impressionistischen Klängen beeinflusste
Partitur des Cimetière ist im Explicit
mit 1919 datiert; das Werk dürfte demnach ein Nachhall auf den erst ein Jahr
zuvor beendeten 1. Weltkrieg sein, auch wenn der weltberühmte Felsenfriedhof
Morcote (u.a. wurden hier später der Komponist E. d’Albert und der
expressionistische Dichter G. Kaiser bestattet) in der neutralen Schweiz am
Luganer See liegt. Immer wieder klingt das Kopfmotiv des »Dies irae« an, das
kontrapunktisch verarbeitet und vielfach abgewandelt wird. Die gedruckte Widmung lautet: à l’orchestre de la Société du Conservatoire de Paris.
DVOŘÁK, Antonín (1841–1904). Česká Suita. Böhmische Suite, op. 39. […] Kritische Ausgabe nach der Handschrift des
Komponisten. Prag, Hudby, Verl.-Nr. H
519, © 1955. 4 Bll. (Titel, Vorwort), 65 S. Partitur, folio. OBrosch.
(Umschlag der Dvořák-Gesamtausgabe). Allgemein leicht gewellt, im hinteren
Bereich einige Bll. mit blassem Wasserfleck.
Bestell-Nr.
299 / 59 Preis: € 20,00
Burghauser Nr.
93. – Die Uraufführung hatte am 16. Mai 1879 in Prag stattgefunden; die
Erstausgabe folgte 1881 bei Schlesinger (Berlin).
EHRENBERG, Karl (1878–1962). Op.
22. Sinfonische Suite für grosses Orchester. Berlin, Ries & Erler,
Verl.-Nr. R. 9529 E., © 1925. 111 S.
Partitur (Vervielfältigung einer Kopistenschrift), groß-folio. OBrosch. Gutes
Exemplar.
Bestell-Nr.
300 / 59 Preis: € 30,00
Nach
zahlreichen kurzzeitigen Engagements als Kapellmeister (u.a. Dortmund, Würzburg
und Augsburg) war Ehrenberg von 1925 bis 1935 Professor an der Kölner
Musikhochschule. Er gehört als Komponist eher zum traditionalistischen Lager
und verlässt die tonalen Grundlagen nie. Ohne weitere programmatischen Hinweise
sind die vier Sätze überschrieben: Präludium
(Bei Sonnenaufgang) – Scherzo (Im Zwielicht) – Adagio (In tiefer Nacht) –
Finale (Am hellen Morgen). Neben dem großen romantischen Sinfonieorchester
sind noch Celesta und ein erweitertes Schlagwerke (u.a. mit Glockenspiel und
Tamburin) zu besetzen. Die gedruckte Widmung gilt Herrn Generalmusikdirektor
Prof. Bruno Walter, was später sicherlich nicht mehr so angenehm war: Ehrenberg
trat am 1. August 1932 in die NSDAP ein!
EISLER, Hanns (1898–1962). Rhapsodie für großes Orchester (mit Sopran-Solo nach Worten aus Goethes
Faust II). Leipzig, Peters, Edition
Peters Nr. 4595, © 1950. 1 Bl.
(Titel), 70 S. Partitur (Vervielfältigung einer Kopistenschrift), groß-folio.
OBrosch.; OUmschl. Gelöst und am Falz gerissen (nahezu ohne Folgeschäden).
Sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
301 / 59 Preis: € 35,00
Nach dem
amerikanischen Exil, das er wegen »unamerikanischer Umtriebe« 1949 verlassen
musste, lebte Eisler in der DDR und komponierte für seine neue Heimat die
Nationalhymne (»Auferstanden aus Ruinen«). – Die Rhapsodie, für die hier ca. 14
Minuten veranschlagt werden, zeigt Eisler als ambitionierten Komponisten, der
die modernen Klangsprache ebenso beherrschte, wie das schlichte Massenlied. Das
kurze Sopran-Solo befindet sich bereits im ersten Drittel (»Macht euch schnell
von Fabeln frei«).
ERDMANN, Eduard (1896–1958). Symphonie in D-Dur für grosses Orchester op.
10. Leipzig, Steingräber, Verl.-Nr. 2110,
© 1920. 71 S. Partitur, folio. Repräsentativer, etwas gealterter HLdrbd. mit
eingebundenem OUmschl. Einige aufführungsbezogenen Einzeichnungen mit Blei- und
Blaustift.
Bestell-Nr.
302 / 59 Preis: € 75,00
Besetzung:
Picc.1-2, Fl.1-2, Ob.1-3, Engl.Hr., Klar.1-4, B.Klar., Fg.1-4, K.Fg.; Hr.1-6,
Tr.1-4, Pos.1-3, B.Tb.1-2; Klav., Hrf., Glcksp., Pk., div. weiter
Schlaginstr.e; Streicher (18×Vl.1, 16×Vl.2, 12×Va., 10×Vc., 8×Kb.). – Gedruckte
Zueignung: Alban Berg gewidmet.
Gedruckte Datierung im Explicit: Jägerhof
bei Scheidegg, 31. August 1919. – Auf der Titelseite wurde (vom Verlag?)
mit Tinte die Tonartbezeichnung kräftig gestrichen. – Das einsätzige, relativ
kurze Werk steht in seiner differenzierten Instrumentation mit einer
avancierten Harmonik in der Tradition von Mahler und des frühen Schönberg.
FRANCK, César
(1822–1890). Symphonie pour Orchestre. Paris,
Hamelle, Verl.-Nr. J. 3059 H. [um
1900]. 1 Bl. (Titel), 151 S. Taschenpartitur, 8vo. OBrosch.; außen
unwesentliche Lagerungsspuren, sonst gutes Expl.
Bestell-Nr.
303 / 59 Preis: € 10,00
Sonneck, S.
130 (gleiche Verl.-Nr., allerdings Dirigierpartitur, folio). – Es handelt sich
um den reprographisch verkleinerten, aber druckidentischen Nachdruck der
Originalausgabe von Francks berühmtestem Orchesterwerk, das Franck seinem
Schüler Henri Duparc (1848–1933) gewidmet hat; dieser hatte aufgrund seiner
zunehmenden Erkrankung bereits 1885 das Komponieren eingestellt.
FRANCK, César. Variations pour Piano et Orchestre. Paris, Enoch & C.ie, Verl.-Nr. E. F. & C. 2164
[1906]. 1 Bl. (Titel), 87 S. Partitur, 4to. HLnbdbd. d.Z., leicht bestoßen.
Buchblock ausgezeichnet.
Bestell-Nr.
304 / 59 Preis: € 30,00
Sonneck, S.
180, der genau diese Ausgabe nachweist. Demnach handelt es sich um eine
Titelauflage mit den Druckplatten der Erstausgabe (1893), die noch die
Verlagsform Enoch frères & Costallat besaß (deshalb die o. g. Auszeichnung
der Verl.-Nr).
FROMMEL, Gerhard (1906–1984). Neun Gedichte aus Sänge eines fahrenden
Spielmanns von Stefan George. Für eine Singstimme mit Begleitung eines
Kammerorchesters. Berlin, Ries & Erler, Verl.-Nr. R.9724 E., © 1928. 26 S. Partitur mit unterlegtem Klavierauszug, groß-folio.
Geklammer m. OUmschl. Etwas gebräunt.
Bestell-Nr.
305 / 59 Preis: € 25,00
Der aus
Heidelberg stammende Frommel hatte u.a. bei Hermann Grabner studiert und
unterrichtete seit 1929 an der Essener Folkwang Musikhochschule, bevor er 1933
an die Musikhochschule in Frankfurt am Main wechselte. Hier etablierte er einen
Arbeitskreis für Neue Musik, der sich ziemlich »unzeitgemäß« besonders für
Stravinsky, Bartók und Honegger einsetzte. – Die vier Bläser
(Fl./Klar./Fg./Hr.) sind solistisch besetzt (Streicher: 4–4–3–3–2); im ganzen
Werk bleiben die tonale Bindungen uneingeschränkt gewahrt. Auf der ersten
Partiturseite befindet sich die gedruckte Zueignung: Gertrud Neuhaus gewidmet.
FÜSSL, Karl
Heinz (1924–1992). Concerto rapsodico. Wien,
UE, Verl.-Nr. UE 13940, 1964. 3 Bll.
(Widmung, Titel, Besetzung), 21 S. Partitur, 4to. OBrosch. Außen unbedeutende
Lagerungsspuren.
Bestell-Nr.
306 / 59 Preis: € 15,00
Mit eigenh.
Widmung des Komponisten: Mr. J. E.
Maurice Brown in Freundschaft; auf der selben Seite gedruckt: Dedicated to Igor Strawinsky. – Das
kurze Gesangsstück (Dauer: 7 Min.) für Mezzosopran (Text: Gerald Manley
Hopkins) weist eine außerordentlich bunte Besetzung auf (Bläser und Streicher
solistisch, hinzu kommen Vibrafon, Klavier und Harfe sowie ein umfangreiches
Schlagwerk, darunter 10 Glocken, Tamtam, Bongos usw.). Füssl war seit 1958 als
Editor bei der Universal Edition tätig und beteiligte sich u.a. an der Neuen
Mozart-Ausgabe und der Gustav Mahler-Gesamtausgabe).
GIORDANO, Umberto (1867–1948) / RODRIGUEZ, A. (Lebensdaten
unbekannt). Fedora. Fantasia,
riduzione per piccola Banda. Mailand, Sonzogno, Verl.-Nr. 1432 [um 1905]. 53 S. Partitur, folio.
Bestens erhaltenes Exemplar mit OUmschlag aus Papier.
Bestell-Nr.
307 / 59 Preis: € 60,00
Die 1898
uraufgeführte Oper »Fedora« dürfte nach »Andrea Chenier« Giordanos meistgespieltes
Bühnenwerk sein, dessen Popularität nicht zuletzt durch die vorliegende
Bearbeitung für die Militärkapelle unterstrichen wird (übrigens berichtete
schon Richard Wagner über Auftritte solcher Ensembles auf öffentlichen Plätzen
Italiens). Der Bearbeiter, A. Rodriguez, ist lexikalisch nicht mehr
nachweisbar, doch wird er auf der Titelseite als „Maestro Capo musica nel 74. regg. fanteria“ bezeichnet. Besetzung:
Picc./Fl./Klar. in Es/Klar. in B 1-2/Hr-.1-3/Tr.1-2/Pos.1-3/Flügelhorn
1-2/Althorn 1-3/Tenorhorn/Baritonhorn 1-2/Euphonium/Kb./Kl.Tr./Gr.Tr./Becken.
Es handelt sich um ein höchst interessantes Zeugnis der im 19. Jahrhundert
verbreiteten, heute aber in der Praxis kaum mehr eine Rolle spielenden
Arrangements für Militärkapellen; das Lesen der Partitur ist recht schwierig,
weil fast alle Instrumente transponierend notiert sind.
GLASUNOW, Alexander (1865–1936). Konzert (a) für Violine mit Orchester. Op. 82. Leipzig,
Belaieff, Verl.-Nr. 2602, 1905.
Stimmen, folio, Picc., Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fg, Hr.1-4, Tr.1-2, Pos.1-3,
Pk., Glock.sp., Trgl., Bck., Hrf., Vl.1, Vl.2, Va.,Vc., Kb. Orchestermaterial
im originalen Ges.Umschl. lose einliegend. An den Rändern deutlich gebräunt,
jedoch offenbar unbespielt.
Beiliegend: Solostimme und Klavierauszug in separater
Ausgabe: Concerto (la) pour Violon avec Accompagnement
d’Orchestre, op. 82. Leipzig, Belaïeff, Verl.-Nr. 2603, 1905. 16 S. Vl. Principale
doigté par L. Auer bzw. 31 S. Klavierauszug, folio.
Bestell-Nr.
308 / 59 Preis: € 380,00
Originalausgabe
des Aufführungsmaterials, das kaum im Handel vorkommt. – Glasunows einziges Violinkonzert
ist 1904 entstanden und dem berühmten Violinvirtuosen Leopold Auer (1845–1930),
einem Schüler Joseph Joachims, gewidmet, der bis zur Oktoberrevolution in St.
Petersburg als Solist und Dirigent wirkte. Der überwiegende Teil des Konzerts
besteht aus einem vielgestaltigen Satzkomplement wechselnden Charakteren, Takt-
und Tonarten (in a-moll beginnend, dann aber in entlegendste Tonarten modulierend),
an dessen Schluß eine umfangreiche Kadenz steht; diese mündet in einen
geschlosseneren letzten Satz in A-Dur, der sehr wirkungsvoll von einem
Jagdthema eingeleitet wird. – Wie für die Veröffentlichungen Belaieffs üblich,
wurde die Titelseite des Umschlags zweisprachig gestaltet (russisch-deutsch).
GRAENER, Paul (1872–1944). Musik
am Abend. Drei Sätze für kleines Orchester […] Op. 44. Berlin, Simrock, Verl.-Nr. 22764, © 1915. 30 S. Partitur, folio. OBrosch.; leicht bestaubt,
stellenweis unbedeutende Randeinrisse.
Bestell-Nr.
309 / 59 Preis: € 35,00
In einer Zeit,
während der von den Komponisten allenthalben recht patriotische
»Konjunkturware« gefordert und in der Regel auch geliefert wurde, legte Graener
hier ein erfreulich unspektakuläres Werk vor. Neben den verdoppelten
Holzbläsern und den Streichern sind noch je zwei Trompeten und Hörner sowie
eine Harfe (im 1. Satz darüber hinaus Triangel) zu besetzen. Da im 3. Satz die
Streicher weitgehend zweigeteilt sind, sollten sie wohl ungefähr den üblichen
Umfang eines Sinfonieorchesters besitzen.
INGENHOVEN, Jan (1876–1951). Brabant
und Holland. Symphonische Phantasie für Orchester. München,
Wunderhorn, Verl.-Nr. W.V. 166 M,
1912. 1 Bl. (Titel), 35 S. Partitur, folio. OBrosch. Mehrfach sehr penibel
eingetragene Korrekturen mit roter Tinte.
Bestell-Nr.
310 / 59 Preis: € 40,00
Vermutlich
handelt es sich um das Korrekturexemplar des Komponisten, da die Eintragungen
über aufführungstechnische Hinweise deutlich hinaus gehen (darunter auch
Instrumentierungsretuschen); außerdem wurde vorne auf den Umschlag korrigiert eingetragen. Die S. 2 enthält
folgende Erklärung: Der Komponist will in
diesem Werk die beiden in ihrem Wesen so verschieden gearteten niederländischen
Volksstämme einander gegenüberstellen: Den impulsiven, heiteren Brabanter und
den besonnenen Nordholländer. Dennoch handelt es sich um ein einsätziges
Werk. Zur Charakterisierung einer regionalen Atmosphäre fügte Ingenhoven ein Alt-Niederländisches Lied (Aus Valerius:
„Gedenck clanck“ 1626) ein (entsprechender Hinweis auf S. 12 in einer Fußnote).
JANÁČEK, Leoš
(1854–1928). Taras Bulba.
Rhapsodie pro orchestr [2. revidierte Ausgabe]. Prag, Hudebni,Verl.-Nr. H.M.411, 1947. 103 S. Partitur, folio.
OBrosch. Unbedeutende Lagerungsspuren.
Bestell-Nr.
311 / 59 Preis: € 50,00
Jančék hatte das Werk 1915 begonnen und erachtete es als
speziell tschechisch-patriotischen Beitrag zum Ersten Weltkrieg. Ende März 1918
lag die Komposition vor, doch die Uraufführung fand erst am 9. Oktober 1921 in
Brno statt. Der Anlass seiner Entstehung dokumentiert sich in einer 1924 im
Manuskript nachgetragene Widmung: Für
unsere tschechischen bewaffneten Streitkräfte. – Die Erstveröffentlichung
erfolgte 1927; hier liegt die Neuedition mit einem knappen Kritischen Bericht
(Tschechisch) vor. Das Vorwort ist noch in russischer, englischer,
französischer und italienischer Sprache angefügt – eine deutsche Übersetzung
war zu diesem Zeitpunkt noch völlig undenkbar.
LAMPE, Walther (1872–1964). Serenade
für fünfzehn Blasinstrumente [As-Dur], op. 7. Berlin, Simrock,
Verl.-Nr. 11964, 1904. 79 S.
Partitur, 4to. OBrosch., vorderes Umschlagbl. vollst. gelöst (ohne
Folgeschäden). Geringe Lagerungsspuren.
Bestell-Nr.
312 / 59 Preis: € 45,00
Lampe war u.a.
Schüler von Herzogenberg und Humperdinck. – Besetzung: Fl.1-2, Ob.1-2,
Engl.Hr., Klar.1-2, B.Klar., Fg.1-2, K.Fg., Hr.1-4. Satzfolge: 1) Allegro con grazia (vielfach wechselnder
Satzcharakter); 2) Allegro scherzando;
3) Adagio; 4) Molto vivace. Auf den ersten Blick erscheint die viersätzige
Gliederung recht konventionell, jedoch besteht der umfangreiche erste Satz aus
zahlreichen Abschnitten, in denen Tonart, Takt und Charakter (teilweise durch
Generalpausen unterstrichen) wechseln. Es handelt sich um ein umfangreiches,
fast sinfonischen Charakter annehmendes Werk, in dem die instrumentatorisch
schwierigen Bläser farbig eingesetzt werden, und zugleich um eine lohnende
Alternative zu den wenigen anderen Original-Beiträgen für dieses Ensemble bspw.
von S. Jadassohn oder R. Strauss.
LAMPE, Walther. Serenade
für fünfzehn Blasinstrumente [As-Dur], op. 7. Berlin, Simrock,
Verl.-Nr. 11964, 1904. 79 S.
Partitur, 4to. Roter HLdr., sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
313 / 59 Preis: € 35,00
Besetzung:
Fl.1-2, Ob.1-2, Engl.Hr., Klar.1-2, B.Klar., Fg.1-2, K.Fg., Hr.1-4. Satzfolge:
1) Allegro con grazia (vielfach
wechselnder Satzcharakter); 2) Allegro
scherzando; 3) Adagio; 4) Molto vivace. Auf den ersten Blick
erscheint die viersätzige Gliederung recht konventionell, jedoch besteht der
umfangreiche erste Satz aus zahlreichen Abschnitten, in denen Tonart, Takt und
Charakter (teilweise durch Generalpausen unterstrichen) wechseln. Es handelt
sich um ein umfangreiches, fast sinfonischen Charakter annehmendes Werk, in dem
die instrumentatorisch schwierigen Bläser farbig eingesetzt werden, und
zugleich um eine lohnende Alternative zu den wenigen anderen Original-Beiträgen
für dieses Ensemble bspw. von S. Jadassohn oder R. Strauss.
LEHÁR, Franz (1870–1948). Vorspiel
zur Operette „Eva“. Wien, Doblinger, Verl.-Nr. 4828, © 1911. Aufführungsmaterial der Ausgabe für großes oder kleines Orchester mit Duplierstimmen, folio: Direktionsstimme [= Piano] (6 S.); Fl.1
(3 S.), Fl.2+Picc. (3 S.), Ob.1 (3 S.), Ob.2 (2 S.), Klar.1 (3 S.), Klar.2 (3
S.), Fg.1 (3 S.), Fg.2 (2 S.), Hr.1 (2 S.), Hr.2 (3 S.), Hr.3 (2 S.), Hr.4 (2
S.), Tr.1 (2 S.), Tr.2 (2 S.), Pos.1 (2 S.), Pos.2 (2 S.), Pos.3 (2 S.), Pk. (2
S.), Gr.Tr., Trgl.+Glocken (2 S.),
Kl.Tr. (2 S.), Hrf. (3 S.), 5×Vl.1 (3 S.), 4×Vl.2 (3 S.), 3×Va. (3 S.), 3×Vc.
(3 S.), 3×Kb. (3 S.). Stimmen in originalem Papierumschlag (dieser am Falz
gerissen, allgemein leicht schadhaft); Stimmen in gutem Erhaltungszustand
(Papier gering gebräunt).
Bestell-Nr.
314 / 59 Preis: € 70,00
Originalausgabe. – Die Operette Eva ist am 24. November 1911 im Theater an der Wien uraufgeführt
worden. Hier wurde mit der Verlegung der Handlung ins Fabrikarbeitermilieu
erstmals dieser Bereich – allerdings ohne sozialkritische oder gar klassenkämpferische
Begleiterscheinungen – in eine Operette einbezogen (deshalb auch die etwas
prosaische erste Titelgebung Das
Fabrikmädel); das Proletariat erscheint vielmehr als pittoreske
Außenseitergruppe und kann mit den traditionellen Zigeunern, Räubern oder
Piraten verglichen werden. – Auf den Innenseiten bzw. der letzten Umschlagseite
befindet sich umfangreiche Verlagswerbung (Orchester-Musik in Stimmen) mit
weiteren Werken von Lehár, Oscar Straus, Leo Fall oder Dostal. – Wie bei nahezu
allen Operetten jener Zeit ist trotz der recht farbigen Instrumentation keine
Partitur erschienen, sondern lediglich ein Klavierauszug (Direktionsstimme). In
der ersten Violine sind in einigen Abschnitten ein oder auch zwei
Soloinstrumente zu besetzen. In einigen Bläserstimmen wurden außerdem noch
Hinweise abgedruckt, die sich auf Aufführungen mit reduziertem Orchester
beziehen. Mit den Glocken ist das
Glockenspiel gemeint.
LISZT, Franz (1811–1886). Fantasie
über Ungarisches Volksmelodien für Pianoforte und Orchester. Leipzig,
Peters, Verl.-Nr. 8171 (Pianoforte II), 8385 (Stimmen), 9022
(Partitur), [um 1900]. 43 S. Partitur, groß-folio. 39 S. Pianoforte II, folio. Stimmen mit Dubletten, groß-folio: Picc.,
Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Tr.1-2, Pos.1-3, Trgl.+Bck.+Gr.Tr.,
Pk., 6×Vl.1, 6×Vl.2, 3×Va., 4×Vc., 2×Kb. Partitur sehr gut erhalten. Unter den
Dubletten auch gebrauchtes Material mit aufführungstechnischen Einzeichnungen;
ein kompletter Satz jedoch unbenützt. Klavier2 mit Alterungs- und
Lagerungsspuren; spärliche Einzeichnungen mit Bleistift.
Bestell-Nr.
315 / 59 Preis: € 120,00
Raabe 458. –
Die Bearbeitung des Orchestersatzes für das Pianoforte
II stammt von Hans von Bülow (gleichzeitig Widmungsträger der Fantasie) und
soll zur Aufführung an zwei Klavieren dienen; hier sind beide Partien in
Großdruck wiedergegeben (kann also auch zum Einstudieren des Solo-Parts
verwendet werden). – Das vorliegende Werk stellt Franz Liszts »konzertante«
Referenz an seine ungarische Heimat dar, nachdem er zuvor folkloristische Musik
v.a. für Klavier solo mehrfach in sein Schaffen einbezogen hat. Grundlage für
diese Fantasie bildet seine 14. Ungarische Rhapsodie. Bei der Uraufführung
(Budapest 1853) spielte der Widmungsträger den Solopart, Ferenc Erkel, der
Schöpfer der ungarischen Nationaloper (»Hunyadi László«, »Bánk Bán«)
dirigierte.
LŒFFLER,
Charles Martin (1861–1935). Poem. Composed for Orchestra. New York, Schirmer, Verl.-Nr. 31382c, © 1923. 2 Bll. (Titel, Vorbemerkung des Komponisten), 60 S.
Partitur, folio. OBrosch. Außen schwache Lagerungsspuren, sonst sehr gut
erhalten.
Bestell-Nr.
316 / 59 Preis: € 40,00
Lœffler
studierte in den 1870er Jahren bei J. Joachim, F. Kiel und W. Bargiel in
Berlin. Seit 1881 lebte er in den USA, wo er als Geiger in verschiedenen
Orchestern spielte. Nach und nach wurde er eine wichtige Persönlichkeit im
amerikanischen Musikleben, zumal er mit seinen vorwiegend zur Programmmusik
zählenden Werken durchaus Erfolg hatte. – In seiner kurzen Vorbemerkung erklärt
Lœffler, dass das Poem (Widmung: To Elise, my wife) durch ein Gedicht
Verlaines inspiriert worden sei (nach dessen Lyrik komponierte Lœffler
zahlreiche Lieder). Die Uraufführung der Erstfassung hatte im Sommer 1901 in
Boston stattgefunden, und die hier vorliegende überarbeitete Version
(Neuorchestrierung) wurde unter der Leitung von P. Monteux mit dem Boston
Symphony Orchestra am 1. November 1918 erstmals gespielt. Das große romantische
Orchester ist noch durch Celesta und Glockenspiel erweitert; Lœffler setzt es
gekonnt für einen üppigen (fast an Filmmusiken erinnernden) Gesamtklang ein.
MAHLER, Gustav (1860–1911). Siebente Sinfonie. […] Orchester-Partitur. Kleine Ausgabe. M. 6,–
no. Berlin, Bote & Bock, Verl.-Nr. 16867,
© 1909. 257 S. Partitur, 4to. Schwarzer Lnbdbd. M. Goldprägung. Unbedeutende
Lagerungsspuren.
Bestell-Nr.
317 / 59 Preis: € 75,00
Erstausgabe. – Die Uraufführung fand am 19.
September 1908 in Prag statt. „Zur
Orientierung will ich noch bemerken, daß das Werk vorwiegend heiteren,
humoristischen Inhalts ist“, schrieb damals Mahler an Henri Hinrichsen, den
Leiter des Peters-Verlags. Doch gerade die als vordergründig empfundene Heiterkeit
des Finales mit ihrem Trompetengeschmetter und den dröhnenden Pauken hat in der
Rezeptionsgeschichte für heftige Kritik gesorgt, und die »Siebte« gilt heute
als Mahlers unpopulärste Sinfonie.– Auf dem letzten Blatt befinden sich mehrere
Aufführungsdaten, von denen zu den ersten beiden als Dirigent G. Mahler angegeben ist; diese (3. bzw.
7. Oktober 1909) weist auch J. M. Fischer in seiner Mahlerbiographie (S. 929)
nach (Aufführungen in Amsterdam). Für zwei weitere Aufführungen (1914 bzw.
1926) wurde Cr. Dopper eingetragen –
d. i. Cornelis Dopper (1870–1939), seit 1908 zweiter Dirigent des Concertgebouw-Orchesters.
Die Partitur dürfte demnach aus niederländischem Besitz stammen, und der ehemalige
Besitzer hat demnach die beiden von Mahler geleiteten Aufführungen aller
Wahrscheinlichkeit nach gehört; auf dem Titelbl. wurde verso noch eine Abfolge
der Zeitdauer der Sätze eingetragen, leider ohne Zuordnung zu einem Dirigenten.
MARCELLO, Benedetto (1686–1739). Konzert für Oboe und [Streicher-]Begleitung im Urtext. 20 S. Partitur in Kopistenschrift, folio.
1931. Gedrucktes Notenpapier (16 Systeme) in Pappumschlag. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
318 / 59 Preis: € 35,00
Im Explicit
hat der Kopist eingetragen: Heinrich
Wollheim, Berlin, im Januar 1931. Besitznachweis auf S. 1: Possessor Johan Matthias Vedde. Eine
historische Quelle ließ sich über Eitner oder RISM nicht lokalisieren.
MARX, Karl (1897–1985). Konzert
für 2 Violinen (a-moll) op. 5. Köln, Tischer & Jagenberg,
Verl.-Nr. T.&J.1046 [1929]. 76 S.
Partitur (Vervielfältigung einer Kopistenschrift), groß-folio. OBrosch.; geringe
Lagerungsspuren. Erste geklammerte Lage gelöst, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
319 / 59 Preis: € 35,00
Das
dreisätzige Doppelkonzert ist 1927 unter der Leitung von S. v. Hausegger in
München uraufgeführt worden. Marx verlangt neben dem großen romantischen
Orchester noch ein erweitertes Schlagwerk (darunter Glockenspiel und Tamtam)
und Celesta sowie Harfe.
MILHAUD, Darius (1892–1974). IV.
Symphonie, Dixtuor für 10 Streichinstrumente oder Streichorchester. Wien, UE,
Verl.-Nr. 7192, 1922, 20 S. Partitur,
folio. Geklammert m. OUmschl. Nahezu neuwertig. ACHTUNG: 2. Expl. vorhanden
(mehr Lagerungsspuren); 3. Expl.
Bestell-Nr.
320 / 59 Preis: € 20,00
Erschien in
der Verlagsreihe »Universal Ensemble Serie« (Nr. 27), in der zahlreiche
Streicherkompositionen publiziert worden sind (u.a. A. Schönbergs »Verklärte
Nacht«). – Besetzung: Vl.1-4, Va.1-2, Vc.1-2, Kb.1-2). Das verhältnismäßig
kurze, dreisätzige Werk (1. Ouverture;
2. Choral; 3. Etude) ist Milhauds Frau Madeleine gewidmet.
MORAWETZ, Oskar
(geb. 1917). Passacaglia on a Bach Chorale. Dedicated to the Memory of John
Fitzgerald Kennedy. Toronto,
Performing Arts, 1965. 5 Bll. (Schreiben des kanadischen Premierministers und
des Senats, Porträtphoto v. Kennedy u.a.), 21 S. Partitur, folio. Geklammert m.
OUmschl. Leicht bestaubt sonst sehr gut.
Bestell-Nr.
321 / 59 Preis: € 65,00
Der in
Tschechien geborene Morawetz floh nach der deutschen Besetzung nach Kanada, wo
er seitdem lebt. Am 22. November 1964 wurde der amerikanische Präsident John F.
Kennedy in Dallas ermordet, dessen Charisma eine ganze Generation in seinen
Bann gezogen hatte (bezeichnend ist das hier abgebildete Photo: Kennedy im
Gebet). Dieses Attentat zog einige Kompositionen nach sich, wie z.B. das Kennedy-Concerto von Lester Trimble oder
Larry Austin, In Memoriam JFK.
Morawetz verwendete nur die ersten vier Takte des Chorals »Wenn ich einmal soll
scheiden«, und kaum umfangreicher fällt jede der insgesamt 15 Variationen aus.
– Beilage: Brief von Morawetz an
Herbert von Karajan, in dem er das Werk zur Aufführung empfiehlt. Although my
style of composition follows the main trends of contemporary music, I chose a
rather unusual approach for this work. Ergänzt
wird der Brief mit einer Liste von Dirigenten und Orchestern (darunter W.
Steinberg, Z. Mehta und R. Kubelik), die seither Werke von Morawetz aufgeführt
haben. Auf dem vorderen Vorsatz hat Morawetz noch eine Widmung an Karajan
eingetragen. – Von Morawetz stammt noch eine Gedenkkomposition für den 1968
ermordeten Martin Luther King (Memorial
to Martin Luther King).
MORENA, Camillo
(1867–1940). Souvenir de Bayreuth. Eine
chronologische Fantasie über sämtliche Musikdramen von Richard Wagner, op. 122.
München, Drei Masken, Verl.-Nr. 121,
1914. Ausgabe für großes Orchester. Stimmen mit Dubletten, groß-folio: Fl.1-2
(auch Picc.), Ob.1+2, Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Hr.3+4, Tr.1-2 (mit Tr.3 ad
lib.), Pos.1+2, Pos.3, Tb., Kl.Tr.+Trgl., Gr.Tr.+Bck.+Gr.Glck., Pk.+Glck.,
7×Vl.1, 4×Vl.2, 3×Va., 3×Vc., 3×Kb. Stimmen (neuwertig) in Gesamtumschlag aus
Papier (dieser ohne Folgeschäden am Falz gerissen).
Bestell-Nr.
322 / 59 Preis: € 160,00
»Morena« ist
eines von fünf Pseudonymen von Carl Mieses, über den das berüchtigte »Lexikon
der Juden in der Musik« einen umfangreichen Artikel enthält. – In den Noten
sind die Titel (einschl. Uraufführungsjahr) von Wagners Bühnenwerken vom »Rienzi«
bis zum »Parsifal« enthalten, von denen Morena hier einige der wichtigsten
Motive zusammengestellt hat. Damit ist es nicht nur möglich, eines von Wagners
vier- bis fünfstündigen Musikdramen in erträglichen Ausdehnungen zu genießen,
sondern sogar alle Stücke in kürzester Zeit und in komprimierter Form
kennenzulernen. Die Hommage an den Meister von Bayreuth sollte in keinem
Notenarchiv mitteleuropäischer Orchester fehlen und unbedingt immer wieder
auf’s Programm gesetzt werden.
MOROSS, Jerome (1913–1983). Biguine [für großes
Orchester]. San Francisco, New Music Orchestra Series, © 1935. 32 S. Partitur, groß-folio.
Geklammert m. OUmschl.; tadelloses Exemplar. 2. gleichwertiges Expl.?
Bestell-Nr.
323 / 59 Preis: € 25,00
Noch fast zur
Generation von G. Gershwin gehörend, mit dem er zeitweise zusammenarbeitet, ist
Moross ebenfalls ein typischer Vertreter der amerikanischen Musik, die sich
seit den 1920er Jahren etablierte. Kennzeichnend dafür ist ein Orchester, das
mit Jazz-Instrumenten angereichert ist; jazzoide Elemente lassen sich auch in
der Musik wiederfinden. Die Biguine
ist eine Spielform des Rumbas und stammt aus Martinique und Santa Lucia. Moross
ahmt weitgehend das Steigerungsprinzip von Ravels Bolero nach.
MOZART, Leopold (1719–1787). Konzert
in D-Dur für Solo-Trompete, 2 Hörner, Streicher und Cembalo. Köln,
Kistner & Siegel, Verl.-Nr. 28451,
[ca. 1970]. 17 S. Partitur (zugleich Cembalostimme), folio. Geklammert m.
OUmschl. Neuwertig.
Bestell-Nr.
324 / 59 Preis: € 10,00
Erschienen in
der von Max Seiffert hrsg. Reihe »Organum«, 3. Reihe: Kammermusik, Nr. 29.
MRACZEK, Karl (1902–1928). Slavische
Tänze für grosses Orchester. Berlin, Ries & Erler, Verl.-Nr. R 9749 E, © 1928. 34 S. Partitur,
groß-folio. Geklammert m. OUmschl. Bestens erhalten.
Bestell-Nr.
325 / 59 Preis: € 25,00
Der an Typhus
früh verstorbene Sohn des lexikalisch eher berücksichtigten Jos. Gust. Mraczek
(1878–1944) wurde nur 26 Jahre alt und verbrachte sein kurzes Leben
ausschließlich in seiner Heimatstadt Brno. Rein formal stehen seine Slawischen Tänze in der Tradition Dvořáks, doch sind sie wesentlich bunter instrumentiert
(neben dem großen romantischen Orchester noch mit umfangreichem Schlagwerk,
darunter z.B. Glockenspiel und Kastagnetten) und besitzen nicht deren
volkstümlich-schlichte Ursprünglichkeit. – Beiliegend ein Programm der
Gedenkfeier für Mraczek mit biographischem Artikel und dem musikalischen
Programm, bei dem auch die Slavischen
Tänze gespielt wurden.
NEUPERT, Edmund (1842–1888). Vor der Schlacht. Nordisches Tonbild
[op. 24] für Orchester bearbeitet von Johan S. Svendsen.
Kopenhagen, Hansen, Verl.-Nr. 11746
[um 1900]. 35 S. Partitur, folio. Broschiertes Exemplar (Umschlag aus dünnem
Karton) mit aufgezogenem originalen Titelblatt; bestens erhalten.
Bestell-Nr.
326 / 59 Preis: € 45,00
Pazdírek weist
insgesamt 77 Opera von Neupert nach, über den die einschlägigen Lexika hingegen
kaum etwas wissen; unter op. 24 ist das vorliegende Werk in seiner
Originalfassung für Klavier verzeichnet. In der Bearbeitung von Johan Severin
Svendsen (1840–1911), der mit einem großen eigenen Gesamtwerk neben E. Grieg
vielleicht bedeutendste Komponist Norwegens dieser Zeit, wird als
Orchesterbesetzung verlangt: Streicher, doppelte Holzbläser (zuzüglich
Piccolo), vier Hörner, drei Trompeten bzw. Posaunen, Tuba, Pauken, Kleine und
Große Trommel, Becken. Svendsens Werkverzeichnis bei Grove weist diese
Bearbeitung nicht nach. – Auf der vorderen Umschlagseite befindet sich eine
handschriftliche Widmung des Verlegers (durch beschnittenen Rand etwas Textverlust).
NIELSEN, Carl (1865–1931). 7
Stykker af Scenemusiken til „Aladdin“. Kopenhagen, Skandinavisk og Borups
Musikforlag, Verl.-Nr. S. B. M. 1470,
© 1940. 1 Bl. (Titel), 89 S. Partitur, folio. OBrosch. Sehr gutes Exemplar.
Bestell-Nr.
327 / 59 Preis: € 45,00
In den Jahren
1918/19 komponierte Nielsen eine Schauspielmusik für Aladdin eller Den forunderlige lampe des dänischen Dichters Adam
Gottlob Oehlenschläger (1779–1850), die am 15. bzw. 22. Februar 1919
uraufgeführt wurde. Ebenso wie in seiner Tondichtung Pan og Syrin(1917/18) nützte der Komponist den exotischen Stoff zu
einer entsprechenden Einfärbung seiner Musik. Die Zusammenstellung einzelner
Musiknummern zu der vorliegenden Suite scheint posthum vorgenommen worden zu
sein; es handelt sich jedenfalls um die Erstveröffentlichung. Ein besonders
origineller Einfall ist der 5. Satz, Der
Marktplatz von Ispahan, in dem vier unterschiedlich besetzte Ensembles mit
jeweils eigener und völlig verschiedener Musik teilweise durcheinander spielen
(die dafür beigefügten Interpretationshinweise stammen von Nielsen).
OBOUSSIER, Robert
(1900–1957). Trilogia Sacra. Kantate für
Solostimmen, Chor, Orchester und Orgel nach Worten von R. M. Rilke, mit einem
Vorspiel.
Berlin, Bote & Bock, Verl.-Nr. 19960,
© 1930. 77 S. Klavierauszug mit deutschem und lateinischem Text, folio.
OBrosch. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
328 / 59 Preis: € 30,00
Der aus
Antwerpen (Belgien) stammende Oboussier hatte u.a. bei Jarnach und Andrae
studiert. Bis 1939 lebte er in Berlin, emigrierte dann nach Zürich und spielte
von nun an eine wichtige Rolle im Musikleben der Schweiz, deren
Staatsbürgerschaft er erhielt. – Die Trilogia
sacra beruht auf einem Gedicht aus Rilkes Stundenbuch (»Und Gott befiehlt mir, dass ich schriebe …«).
Durchweht bereits die Dichtung eine religiöse Stimmung, so führte dies bei der
Vertonung zu einer fast skurillen Überhöhung: Der deutsche Originaltext wurde
von André Coeuroy ins Lateinische übersetzt und damit in die Tradition der
Kirchensprache gestellt; was rein formal an die Entstehung des Librettos von
Strawinskys Oedipus Rex erinnert,
dürfte hier also quasi-religiöse Hintergründe haben. So sind die Vokalstimmen,
die zudem bei einer Aufführung unterschiedlich positioniert werden sollen, mit
entsprechenden Bezeichnungen versehen: Voces
aeterni (Die Stimmen des Ewigen),
Chor der himmlischen Heerscharen (Chorus cohortum angelorum), Der
Erleuchtete (Illuminatus) und Chor der Menschheit (Chorus hominum). Die Titelformulierung … nach Worten von und die Hinzuziehung
einer Orgel unterstreichen den weihevollen Anspruch. Im umfangreichen Vorspiel
(Symphonia) ist der Chor
ausschließlich instrumental (d.h. ohne Text) eingesetzt.
PETERSON-BERGER, Wilhelm (1867–1942). Sunnanfärd. Südlandfahrt. Symfoni för stor orkester. Stockholm, Hirsch,
Verl.-Nr. A.H.2600 [ca. 1910]. 190 S.
Partitur, groß-folio. OBrosch. Sehr gutes Exemplar.
Bestell-Nr.
329 / 59 Preis: € 65,00
Nicht bei
Sonneck. – Peterson-Berger, der u.a. auch in Dresden bei Kretzschmar studiert
hatte, dürfte der ambitionierteste schwedische Komponist seiner Zeit gewesen
sein. Als großer Wagner-Verehrer trachtete er danach, ebenso ein nationales
Gesamtkunstwerk zu schaffen und schrieb mehrere Musikdramen zur schwedischen
Sagenwelt. – Hier liegt seine dritte von vier Sinfonien vor, denen jeweils ein
Programm zu Grunde liegt. Neben der Titelgebung für das ganze Werk beschränkte
er sich auf knappe Hinweise zu den drei Sätzen: I. Stille – Fahrt; II. Die
Rosenstadt – Der Dionysoszug – Im Tempel des Eros; III. Heimweh – Mit dem Südwind. Für das geradezu epische Werk verlangt er fast die Größe
von Wagners »Ring-Orchester«.
PFITZNER, Hans (1869–1949). Scherzo
für Orchester [c-moll]. Leipzig, Brockhaus, Verl.-Nr. M. 770 B. [um 1910]. 20 S. Partitur,
folio. Ungeheftet; Falz des äußeren Doppelblatts mit Papierstreifen verstärkt;
unbedeutende Alterungsspuren.
Bestell-Nr.
330 / 59 Preis: € 180,00
Nicht in den
Handel gelangte Partitur (Stempel: Leihmaterial),
die noch nach dem Krieg in Gebrauch war (Bestempelung mit den neuen
Verlagsorten Lörrach und schließlich Bonn-Bad Godesberg). – Das Anfang 1888
komponierte Stück ist Dem
Philharmonischen Orchester in Berlin gewidmet und besitzt noch nichts von
dem grüblerischen Charakter späterer Werke Pfitzners.
RANGSTRÖM, Ture (1884–1947). Divertimento elegiaco (elegische Suite) für
Streichorchester [cis-moll]. Stockholm, Nordiska Musikförlaget, 1920.
Notenmaterial als photomechanischer Nachdruck einer Kopistenschrift, folio:
Partitur (15 S.). Orchestermaterial mit Duplierstimmen: 3×Vl.1 (8) 3×Vl.2 (6),
3×Va. (8), 2×Vc. (8), 3×Kb. (4). Geklammerte Partitur (Umschlag fast lose) mit
einliegenden Stimmen (nahezu neuwertig).
Bestell-Nr.
331 / 59 Preis: € 70,00
Drei der vier
Sätze dieses Divertimentos besitzen Titel, die an barocke Vorbilder erinnern:
I. Preludio visionario; II. Scherzo leggiero; III. Canzonetta malinconia; IV. Giga fantastica. Im 1. Satz wurde eine
kurze Kadenz für die Solo-Bratsche eingearbeitet. Das Werk dürfte stilistisch
den entspechenden Stücken Elgars noch nahestehen (etwas dissonantere Harmonik)
und könnte eine willkommene Bereicherung des durch wenige Werke bestimmten
Repertoirs für Streichorchester darstellen. – Rangström, der kurze Zeit bei H.
Pfitzner studierte, war neben seiner Kompositionstätigkeit noch als Dirigent,
Gesangslehrer und Kritiker tätig. Seine 1919 in Stuttgart uraufgeführte Oper
»Die Kronbraut« (nach Strindberg) gehört zu den wichtigsten schwedischen
Bühnenwerken unseres Jahrhunderts.
RAVEL, Maurice (1875–1937). Bolero. Paris,
Durand, Verl.-Nr. D. & F. 11839,
© 1929 [hier: 1949]. 2 Bll. (Titel, Geschäftskonditionen), 66 S. Partitur, 8vo.
OBrosch.; Papierumschlag am Rücken schadhaft und bestempelt. Am Bund leicht
gelockert.
Bestell-Nr.
332 / 59 Preis: € 40,00
Später in den
Handel gelangtes Exemplar der Erstausgabe (im Explicit wurde zusätzlich
eingedruckt: Imp. A. Mounot. Paris. Mai 1949.) – Im Auftrag der Tänzerin und
Schauspielerin Ida Rubinstein (zugleich Widmungsträgerin) komponiertes
Orchesterwerk mit virtuoser Instrumentierung, das zu einem der größten Erfolge
klassischer Musik geworden ist und im Film Die
Traumfrau außerdem einen späten, moralisch allerdings höchst bedenklichen
cineastischen Ruhm erlangte.
REGER, Max (1873–1916) / PILLNEY, Karl Hermann (1868–1980). Variationen und Fuge über ein Thema von Joh. Seb. Bach. Op.
81. Für Klavier und Orchester bearb. von Karl Herm. Pillney. Leipzig,
Lauterbach & Kuhn, Verl.-Nr. 19611,
New Edition © 1926. 62 S. Partitur,
folio. OBrosch. (am Bund nachträglich verstärkt); unbedeutende Lagerungsspuren.
Bestell-Nr.
333 / 59 Preis: € 25,00
Stein, S. 190.
– Erstausgabe dieser Bearbeitung. –
Die doppelte Angabe des Copyrights – 1904
bzw. New Edition Copyright 1926 – ist ewas irreführend; die erste
Jahreszahl bezieht auf die Originalfassung für Klavier zu zwei Händen und das
zweite Datum allein auf die Bearbeitung Pillneys, die 1924 in Köln uraufgeführt
worden ist. – Auf S. 2 rechtfertigt Pillney ziemlich ausführlich seine
Bearbeitung und erläutert seine ästhetischen Prinzipien; hier befindet sich
auch eine biographische Notiz. Er ist im übrigen heute noch v.a. durch seine Eskapaden eines Gassenhauers
(Variationen für Orchester im Stile verschiedener Komponisten über den Schlager
»Was machst du mit dem Knie, lieber Hans«) bekannt. – Die Variationen fallen
durch jeweils sehr individuelle Besetzungsformen sehr charakteristisch aus.
REGER, Max. Serenade für
Orchester Opus 95. Leipzig, Lauterbach & Kuhn, Verl.-Nr. L. &
K. 278, © 1906. 221 S. Partitur, folio. Schöner Pappbd. m. aufgezogenem
Titelbl. des OUmschlags (allerdings mit der Verl.-Nr. 311); außerdem ein rotes
Blatt mit einem Druckfehlerverzeichnis eingebunden.
Bestell-Nr.
334 / 59 Preis: € 350,00
Stein, S.
225–227. – Erstausgabe mit einem
Stempel auf S. 1 der Partitur: Gewidmet
vom Verlag Lauterbach & Kuhn. Leipzig, den [mit Tinte hs. ergänzt: 30. I. 07; darunter die Nummerierung: (11)]. – Eingebunden ist das Titelbl.
des OBuchblocks. – Das Werk ist Felix
Mottl in Erinnerung an den 8. Oktober 1905 gewidmet (dieser hatte an diesem
Tag Regers Sinfonietta op. 90
uraufgeführt), doch die Uraufführung am 25. Oktober 1906 im Kölner Gürzenich
wurde von Fritz Steinbach geleitet. Eine instrumentatorische Besonderheit
stellt die durchgehende Teilung der Streicher in eine Gruppe con sordino und
eine senza sordino (das übrige Orchester ist paarweis mit Holzbläsern und
Hörnern, Pauken und Harfe besetzt).
REGER, Max. Sinfonietta
für Orchester […] Opus 90.
Leipzig, Lauterbach & Kuhn, Verl.-Nr. L.
& K. 251, © 1905. 244 S. Partitur, folio. OBrosch. mit den schönen
Titelillustrationen des Umschlags bzw. der Haupttitelseite.
Bestell-Nr.
335 / 59 Preis: € 320,00
Stein, S.
214f. – Erstausgabe. – Reger widmete das Werk seinen Verlegern: Meinen lieben Freunden Karl Lauterbach und
Dr. Max Kuhn.
REZNICEK, Emil Nikolaus von (1860–1945). Symphonie D dur. Wien, UE, Verl.-Nr. 105 [1918]. Aufführungsmaterial mit
Duplierstimmen vorwiegend in Umdruck, folio: Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1-2,
Hr.1-4, Tr.1-2, Pk., 3×Vl.1, 4×Vl.2, 2×Va., 2×Vc., 2×Kb. (letztere in Stich).
Ungeheftete Stimmen; etwas gebräunt. Offenbar unbespielt. Kopie der
Orchesterpartitur (Verl.-Nr. 104)
beiliegend.
Bestell-Nr.
336 / 59 Preis: € 180,00
Der aus Wien
gebürtige Rezniček studierte u.a. bei Reinecke und Jadassohn in Leipzig.
Neben zahlreichen Opern, die sein Hauptwerk ausmachen (darunter die
bekannteste, »Donna Diana«, 1894), komponierte er vier Sinfonien und
Kammermusik. Die vorliegende Sinfonie beginnt mit dem Zitat einer Volksweise
aus dem 15. Jahrhundert (entsprechende Anmerkung in der Partitur), und das
gesamte Werk vermittelt den Eindruck einer eher heiteren, unkomplzierten Musik
(3. Satz Menuett mit einem Ländler an der Stelle des Trios). Es muss sich dabei
um die später als 3. Sinfonie mit dem Untertitel Im alten Stil handeln (hier aber nirgends angegeben; vgl. New
Grove).
ROLDÁN, Amadeo
(1900–1939). Motivos de son. Ochos Canciones Cubanos para canto y pequeña orquestra. San Francisco, New Music Orchestra Series, © 1935. 32 S. Partitur,
folio. Geklammert m. OUmschl. Unbedeutende Lagerungsspuren.
Bestell-Nr.
337 / 59 Preis: € 35,00
Der aus Paris
stammende Roldán hatte in Madrid studiert und lebte seit 1921 in Kuba. Hier dürfte
er bis zu seinem frühen Tod die bedeutendste Musikerpersönlichkeit gewesen sein
(u.a. leitete er das dortige philharmonische Orchester, gründete 1927 das
Havanna-Stringquartet, hatte eine Professur am Konservatorium, das er seit 1935
auch leitete und das seit Castros Revolution seinen Namen trägt). – Das Begleitensemble
für die acht Gesänge umfasst nur wenige Holbläser, eine Trompete und
(vermutlich solistische) Streicher sowie einige Schlaginstrumente (u.a. Bongos
und Marracas), die für eine »kubanische« Atmosphäre sorgen.
ROLL, F. H. J.
(um 1900). Intermezzo per Orchestra [A-Dur] d’Instrumenti a corde [...] Op. 8. Selbstverlag (Gedruckt bei Breitkopf & Härtel,
Leipzig, keine VN [ca. 1909]). 9 S. Partitur, folio. Ungeheftet mit OUmschlag
aus Papier (hübsche Titelseite mit dezenter Typographie des Jugendstil);
Umschlag mit Alterungsspuren. 2. gutes Expl. aber ohne Umschlag vorhanden
Bestell-Nr.
338 / 59 Preis: € 75,00
Das
romantische, klangvolle Werk des bisher nicht näher identifizierbaren
Komponisten trägt die gedruckte Widmung: dedicato
a mia sposa. Außerdem befindet sich auf der Umschlagtitelseite noch eine
handschriftliche Zueignung des Komponisten an Dr. Ernst Kunwald, die mit 22
/ 6 / 09 datiert ist. Ebd. wurde ein kleines Schild angebracht, auf dem
sich ein berühmter Vorbesitzer der Noten eingetragen hat: Xaver Scharwenka. – Das Stück, das durch unzählige
Versetzungszeichen eine schwebende Tonalität besitzt, ist außergewöhnlich dicht
gearbeitet (vielfach mit Stimmenteilung) und in mehrere kürzere Abschnitte
gegliedert (alle in langsamen Tempi), die ohne Pause ineinander übergehen
(einige Takte zusätzlich mit Violin-Solo; kurze Überleitung mit Solo-Bratsche).
Neben den Streicherserenaden jener Zeit dürfte das seltene Werk eine
Bereicherung dieses Repertoires sein. – Es handelt sich offenbar um einen
Privatdruck, da die Noten ohne Verlagsangabe auf der Titelseite und ohne
Verlagsnummer erschienen sind; hierfür spricht auch noch ein eingeklebter
Zettel mit dem handschriftlichen Hinweis Gedruckte
Noten stehen gerne zur Verfügung.
RÓSZA, Miklós (1907–1995). Thema,
Variationen und Finale für großes Orchester. Op. 13. Leipzig,
Eulenburg, Verl.-Nr. E. E. 5571, © 1935.
1 Bl. (Titel), 114 S. Partitur, folio. OBrosch. Sehr gutes Exemplar.
Bestell-Nr.
339 / 59 Preis: € 35,00
Auch wenn der
Name Rózsa nur wenigen geläufig sein dürfte, so ist seine Musik einem großen
Publikum doch sehr bekannt: Er schrieb u.a. die opulenten Soundtracks zu den
Monumentalfilmen Ben Hur und Quo vadis.
Aber wie die meisten seiner von der Fachwelt wenig geschätzten Zunft, hat auch
Rózsa als Komponist ganz konventionell begonnen und in Leipzig bei Grabner und
Kroyer studiert. Seit 1929 wurden seine Werke in Europa gespielt, wobei das
vorliegende Opus 13 besonders angesehen war (Bernstein hatte es übrigens 1943
bei seinem überraschenden Debüt in New York dirigiert). – Neben dem traditionellen
großen Orchester sind noch Celesta, Harfe und ein größeres Schlagwerk zu
besetzen; es handelt sich um einen durchaus in der Tradition der großen
Orchestervariationen Regers stehenden Zyklus, den man vielleicht besser mit dem
Begriff Metamorphosen beschreibt. Rózsa hat das Stück 1943 und 1966
überarbeitet.
RÖSCH, W. E. (um 1900). Serenade (in 4 Sätzen) für großes
Orchester […] Op. 35. Hannover, Oertel, Verl.-Nr. L. 4843 O., © 1907. 64 S.
Partitur, folio. OBrosch. Bis auf unbedeutende Lagerungsspuren auf dem Umschlag
sehr gutes Exemplar.
Bestell-Nr.
340 / 59 Preis: € 35,00
Über W. E.
Rösch ist die musikwissenschaftliche Lexikographie so gründlich hinweggegangen,
dass weder die Vornamen, noch die Lebensdaten recherchierbar sind (lediglich in
den Hofmeister-Verzeichnissen können einige Werke des Komponisten nachgewiesen
werden). Immerhin ist die Serenade Herrn
Professor Arthur Nikisch in Verehrung gewidmet, und da dies kaum ohne
Einverständnis des Betreffenden geschehen konnte, muss Rösch doch eine gewisse
Rolle im Musikleben der Jahrhundertwende gespielt haben. Das viersätzige Werk
(Introduction – Valse – Intermezzo – Finale) hat durchaus sinfonischen
Zuschnitt und türmt v.a. gegen Schluss pompöse Klangmassen auf. – Einige Einzeichnungen
mit Blaustift lassen erkennen, dass die vorliegende Partitur für eine Aufführung
verwendet worden ist.
ROSENBERG, Hilding (1892–1985). Suite aus der Musik zu dem Marionettenspiel »Die
geschaffenen Interessen« von Jacinto Benavente für kleines Orchester. Op. 31. Leipzig,
Breitkopf & Härtel, Verl.-Nr. 30204
(Partitur-Bibliothek, Nr. 3274), © 1930. 15 S. Partitur, folio.
Geklammert m. OUmschl. Unbedeutende Lagerungsspuren, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
341 / 59 Preis: € 25,00
Das
Theaterstück mit Musik des schwedischen Komponisten Rosenberg ist 1926 unter
dem Titel De skapade intressena
uraufgeführt worden. Die Suite besteht aus fünf Sätzen, die vorwiegend auf
barocke Traditionen verweisen (Tempo di
Galliarda, Sarabande, Musette, Fughetta); hier sind neben den Streichern bis zu drei Holzbläsern
(Ob./Klar./Fg.) und zwei Hörner besetzt. Nur im vorletzten Satz, Harlekins Gesang, zaubern Streicher,
Celesta und Harfe zur Solo-Klarinette ein romantisches Klangbild, sonst handelt
es sich eher um neoklassizistische Musik.
ROSSELLINI, Renzo (1908–1977). Terra di Lombardia per orchestra [...]. Notturno – Intermezzo e Finale.
Mailand, Ricordi, Verl.-Nr. 124604,
1940. 3 Bll. (Titel, programmat. Hinweis, Besetzung), 48 S. Partitur, 4to.
OBrosch. Gutes Exemplar.
Bestell-Nr.
342 / 59 Preis: € 15,00
Besetzung:
Fl.1-3 (auch Picc.), Ob.1-2, Engl.Hr., Klar.1-2, B.Klar., Fg.1-2, K.Fg.,
Hr.1-4, Tr.1-3, Pos.1-3, B.Tb., Pk., Bck., Ttm., Cel., Hrf., Streicher. –
Bruder des weltberühmten Regisseurs Roberto Rosselini. – Titelseite mit der
zusätzlichen faschistischen Jahreszählung XVIII.
– Aufführungsdauer: min. 12. – Programmatische Notiz: ... visioni della terra lombarda, di notte, di giorno, di sera: nel velo
intimo delle nebbie, nel verde dei campi, nel grigio-perla dei laghi ...
RÜDINGER, Gottfried (1886–1946). Romantische Serenade. Für kleines Orchester. Opus 9 […] M. 10.–. München, Wunderhorn, Verl.-Nr. W. 296 V., 1914. 2 Bll. (Titel, Widmung:
Joseph Haas in Freundschaft zugeeignet),
28 S. Partitur, folio. Geklammert m. OUmschl., der etwas blass wirkt; sonst
ausgezeichnet.
Bestell-Nr.
343 / 59 Preis: € 25,00
Das Werk ist
in München, Mai–Juni 1912, entstanden und besteht aus mehreren, teilweise ohne
Pausen getrennten Teilen, von denen einer als Menuett bezeichnet ist. Beim letzten großen Abschnitt handelt es
sich um ein Tema con Variazione, das
auf einer einfachen Melodie beruht (Spielanweisung: Schlicht, im Volkston);
bereits nach zwei Variationen folgt als Finalabschnitt ein Vivace, in dem das Thema nochmals aufgegriffen wird. Das ganze
Stück ist weitgehend diatonisch komponiert. Neben den Streichern sind noch zwei
Flöten, je eine Oboe, Klarinette und Fagott sowie zwei Hörner zu besetzen.
RÜDINGER, Gottfried. Symphonie
für Violoncello und Orchester Opus 11. München, Wunderhorn, Verl.-Nr. 308, 1915. 1 Bl. (Titel), 88 S.
Partitur, folio. OBrosch.; Umschlagtitel etwas blass, sonst hervorragendes
Exemplar.
Bestell-Nr.
344 / 59 Preis: € 45,00
Rüdinger ist
Schüler von Max Reger gewesen und steht stilistisch in dessen Nachfolge sowie
der Tradition von Brahms. In der Symphonie, deren einzelne Abschnitte zu einem
großen Satz verschmelzen, erreicht er allerdings auch nicht andeutungsweise die
vertrackte Polyphonie seines Lehrers.
SANTOLIQUIDO,
Francesco (1883–1971). Crepuscolo sul mare (crépuscule sur la mer).
Schizzo sinfonico
per orchestra. Florenz, Forlivesi, © 1923. 1 Bl. (Titel), 40 S. Partitur,
folio. OBrosch.;
Umschlag stark gelockert, doch insgesamt sehr gutes Expl.
Bestell-Nr.
345 / 59 Preis: € 30,00
Besetzung:
Fl.1-2, Ob.1-2, Engl.Hr., Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-4, Tr.1-3, Pos.1-3, Tb., Pk.,
Glocken, Ttm., Hrf., Streicher. – »Konkurrenzkomposition« zu Debussys La Mer (besonders zum 3. Satz), die es
in mancher rauschenden Steigerung mit Debussy aufnehmen kann. – Offenbar
autographer Namenszug des Komponisten auf dem Umschlagtitel.
SANTOLIQUIDO,
Francesco. Il
profumo delle oasi sahariane (The Perfume of the Saharian Oasis). Symphonic
Sketch. London, Chester, Verl.-Nr. J. W. C. 37, © 1923. 1 Bl. (Titel), 27 S. Partitur, folio.
OBrosch. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
346 / 59 Preis: € 30,00
Besetzung:
Picc., Fl.1-2, Ob.1-2, Engl.Hr., Klar.1-2, Fg.1-3, Hr.1-4, Tr.1-3, Pos.1-3,
Tb., Pk., Ttm., Tamb.basco, Derbuka, Hrf; Streicher. – Santoliquido zeigt sich
von Wagner, besonders aber von den Impressionisten um Debussy beeinflusst; für
letztere Tradition ist das vorliegende »exotische« Werk ein schönes Beispiel,
das zugleich eine Hommage an den langen Aufenthalt des Komponisten in Tunesien
ist. Nicht zuletzt steht das Werk in einer langen Reihe von
»Wüsten-Kompositionen«, von denen F. Davids Le
Désert wohl das berühmteste ist. – Offenbar autographer Namenszug des
Komponisten auf dem Umschlagtitel.
SCHMIDT, Franz (1874–1939). Concertante
Variationen über ein Thema von Beethoven für Klavier mit Begleitung des
Orchesters.
Wien, Konzertdirektion Kugel, © 1926. 95 S. Partitur, folio. OBrosch., schwache
Lagerungsspuren, unerheblich gebräunt.
Bestell-Nr.
347 / 59 Preis: € 75,00
Im Ersten
Weltkrieg fielen viele Musiker oder erlitten starke Verletzungen. Dem Pianisten
Paul Wittgenstein (1887–1961) wurde der rechte Arm abgeschossen, aber mit
bewunderungswürdiger Energie trat er auch weiterhin solistisch auf, wobei er
vielfach bekannte Stücke für sich bearbeitete. Dabei entwickelte er offenbar
eine solch fulminante Virtuosität, dass er einem gesunden Pianisten Konkurrenz
machen konnte. Vielfach gab er Kompositionen in Auftrag bzw. wurden Werke für
ihn geschrieben (z.B. von R. Strauss Parergon
zur Symphonia domestica oder die Konzerte von Ravel und Prokofjew). Zu
diesem speziellen Repertoire gehört auch Schmidts Variationen, die Paul
Wittgenstein gewidmet sind; das Thema stammt aus dem 3. Satz von Beethovens
Violinsonate op. 24. Das seltsame Impressum hängt mit den speziellen Bestimmungen
zusammen, worauf extra hingewiesen wird: Aufführungsrecht
ausschließliches Eigentum des Herrn Paul Wittgenstein. 1934 komponierte
Schmidt übrigens ein weiteres Klavierkonzert für die linke Hand.
SCHREKER, Franz (1878–1934). Der
Geburtstag der Infantin […] Suite. Neue
Fassung für großes Orchester (1923). Wien, Philharmonischer Verlag,
Verl.-Nr. W.Ph.V.235, © 1923.
Frontispiz (Porträt Schrekers von Fr. Löwy, Wien, 1920/21), 2 Bll. (Titel,
Vorwort), 96 S. Partitur, 8vo. OBrosch. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
348 / 59 Preis: € 15,00
Originalausgabe dieser Fassung. – Die Pantomime nach
Oscar Wildes Märchen Der Geburtstag der
Infantin ist am 27. Juni 1908 in Wien uraufgeführt worden. Zunächst kam
eine Tanz-Suite offenbar nur in der Bearbeitung für Klavier zu vier Händen
heraus (Wien, Universal Edition), bevor er 1923 die vorliegende Fassung 1923
veröffentlichte (die Dirigierpartitur erschien in der Universal Edition,
weshalb die vorliegende Taschenpartitur parallel noch die Verl.-Nr. U.E.7536 aufweist). Die insgesamt neun
Teile tragen programmatische Überschriften, die sich auf die Handlung der
Pantomime beziehen (z.B. Aufzug und Kampfspiel oder Die Rose der Infantin) und
ohne Unterbrechung zu spielen sind. Zur Erzeugung des für Schreker typischen
bunten Klanges werden neben dem konventionellen Orchester noch eine Reihe von
Sonderinstrumenten verlangt (Gitarre, Celesta, zwei Harfen, vier Mandolinen,
Kastagnetten und zahlreiche andere Schlaginstruimente).
SCHULZ-BEUTHEN, Heinrich (1838–1915). Die Toteninsel (nach dem gleichnamigen Gemälde von A. Böcklin). Hannover,
Oertel, Verl.-Nr. L.5134 O. (Partitur)
bzw. L. 5135 O. (Stimmen), © 1909. Aufführungsmaterial
mit Duplierstimmen, folio. Partitur (31 S.); Fl.1-2, Ob.1+2, Klar.1.2, Fg.1+2,
Hr.1+2, Hr.3+4, Tr.1+2, Pos.1+2, Pos.3+Tb., Pk., Trgl.+Ttm., Hrf., 5×Vl.1,
4×Vl.2, 3×Va., 3×Vc., 3×Kb. Streicherstimmen mit einigen aufführungstechnischen
Einzeichnungen (Bleistift). Insgesamt sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
349 / 59 Preis: € 180,00
Wahrscheinlich
gibt es keinen anderen Maler, nach dessen Bildern so viele Kompositionen
entstanden sind, wie Arnold Böcklin. Neben den berühmteren von S. Rachmaninov
und M. Reger liegt hier eine weitere Sinfonische Dichtung vor (Der Universität Leipzig anläßlich ihres
500jährigen Jubiläums 1909 gewidmet), die durch geschickte Ausnützung des
spätromantischen Orchesters das Gemälde in einem farbig-düsteren Klangbild
nachzeichnet. Der Partitur ist das Programm vorangestellt: Mit heiligen Empfindungen für die geliebten Verblichenen wählte man in
altrömischen Zeiten als Ruhestätte für die Unvergessenen die stillen
Felsenkammern einer einsamen Insel im weiten Meere. Der Überlebende sucht diese
Stätte auf und führt, still trauernd, mit dem Heimgegangenen ein inniges
Zwiegespräch, seliger Zeiten gedenkend. Erfüllt mit wieder erwachtem,
unsäglichem Schmerze, umbraust von hochsteigenden Meereswogen, verläßt der
Leidtragende die Toteninsel, welche immermehr zurückbleibt und in der Ferne
verschwindet. – Es handelt sich um Orchestermaterial aus dem Vorbesitz von
Adolf Karl Büttner-Tartier (geb. 1873), der zwischen 1909 und 1916 in Zwickau
tätig gewesen ist.
STALDER, Giuseppe (1725–1763). Sinfonie Es-dur für 2 Violinen, Viola und Violoncello
(Kontrabaß) und 2 Hörner (oder Klavier). Herausgegeben von Hermann
Scherchen. Leipzig-Zürich, Hug, Verl.-Nr. G.H.
8664 [vermutlich Mitte 1930er Jahre]. 13 S. Partitur, folio. Ungeheftet m.
OUmschl. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
350 / 59 Preis: € 25,00
Der aus Luzern
stammende Stalder gehört neben Meyer von Schauensee und Constantin Reindl zu
den wenigen Schweizer Komponisten der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, die ein
gewisses Ansehen im Musikleben ihrer Zeit erlangten. In den 1750er Jahren hielt
Stalder sich einige Zeit in Paris auf, wo einige seiner Sinfonien
veröffentlicht wurden (s. RISM S 4335–4338). – Beim vorliegenden Werk handelt
es sich aber um eine posthume Erstveröffentlichung, die auf handschriftlichen
Stimmen aus dem Bestand der Züricher Zentralbibliothek beruht. – Der berühmte
Dirigent H. Scherchen (1891–1966) lebte seit 1933 in der Schweiz; die Sinfonie
hat er vermutlich in dieser Zeit editiert.
STRAUS, Oskar (1870–1954). Ouverture
aus der Oper „Die lustigen Nibelungen“ […] instr. V. G.[eorg] Bradsky.
Berlin, Harmonie (o. Verl.-Nr.), © 1904. Aufführungsmaterial mit
Duplierstimmen, folio: Fl.1-2, Ob.1+2, Klar.1-2, Fg.1+2, Hr.1+2, Hr.3+4,
Tr.1-2, Pos.1+2, Pos.3, Schlgzg., Pk., 6×Vl.1, 3×Vl.2, 2×Va., 2×Vc., 2×Kb.
Unbedeutend gebräunt; laut Stempel aus Vorbesitz des Kapellmeisters Adolf Karl
Büttner-Tartier (geb. 1873).
Bestell-Nr.
351 / 59 Preis: € 240,00
Die Parodie
auf Wagners Tetralogie wurde am 12. November 1904 im Wiener Carltheater
uraufgeführt. Sehr schnell erschienen zahlreiche Notenausgaben vom vollst.
Klavierauszug bis zu einzelnen Nummern. Die Ouvertüre der „Burlesken Operette“,
wie die Originalbezeichnung eigentlich lautete, kam noch in Arrangements für
Salonorchester bzw. –quartett und für Klavier allein heraus. – Beim Bearbeiter
handelt es sich um einen lexikalisch nicht nachweisbaren Komponisten (allein
Pazdírek kennt einige seiner Werke).
STRAUSS, Richard (1864–1949). Feierlicher Einzug der Ritter des Johanniterordens für 12
Trompeten, 3 Solotrompeten, 4 Hörner, 4 Posaunen, 2 Tuben und Pauken. Berlin,
Schlesinger (Lienau), Verl.-Nr. S. 9500, © 1905. 2 Bll. (Titel, Widmung),
12 S. Partitur, folio. Ungeheftet, gutes Expl. Besitzstempel; mehrfach
Bleistifteinzeichnungen.
Bestell-Nr.
352 / 59 Preis: € 85,00
Trenner Nr.
224. – Originalausgabe. – Erstes von
insgesamt fünf lautstarken Gelegenheitswerken für Fanfarenmusik, zu denen z.B.
noch die Wiener Philharmoniker Fanfare
(1924) oder die Festmusik der Stadt Wien (1943) gehören. Die
Titelseite listet nicht weniger als 13 verschiedene Ausgaben nach (darunter für
Kavalleriemusik und Salonorchester!). – Aus Vorbesitz des Berliner
Posaunenvirtuosen und Blasmusikdirigenten Ludwig Plass (1864–1946), von dem die
Einzeichnungen stammen dürften. Meistens handelt es sich dabei um die Namen der
Musiker, die bestimmte Partien übernehmen sollten, hinzu kommen einige
interpretatorische Einträge und Kommentare zum Stück (echt Rich. Strauss’sche Unbekümmertheit zu einer außergewöhnlichen
Akkordfolge).
STRAUSS, Richard (1864–1949). Tod und Verklärung. Tondichtung für grosses Orchester […] op. 24. München, Aibl, Verl.-Nr. 2676, © 1905 (hier: ca. 1918). 90 S.
Partitur, folio. Schwarzer Lnbd. mit Goldprägung. Sehr gutes Exemplar.
Bestell-Nr.
353 / 59 Preis: € 45,00
Asow, S.
110–118. Trenner 158. – Titelauflage mit dem Hinweis im Impressum: In die „Universal Edition“ aufgenommen
(hier mit der Verl.-Nr. 1424). –
Sonst mit der Originalausgabe völlig identisch (S. 2: Gedicht Alexander Ritters
in der üblichen 2. Fassung).
THIRIET, Maurice
(1906–1972). Le
Livre pour Jean. Suite Symphonique en cinq parties. 97 S. Partitur
Kopistenschrift in Lichtdruck, folio. Paris, Editions Musicales
Internationales, © 1960. OBrosch.; ausgezeichnet erhalten.
Bestell-Nr.
354 / 59 Preis: € 35,00
Thiriet ist
v.a. durch zahlreiche Filmmusiken bekannt geworden (darunter zu Les enfants du paradis); des weiteren
hat er sich kompositorisch mit mehreren berühmten Stoffen bzw. Werken
auseinandergesetzt (u.a. die beiden Ballette Le Mort de Venise und Les
Amants de Mayerling oder das musikdramatische Schauspiel Ben-Hur). – Das vorliegende Werk besteht
aus den Sätzen Prélude, Berçeuse, Intermède, Pastorale und Danse und wurde am
19. Februar 1930 unter der Leitung des Komponisten in Metz uraufgeführt (angegebene
Aufführungsdauer: ca. 16 Minuten 50 Sekunden). Es handelt sich um ein sehr
farbig instrumentiertes Orchesterwerk mit lediglich doppelter Bläserbesetzung,
zu der aber – neben den Streichern – noch Celesta und Harfe sowie ein
vielfältiges Schlagwerk (u.a. Tambour basque, Becken, Triangel oder Große
Trommel) hinzukommt. Die Titelgebung wird nicht erklärt.
THOMAS, Kurt (1904–1973). Serenade für kleines Orchester. Op.10. Leipzig, Breitkopf &
Härtel, Verl.-Nr. 29946 (Partitur-Bibliothek, Nr. 3185), © 1929. 1 Bl. (Titel), 39 S.
Partitur, groß-folio. Geklammert m. OUmschl. (dieser fast abgelöst); insgesamt
sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
355 / 59 Preis: € 45,00
Seit 1925 war
Thomas Lehrer für Musiktheorie und Komposition am Leipziger Konservatorium, ab
1934 Professor an der Berliner Musikhochschule und von 1939 bis 1945 Direktor
des Musischen Gymnasiums in Frankfurt. Große Bedeutung erlangte sein Lehrbuch
der Chorleitung, das lange Zeit zur Standartliteratur dieses Fachs gehörte.
Ohne wirklich propagandistisch für das »Dritte Reich« tätig zu sein, weisen
einige Textvertonungen eine geistige Nähe zur herrschenden Ideologie auf (bspw.
sein Hohes Lied der Arbeit). Beim
Kompositionswettbewerb im Rahmen der Olympischen Spiele 1936 erhielt Thomas für
seine Kantate eine silberne Medaille. – Die Serenade op. 10 ist 1928 in Kiel
unter der Leitung von Fritz Stein uraufgeführt worden. Das farbig
instrumentierte und recht polyphon gearbeitete Werk besteht aus vier Sätzen:
Marsch – Ständchen – Tänzchen – Zwiesprache – Marsch.
TIESSEN, Heinz (1887–1971). Op.
33. Vorspiel zu einem
Revolutions=Drama für grosses Orchester. Berlin, Ries & Erler,
Verl.-Nr. R. 9625 E., © 1927. 29 S.
Partitur, folio. OBrosch; sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
356 / 59 Preis: € 25,00
Das Stück ist
1927 in Berlin unter der Leitung von Emil Bohnke uraufgeführt worden. Es wird
stark von der Großen Trommel und allgemein von dunklen Klangfarben bestimmt,
und vielleicht dachte Tiessen dabei an ein blutiges Schauspiel über die Französische
Revolution. Das Vorspiel ist Hermann
Scherchen gewidmet.
TIESSEN, Heinz. Opus
30. Hamlet=Suite, drei Orchesterstücke aus der Musik zu Shakespeares “Hamlet”. Berlin, Ries
& Erler, Verl.-Nr. R. 9413 E.
[ca. 1922/23]. 31 S. Partitur (Lichtpause), folio. OBrosch.; stellenweise etwas
blass, insgesamt jedoch gut erhalten.
Bestell-Nr.
357 / 59 Preis: € 35,00
Tiessen
stammte aus Königsberg und war nach Musikstudien und einer Assistenz bei R.
Strauss bis 1933 in Berlin als Chorleiter und Lehrer für Komposition an der
dortigen Musikhochschule tätig. – Tiessen hatte 1919 eine vollständige
Schauspielmusik für eine Inszenierung Max Reinhardts komponiert, die aber
offenbar nicht als Ganzes veröffentlicht worden ist. Georg Schumann schrieb
1920, Tiessen habe damit „zum ersten Male musikalische Werte unserer Zeit in
den Dienst Shakespeares“ gestellt und lobt besonders das Vorspiel und sein
„expressionistisches Klangbild von scharf geprägter Eigenart“. Die Suite, in
deren bunter Orchestrierung sich Tiessen von R. Strauss stark beeinflusst zeigt
(einschließlich Windmaschine), besteht aus den drei Sätzen Vorspiel (Stürmische Winternacht am Meere, auf der einsamen Schlossterasse),
Ophelias Tod
(Intermezzo nach dem IV, Akt) und Totenmarsch (Schluss des V. Aktes). Anlässlich einer
Wiederaufführung 1957 unter der Leitung von Tiessens Schüler S. Celibidache
bezeichnete H. H. Stuckenschmidt die drei Sätze als „autochthone Symphonik, von
fahlen und grellen Visionen durchzuckt“.
TIPPETT,
Michael (1905–1998). Little Music for String Orchestra. London,
Schott, Verl.-Nr. 5421, © 1949. 19 S. Partitur (Miniature Score), 8vo. Geklammert mit OUmschl.; unbedeutende
Lagerungsspuren, Notenteil sehr gut.
Bestell-Nr.
358 / 59 Preis: € 145,00
Gedruckte
Widmung: For the tenth birthday of the
Jacques String Orchestra. – Autographe
Widmung (Titelseite, Bleistift): To
Mr H. Roest from Michael Tippett. – Die vier Sätze (Prelude – Fugue – Air –
Finale) sind attacca zu spielen.
TSCHAIKOWSKY,
Pjotr Iljitsch (1840–1893). Souvenir d’un lieu cher. Trois Morceau […]
N° 2. Scherzo […] Op. 42. […] Pour Violon avec Orchestre arr. par A. Glazounow. Moskau,
Jurgenson, Verl.-Nr. 20079 [um 1900].
25 S. Partitur, 4to. Geheftetes, schönes Exemplar.
Bestell-Nr.
359 / 59 Preis: € 35,00
Ursprünglich
von Tschaikowsky im März 1878 für Violine und Klavier komponiertes Werk aus
drei Stücken, das in Erinnerung an Brailow, dem Gut der Frau von Meck,
geschrieben worden ist, wo der Komponist mehrfach zu Gast war. Glasunow
orchestrierte den ganzen Zyklus, wobei im vorliegenden Stück neben der
Solo-Violine und den Streichern noch doppelte Fl., Ob., Klar., Fg. und Hr.
nebst einer Harfe zu besetzen sind.
VIOTTI, Giovanni Battista (1732–1824). Prima Sinfonia concertante [F-Dur] per due violini principali, due oboi, due
corni e archi. Elaborazione di Felice Quaranta. Mailand, Carisch, Verl.-Nr.
21417, 1960. 2 Bll. (Titel, Vorwort
d. Hrsg.s), 72 S. Partitur, folio. OBrosch. Nahezu neuwertig.
Bestell-Nr.
360 / 59 Preis: € 25,00
Erstausgabe
der Partitur (Stimmenerstdruck: Paris, Guerrillot & Imbault, 1787).
VOLKMANN, Robert (1815–1883). Fest-Ouverture für großes Orchester zur 25jährigen
Stiftungsfeier des Pest-Ofener Konservatoriums […] Op. 50. Leipzig, Eulenburg, Verl.-Nr. E.E.3762 [vermutlich 1915]. 64 S.
Taschenpartitur, klein-8vo. OBrosch. Generell etwas gebräunt.
Bestell-Nr.
361 / 59 Preis: € 5,00
Die
Partitur-Erstausgabe kam 1866 bei Heckenast in Budapest heraus (s. Sonneck, S.
486) und wurde wahrscheinlich zum 100. Geburtstag des Komponisten in die Reihe Eulenburg’s kleine
Orchester-Partitur-Ausgabe als Nr. 74 der Serie Ouverturen aufgenommen (nachgewiesen in Hofmeisters
4-Jahres-Verzeichnis 1914–1918). – Nach Mendel-Reissmann gehörte dieses Werk
zusammen mit den beiden Sinfonien op. 44 und 53 zu den Kompositionen Volkmanns,
die bald in unseren Concertsälen heimisch
wurden.
WAGNER, Richard
(1813–1883). Prelude to Act III (Tannhäuser’s Pilgrimage) from Tannhäuser. London, Novello, Verl.-Nr. 11936 [um 1900]. 1 Bl. (Titel), 29 S. Partitur, folio. Exemplar
einschließlich OUmschl. in einen Archiv-Umschlag der Goodwin & Tabb
Orchestral Library eingebunden; ausgezeichnet erhalten.
Bestell-Nr.
362 / 59 Preis: € 25,00
WWV 70 (die
vorliegende Ausgabe hier nicht nachgewiesen). – Es handelt sich um die
Veröffentlichung der Erstfassung von Tannhäusers Pilgerfahrt (3. Akt,
Einleitung), worauf bereits auf der Titelseite (über der Titelei) hingewiesen
wird: Original Version (nach WWV das
sog. Stadium 1 mit 155 Takten). Vor den Notenteil wurden Kopien von The musical times (October 1, 1898)
eingeklebt, in denen die Veröffentlichung dieser frühesten Fassung dezidiert
von Novello gefordert wurde. Diese Erstfassung war nur im Rahmen der seltenen
Erstausgabe von 1845 erhältlich.
WAGNER, Richard (1813–1883). Vorspiel
zu Tristan und Isolde. Leipzig, Eulenburg, © 1905. 23 S. Taschenpartitur, 8vo.
Geklammert m. OUmschl. (dieser vollst. gelöst und am Falz gerissen mit leichten
Folgeschäden). Hs. Besitzvermerk (mit 1908
datiert). Notenteil gut.
Bestell-Nr.
363 / 59 Preis: € 5,00
Offenbar
direkte photomechanische Reproduktion der wesentlich größeren Originalausgabe
von Breitkopf & Härtel (deren Verl.-Nr., 25000, wurde sogar übernommen). – WWV 90 (S. 440). Es handelt sich
um die für eine Konzertaufführung eingerichtete Fassung mit der Ergänzung des
»Liebestodes«.
WAGNER, Richard (1813–1883). Vorspiele
zum 1. und 3. Akt der Oper Lohengrin. Leipzig, Eulenburg, © 1906. 1 Bl.
(Titel), 38 S. Taschenpartitur, 8vo. Geklammert m. OUmschl. Gutes Expl.
Bestell-Nr.
364 / 59 Preis: € 10,00
Offenbar
direkte photomechanische Reproduktion der wesentlich größeren Originalausgabe
von Breitkopf & Härtel (deren Verl.-Nr., 25700, wurde sogar übernommen).
WAL-BERG, Voldemar (geb. 1910). Paysages
Méditerranéens. Suite für Orchester. 1.
Mazedonien / 2. Arabien / 3. Anadalusien. Hamburg: Marbot, © 1961. 78 S.
Partitur in Lichtdruck, folio. OBrosch.; ausgezeichnet erhalten.
Bestell-Nr.
365 / 59 Preis: € 35,00
Der aus
Konstantinopel stammende Dirigent und Komponist französischer Abstammung hat
mehrfach landschaftsbezogene Werke geschrieben (darunter Rhapsodie mexicaine«, »Tänze
aus Sawien« oder »Parisiana«).
Bei der vorliegenden Suite handelt es sich um ein farbig instrumentierte Folge
von folkloristisch beeinflussten Sätzen (alle tonal gebunden). Neben den
doppelt besetzten Holzbläsern, vier Hörnern, drei Trompeten und Posaunen mit
Tuba, Streicher, werden noch Celesta und Harfe benötigt; das Schlagwerk umfasst
Triangel, Tambour basque, Becken, Tam-Tams, Xylophon und Marimba.
WALTON, William
(1902–1983). Siesta
for small Orchestra. London, Oxford University
Press, 1929. 12 S. Partitur, folio. Fadengeheftet mit OUmschl.
(ungewöhnlich gestaltete Titelseite mit stark abstrahierten Pflanzen und
Musikinstrumenten). Sehr gutes Expl.
Bestell-Nr.
366 / 59 Preis: € 35,00
Erstausgabe.
Besetzung: Fl. (auch Picc.), Ob., Klar.1-2, Fg., Hr.1-2; Streicher. – Wer
meint, dass eine Siesta eine langweilige, spannungsfreie Angelegenheit sei,
muss sich hier eines Besseren belehren lassen: Die Komposition steigert sich
jedenfalls einmal immerhin bis zum Fortissimo.
WALTON, William
(1902–1983). Sinfonia
Concertante for Orchestra with Piano. London,
Oxford University Press, 1928. 1 Bl. (Titel),
82 S. Partitur, folio. OBrosch. (ungewöhnlich gestaltete Titelseite mit
stark abstrahierten Pflanzen und Musikinstrumenten). Bestens erhalten.
Bestell-Nr.
367 / 59 Preis: € 450,00
Faktisch
handelt es sich um ein Klavierkonzert, in dem einige konzertierende Episoden
für die verschiedenen Streichinstrumente (einschl. Kontrabass) eingelagert
sind. Jeder Satz ist einem Angehörigen der befreundeten Familie Sitwell
gewidmet (Osbert, Edith und Sacheverell). – Das Werk markiert mit dem fast
zeitgleich entstandenen Viola-Konzert einen wichtigen Markstein in Waltons
Schaffen.
WEDIG, Hans (geb. 1898). Op. 3. Orchester-Suite. Toccata
– Andante – Finale.
Köln, Tischer & Jagenberg, Verl.-Nr. T.&J.
1031 [1928]. 23 S. Partitur (Vervielfältigung einer Kopistenschrift),
folio. Geklammert m. OUmschl. Sehr gut erhalten.
Wedig war u.a. Schüler von H.
Abendroth in Köln und arbeitete von 1925 bis 1928 als Kapellmeister in Ulm
(damit Vorgänger Karajans). In den folgenden Jahrzehnten betätigte er sich
vorwiegend als Chordirigent. – In der Toccata, die „frei im Tempo wie eine Improvisation zu spielen“ ist (so der
Hinweis in den Noten), bedient sich Wedig v.a. kontrapunktischer Satztechnik in
barocker Tradition. In unserem Exemplar sind im 2. und 3. Satz mehrfach
Vortragsanweisungen mit Tinte gestrichen und teilweise durch neue ersetzt (der
2. Satz trägt bspw. nun als Tempovorschrift Adagio).
Dies Eintragungen sind offenbar nicht von einem Vorbesitzer vorgenommen worden,
sondern wahrscheinlich noch vor der Auslieferung; sie erwecken den Eindruck
einer standardisierten Kopistenschrift.
WEINGARTNER, Felix (1863–1942). Lustige Ouvertüre für Orchester. Op. 53. […] Preis 9 Mark n. Leipzig, Breitkopf &
Härtel, Partitur-Bibliothek Nr. 2333, © 1912. 1 Bl. (Auswahlverz. des
Komponisten), 59 S. Partitur, folio. Geklammert m. OUmschl. Starke
Lagerungsschäden. In mehrere Lagen zerteilt, Randschäden (jedoch kein
Textverlust).
Bestell-Nr.
368 / 59 Preis: € 35,00
Obwohl
Weingartner als Komponist mit Max von Schillings und mindestens in seinen
besten Werken mit Richard Strauss den Vergleich nicht zu scheuen braucht, ist
er längst vergessen. Die virtuos instrumentierte Lustige Ouvertüre zeigt überdies, dass um die Jahrhundertwende und
bis zum Ersten Weltkrieg von »seriösen« Komponisten nicht nur »schwere«, ernste
Kost geschrieben, sondern hin und wieder auch das heitere Genre bedient wurde.
WESTERMAN, Gerhart von (1894–1963). Intermezzi. Drei Stücke für Orchester. Köln,
Tischer & Jagenberg, Verl.-Nr. T.u.J.
1107 [um 1929]. 97 S. Partitur, groß-folio. OBrosch.; gelegentlich Einzeichnungen
mit Blaustift; insgesamt sehr gut erhalten. ACHTUNG: 2. Exemplar (ohne
Einzeichnungen) vorhanden!
Bestell-Nr.
369 / 59 Preis: € 45,00
Der aus Riga
stammende Westerman lebte seit 1918 in München und studierte bei Juon,
Courvoisier, Reuss und Sandberger. Hier war er am Rundfunk tätig, bevor er ab
1935 Musikleiter beim Deutschen
Kurzwellensender in Berlin wurde. 1939–1944 und nochmals 1950/51 betreute
er dort als Intendant das Philharmonische Orchester und organisierte zwischen
1950 und 1959 die Berliner Festwochen. – In den drei Intermezzi entpuppt sich
Westerman als freitonaler Komponist, der sich auf eine effektvolle Instrumentation
versteht und sich dabei nicht zuletzt auf ein buntes Schlagwerk stützt. – Auf
S. 2 wird auf die Uraufführung im Odeon München am 8. Juni 1929 im Rahmen der
Bayerischen Tonkünstlerwoche unter der Leitung von Hans A. Winter (zugleich der
Widmungsträger) hingewiesen.
WHITHORNE,
Emerson (1884–1958). Fata Morgana for orchestra. New York,
Cos-Cob Press, © 1930. 65 S. Partitur, folio. OBrosch.; Umschlag mit schwachen
Lagerungsspuren, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
370 / 59 Preis: € 35,00
Nach erstem
Unterricht in seiner Heimatstadt Cleveland, war Whithorne 1904 bis 1907 in
Europa Klavierschüler von Leschetizky und Schnabel und hatte
Kompositionsunterricht bei Robert Fuchs (1847–1927), dem das Werk gewidmet ist
(in New York, August 1927, beendet). In vielen seiner Werke (so auch hier)
tauchen orientalische oder fernöstliche Klangfarben auf.
WIENIAWSKI,
Henryk (1835–1880). II koncert skrzypcowy [Violinkonzert Nr.
2] d-moll op. 22. Krakau, Polskie
Wydawnictwo Muzyczne, Verl.-Nr. PWM-3101,
1962. 93 S. Partitur, folio. Repräsentativer Lnbdbd..bd. mit Goldprägung; etwas
bestaubt.
Wissenschaftliche Neuausgabe des
P. de Sarasate gewidmeten Konzerts mit zweisprachigem Vorwort
(polnisch/französisch) und Kritischem Bericht (polnisch).
WOLF-FERRARI, Ermanno (1876–1948). Suite aus Ermanno Wolf-Ferrari’s Oper „Der Schmuck der
Madonna“.
Berlin, Weinberger, Verl.-Nr. J. W. 2694,
© 1941. 2 Bll. (Titel, Aufführungsrevers), 78 S. Partitur, folio. OBrosch.
Bestens erhalten.
Bestell-Nr.
371 / 59 Preis: € 30,00
Der
Deutsch-Italiener Wolf-Ferrari war zu seiner Zeit einer der meistgespielten
Opernkomponisten und besonders für seine komischen Opern nach Schauspielen von
Goldoni bekannt. – Der Schmuck der Madonna
(übrigens nicht nach Goldoni und einziger Versuch mit einem tragischen Sujet)
ist am 23. Dezember 1911 in Berlin uraufgeführt worden und äußerst erfolgreich
gewesen. Dennoch ist das Stück wegen seinem an Mascagni anknüpfenden
Verismo-Stil kritisiert worden. – Die Suite setzt sich aus vier Sätzen zusammen
(Volksfest – Intermezzo – Serenade –
Neapolitanischer Tanz) und ist ein weiterer Beleg für die Popularität von
Wolf-Ferraris Oper – andernfalls hätte man kaum eine solche Folge
zusammengestellt. – Die beiden Ecksätze entpuppen sich nicht zuletzt wegen der
virtuosen Instrumentierung (u.a. mit Harfe, Klavier, Xylophon, Glocken,
Mandoline, Gitarre und umfangreichem Schlagwerk) als ein orchestrales
Feuerwerk, dessen Wirkung auch auf dem rhythmisch prägnanten Satz beruht.
WOYRSCH, Felix (1860–1944). Ouverture
zu Shakespeares Hamlet für großes Orchester […] Op. 56. Leipzig, Leuckart, Verl.-Nr. F.E.C.L.7057, © 1913. 51 S. Partitur, folio. OBrosch.; außen
unbedeutende Lagerungsspuren, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.
372 / 59 Preis: € 35,00
Woyrsch war in
Altona als Chor- und Orchesterdirigent tätig und hat v.a. Vokalmusik
komponiert. – Die Ouvertüre endet mit einer Trauermarsch-Episode, zugleich der
einzigen Stelle, die mit einem programmatischen Hinweis versehen ist (Worte des
Fortinbras aus dem letzten Akt: Laßt vier
Hauptleute Hamlet auf die Bühne gleich einem Krieger tragen; …).
WÜERST, Richard (1824–1881). Ein
Märchen (Conte des Fées). Fantasiestück [Es-Dur] für Orchester […] Op. 44.
Partitur Pr. 2 Thlr. Berlin, Bote & Bock, Pl.-Nr. 6597 [1866]. 90 S. Partitur in Stich, quarto. Fadengeheftet
(OUmschl. nicht mehr erhalten). Hübsche Titelseite. Unbedeutende Alterungsspuren.
Bestell-Nr.
373 / 59 Preis: € 75,00
Sonneck, S.
507. – Wüerst war Schüler von Ries, David und Mendelssohn und lebte als
Musiklehrer und Kritiker in Berlin. Das recht umfangreiche Werk ist Herrn Kapellmeister Heinrich Dorn
(1804–1892) gewidmet, der als Opernkapellmeister u.a. in Königsberg, Leipzig
und überwiegend in Berlin gewirkt hat. Neben den Streichern und verdoppelten
Holzbläsern sind noch vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen und Schlagwerk
(Pauken, Becken, Triangel) zu besetzen.
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