4: Orchesterwerke des 19. Jahrhunderts
MAHLER, Gustav (1860–1911). Zweite Symphonie in C Moll.
Wien, Weinberger, Verl.-Nr. 1; für Deutschland bei Hofmeister in
Leipzig, © 1897; in die „Universal-Edition“ aufgenommen. 209 S. Partitur,
quarto. Ursprünglich broschiertes Expl., vorderes Umschlagbl. verloren,
Rücken fehlt; am Bund stark gelockert. Einige Bleistifteinzeichnungen.
Bestell-Nr. 202/ 59 Preis: €
60,00
Sonneck,
S. 283 (nennt nur Hofmeister, sonst gleiche Angaben). – Originalausgabe der
Studienpartitur. Für die Titelseite wurde der lange Zeit typische
Jugendstilrahmen der Universal Edition verwendet. – Die Uraufführung der ersten
drei Sätze hatte am 4. März 1895 in Berlin stattgefunden, und die
Publikumsreaktion war so günstig, dass am 13. Dezember hier auch das ganze Werk
erstmals erklang.
MASSÉ, Victor (1822–1884). La Chanteuse voilée. Opéra
comique en un acte [...] Ouverture en partition. Paris, Lemoine, Pl.-Nr. 3311 (Verl.-Nr. 5602)
[ca. 1859]. 43 S. Partitur in Stich, folio. Sehr schön, ungebundenes Exemplar.
Bestell-Nr. 203/ 59 Preis: €
65,00
La Chanteuse Voilée, Massés
dritte Oper und erstes Bühnenwerk für Paris, wurde im November 1850
uraufgeührt. Sie war sein erster Erfolg und steht am Beginn seiner Karriere als
Komponist komischer Opern, die teilweise noch bis ins 20. Jahrhundert gegeben
worden sind (mit Abstand am häufigsten ist seine ebenfalls einaktige Oper Les
Noces de Jeanette, 1853, gespielt worden). Neben dem für die Zeit üblichen
großen Orchester mit doppelter Holzbläserbesetzung, vier Hörnern, zwei
Trompeten und drei Posaunen sind noch eine Harfe und mehrere Schlaginstrumente
zu besetzen (Pauken, Große Trommel, Tambour de Basque, Becken, Triangel). Das
effektvolle, durch eine einfache und mitreißende Rhythmik beeindruckende
Orchesterstück endet mit einer Stretta, in der das ganze Schlagwerk
wirkungsvoll zum Einsatz kommt.
MAURER, Louis Wilhelm
(1789–1878). Prémier [sic] Concertino pour le Violon [G-Dur] avec accompagnement de
l’Orchestre […] Oeuv. 32. Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 3931 [1823].
Stimmen in Stich, folio: Violino Principale, Fl.,
Ob.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Vc. e Basso; sehr frischer Druck,
einige Einzeichnungen mit Blaustift.
Bestell-Nr. 204/ 59 Preis: € 280,00
Nicht
in BSB. – Der aus Potsdam stammende Maurer wirkte als Geiger und Kapellmeister
vorwiegend in Russland (zuletzt als Generalinspektor der Kaiserlichen
Russischen Orchester) und starb 1878 in St. Petersburg. – Angesichts des
beträchtlichen Umfangs ist der Gattungsdiminutiv Concertino im Titel
eigentlich nicht gerechtfertigt. Es ist deshalb durchaus verständlich, dass für
eine (wohl nur geplante) Aufführung ein längerer Strich eingezeichnet worden
ist. – Im ersten Satz, dessen Tempovorschrift Allegro brillante programmatisch
für das ganze Werk stehen kann, befindet sich eine große Kadenz.
MAYSEDER, Joseph (1789–1863). Grosses Concertstück für die Violine [A-Dur] mit Begleitung des Orchesters (oder des
Quartetts, oder des Piano-Forte) […] 47tes Werk. Wien, Diabelli,
Pl.-Nr. 3814, [1831]. Orchesterstimmen in Stich, folio: Fl.1-2, Ob.1-2,
Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Tr.1-2, Pos., Pk., Vl.1-2,
Va., Vc e Basso. Stimmen im OUmschl. (etwas schadhaft und mit Lagerungsspuren).
Bestell-Nr. 205/ 59 Preis: € 145,00
Weinmann
(Diabelli), S. 248. – In Vl.2 und Va. Zu Beginn einige handschr. Ergänzungen
zur Stimme. – Mayseder war als Violinvirtuose eine angesehene Persönlichkeit in
Wien, wo er dem Hofopernorchester angehörte: „Seine außergewöhnliche
Fertigkeit, wie die Eleganz seines Vortrags erwarben ihm selbst den Beifall
Paganini’s“, wie bei Mendel/Reissmann 1877 berichtet wird. Seine Werke
seien außerdem „Jahrzehnte hindurch außerordentlich viel gespielt“ worden.
MENDELSSOHN BARTHOLDY, Felix (1809–1847). Vier Partituren des ital. Verlags Guidi, Florenz,
jeweils in Stich, 8vo, in HLdrbden. mit Marmorpapierüberzug; sehr schöne
Sammlung. Inhalt:
–
La Grotta di Fingal [op. 26]. Nachgebunden: Athalie. Overtura, op. 74. Pl.-Nr. 2518 bzw.
2519, 1869 bzw. 1868. 52 bzw. 48 S.
–
La mer calme. Overtura [op. 27]. Pl.-Nr. 2533, 1876. 67 S. [Das ist: Meeresstille
und Glückliche Fahrt nach dem Doppelgedicht von Goethe].
–
Melusine. Overtura
[op. 32]. Pl.-Nr.
2552, 1872. 72 S.
–
Ruy-Blas. Overtura
[op. 95]. Nachgebunden: Le retour au pays. Overtura,
op. 89. Pl.-Nr. 2554 bzw. 2535,
1872 bzw. 1874. 48 bzw. 32 S.
Bestell-Nr. 206/ 59 Preis: €
175,00
G.
G. Guidi (1817–1883) eröffnete 1844 seinen Musikverlag, der noch nach seinem
Tod bis 1886 bestand und dann von Ricordi aufgekauft wurde. Seit 1858
veröffentlichte Guidi als erster italienischer Musikverleger Taschenpartituren,
wie sie auch hier vorliegen. Jeweils im Explicit der Noten hat der Stecher den
Monat und das Jahr der Herstellung (teilweise auch noch den eigenen Namen)
eingetragen.
MOSZKOWSKI, Moritz (1854–1925).
Concerto [E-Dur] pour le Piano, op. 59. Leipzig, Peters, Verl.-Nr. 8505 (Edition
Peters Nr. 2871), 1898. 113 S. Partitur, groß-folio. Am Rücken mit
Klebestreifen verstärkt. Nur hinteres Bl. des OUmschl.s erhalten. Unbedeutende
Alterungsspuren.
Bestell-Nr. 207/ 59 Preis: € 120,00
Autographer Namenszug auf der ersten Notenseite. – Einziges, äußerst virtuoses Klavierkonzert des
seinerzeit berühmten Pianisten Moszkowski, der als Komponist vor allem durch
seine Spanische Tänze (auch dank verschiedenster Bearbeitungen) außerordentlich
populär war. – Das Konzert trägt die Widmung: A Monsieur Josef Casimir
Hofmann (1844– 1957; polnischer Pianist und Komponist; Schüler von
Moszkowski, Rubinstein und d’Albert).
MOZART, Leopold (1719–1787). Sinfonie N° XII [G-Dur].
Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 6426 [1840]. 1 Bl.
(Reihentitel), 48 S. Partitur in Stich, 8vo (12. Bd. der Verlagsreihe: Symphonien
von W. A. Mozart [!]). Fadengeheftet; OUmschl. aus Papier vollständig
gelöst und in 2 Teilen (liegt bei). Notenteil sehr gut.
Bestell-Nr. 208/ 59 Preis: € 120,00
KV
Anh. 293 (11.09). – Das Werk wurde irrtümlich in die 12-bändige Partiturausgabe
mit Sinfonien W. A. Mozarts unter dessen Namen aufgenommen, Die richtige
Zuschreibung ist jüngeren Datums, weshalb die Titelseite die Anmerkung trägt: N°
12 ist nach neueren Untersuchungen vielmehr Leopold Mozart zuzuschreiben. Wyzewa/Saint-Foix
bewerten das Menuett als musikalisch besten Satz und ziehen in Erwägung, dass
dieser vielleicht vom Sohn »eingeschmuggelt« worden sei.
MOZART, Wolfgang Amadeus (1756–1791). [KV 242] Conzert für 2 Klaviere F dur Op. 81.
Nachgelassenes Werk komponirt 1776. Nach dem Conzert für 3 Klaviere von dem
Komponisten selbst bearbeitet. Offenbach, André, Pl.-Nr. 8477 [um
1860]. Stimmen in Stich, folio: Pianoforte I (21 S.), Pianoforte II (21
S.). Beide Stimmen ungeheftet, im originalen Papierumschlag; ausgezeichneter
Zustand, sehr gutes Druckbild.
Bestell-Nr. 209/ 59 Preis: €
180,00
Sogenanntes
»Lodron-Konzert« (für die Gräfin Antonia Lodron und ihre beiden Töchter 1776 in
Salzburg komponiert); erste Partiturausgabe. Die in dieser Zeit für
Mozart-Ausgaben des Verlags immer wieder verwendete Titelseite ist sehr
aufwendig gestaltet: Auf einem nahezu die ganze Seite einnehmenden, sehr
plastisch dargestellten Findling (mit Efeu-Umrankung) ist der Titel eingetragen.
Diese Ausgabe ist als Ergänzung zu der insgesamt 12 Klavierkonzerte Mozarts
umfassenden Reihe des Verlags als Nr. 12b erschienen.
MOZART, W. A. [KV 319] Sinfonia
N° 11 [B-Dur]. Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 6227,
[1842]. 1 Bl. (Reihentitel), 56 S. Partitur in Stich, 8vo (11. Bd. der
12-bändigen Verlagsreihe Symphonien von W. A. Mozart). Fadengeheftet.
Interes Bl. d. OUmschl. vorhanden; etwas gebräunt.
Bestell-Nr. 210/ 59 Preis: € 45,00
MOZART, W. A. [KV 320] Symphonie
N° 7 [...] Op. 22. Paris, Richault, Pl.-Nr. 7658 R. [1850]. 2 Bll. (Titel,
Inhaltsübersicht der Reihe „Collection des Symphonies de W. A. Mozart“),
50 S. Partitur in Stich, 8vo. OBrosch. (gelber Papierumschl.), deutliche
Lagerungsspuren.
Bestell-Nr. 211/ 59 Preis: € 100,00
KV
320 (Sinfonie-Fassung, bestehend aus den Sätzen 1, 5 und 7). – Es handelt sich
bei dem Originalwerk um eine insgesamt 7-sätzige Serenade, die aber schon bei
der Erstausgabe (Offenbach, André, 1792) gekürzt in der vorliegenden Version
als dreisätzige Sinfonie veröffentlicht wurde.
MOZART, W. A. [KV 385] Sinfonien
[…] N° 5. D dur […] Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 5243
[1832]. 1 Bl. (Reihentitel), 52 S. Partitur in Stich, oktavo. Gebundenes
Exemplar (schwarzgrauer Kunstlederband mit Goldprägung auf dem Rücken); einige
Einzeichnungen.
Bestell-Nr. 212/ 59 Preis: € 180,00
KV
385. – Partiturerstausgabe der »Haffner-Sinfonie«, die als Serenade
geschrieben worden war. In der Verlagsreihe ist sie als fünftes von insgesamt
zwölf Heften mit der Werkzählung Op. 7 erschienen. In dieser Ausgabe fehlen die
1783 von Mozart hinzugefügten Flöten- bzw. Klarinettenstimmen; sie entspricht
somit der ursprünglichen Orchesterbesetzung, die Mozart bei der Erstfassung
(mit Marsch und zwei Menuetten) als Serenade 1782 anlässlich der Nobilitierung
Sigmund Haffners aus der befreundeten Salzburger Familie komponiert hatte.
MOZART, W. A. [KV 450] Concert
pour le Pianoforte [B-Dur] avec Accompagnement de 2 Violons, Alto et
Basse, Flûte, 2 Hautbois, 2 Bassons, 2 Cors, […] N° 4.
Leipzig, Breitkopf & Härtel [1800]. Stimmen in Typendruck, folio
(Klavierstimme querfolio): Klav. (22 S.), Fl., Ob.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2,
Va., Basso, OUmschlag.
Bestell-Nr. 213/ 59 Preis: € 160,00
KV
450 (mit Verl.-Nr. 1233, die in unserem Exemplar fehlt). RISM M 7347. –
Die Stimmenerstausgabe war nur kurz zuvor (1798) bei Artaria in Wien
veröffentlicht worden.
–
Mozart komponierte Anfang 1784 vier Klavierkonzerte (KV 449–451 und 453), für
die er offenbar sogleich ein gutes Verlagsangebot erhielt (Brief vom 26. Mai d.
J. an den Vater): „… ich finde aber, daß es mir mehr Nutzen schafft, wenn ich sie noch
ein paar Jährchen bey mir behalte, und dann erst durch den Stich bekannt
mache.“ Doch nur KV 453 ist noch zu
Lebzeiten Mozarts erschienen (Speier, Bossler, 1787).
MOZART, W. A. [KV 543] Sinfonie
[Es-Dur] N° 3 […] Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 2012 [1815].
1 Bl. (Titel), 52 S. Partitur in Stich, 4to. Pappbd. d. Z.; etwas berieben und
leicht bestoßen. Gedruckt auf bläulich schimmerndem Papier; Druckbild sehr gut.
Bestell-Nr. 214/ 59 Preis: € 100,00
KV
543 (hier Erscheinungsjahr: 1814). RISM M 5546. – Deutsche
Partitur-Erstausgabe (zuvor in London bei Cianchettini-Sperati erschienen).
Knapp 15 Jahre später erschien im gleichen Verlag eine Neuausgabe mit der
Pl.-Nr. 4585.
MOZART, W. A. [KV 543] Sinfonie
N° 3 (Mi b majeur. Es Dur). Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 4585
[1828]. 63 S. Partitur in Stich, 8vo. OBrosch., am
Rücken beschädigt und gelockert. Sehr klares Druckbild.
Bestell-Nr. 215/ 59 Preis: € 35,00
KV 543. RISM M 5547. – In diesem Verlag als Partitur
erstmals 1814 erschienen (Pl.-Nr. 2012) und nun neu aufgelegt.
MOZART, W. A. [KV 595] Klavier-Konzert
N.o 9 [B-Dur]. Offenbach/Main, André, Pl.-Nr. 7195 [um 1850; hier
späterer Abzug]. 1 Bl. (Titel), 58 S. Partitur in Stich, folio. Broschiertes
Exemplar mit originalem Papierumschlag (Blau; hier nur kurzer Reihentitel);
sehr frisches Druckbild; ausgezeichnet erhalten.
Bestell-Nr. 216/ 59 Preis: € 235,00
KV
595. – Erste Partitur-Ausgabe. Es handelt sich um Mozarts letztes
Klavierkonzert. – Die Titelseite ist sehr aufwändig gestaltet (siehe Nr. 209).
OCHS, August (2. Hälfte 19. Jahrhundert). [2 Stücke für Xylophon und Orchester] Sorgenlos.
Polka op. 36. Etwas für alle! Polka Mazurka op. 38. Bremen, Fischer [um
1890]. Stimmen in Lithographie, fol.: Xylophon, Fl., Ob., Klar.1-2, Fg.,
Hr.1-2, Tr.1-2, Pos., Tr.+Trgl., Vl.1-2, Va., Vc./Cb.). Partituren in Ms.,
querfol (12 + 8 S.).
Bestell-Nr. 217/ 59 Preis: € 240,00
Die
Stimmenausgabe wurde im Hofmeister 1893 (Berichtszeit: 1886–1891) angezeigt. –
Am Ende von Nr. 2 findet sich der Schreibervermerk: E. Desenfans. Fini le 21
Decembre 1902. Pittsburg P. O. Amérique. – A. Ochs ist nicht im Deutschen
Musiker-Lexikon von Erich H. Müller nachgewiesen und dürfte zu dieser Zeit
(1929) verstorben gewesen sein.
OFFENBACH, Jacques (1822–1880) / BINDER, Carl (1816–1860). Ouverture für Orchester zu Offenbach’s Oper Orpheus in
der Unterwelt. Offenbach, André,
Verl.-Nr. 11520 [1875]. 1 Bl. (Titel), 42 S. Partitur, quarto.
Geheftetes Exemplar m. OUmschl. Geringe Gebrauchsspuren (einige Einzeichnungen
mit Rotstift).
Bestell-Nr. 218/ 59 Preis: € 45,00
Etwas
kurioses Zeugnis für die Beliebtheit der Offenbachschen Operette. Der Wiener
Theaterkapellmeister Binder hat mehrere vergleichbare Bearbeitungen zu anderen
Bühnenwerken angefertigt (darunter z. B. die Ouvertüre zu Die vier
Haimonskinder von M. W.
Balfe). Es handelt sich bei dem vorliegenden Werk eigentlich um ein Potpourri,
an des-sen Schluss selbstverständlich der berühmte Can-Can steht. Neben den
üblichen verdoppelten Bläsern sind noch vier Hörner und drei Troboni &
Ophycleide zu besetzen.
ONSLOW, Georges
(1784–1853). Ouverture à grand Orchestre de l’Opéra Le Colporteur. […] Bonn, Simrock, Pl.-Nr. 2636 [1828].
Aufführungsmaterial in Stich, folio: Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1+2, Hr.1-2,
Tr.1-2, Pos.1+2, Pos.3, Pk., 5×Vl.1, 4×Vl.2, 2×Va.,
4×Vc./Cb. Hs. Duplierstimmen (19. Jh.), schwache Gebrauchsspuren.
Bestell-Nr. 219/ 59 Preis: € 180,00
Der
in Clermont-Ferrand geborene und verstorbene Onslow war englischer Abstammung
und studierte u. a. in London, wohin er zeitlebens Kontakte aufrecht erhielt
(z. B. war er nach Mendelssohn das zweite Ehrenmitglied der dortigen
Philharmonic Society). Seine Oper Le colporteur wurde 1827 in Paris
uraufgeführt; während sich dieses Werk als Ganzes nie wirklich durchsetzen
konnte, war die Ouvertüre für lange ein vielfach gespieltes Konzertstück.
ONSLOW, Georges. Ouverture
de l’Opéra Le Colporteur (der Hausierer) à grand Orchestre. Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 4573 [1828].
Stimmen in Stich, fol.: Flautino, Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1+2,
Hr.1-2,, Tr.1/2, Pos. Alto / Pos. Tenore, Pos. Basso, Pk.,
Vl.1-2, Va., Vc., Kb. Etwas
gebräunt und fleckig; weitgehend verblasster Wasserfleck links oben.
Bestell-Nr. 220/ 59 Preis: €
190,00
Im
Unterschied zum zeitgleich bei Simrock erschienenen Stimmensatz ist in der
vorliegenden Ausgabe der Ouvertüre noch ein Entr’acte angehängt (Tempo di
marcia).
ŘEBIČEK, Josef (1844–1904). Symphonie [h-moll] für
grosses Orchester […] Op. 10. Hamburg, Pohle, Verl.-Nr. H.P.720 [1890].
61 S. Partitur, folio. Bestoßener und beriebener HLdr. mit aufgezogenem
Titelbl. des OUmschl.s. Partitur gelockert, sonst sehr gut.
Bestell-Nr. 221/ 59 Preis: € 180,00
Nicht
in BSB. – Erstausgabe, die vom Nachfolgeverlag, Schweers & Haake in Bremen,
übernommen worden ist (s. Hofmeister 1893). – Pazdírek verzeichnet von Řebíček,
der zunächst Kapellmeister in Warschau und Pest, dann Hofkapellmeister in
Wiesbaden und seit 1897 Dirigent des Berliner Philharmonischen Orchesters
gewesen ist, nur die Opera 3, 4 und 10. – Die viersätzige Sinfonie (langsamer
Satz und Scherzo vertauscht) ist Dem Prager Conservatorium in dankbarer
Erinnerung gewidmet. Die Orchesterbesetzung entspricht derjenigen von
Beethovens 9. Sinfonie, der Gesamtaufbau folgt dem bekannten »per aspera ad
astra« und endet in H-Dur.
RHEINBERGER, Josef (1839–1901). Passacaglia [f-moll]
für Orchester […] Op. 132b. Leipzig, R. Forberg, Verl.-Nr. 3888
[1888]. 51 S. Partitur, 4to. Schlichter blauer Pappbd. (vermutl. 2. H. des
20. Jh.); Notenteil unbedeutend gebräunt, Feuchtigkeitsspuren auf dem letzten
Blatt.
Bestell-Nr. 222/ 59 Preis: € 145,00
Sonneck, S. 370; BSB S. 5314. – Erstausgabe. – Es
handelt sich um die Instrumentierung des letzten Satzes der 8. Orgelsonate
(Oktober 1882 entstanden), wobei ein kurzes Vorspiel (16 Takte) vorangestellt
ist, das seinerseits dem 1. Satz des Originalwerks entnommen wurde. Das Thema
erinnert mit seinem nahezu identischen Grundrhythmus charakterlich an Bachs
Orgel-Passacaglia c-moll (BWV 582). Die Orchesterfassung ist am 25. Dezember
1888 in München unter der Leitung von Franz Fischer uraufgeführt worden.
RIMSKY-KORSSAKOW, Nikolai (1844–1908). Scheherazade d’après „Mille et une nuits“. Suite
symphonique pour Orchestre […] Op. 35. Leipzig, Belaieff, Verl.-Nr. 178 [1890]. 227
S. Partitur, 4to. OBrosch.
Unbedeutender Schaden am unteren Rand des vorderen Umschlagblattes, sonst
bestens erhalten.
Bestell-Nr. 223/ 59 Preis: € 350,00
Sonneck,
S. 376; BSB S. 5356. – Sehr schön ausgestattete Erstausgabe mit zwei
farbig lithographierten, völlig unterschiedlich gestalteten Titelseiten: Auf
dem Umschlag eine nächtliche Szenerie mit einer Moschee im Hintergrund und der
kyrillischen Titelei (Buchstaben kunstvoll der arabischen Schrift angenähert);
die Haupttitelseite hingegen mit orientalisch-abstrak-ter Aufmachung und der
französischen Titelfassung. Diese Ausgabe dokumentiert eine hohe Kunst der
Musikaliengestaltung, die den Band schon aus graphischen Gründen zu einem
Sammlerobjekt machen. – Rimsky-Korssakow arbeitet im ganzen Stück mit der von
Berlioz bekannten idée fixe, doch steigert er die Anforderungen an das
Orchester so sehr, dass einige der sich improvisierend gebenden Passagen schwer
zu realisieren sind. Das poetische Programm ist auf S. 2 zweisprachig (Russisch
bzw. Französisch) wiedergegeben.
RODE, Pierre (1774–1830). Air Varié [E-Dur]. Ohne
Verl.-Angaben, Pl.-Nr. 310 [1. Hälfte 19. Jh.]. Stimmen in Stich, folio:
Fl., Ob.1+2, Fg.1+2, Hr.1+2, Vl.1-2, Va., Basso).
– Fg.- u. Hr.-Stimmen mit kleinen Schäden (letztere mit 1 Takt Textverlust).
Bestell-Nr. 224/ 59 Preis: €
90,00
Der
aus Bordeaux stammende Rode war Schüler Viottis und ein vielgereister
Violinvirtuose; seine Etüden gelten auch heute noch zu den
Standartunterrichtswerken. – Ludwig van Beethoven komponierte für Rode den
letzten Satz seiner Violinsonate op. 96 (vgl. Kinsky-Halm).
RODE, Pierre. Air Varié [G-Dur] pour le
Violon avec accompagnement d’un second Violon, Alto et
Violoncelle, (ou Piano-Forté) dédié à Monsieur Henri Simons [...] Oeuvre 10. Offenbach, André,
Verl.-Nr. 2708 [1809]. 3 S. Violino Principale in Lithographie,
folio. Gebräuntes
Doppelbl.
Bestell-Nr. 225/ 59 Preis: € 50,00
Constapel, S. 181. Ohne die Orchesterstimmen.
RODE, Pierre. Neuvième Concerto pour Violon principal [C-Dur] […] Oeuvre 17. Offenbach,
André, Verl.-Nr. 2450 [ca. 1808]. Stimmen in Lithographie, folio, Vl.
Solo (13 S.), Fl.1-2, Ob.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va.,
Vc.+Basso. Generell etwas gebräunt, Lagerungsspuren.
Bestell-Nr. 226/ 59 Preis: € 380,00
Constapel,
S. 170. – Auf der Titelseite wird der Komponist als Premier Violon de S. M.
J. Alexandre 1er Empereur de toutes les Russies bezeichnet; es stammt
mithin aus den letzten Jahren seiner Tätigkeit in St. Petersburg (1804–1808). –
Die unzerschnittenen Doppelbögen mit den Stimmen verschiedener Instrumente
lassen darauf schließen, dass aus diesem Notenmaterial nie musiziert worden
ist.
RODE, Pierre. Quatrième Thême varié [A-Dur] à Violon
Principal Sur un mouvement de Marche Avec Accompagnement de deux Violons, Alto
et Basse, et Instrumens à Vent ad-libitum ou Accompagnement de Piano seulement.
[…] Paris, Frey [um 1820]. Stimmen in
Stich, folio: Violino principale, Fl., Ob.1+2,
Fg.1+2, Hr.1+2, Tr.1+2, Pk., Vl.1-2, Va., Vc.+Kb. Unbenütztes Notenmaterial,
sehr gutes Druckbild.
Bestell-Nr. 227/ 59 Preis: € 175,00
Das
vorliegende Werk besteht aus einer Introduktion, dem Thema (Tempo di Marcia)
und sieben Variationen (darunter Nr. 6: Siciliano), die nach
französischer Tradition jeweils mit immer dem gleichen Ritornell des Orchesters
schließen. Neben seiner Virtuosität weist der Solo-Part noch spezielle
technische Spielanweisungen auf, z. B. Sopra una corda seguite (Var. 2)
oder flautato (Var. 7).
RODE, Pierre. Vollständige
Sammlung der Concert-Compositionen für die Violine mit Hinweglassung der
Begleitung [...] München, Aibl
[vermutlich um 1840]. 223 S. in Lithographie, folio; Frontispiz mit
ganzseitigem, sehr plastischem Brustbild des Komponisten. Brauner HLdr. d. Z.;
leicht bestoßen u. a. Alterungsspuren. Notenteil gelegentlich fleckig.
Bestell-Nr. 228/ 59 Preis: €
180,00
Angezeigt
in Hofmeister 1845, S. 57. – Es sind nicht nur die zwölf zu Lebzeiten Rodes
veröffentlichten Violinkonzerte enthalten (ein 13. folgte erst posthum),
sondern auch die meisten Streichquartette (offenbar alle seinerzeit mit einer
Opuszahl veröffentlichten) sowie die meisten der »Airs vairiés«.
ROMBERG, Bernhard (1767–1841). Grosse Kinder-Symphonie für Wachtel, Nachtigall,
Kukuk, Schnarre, Triangel, Trompete, Trommel (Nürnberger Kinderinstrumente).
Zwei Violinen und Bass oder Pianoforte,
op. 62. Leipzig, Kistner, Pl.-Nr. 1131 [1836]. Stimmen in Stich, folio:
Kinderinstr. wie im Titel u. Trgl., Tr., Trommel,
Vl.1-2, Basso, Klavier. Leicht gebräunt.
Bestell-Nr. 229/ 59 Preis: € 190,00
RISM
RR 2296b (nicht in D). – Nach der frühesten, der »Mutter aller
Kindersinfonien«, die u.
a. Leopold Mozart und Joseph Haydn zugeschrieben worden ist, hat sich bis ins
20. Jh.ein kleines Repertoire dieser kuriosen Gattung entwickelt, in der ein
andernorts nicht verwendbares Instrumentarium zum Einsatz gelangt (z. B. im 19.
Jh. die recht populären Kin-der-Sinfonien von C. Reinecke, op. 239, oder H.
Schulz-Beuthen, op. 11). Dabei dürfte jedoch B. Rombergs Stück in der 1. H. d.
19. Jh. das beliebteste gewesen sein; sie ist bis um 1900 immer wieder
aufgelegt worden. Auf der Titelseite sind die Kinderinstrumente abgebildet.
Besonders der Kuckuck hat erstaunlich viel zu tun, und da seine Kunst aus nur
zwei Tönen besteht, kommt die Komposition vielfach nicht über eine Harmonie
hinaus.
ROSSINI, Gioacchino
(1792–1868). Ouverture de l’opéra: Tancred pour deux Violons, Alto, Basse, 2 Flûtes,
2 Hautbois, 2 Clarinettes, 2 Bassons, 2 Cors & Trompettes […] Offenbach, André, Verl.-Nr. 3711 [1817].
Aufführungsmaterial mit Duplierstimmen in Lithographie, folio: Bläser wie im
Titel, 2×Vl.1, 3×Vl.2, Va., 2×Basso e Violoncello.
An den Rändern deutliche Lagerungsspuren (aber breitrandige Exemplare,
Notenbild nicht beeinträchtigt).
Bestell-Nr. 230/ 59 Preis: € 145,00
Die
Oper ist 1813 uraufgeführt worden. – Unser Exemplar stammt zwar aus
Orchesterbesitz (teilweise bestempelt mit „Muzik Vereeniging Polahymnia“ bzw.
„Maatschhappij tot Bevordering der Toonkunst Afdeeling Delft“), ist aber
offenbar nicht gespielt worden.
ROSSINI, Gioacchino. Ouverture di
Tancredi. Paris, Carli, Pl.-Nr. 1317 [1827/28].
Stimmen in Stich, folio (Instrumentierung entspr. dem Titel der vorigen
Katalog-Nummer). Papier gealtert (gering stockfleckig), jedoch gutes Druckbild.
Bestell-Nr. 231/ 59 Preis: € 150,00
Heft
9 der zehnteiligen Serie Choix de dix Ouvertures à Grand Orchestre de la
Composition de Rossini (= Reihentitel mit dem Inhaltsverzeichnis auf den
Streicherstimmen). In der Vl.1-Stimme befindet sich außerdem noch
Verlagswerbung: Catalogue de la musique a grand orchestre (enthält
Ouvertüren von Rossini, Carafa, Winter und Mayr).
RUBINSTEIN, Anton (1829–1894). Océan. 2ième Symphonie
pour Orchestre [C-Dur] composée et dédiée à François Liszt […]
Op. 42. Leipzig, Senff, Verl.-Nr. 1114 [1882].
Orchestermaterial mit Duplierstimmen in Umdruck (Streicher) bzw. in Stich
(übriges Material), folio: Picc., Fl.1-2, Ob.1-2,
Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-4, Tr.1-2, Pos.1-3, Tuba, Pk., 5×Vl.1, 4×Vl.2, 3×Va.,
3×Vc., 3×Cb. Trotz vereinzelter Einzeichnungen mit Bleistift, die auf eine
Verwendung als Aufführungsmaterial schließen lassen, praktisch neuwertig.
Bestell-Nr. 232/ 59 Preis: €
480,00
BSB
S. 5494 (nur Partitur). Stimmenmaterial laut Stempel aus dem Besitz der
„Concert-Direction Hermann Wolff“ (Berlin). – Trotz des Programm-Titels trägt
keiner der Sätze eine entsprechende Überschrift. Das Werk, das nach Gades
»Vierter« die meistgespielte neukomponierte Sinfonie zwischen 1850 und 1875
gewesen ist, wurde von Rubinstein zweimal grundlegend überarbeitet: 1. Fassung,
vier Sätze (1851), 2. Fassung, sechs Sätze (1863), 3. Fassung, sieben Sätze
(1880). Sie liegt hier in der letzten Version vor, wobei der Eröffnungssatz
(Allegro maestoso) fast ein Drittel des Notentextes in der Vl.1 einnnimmt. Die
Datierung folgt den Angaben in New Grove (die Verl.-Nr. deutet hingegen auf
Anfang der 1870er Jahre hin und dürfte von den vorangehenden Fassungen
übernommen worden sein).
RUBINSTEIN, Anton. 4ième Concerto (d moll) pour Piano avec
Accompagnement d’Orchestre [...] Op. 70.
[...] Partition. Leipzig,
Senff, Verl.-Nr. 908 [1872]. 1 Bl. (Titel), 145 S. Partitur, quarto. –
Broschiertes Exemplar mit OUmschl. Reparatur am Rücken (Klebestreifen); am Bund
etwas gelockert, jedoch sehr gutes Druckbild.
Bestell-Nr. 233/ 59 Preis: € 60,00
Sonneck,
S. 388; BSB S. 5492. – Das Werk ist dem Geiger [!] und Spohr-Schüler Ferdinand
David (1810–1873) gewidmet und stellt Rubinsteins vorletztes Klavierkonzert
dar. Alle Blasinstrumente sind doppelt besetzt (keine Posaunen), im letzten
Satz wird noch zusätzlich eine Piccolo verlangt. – Wie
die meisten zyklischen Orchesterwerke des 19. Jahrhunderts schließt auch dieses
Konzert in der Durtonika.
Eine Sinfonie von Brucknerschem Ausmaß
RUBINSTEIN, Anton. Symphonie
dramatique (No. 4). Leipzig, Senff,
Verl.-Nr. 1272 [1875]. Orchestermaterial mit Duplierstimmen, folio: Picc., Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Tr.1-2,
Pos. Alto, Pos. Tenore,
Pos. Basso, Pk., 6×Vl.1, 4×Vl.2, 3×Va., 3×Vc., 3×Kb. Handschriftliche Ergänzungsstimmen: Hr.3, Hr.4 (sehr
kurz). Eintragungen belegen, dass die Stimmen wahrscheinlich nur selten
verwendet worden sind. Insgesamt sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 234/ 59 Preis: € 450,00
BSB
S. 5495 (nur Partitur). – Die 4. Sinfonie besteht aus einer Abfolge mehrer
Teile mit unterschiedlichem musikalischem Charakter, die ohne Pause auf
einander folgen und trotz des Werktitels keine programmatischen Hinweise
enthalten. Sie wurde am 23. Januar 1875 in St. Petersburg uraufgeführt. In
Dresden, woher unser Notenmaterial stammen könnte, fanden Folgeaufführungen am
23. Februar d. J. und am 28. Januar 1876 statt; am Ende der Pk.-Stimme befindet
sich neben dem Stempel von „W. Miertschke. Tympanist und Xylophonist“ noch die
hs. Ergänzung „Dresden † d. 19/3 86“. – In einer Va.-Stimme wurde als
Aufführungsdauer 58 m. eingetragen (in Pos. Basso: 60 m.). Die
Picc.- bzw. die übrigen Secondo-Stimmen der Holzbläser enthalten zusätzliche
Passagen (vorwiegend mit Bleistift eingetragen; ein kleines Blatt mit 15 Takten
in Kopistenschrift liegen noch bei).
SAINT-SAËNS, Camille
(1835–1921). Danse Macabre, Poëme symphonique d’après une
Poésie de Henri Cazalis [...] Op. 40. Partition
d’Orchestre. Paris,
Durand, Schœnewerk & Co., Verl.-Nr. 2140 [1875]. 2 Bll. (Titel,
Wiedergabe des zugrundeliegenden Gedichts und Hinweise auf
Alternativbesetzungen einzelner Instrumente), 54 S. Partitur, quarto. Mit OUmschl. in dünnem Karton eingebunden. Innen
schwach fleckig.
Bestell-Nr. 235/ 59 Preis: € 120,00
Originalausgabe. – Das
äußerst effektvolle und virtuos instrumentierte Werk, das gleich zu Anfang mit
zwölf von der Harfe gespielten Glockenschlägen die mitternächtliche
Friedhofsszene vorstellt, weist neben der üblichen großen Orchesterbesetzung
noch Xylophon und Harfe auf. Wie ungewöhnlich in dieser Zeit das
Schlaginstrument war, zeigt sich am diesbezüglichen Kommentar: „Le Xilophone
est un instrument de bois et paille analogue à l’Harmonica“. Im Gedicht,
das Saint-Saëns als Vorlage für die »Danse macabre« diente und das er bereits
1872 als Lied vertont hatte, wird beschrieben, wie der Tod an die Gräber klopft,
um sodann auf seiner Fiedel den Verstorbenen aufzuspielen. Diese Fiedel wird
vom Komponisten durch eine discordierte Solo-Violine mit herabgestimmter
E-Saite sehr anschaulich dargestellt; sie intoniert einen schauerlichen Tanz,
der mit dem ersten Hahnenschrei (Solo-Oboe) wie ein Spuk abrupt zu Ende geht. –
Neben der »Valse triste« und Ravels »La Valse« steht der Walzer hier nicht als
ausgelassene Unterhaltung, sondern als morbider, todestrunkener Taumel. –
Während Paganini die Scordatura für eine besonders hohe Brillanz des
Violinklangs eingesetzt hatte, verwandelt sich der Charakter dieser Technik bei
Saint-Saëns in eine unheimliche Atmosphäre (ähnlich auch in Mahlers 4.
Sinfonie, 2. Satz).
SCHUMANN, Robert (1810–1856). [Sinfonien Nr. 1–4; Ouvertüre, Scherzo und Finale op. 52 in Ausgaben
aus Rob. Schumann’s Sämmtliche Werke [...] revidirt von Alfred
Dörffel]. Leipzig, Peters, [Ende 19. Jh.]. Partitur, folio. Zwei
repräsentative, dunkelblaue HLdbde. d. Z. mit Rotschnitt, am Rücken mit
Goldprägung; sehr guter Zustand.
Bestell-Nr. 236/ 59 Preis: € 100,00
Bd.
1: Erste Sinfonie op. 38. Verl.-Nr. 7084. 153 S. / Zweite
Sinfonie op. 61. Verl.-Nr. 7085. 141 S. Bd. 2: Dritte Sinfonie
»Rheinische« op. 97. Verl.-Nr. 7086. 93 S. / Vierte Sinfonie op.
120. Verl.-Nr. 7087. 121 S. / Ouverure, Scherzo, Finale op. 52.
Verl.-Nr. 7088. 56 S.
SCHUMANN, Robert. Symphonie
(No 1, B dur) für grosses Orchester [...]
Sr. Majestät dem Könige von Sachsen Friedrich August in tiefster Ehrfurcht
zugeeignet […] op. 38. Partitur. [...] Pr. 5 Thlr. Mk. 15. Leipzig, Breitkopf
& Härtel, Pl.-Nr. 8545 [hier: 1872]. 1 Bl. (Titel), 211 S. Partitur
in Stich, quarto. Broschiertes Exemplar mit OUmschl.;
am Bund etwas gelockert.
Bestell-Nr. 237/ 59 Preis: € 120,00
Erstausgabe in
späterem Abzug. Im Unterschied zur
Erstausgabe mit der doppelten Preisauszeichnung in Taler und Mark. – Es handelt
sich um die sog. »Frühlingssinfonie«. Angeblich wurde die Komposition durch ein
Gedicht von Adolf Böttger angeregt, und die Sätze trugen ursprünglich folgende
Überschriften: 1. Frühlingsbeginn; 2. Abend; 3. Frohe Gespielen; 4. Voller
Frühling.
SGAMBATI,
Giovanni (1841–1914). Sinfonia in
re [D-Dur] per grande Orchestra,
eseguita il 28 Marzo 1881 alla corte del Quirinale [...] Op. 16.
[...] Partition. Mainz, Schott, Pl.-Nr. 23566 [1883]. 1 Bl.
(Titel), 99 S. Partitur in Stich, folio. Sehr schöner HLrbd. mit aufgezogenem
Titelblatt der OBroschur; Notenteil nahezu neuwertig.
Bestell-Nr. 238/ 59 Preis: € 180,00
Sonneck, S. 427
[rrtüml. Pl.-Nr.: 25566]; BSB S. 6025. – Es handelt sich um die erste
von insges. zwei Sinfonien Sgambatis (letztere blieb allerdings
unveröffentlicht). Op. 16 stellt eines der seltenen Beispiele italienischer
Sinfonik im 19. Jahrhundert dar. Sgambati unterhielt enge Beziehungen zur
»Neudeutschen Schule« (u. a. zu Liszt, dessen Schüler er war, und zu Wagner,
der ihn zum Schott-Verlag vermittelte). – Neben den Streichern werden
verdoppelte Holzbläser (incl. Piccolo), vier Hörner, zwei Trompeten, drei
Posaunen, Tuba und Pauken verlangt; außerdem sind im 2. und 3. Satz jeweils
zwei Harfen besetzt.
SMETANA,
Friedrich (1824–1884). Aus Böhmens
Hain und Flur […] Symphonische
Dichtung für grosses Orchester. Prag, Urbánek, Verl.-Nr. U. 63 [1881].
72 S. Partitur, folio. OBrosch.; Rücken schadhaft;
Umschlag eingerissen, gelockert; Lagerungsspuren; Notenteil jedoch in gutem
Zustand.
Bestell-Nr. 239/ 59 Preis: € 250,00
BSB S. 6114. – Erstausgabe.
Die Titelseite weist die großformatige Lithographie von A. König auf: Blick
in böhmische Hügellandschaft (Wald, Fluss, Schlösser); s. Abb. in NTG/2, Bd.
23, S. 548. – Sonneck weist den ganzen Zyklus mit der unzutreffenden Datierung
1880 nach (zunächst waren die Klavierbearbeitungen, dann, 1880-94 die
Partituren erschienen).
– Nr. 4 aus dem
sinfonischen Zyklus Mein Vaterland. – Titelei Tschechisch / Deutsch),
ebenso das vor die Titelseite eingeklebte Blatt mit den programmatischen
Erläuterungen.
SMETANA,
Friedrich. Tábor […] Symphonische Dichtung für grosses Orchester.
Prag, Urbánek, Verl.-Nr. U. 666 [1881]. 57 S. Partitur, fol. OBrosch.;
Rücken schadhaft; Umschl. gerissen, gelockert; Altersspuren; Notenteil jedoch
in gutem Zustand.
Bestell-Nr. 240/ 59 Preis: € 280,00
BSB S. 6114. – Erstausgabe. – Nr. 5
aus dem sinfonischen Zyklus Mein Vaterland. Titelseite mit der
plastischen, großformatigen Titellithographie von A. König: Blick in ein
Heerlager, im Vordergrund links Burgzinnen, rechts Marketenderzelt. – Titelei
zweisprachig (Tschechisch/ Deutsch), ebenso das vor die Titelseite eingeklebte
Blatt mit den programma tischen Erläuterungen.
SMETANA,
Friedrich. Blaník […] Symphonische Dichtung für grosses Orchester.
Prag, Urbánek, Verl.-Nr. U. 834 [1894]. 77 S. Partitur, fol. OBrosch.; Rücken schadhaft; Umschlag gerissen, gelockert;
Altersspuren; Notenteil jedoch gut.
Bestell-Nr. 241/ 59 Preis: € 220,00
BSB
S. 6114. – Erstausgabe. – Nr. 6 aus dem sinfonischen Zyklus Mein
Vaterland. Titelseite mit der mit der plastischen, großformatigen
Titellithographie von A. König: Blick in den Berg Blaník, wo in einem Festsaal
die Helden schlafend darauf warten, zur Verteidigung des Vaterlandes gerufen zu
werden. Im Vordergrund rechts verrichtet ein Zwerg häusliche Arbeiten –
vermutlich ist er für das leibliche Wohl der ruhenden Kämpfer zuständig.
Titelei
zweisprachig (Tschechisch/ Deutsch), ebenso das vor die Titelseite eingeklebte
Blatt mit den programmatischen Erläuterungen. – Nachgebunden ist ein
Doppelblatt mit umfangreicher Verlagswerbung, die ein interessantes Dokument
zum wenig bekannten böhmischen Repertoire der Zeit darstellt.
STEIBELT, Daniel
(1765–1823). [Troisième Concerto Pour le Piano-Forte avec accompagnement de Grand
Orchestre... Oeuvre 35. Nouvelle
Edition.] Paris, Janet & Cotelle, Pl.-Nr. 34 [ca. 1808]. 38 S.
Solostimme + kompl. Satz von 12 Orchesterstimmen in Stich, fol.,
handschriftliches Titelblatt.
Bestell-Nr. 243/ 59 Preis: € 250,00
RISM
S 4826 (zitiert nur 1 unvollst. Ex. mit 2 fehlenden Stimmen). – Früher, äußerst
seltener Nachdruck dieses seinerzeit sehr beliebten Klavierkonzertes.
STEIBELT, Daniel. Quatrième Grand
Concerto pour le Pianoforte... Leipzig,
Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 1307 [ca. 1809]. 22 S. Solostimme (in
Kartonbd. d. Z.) + 11 Orchesterstimmen in Stich, folio.
Bestell-Nr. 244/ 59 Preis: € 450,00
RISM
S 4838. – Sehr seltene deutsche Erstausgabe, von der RISM nur 4 komplette
Exemplare nachweisen kann. Klassisch gehaltenes Konzert, das auf die sonst bei
Steibelt so beliebten programmatische Hinweise verzichtet (und wohl deshalb
auch nur zweimal gedruckt wurde…). In der Instrumentation ist Steibelt stets
für Überraschungen gut: das Eingangsallegro beginnt mit einer völlig unbegleiteten
Hornfanfare!
In der Original-Orchestrierung
STRAUSS (Sohn), Johann (1825–1899). Dämonen-Quadrille […] 19tes Werk. Wien, H.
F. Müller, Pl.-Nr. H.F.M.102 [1846]. Stimmen in Stich, folio: Picc., Fl., Ob., Fg., Hr.1-2, Tr.1-2, Pos., Pk. (mit GrTr., KlTr.,
Tamb., Ttm., Trgl.), Vl.1-2, Va., Basso. Ungespieltes, sehr gut erhaltenes Notenmaterial. Stellenweise schwach stockfleckig.
Bestell-Nr. 245/ 59 Preis: € 750,00
SEV, 19; nicht in BSB. – Stimmen-Erstausgabe, die
gleichzeitig mit der Fassung für Klavier erschien (Pl.-Nr. 101). – Die
Uraufführung fand unter der Leitung des Komponisten in Wien am 15. Oktober 1845
in Dommayers Casino zum Jahrestag von Strauss‘ Debüt statt. Im Müller-Verlag
veröffentlichte J. Strauß seine Opera 18–58 und 61. – Stimmen-Ausgaben in der
Original-Instrumentation von Johann Strauss sind von allergrößter
Seltenheit!
SUPPÉ, Franz von (1819–1895). Ouverture zu: Dichter und
Bauer […] Neue Ausgabe. München, Aibl, Verl.-Nr. 1766 [um
1870]. S. 3–46 Partitur, folio. Anstelle des verlorenen OUmschl. sind die Noten
in einen dünnen blauen Karton eingebunden (zeitgenöss.) mit hs. Titelschild.
Auf der ersten Seite oben befindet sich der autographe Besitzvermerk des
Komponisten Emil Nikolaus von Reznicek (1860–1945).
Bestell-Nr. 246/ 59 Preis: € 75,00
Eines
der berühmtesten Orchesterstücke Suppés; die Uraufführung der Operette war in
Wien am 24. August 1846. Charakteristisch ist der dramatisch-ernste,
leidenschaftliche Beginn, der plötzlich durch eine »rumorende« Überleitung in
sein Gegenteil verkehrt wird.
SVENDSEN, Johan Severin (1840–1911). Krönungs-Marsch zur Krönung Oscar II. und seiner
Gemahlin Sophie in Drontheim für grosses Orchester [...] Op. 13. Partitur. Leipzig, Fritzsch,
Verl.-Nr. 240, 1874. 21 S. Partitur, querfolio. Broschiertes Exemplar
mit originalem Umschlag (dünner Karton), geringe Lagerungsspuren.
Bestell-Nr. 247/ 59 Preis: € 60,00
Sonneck
S. 462 (hier 1872 datiert); BSB S. 6431. – Originalausgabe. – Die
Krönung Oscar II.
(1829–1907) zum König von Schweden und Norwegen fand 1872 statt.
TANEYEV, Sergey Ivanovich
(1856–1915). L’Orestie. Trilogie musicale (d’après Eschyle).
Entr’Acte, précédant le second
tableau de la 3me partie. Moskau,
Jurgenson, Verl.-Nr. 849 [um 1871?]. 21 S. Partitur, 4to. Ungeheftetes Expl.; Titelseite und Ränder etwas nachgedunkelt; Notenteil
sehr gut.
Bestell-Nr. 248/ 59 Preis: € 180,00
Nicht
bei Sonneck (dort nur die gesamte Trilogie [Lpz.,
Belaieff, 1900], die erst am 29. Oktober 1895 in St. Petersburg uraufgeführt
wurde). Es handelt sich sich hier um die frühe Veröffentlichung einer
Einzelnummer; die Datierung erfolgte aufgrund anderer benachbarter
Verlags-Nummern. Taneyev erweist sich hier als ein raffinierter Instrumentator,
dessen Orchestersatz Bezüge zum Impressionismus und zu Skriabin aufweist. – Auf
der Titelseite handschriftliche Widmung Taneyevs in russischer Sprache aus dem
Jahr 1897.
THIERIOT, Ferdinand (1838–1919). Serenade für Streichorchester [F-Dur] Op. 44. Leipzig, Dörffel [1888]. 39 S.
Partitur, 4to, mit OUmschlag; deutliche Schäden am Bund ausgebessert,
gelockert, Notenteil gut erhalten.
Bestell-Nr. 249/ 59 Preis: € 65,00
Sonneck
S. 468; nicht in BSB. – Autographe Widmung auf der Haupttitelseite: Herrn
Kapellmeister Gustav Kogel hochachtungsvoll vom Komponisten. Leipzig, November
1888. –
Der aus Hamburg stammende F. Thieriot war Schüler von A. B. Marx und J.
Rheinberger und als Musikdirektor in Hamburg, Leipzig und Graz tätig. – In
dieser Serenade nutzt der Komponist alle Möglichkeiten des Streicherklanges,
weshalb das Orchester nicht zu klein besetzt sein sollte: Mehrfach werden
einzelne Stimmen geteilt, im 2. Satz erweitert Thieriot das Ensemble zur
Achtstimmigkeit (2. Violinen, Violen und Violoncelli jeweils geteilt). Es
handelt sich somit um ein weiteres Beispiel der in der 2. Hälfte des 19.
Jahrhunderts verhältnismäßig beliebten Gattung der Streicherserenade, wovon
aber nur die Werke von Dvorák, Tschaikowsky und Elgar überlebt haben.
TULOU, Jean-Louis
(1786–1865). Troisième Concerto [D-Dur] Pour la Flûte Principale avec
Accompagnement à Grand Orchestre […] Paris,
Bochsa (Père), Pl.-Nr. 99 [1813]. Stimmen in Stich, folio: Flûte
principale, Ob.1+2, Fg.1+2, Hr.1+2, Pk., Vl.1-2,
Va., Vc.+Kb. Noten gelegentlich leicht stockfleckig.
Bestell-Nr. 250/ 59 Preis: € 300,00
J.-L.
Tulou wird auf der Titelseite als „Premiere Flûte de la Musique du Roi, et
de l’Académie Royale de Musique“ bezeichnet. Dieses Konzert weist verhältnismäßig
ausgedehnte Ecksätze auf, in denen dem Solisten kaum Pausen gelassen werden.
URICH, John (geb. 1849). Prélude, 3e Acte du Pilote. Paris, Dupont [Ende 19. Jahrhundert]. Partitur und Orchestermaterial
mit Duplierstimmen (photomechanischer Nachdruck einer Kopistenschrift), folio:
Partitur (14 S.); Fl.1+2 [auch Picc.], Ob.+EHr.,
Klar.+Bklar., Fg.1+2, Hr.1+2, Hr.3+4, Tr.1+2, Pos.1+2, Pos.3, Tb., Pk., GrTr.,
5×Vl.1, 4×Vl.2, 3×Va., 3×Vc., 3×Kb. Partitur (Ganzkunstleder) mit eingelegten
Stimmen, neuwertig.
Bestell-Nr. 251/ 59 Preis: € 100,00
J.
Urich stammte aus Trinidat, lebte aber vorwiegend in Paris und war Schüler von
Gounod; seine dreiaktige Oper Le Pilote wurde am 23. März 1890 in Monte
Carlo uraufgeführt und stellt die erweiterte Fassung seiner älteren, einaktigen
Oper L’Orage dar (Uraufführung: Brüssel 1879). Auf der 1. Seite der
Partitur befindet sich die äußerst schwungvolle eigenh. Unterschrift des
Komponisten. – Pazdírek weist neben dem ganzen Werk noch einzelne Nummern
(einschließlich des vorliegenden Stücks) nach. BSB-Musik verzeichnet einen
Klavierauszug in französischer und in deutscher Sprache mit dem Titel: Der
Lootse (= Le Pilote): Oper in 3 Akten u. 4 Bildern; Dichtung nach einer
sizilianischen Legende von A. Silvestre u. A. Gaudrey. – Die angegebene
Verlagsadresse galt zwischen 1890 und 1901.
VIEUXTEMPS, Henry
(1820–1881). Souvenirs d’Amérique, op. 17. Paris,
Brandus, Pl.-Nr. B. et Cie 7392 [nach 1851]. Stimmen in Stich, folio: Violon
principal (3 S.), Klav.+Vl. (9 S.); Vl.1-2, Va.,
Vc.+Kb. Beiliegend: Einige hs. Duplierstimmen (meist unvollst.). Etwas
stockfleckig; starke Benützungsspuren (besonders in der Klav.-Stimme zahlreiche
Risse, aber vollst. Text).
Bestell-Nr. 252/ 59 Preis: € 145,00
Titelauflage des 1847 zuerst bei
Troupenas erschienenen Stücks, dessen originale Pl.-Nr. E. T. & Cie 2063erhalten
blieb und lediglich mit der neuen ergänzt wurde. – Vieuxtemps paraphrasierte
hier das berühmte amerikanische Lied Yankee doodle. Die
Originalbesetzung besteht aus Violine mit Klavierbegleitung; die hier
vorliegenden Streicherstimmen scheinen als Begleitung vollständig zu sein.
In der Nische: ein Konzertstück für Solo-Posaune
VOBARON, F. (Lebensdaten unbekannt). Solo pour le Trombonne [F/B-Dur] avec Accomp.t d’Harmonie militaire ou le
Piano. Dédié à Mr. Dieppo, Professeur au Conservatoire de Musique de Paris […]
Paris, Richault, Pl.-Nr. 2682 [nach 1862]. Stimmen in Stich, folio:
Solo-Pos., Picc., Petite Clarinette, Klar.1-3,
Fg.1+2, Hr.1+2, Pos.1-3, Ophic:basse, GrTr.; Stimmen im OUmschlag (am
Falz etwas schadhaft).
Bestell-Nr. 253/ 59 Preis: € 120,00
An
dem Komponisten ist die abendländische Lexikographie notizlos vorübergegangen.
Mehrfach wurden konzertante Stücke für Solo-Posaune geschrieben, deren Begleitorchester
meistens auf Harmoniemusik beschränkt ist (z. B. das Posaunen-Konzert von
Rimski-Korssakow). Das zweiteilige, zunächst in F-Dur stehende Werk schließt
mit einer Pastorale.
VOLKMANN, Robert (1815–1883). 2te Symphonie (B dur) für Grosses Orchester […] Op. 53. Mainz, Schott, Pl.-Nr. 22736 [1880]. 1 Bl. (Titel), 152 S. Partitur in Stich, 4to. Schlichter schwarz-brauner HLdr. d. Z. mit
aufgezogenem Titelbl. des OUmschl.s. An den Kanten leicht bestoßen, Notenteil
sehr gut; einige Einzeichnungen mit Bleistift. Ziemlich breitrandiges Expl.
Bestell-Nr. 254/ 59 Preis: €
180,00
Sonneck,
S. 486; BSB S. 6831. – Neuausgabe des 1865 bei Heckenast (Budapest) erstmals
erschienenen Werkes. – Nach Mendel-Reissmann gehörte es zusammen mit der
Fest-Ouvertüre op. 50 und der ersten Sinfonie op. 44 zu den Kompositionen
Volkmanns, „die bald in unseren Concertsälen heimisch wurden“.
VOLKMANN, Robert. Serenade
Nr. 2 für Streichorchester (F-Dur), op. 63. Mainz, Schott, Verl.-Nr. 22749 [ca. 1880]. Stimmen, folio:
Vl.1 (8), Vl.2 (8), Va. (8), Vc. (4), Basso (4). Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 255/ 59 Preis: €
60,00
BSB
S. 6830 (nur Partitur). – Im Gegensatz zu den entsprechenden Werken von
Tschaikowsky, Dvorák und Elgar sind Volkmanns drei Streicherserenade heute
weitgehend vergessen. Ebenso wie Tschaikowskys berühmte
C-Dur Streicherserenade enthält auch das vorliegende viersätzige Werk an
dritter Stelle einen Walzer, dem hier als Finalsatz noch ein Marsch folgt.
Auffallend ist das Fehlen eines langsamen Satzes.
WAGNER, Richard (1813–1883). Vorspiel (Ouverture) zu der Oper Lohengrin für Orchester […] Pr. 20 Ngr. Mk. 2. Leipzig, Breitkopf &
Härtel, Verl.-Nr. 10941 [1866; hier ca. 1872]. 13 S. Partitur in
Umdruck, folio. In nachgefertigtem blauem Umschlag eingebunden. Einige
Einzeichnungen in Bleistift.
Bestell-Nr. 256/ 59 Preis: € 35,00
WWV
75 (S. 320). – Spätere Datierung unseres Exemplars aufgrund der doppelten
Preisauszeichnung.
WAGNER, Richard. Eine
Faust-Ouverture für grosses Orchester […]
Partitur. […] Pr. 2 Thlr. Mk. 6. Leipzig: Breitkopf & Härtel,
Pl.-Nr. 9138 [1855; hier: ca. 1872]. 1 Bl., 69
S.
Partitur in Stich, 4to. Ungeheftete Lagen; Titelbl. vorne angeklebt (Fehlstelle
ohne Textverlust).
Bestell-Nr. 257/ 59 Preis: € 65,00
WWV
59, S. 208. – Später in den Verkauf gekommenes Exemplar der Erstausgabe (jetzt
mit der zusätzlichen Preisauszeichnung in Mark), welches nicht im WWV
nachgewiesen ist. –
Zunächst hatte Wagner eine mehrsätzige Faust-Sinfonie geplant, aus deren 1.
Satz mit der Überschrift Der einsame Faust (1839/40) die spätere
Faust-Ouvertüre entstand. Auf der Titelseite sechs Verse aus dem Faust-Monolog
des 1. Aktes wiedergegeben: Der Gott, der mir im Busen wohnt […] das
Leben mir verhasst. Bereits um 1831 hatte sich Wagner kompositorisch mit
Goethes Faust auseinandergesetzt und sieben der im
ersten Teil vorkommende Lieder vertont.
WAGNER, Richard. Der
Ritt der Walküren aus dem Musikdrama Die Walküre […] für den Conzertvortrag eingerichtet. Mainz,
Schott, Verl.-Nr. 22139 [1876; hier Ende 19. Jahrhundert]. 47 S.
Partitur in lithographischem Umdruck, folio. Ungeheftet m. OUmschl. (dieser am
Falz mit Papierstreifen repariert); außen Lagerungsspuren.
Bestell-Nr. 258/ 59 Preis: € 65,00
WWV
86B (S. 371f.). – Auf der letzten Umschlagseite mit Verlagswerbung, darunter
als eines der neuesten Werke das Vorspiel zur 1893 uraufgeführten Oper Hänsel
und Gretel von E.
Humperdinck. Bereits auf S. 48 befindet sich ein höchst informativer Spezialkatalog
überEinzelstücke zum Concert-Vortrag aus Wagners Bühnenwerken.
WAGNER, Richard. Die
Meistersinger von Nürnberg […] Vorspiel
für grosses Orchester. Mainz, Schott, Verl.-Nr. 18469 [um 1868; hier
ca. 1895]. 1 Bl. (Titel), 39 S. Partitur in Umdruck (nach dem Stich der
späteren Auflage mit der Ergänzung »O« zur Verlagsnummer auf S. 39), folio.
Geklammert; Titelbl. vollst. gelöst (hier Lagerungsspuren).
Bestell-Nr. 259/ 59 Preis: € 60,00
WWV
96 (Ausgabe in Umdruck nicht ausdrücklich erwähnt).
WAGNER, Richard. Die
Meistersinger von Nürnberg [...] Quintett
aus dem dritten Akt. Mainz, Schott, Pl.-Nr. 18469 [um 1868; hier
nach 1872]. 1 Bl. (Titel), 8 S. Partitur in Stich, folio. Ungeheftet mit
OUmschl. aus Papier (am Falz ohne Folgeschäden gerissen); stockfleckig.
Bestell-Nr. 260/ 59 Preis: €
45,00
Separatdruck
für die Konzertaufführung nach der Erstausgabe der originalen Dirigierpartitur
(nicht in WWV 96 erwähnt). Zu der vielleicht sogar von Wagner stammenden
Einrichtung eines musikalisch sinnvollen Anfangs bzw. Schlusses (in zwei
Varianten) musste allerdings die erste und letzte Seite neu gestochen werden;
hier fehlt die Pl.-Nr., und anstelle der sonst vorhandenen originalen
Paginierung sind diese mit 1 bzw. 8 nummeriert (dazwischen: S. 442–
447, in Kleindruck ergänzt mit den Seitenzahlen für diese Separatausgabe).
– Wirkungsgeschichtlich interessantes Dokument, das zeigt, dass Wagners
»endlose Melodien« problemlos in Konzertnummern zerstückelt werden konnten (und
wurden). – Das Quintett (Eva, Magdalene, Walther, David, Sachs) gehört
sicherlich zu den kompositionstechnisch anspruchsvollsten und nach rein
musikalischen Gesichtspunkten gelungensten Schöpfungen Wagners; die komplexe
polyphone Verflechtung der Vokal- und Orchesterstimmen unter Einbeziehung
reicher leitmotivischer Elemente ist eine Meisterleistung sui generis. – Auf
den beiden letzten Seiten des Umschlags befindet sich noch ein hoch
interessantes Verlagsverzeichnis, in dem zahlreiche weitere Einzelveröffentlichungen
aus Wagners Schaffen (darunter viele Bearbeitungen) nachgewiesen sind (Preise
bereits in Mark und Pfennig).
WAGNER, Richard. Huldigungsmarsch
[...] für grosses Orchester […]
Pr. Partitur 2 Fl. 24kr. Mainz, Schott, Pl.-Nr. 20533 [kurz nach
1871]. 23 S. Partitur in Stich, folio. Gebrauchsspuren, jedoch sehr gutes
Druckbild, einige Einzeichnungen mit Blaustift.
Bestell-Nr. 261/ 59 Preis: € 45,00
WWV
97. – Titelauflage der Erstausgabe der Fassung für grosses Orchester, der erst
19 Jahre später (ebenfalls bei Schott) die bereits 1864 komponierte und von
Wagner als Originalversion verstandene Fassung für Militärmusik folgte. – Über
der o. g. Titelei befindet sich noch die Widmung Seiner Majestät Ludwig II
König von Bayern [schön ausgeführtes Königswappen].
WAGNER, Richard. Trauermarsch
aus dem Musik-Drama Götterdämmerung […]
Für grosses Orchester. Mainz, Schott, Verl.-Nr. 21998 [1876; hier
Ende 19. Jahrhundert]. 1 Bl. (Titel), 15 S. Partitur in lithogr. Umdruck,
folio. Ungeheftet mit OUmschl. (am Falz repariert. Lagerungsspuren schwach
gebräunt).
Bestell-Nr. 262/ 59 Preis: € 50,00
WWV
86D (diese Ausgabe nicht nachgewiesen). – Späterer Abzug nach den originalen
Stichplatten. – Das Stück wurde besonders gern bei Trauerfeiern für berühmte
Musiker verwendet (z. B. unter Leitung Gustav Mahlers in Hamburg für Hans von
Bülow).
WAGNER, Richard. Parsifal
[…] Verwandlungs-Musik und
Schluss-Scene des 1.ten Actes für Orchester und Chor zum Concertvortrage
eingerichtet. Mainz, Schott, Verl.-Nr. 23571 bzw. 23604 [1883;
hier vermutlich etwas später]. 1 Bl. (Titel), 58 S. Partitur, folio. OUmschl.
Außen Lagerungsspuren, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 263/ 59 Preis: € 120,00
WWV
111 (diese Ausgabe nicht nachgewiesen). – Vermutlich Erstausgabe. –
Offensichtlich weitgehend ein Abzug von den originalen Stichplatten der
Gesamtpartitur mit neuer Paginierung (nur die S. 1–3 sowie 57/58 tragen die
Verl.-Nr. 23604 und sind neu angefertigt worden). Zu Beginn wurde darauf
hingewiesen: Das nachstehende Partiturfragment ist, obgleich nur zur
Aufführung für Orchester und Chor allein bestimmt, doch in der Fassung der
Original-Partitur mit Solo-Stimmen und scenischen Bemerkungen geblieben;
einestheils wird auf diese Weise die Herstellung einer besonderen Ausgabe
überflüssig gemacht und anderentheils dürfte den Herren Dirigenten für die
Uebersichtlichkeit des Ganzen das Original am willkommensten sein. Durch
zwei große Pfeile wurde auf S. 22 bzw. S. 36 ein Sprung angezeigt (Kürzung der
Amfortas-Szene).
WEBER, Carl Maria von (1786–1826). Jubel Overtura [op. 59]. Florenz, Guidi, Pl.-Nr. 2538, 1873. 52 S.
Partitur in Stich, 8vo. Historisierender grüner HLdr. mit Marmorpapierbezug (2. H.
20. Jh.). Sehr gut erhalten (Spuren vom Aufschneiden).
Bestell-Nr. 264/ 59 Preis: € 50,00
Jähns
Nr. 245 (diese Ausgabe nicht nachgewiesen). – G. G. Guidi (1817–1883) eröffnete
1844 seinen Musikverlag, der noch nach seinem Tod bis 1886 und dann von Ricordi
aufgekauft wurde. Seit 1858 veröffentlichte Guidi als erster italienischer
Musikverleger Taschenpartituren, wie sie auch hier vorliegt. Jeweils am Ende
hat der Stecher den Monat und das Jahr der Herstellung eingetragen. – Der
letzte Teil (S. 45ff.) mit seiner berühmten Melodie trägt die Überschrift God
save the king.
WEBER, Carl Maria von. Ouverture
zu der Oper Oberon für das grosse Orchester. Berlin, Schlesinger, Pl.-Nr. 2944 [1859]. 58 S. Partitur in
Stich, 8vo. HLdrbd. (1. Hälfte 20. Jh.) mit aufgezogenem Titelbl. des
OUmschl.s. Druckbild mit blassen Stellen. Insgesamt gutes Expl.
Bestell-Nr. 265/ 59 Preis: € 280,00
Sonneck,
S. 495; Jähns 306. – Originalausgabe. – Heft aus der Verlagsreihe Ouvertures
composées par Charles Maria de Weber, in der zu diesem Zeitpunkt sechs
Ouvertüren erschienen waren (sind jeweils mit der Preisauszeichnung 1¾ Thlr.
auf dem Umschlagtitel aufgelistet).
Berlioz’ meisterhafte Bearbeitung
WEBER, Carl Maria von. Aufforderung zum Tanz. L’Invitation à la Valse
instrumentée à grand Orchestre par Hector Berlioz. Op. 65. Gr. Partition –
Partitur.. Berlin, Schlesinger,
Verl.-Nr. 2656 [1842]. 1 Bl. (Titel in Stich), 52 S. Partitur in
Lithographie, folio. Ursprünglich fadengeheftet, jedoch weitgehend in die
einzelnen Lagen gelöst. Gleichwohl gutes Expl. mit ausgezeichnetem Druckbild.
Bestell-Nr. 266/ 59 Preis: €
650,00
Jähns
Nr. 260; Holoman (Berlioz, Werkverzeichnis) Nr. 90. Extrem seltene Erstausgabe
der Partitur. – Webers wohl berühmtestes Instrumentalstück (ursprünglich
für Klavier solo) ist 1841 von H. Berlioz virtuos instrumentiert und auch in
Deutschland bis zur Jahrhundertwende vielfach in Konzerten als Orchesterstück
gespielt worden. In Frankreich verwendete man das Stück darüber hinaus als
Ballett-Einlage für den »Freischütz«.
WEBER, Carl Maria von. Ouverture
zum Beherrscher der Geister. Berlin,
Schlesinger, Pl.-Nr. S. 5609 [ca. 1863]. 47 S. Partitur in Stich, 8vo.
HLdrbd. m. aufgezogenem Titelbl. des OUmschl.s. (Bindefehler: S. 9–12 nach S.
36).
Bestell-Nr. 267/ 59 Preis: € 45,00
Sonneck,
S. 495. Jähns 122 (Erstausgabe bei Peters in Leipzig). – Erschien innerhalb der
Reihe Ouvertures composées par Charles Maria de Weber). – Es handelt
sich bei diesem Werk um die gänzlich überarbeitete Ouvertüre zu Rübezahl,
die zugleich der einzige erhaltene Musik dieser einst geplanten Oper.
WEBER, Carl Maria von. Preciosa. Berlin: Schlesinger, Pl.-Nr. 1093 [1821].
Aufführungsmaterial mit Duplierstimmen in Stich (teilweise mit neueren Teilen
ergänzt), folio: Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-4, Tr.1-2, Pk., Kl.Tr. u. Schellen bzw. Trgl. u. Tambourin, 3×Vl.1,
3×Vl-2, Va., 2×Vc., 2×Bassi. Hefte mit braunem Papierumschlag;
Alterungsspuren, Einzeichnungen.
Bestell-Nr. 268/ 59 Preis: € 120,00
Jähns
Nr. 279. – Ouvertüre und die übrige Schauspielmusik sind jeweils mit eigener
Paginierung erschienen (bei gleicher Platten-Nummer). Die Hr.3+4 sind in der
Ouvertüre nicht zu besetzen. – Die Noten sind über Novello (London) vertrieben
(Stempel) und für englische Aufführungen verwendet worden; hierfür hat man die
original deutschen Stichworte mit Papierstreifen überklebt und hier die
englische Übersetzung handschriftlich eingetragen. – Ein wertvolles Zeugnis der
Aufführungspraxis.
WINTER, Peter von (1754–1825). Ouverture à grand orchestre de l’opéra: Marie
Montalban […] Offenbach, André,
Verl.-Nr. 1642 [1802/03]. Orchesterstimmen in Lithographie, folio:
Fl.1-2, Ob.1-2, Fg.1+2, Hr.1-2, Tr.1-2, Pk., Vl.1-2,
Va., Basso. Falz von Vl.1 brüchig, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 269/ 59 Preis: € 380,00
RISM
W 1369 (Inkunabel der Lithographie). Titelseite mit schöner Illustration
(Rastender Wanderer vor Kapelle) Das Stück war als Konzertnummer sehr beliebt;
RISM weist fünf Stimmenausgaben nach. – Die Uraufführung von Marie Montalban,eines
»Ernsthaften Singspiels« in vier Akten, fand am 28. Januar 1800 in München
statt. Schilling gibt an, dass dieses Werk glänzend hervorstach, was
Mendel-Reissmann bestätigt (mit enthusiastischem Beifall gegeben). Die
vielen zeitgenössischen Ausgaben des Werkes werden der Anzahl nach nur noch von
Winters Chef-d’oeuvre, Das unterbrochene Opferfest, übertroffen. |