Teil 4: Orchesterwerke des 19. Jahrhunderts
BACH, Carl Philipp Emanuel (1714–1788). 4 Orchester-Sinfonien, componirt 1776 […] Nach der in der königl. Bibliothek zu Berlin
befindlichen Original-Handschrift des Componisten [1.–3. Heft von 4
angekündigten Heften]. Leipzig, Peters, Pl.-Nr. 4270, 4285 und 4295
[1861]. 37, 28, 33 S. Partitur in Stich, 4to. Alle OBrosch., außen schwach
bestaubt, innen sehr gut mit leichten Alterungserscheinungen.
Bestell-Nr. 139/ 59 Preis: € 150,00
Alles
erschienene! – Nicht in BSB; Sonneck, S. 19; er wies diese drei Hefte nach und
nahm an, dass das 4. Heft verschollen sei; es ist jedoch nicht erschienen (vgl.
den entspr. Hinweis bei Eitner, Bd. 1, S. 283). Auf den Titelseiten sind auch
nur die drei o. g. Nummern wiedergegeben. – Im 1. Heft befindet sich auf dem
Titelbl. verso eine kurze Vorbemerkung des Herausgebers, Franz Espagne
(1828–1878), der um 1859 als Nachfolger Dehns Custos der Musikabteilung der
Königlichen Bibliothek in Berlin wurde und mehrfach anhand dortiger Bestände
Ausgaben älterer Werke betreute; er war neben C. F. Becker und S. Dehn ein
Pionier auf diesem Gebiet. Neben den Autographen diente noch die 1780 bei
Schwickert in Leipzig erschienene Stimmenausgabe als Quellenmaterial (Wotquenne
183 bzw. Helm 663– 666; RISM B 55). Über die erste Sinfonie (D-Dur) berichtet
Espagne, dass sie „unter der Leitung des Musikdirectors Reinecke im dritten
diesjährigen [1860] Gewandhaus-Concert mit so allseitigem Beifall
aufgeführt [worden sei], dass sie binnen kurzer Frist wiederholt werden
musste.“ – Wertvolles Dokument früher Wiederbelebungsversuche älterer
Musik.
BACH, J. S. [BWV 1054] Concert
en Ré majeur pour Le Clavecin avec accompagnement de deux Violons, Viola et
Basse […] publié d’après le manuscrit original par S. W. Dehn et F. A.
Roitzsch. Leipzig, Peters, Verl.-Nr. 3660
(Partitur) bzw. Pl.-Nr. 3661 (Stimmen) [1854]; Partitur in späterem
Umdruck mit Zusatz Edition Peters Nr. 251., folio. 28 S.; Vollst.
Stimmsatz in Stich: Cembalo, Vl.1-2, Va., Basso. Teils m. verblasstem
Wasserfleck, teils etwas gebräunt, sonst gutes Exemplar.
Bestell-Nr. 140/ 59 Preis: € 380,00
BWV
1054 (Bearbeitung des Violinkonzerts E-Dur, BWV 1042); nicht in BSB. – Stimmen
in Erstausgabe, Partitur in Titelauflage. Im Vorwort informiert Dehn über
die Quellenlage und über Aspekte der vorliegenden Ausgabe. In der Bibliothek
der Singakademie befindet sich demnach die autographe Partitur, in der Bach die
Prinzipalstimme nachträglich umgearbeitet habe. Die Partitur gibt nur die
umgearbeitete Version wieder. – S. W. Dehn (1799–1858) ist einer „der
gelehrtesten und gründlichsten Contrapunktisten und musikalischen Theoretiker“
seiner Zeit gewesen (Musikalisches Conversations-Lexicon Bd. 3, 1873, S.
100). Er gehört mit seinen Ausgaben älterer Musik zu den Pionieren der modernen
Editionstätigkeit (Notentext im vorliegenden Druck praktisch ohne editorische
Beifügungen, wie dies sonst im 19. Jahrhundert üblich gewesen ist). Durch seine
Stellung als Custos der musikalischen Abtheilung der königl. Bibliothek in
Berlin (seit 1842) hatte er aufgrund der dortigen Bestände seine Ausgaben
vorlegen können. F. A. Roitzsch(1805-1889) hat als Herausgeber vergleichbare
Verdienste.
BACH, J. S. [BWV 1058] Concert
en Sol mineur pour Le Clavecin avec accompagnement de deux Violons, Viola,
Violoncelle et Bass […] publié pour la première fois d’après le manuscrit
original par S. W. Dehn et F. A. Roitzsch. Leipzig, Peters, Verl.-Nr. 3410 (Partitur) bzw. Pl.-Nr. 3411
(Stimmen) [1851]; Partitur in späterem Umdruck mit Zusatz Edition Peters
Nr. 249, folio. 25 S.; Vollst. Stimmsatz in Stich: Cembalo (12 S.), Vl.1 (4
S.), Vl.2 (4 S.), Va. (4 S.), Violoncello e Violone (4 S.).
Orchesterstimmen mit größerem, aber stark verblasstem Wasserfleck im unteren
Drittel; Cembalo-Stimme etwas gebräunt. Unbenutztes Material und insgesamt sehr
gut.
Bestell-Nr. 141/ 59 Preis: € 380,00
BWV
1058 (Bearbeitung des Violinkonzerts a-moll, BWV 1041); nicht in BSB. – Stimmen
in Erstausgabe, Partitur in Titelauflage. Vorwort (dt./frz.) von Dehn (wie
in Nr. 140).
BACH, J. S. [BWV 1069] Ouverture ou Suite en Ré majeur pour 2
Violons, Viola, Basse, Timballes, 3 Hautbois, Basson, 3 Trompettes [...] publiée
pour la première fois par
F. A. Roitzsch. N° 4.
Leipzig, Peters, Verl.-Nr. 6494 (Edition Peters, Nr. 2068)
[1881]. 30 S.
Partitur, groß-folio. Ungeheftet. Äußeres Doppelbl. am Falz vollständig
gerissen.
Bestell-Nr. 142/ 59 Preis: € 180,00
BWV
1069; nicht in BSB. – Erstausgabe. – Im kurzen Vorwort weist Roitzsch
darauf hin, dass es von dem Stück kein Autograph gibt und welche Abschriften er
deshalb für die vorliegende Edition benützt habe. Für die Echtheit bürge, dass
Bach den 1. Satz vollständig, jetzt aber in Verbindung mit einem Chor in der
Kantate Nr. 110 »Unser Mund sei voll Lachen« nochmals verwendet habe.
BACH, Joh. Seb. / BÜLOW, Hans von (1830–1894). Suite in H Moll für Flöte und Streichorchester […] Zum Concertvortrage nach der neuen Münchener
Ausgabe für die Aufführungen in Berlin und Hamburg (1892) überarbeitet und
vervollständigt von Hans von Bülow. Leipzig, Aibl, Verl.-Nr. R. 2549a [vermutlich
um 1892]. 16 S. Partitur, folio. Ungeheftet; Titelseite leicht fleckig, sonst
sehr gut (wenige Einzeichnungen mit Bleistift). Exemplar aus ehemaligem Besitz
der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (Stempel).
Bestell-Nr. 143/ 59 Preis: € 75,00
BWV
1067; BSB S. 262 (andere Ausg.); nicht bei Sonneck. – Originales Impressum mit
gedrucktem Etikett der Universal Edition überklebt. – In dieser Zeit
»verschlimmbesserten« zahlreiche Persönlichkeiten des deutschen Musiklebens die
Werke Bachs (darunter R. Franz, G. Mahler, F. Mottl und F. Weingartner).
BAILLOT, Pierre (1771–1842). Premier Concerto [a-moll] Pour le
Violon Avec Accompagnement de deux Violons, Alto, Basse, une Flûte, deux
Hautbois, deux Bassons et deux Cors, dédié à Madame de Boucheporne [...] Œuvre
III. Prix 9f.
Paris, Ozi, Pl.-Nr. 54 [um 1800]. – Violon principal in Stich,
folio. Dazu: Second Concerto [B-Dur] Pour le Violon Avec
Accompagnement [...] Œuvre VI. [...] Paris, L’Imprimerie du Conservatoire, Pl.-Nr. 132 [um 1800].
Violon principal in Stich, folio. –
Dazu: Quatrième Concerto [e-moll] Pour le Violon Avec Accompag.nt
[…] Œuvre X. Paris, L’Imprimerie du Conservatoire Impériale [!],
ohne Pl.-Nr. [um 1810]. Violon principal in Stich, folio. – Dazu: Septième
Concerto [D-Dur] Pour le Violon Avec Accompagnement [...] Op. 21.
Paris, Pleyel, Pl.-Nr. 1050 [1812]. Violon
principal in Stich, folio.
Bestell-Nr. 144/ 59 Preis: € 280,00
Wertvolle
Sammlung von Solostimmen zu Violinkonzerten eines der Hauptmeister der
französischen Violinistenschulen am Anfang des 19. Jahrhunderts.
BAILLOT, Pierre (1771–1842). Troisième Concerto [F-Dur] Pour le
Violon Avec Accompagnement de deux Violons, Alto, Basse, Flûte, deux
Clarinettes, deux Bassons et deux Cors. Dédié à Monsieur de Sorcy [...] Œuvre VII. Paris, L’Imprimerie du
Conservatoire, Pl.-Nr. 145 [um 1800]. Violon principal in Stich,
folio. Geringe Alterungsspuren, gutes Druckbild.
Bestell-Nr. 145/ 59 Preis: € 180,00
Autographe Widmung auf der
Titelseite oben: „De la part de l’Auteur à Son Elève Blondeau“. –
Im 2. Satz befindet sich kurz vor Schluss eine ungewöhnlich lange, ausnotierte
Kadenz mit dem Hinweis: Point d’orgue ad libitum. Mit Änderungen, die auf den Autor zurückgehen
146. BARGIEL, Woldemar (1828–1897). Ouverture zu Prometheus für großes Orchester, op. 16. Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 10665 [1864].
Orchesterstimmen mit Dubletten in Stich, groß-folio: Picc., Fl.1-2, Ob.1-2,
Kl.1-2, Fg.1-2, Hr.1-4, Tr.1-2, Pos.1-3, Pk., 5×Vl.1, 4×Vl.2, 3×Va, 6× Vc. e
Basso. Jede Stimme mit blauem Kartonumschl. Einzeichnungen mit Bleistift,
besonders in den Bläsern mit einigen Instrumentationsretuschen, die vielleicht
auf die vom Komponisten geleitete Aufführung von 1880 zurückgehen und dem Stück
nun die Qualität einer 2. Fassung verleihen.
Bestell-Nr. 146/ 59 Preis: € 350,00
BSB S. 328 (nur
Partitur!). – Handschriftl. Aufführungsnachweise in der Pos.1-Stimme ( d. 27. April 1876) bzw. in der
Tr.1-Stimme ( Leipzig, den 9ten Dec. 1880 unter Direction des Componisten).
– Bargiel hat nur verhältnismäßig wenig Orchesterwerke geschrieben; Prometheus
ist eine von insgesamt drei Schauspiel-Ouvertüren, zu denen noch Romeo
und Julia und Medea gehörten.
BEETHOVEN, Ludwig van (1770–1827). [Op. 50] [Romanze F-Dur für Violine und Orchester, op.
50] Stimmen aus Vorbesitz des Kapellmeisters Adolf Karl Büttner-Tardier (geb.
1873). Aus: Ludwig van Beethoven’s Werke; Serie 4, Nr. 31; Leipzig,
Breitkopf & Härtel, Verl.-Kennung B. 31 [ca. 1864]. Kompl. Orchesterstimmen
in Stich, folio. Einzeichnungen mit Bleistift; unbedeutende Benützungsspuren.
Bestell-Nr. 147/ 59 Preis: € 50,00
BEETHOVEN, Ludwig van. [Op. 56] 7.ème Concerto. En Ut Maj. Op.
56 [Tripelkonzert]. Paris, Richault, Pl.-Nr. 7814 R. [um 1845]. 2
Bll. (Reihentitel, Gesamtinhalt), 180 S. Partitur in Stich, 4to. Dunkelgrüner
HLdr. d. Z. Unbedeutend bestoßen, kleine Fehlstelle am Rücken. Gutes Expl.
Bestell-Nr. 148/ 59 Preis: €
100,00
Französische
Partitur-Erstausgabe, die bald nach der deutschen (Frankfurt, Dunst 1836)
herauskam. Aus der Verlagsreihe: Collection Complète des Sept Concertos et
d’une Fantaisie pour Piano, Orchestre et Chœur de L. van Beethoven pour Piano
et Orchestre mis en Partition par Henri Roubier, Professeur de Piano à Paris.
BEETHOVEN, Ludwig van. [Op. 60] N° 4. Sinfonie in B-Dur. Op. 60. Herausgegeben von Fr.
Chrysander […] Leipzig-Winterthur, Rieter-Biedermann, Verl.-Nr. 603 ( B.
S. 4) [um 1869]. 1 Bl. (Titel), 200 S. Partitur in Stich, 4to. Schöner
dunkelgrüner HLdr.; schwach berieben.
Bestell-Nr. 149/ 59 Preis: € 35,00
Chrysanders
Neuedition der 9. Sinfonie für Rieter-Biedermann mit der Pl.-Nr. 608 ist
1869 erschienen (s. Kinsky-Halm, S. 379).
BEETHOVEN, Ludwig van. [Op. 72] Ouverture de l’Opéra: Fidelio […] Pr. 1 Thlr. Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 4564
[1828]. 1 Bl. (Titel),
48 S. Partitur in Stich, 4to. OBrosch., Umschlag
gelöst, Alterungsspuren. Eintragungen mit Blau- und Rotstift.
Bestell-Nr. 150/ 59 Preis: € 120,00
Kinsky-Halm,
S. 194. – Es handelt sich um die E-Dur Ouvertüre, die hier in der ersten
Partitureinzelausgabe vorliegt. Sie ist von Beethoven in einer für ihn eher
untypisch raschen Zeit im Mai 1814 entstanden und wurde bei der Opernaufführung
am 26. Mai d. J. (zugleich zweite Vorstellung mit der 3. Fassung des Fidelio)
erstmals gespielt.
BEETHOVEN, Ludwig van. [Op. 84] Ouverture
d’Egmont à Grand Orchestre […] Œuvre
84. Prix: 12f. Paris, Richault,
Pl.-Nr. 3089 [ca. 1842]. Kompl. Orchestermaterial mit Duplierstimmen in
Stich, folio; hs. Ergänzungsstimme: Ophicleïde. Teilweise etwas
gebräunte Titelseite, teilweise Feuchtigkeitsspuren; Lagerungsspuren an den
Rändern (Notentext nicht berührt).
Bestell-Nr. 151/ 59 Preis: € 145,00
BEETHOVEN, Ludwig van. [Op.
92] Siebente Symphonie […] Op. 92. Leipzig: Breitkopf &
Härtel, Pl.-Kennung B. 7 [ca. 1862]. Aufführungsmaterial mit Duplierstimmen
in Stich, folio. Zahlreiche Eintragungen mit verschiedenen Schreibutensilien.
Ergänzt mit Duplierstimmen der Ausgabe Breitkopf & Härtels
Orchesterbibliothek Nr. 12/13: mehrere Vl.1 und Vl.2 (aus der
Gesamtausgabe Beethovens Werke).
Bestell-Nr. 152/ 59 Preis: € 60,00
BEETHOVEN, Ludwig van. [Op.
92] Symphonie en La. 7. Paris, Launer, Pl.-Nr. V.e L. 3577[1844/45]. 1 Bl.
(Reihentitel), 210 S. Partitur in Stich, 4to. Zeitgenöss. hübsch marmorierter
HLdr. Leicht berieben; Notenteil sehr gut (etwas knapp beschnitten, aber ohne
Textverlust).
Bestell-Nr. 153/ 59 Preis: € 100,00
Französische
Erstausgabe der Partitur, die innerhalb der Verlagsreihe Collection complète
des Symphonies de L.-V. Beethoven [!] mises en Partition erschienen
ist. Widmung der ganze Serie: Édition dédiée aux Conservatoires de France et
de Belgique.
BEETHOVEN, Ludwig van. [Op.
93] Achte Große Sinfonie [...] 93tes Werk [...] Wien, Haslinger,
Pl.-Nr. T. H. 7060 [1837]. 2 Bll. (Titel, vacat), 133 S. Partitur in
Stich, folio. Mit dem blauen OUmschl. (bestaubt). Buchblock in mehreren Teilen
(Rücken fehlt).
Bestell-Nr. 154/ 59 Preis: € 380,00
Kinsky-Halm,
S. 265. – Es handelt sich um die 2. Ausgabe der Partitur, die zuerst 1817 in
Lithographie bei Steiner & Comp. in Wien erschienen war. Im »Allgemeinen
Musikalischen Anzeiger« begrüßte man den Neustich: Noch schmerzen uns die
Augen, wenn wir des ekeln, schmutzigen, undeutlichen Steindrucks gedenken! –
Nun aber ist es anders geworden ...
BEETHOVEN, Ludwig van. [Op. 93] N° 8. Sinfonie in F-Dur. Op. 93. Herausgegeben von Fr.
Chrysander […] Leipzig-Winterthur, Rieter-Biedermann, Pl.-Nr. 607 ( B.S.8)
[1869]. 1 Bl. (Titel), 160 S. Partitur in Stich, 4to. Schöner dunkelgrüner HLdr.; schwach berieben.
Bestell-Nr. 155/ 59 Preis: € 35,00
Die
Chrysander-Ausgabe der 9. Sinfonie mit der Pl.-Nr. 608 ist 1869 erschienen
(Kinsky-Halm, S. 379).
„Rauferei mit schlechtem Ausgang“: Musiker Anno 1892
BEETHOVEN, Ludwig van. [Op.
117] Grosse Ouverture (in Es.) Zu König Stephan. Geschrieben zur Eröffnung
des Theaters in Pesth […] 117tes Werk […] Wien, Haslinger, Pl.-Nr. S:
u: C: 4692 [1826]. Kompl. Stimmsatz in Stich, folio. Ergänzend Stimmen in
Kopistenschrift (1889), folio: Tr.1 in B, Tr.1 in Es, Tr.2, 2×Vl.2, Va., Vc., 2× Basso. Beiliegend eine Partitur aus der
Gesamtausgabe Beethovens Werke (Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. B. 207b(23) [um 1862]: 1 Bl., 40 S. in Stich,
folio. Eintragungen (Blau- oder Bleistift) und Wendespuren; Einrisse in nahezu
allen gedruckten Stimmen mit transparentem Kleestreifen repariert.
Bestell-Nr. 156/ 59 Preis: € 150,00
Kinsky-Halm,
S. 340. – Titelauflage der Erstausgabe. – Die hs. Stimmen sind teilweise im
Explicit datiert, z. B. in Va.: H. Rottenfußer 7/II
89. Riga; im Explicit der Tr.1 in Es ist eine offenbar recht problematische
Situation vor der Aufführung dokumentiert: Libau, d. 22/8 1892, vor
Anfang etwas Rauferei mit schlechtem Ausgang. – Orchestermaterial aus
Vorbesitz des Kapellmeisters Adolf Carl Büttner-Tardier (geb. 1873), das einige
aufführungspraktische Besonderheiten aufweist.
BEETHOVEN, Ludwig van. [Op.
125] N° 9. Sinfonie mit Chor. Op. 125. Herausgegeben von Fr. Chrysander […] Pr. 3 Thlr. netto. Leipzig-Winterthur, Rieter-Biedermann, Pl.-Nr. 608
( B.S.9) [1869]. 1 Bl. (Titel), 348 S. Partitur in Stich, 4to. Schöner
dunkelgrüner HLdrbd.; schwach berieben.
Bestell-Nr. 157/ 59 Preis: € 45,00
Kinsky-Halm, S.
379.
BÉRIOT, Charles-Auguste
de (1802–1870). 9me Concerto [a-moll] pour
Violon avec accompagnement de Piano ou d’Orchestre, op. 104. Mainz, Schott, Verl.-Nr. 15395, [1860, hier spätere
Auflage: nach ca. 1872]. Aufführungsmaterial, groß-folio: Vl. Principal,
Fl., Klar.1+2, Fg.1+2, Hr.1+2, Vl.1, Vl.2, Va.,
Vc.+Kb. Orchesterstimmen in Vl. Principal einliegend (diese außen
gebräunt und am Falz unbedeutend schadhaft). Notenmaterial insgesamt sehr gut;
mit Blaustift wurden Orientierungsbuchstaben eingetragen (evtl. bereits vom
Verlag oder vom Notenwart des Orchesters); offenbar unbespielt.
Bestell-Nr. 158/ 59 Preis: € 160,00
Preisauszeichnung
in Mark. – Anmerkung zur Solo-Stimme: Revu et doigté par A. Pollitzer. –
Die drei Sätze folgen ohne Pause auf einander.
BERNARD, Emile
(1843–1902). Concertstück pour Piano et Orchestre […] Op. 40.
Paris, Durdilly [1892]. 1 Bl. (Titel), 93 S. Partitur, 4to. Titelbl. des
OUmschl. lose beiliegend, Blatt mit Haupttitelseite gelöst, sonst gutes
Exemplar.
Bestell-Nr. 159/ 59 Preis: € 45,00
Bernard
ist Organist in Paris gewesen, gehörte aber zu den wenigen Komponisten seiner
Zunft, die für ihr Instrument kaum etwas geschrieben haben (vorwiegend
Orchester- oder Kammermusik sowie für Klavier). – Während das Stück laut
gedruckter Widmung A Monsieur I. Philipp [d. i. der Pianist Isidore
Philipp (1863–1958)] zugedacht ist, besitzt unser Exemplar eine mit „octobre
1892“ datierte autographe Widmung an Taffanel (1844– 1908), der damals
Musikdirektor der Pariser Oper war und möglicherweise die Uraufführung
dirigierte.
BERR [Beer], Frédéric [Friedrich] (1794–1838). 5me Air varié [für
Klarinette mit Klavier- oder Orchesterbegleitung bzw. mit Harmoniemusik,
As-Dur]. Paris, [Meissonier], Pl.-Nr. 76 [um 1830]. a) Solostimme in
Manuskript, Klavierstimme (mit übergelegter Solostimmen) 7 S. in Stich. – b)
mit Orchesterbegleitung: Fl., Klar.1+2, Fg.1+2;
Hr.1+2; Vl.1-2, Va., Vc., Kb. – c) mit Harmoniemusik: Klar.1-2, Fg.1-2,
Serpent, in Stich, folio, in späterem grünem OUmschl. (fälschlich betitelt 6e
Air varié) des Nachfolgeverlags Gérard).
Bestell-Nr. 160/ 59 Preis: € 280,00
Die
anscheinend ursprünglich fehlende Stimme der Solo-Klarinette wurde in altem
Manuskript offensichtlich aus der Klavierpartitur kopiert. – Auf fünf
Bläserstimmen wurde ausdrücklich hingewiesen: ... avec accompagt d’Harmonie.
Die Partien von Klar.1-2 und Fg.1-2 wurden hierfür stark geändert und liegen
deshalb als Separatdruck bei.
BERR, Frédéric. 5me
Air varié [für Klarinette mit
Klavier- oder Orchesterbegleitung bzw. mit Harmoniemusik, As-Dur]. Paris, H.
Lemoine, Pl.-Nr. 5832 HL [um 1850]. a) Solostimme 3 S., Klavierstimme
(mit übergelegter Solostimmen) 7 S., in Stich. – b) mit Orchesterbegleitung: Fl., Klar.1+2, Fg.1+2; Hr.1+2; Vl.1-2, Va., Vc., Kb.– c) mit
Harmoniemusik: Klar.1-2, Fg.1-2 (3), Serpent (3), in Stich, folio, in späterem
grünem OUmschl. Etwas blasses Druckbild, sonst bestens erhalten.
Bestell-Nr. 161/ 59 Preis: € 220,00
Titelauflage
der Ausgabe Meissonnier, wobei die Pl.-Nr. ersetzt wurde (die alte Nr. ist noch
vereinzelt erkennbar). – Auf fünf Bläserstimmen wurde ausdrücklich hingewiesen:
... avec accompagt d’Harmonie. Die Partien von Klar.1-2 und Fg.1-2
wurden hierfür stark geändert. Diese relativ späte Neuauflage belegt, dass sich
die Klarinettenwerke des Frédéric Berr einer länger anhaltenden Beliebtheit
erfreuten.
BERR, Frédéric. 6e Air varié pour
la Clarinette en Si b [b-moll] avec Accompagnement d’Orchestre, Harmonie
ou Piano, dédié à son Frère Philippe. Paris,
E. Gérard et Cie., éditeurs, Ancienne Maison Meissonnier, Pl.-Nr. 612 [ca.
1860]. a) Klavierfassung: Klavierstimme mit übergelegter Solostimme (1 Bl. –
Titel, 13 S.), Klarinette solo (5 S. in Fotokopie); b) für großes Orchester
(teilweise auch für Harmonie-Begleitung, s. Kommentar): Fl.1+2, Klar.1-2,
Fg.1+2, Hr.1+2, Tr.1+2, Pos.1+2+3, Vl.1-2, Va., Kb.,
fol. c) Ergänzungsstimmen für Harmoniemusik: Klar.3, Serpent. Stimmen im
OUmschl. aus grünem Papier lose einliegend. Stellenweise etwas blasses
Druckbild, sonst sehr gut erhalten
Bestell-Nr. 162/ 59 Preis: € 240,00
Titelauflage
der Ausgabe Meissonnier von 1832. – Auf dem Umschlag des Notenmaterials
befindet sich ein umfangreiches Verlagsverzeichnis (darunter zahlreiche Schulen
u. a. für Clavi-Cor a trois pistons, Flute, Flute-Bohm, Mélophone,
Néocor, Ophicléide, Saxhorns, Saxophone und weitere
Metallblasinstrumente mit Klappen).
BÖHM, Theobald
(1794–1881). Variations sur un Air Suisse [C-Dur] Pour la
Flûte avec accompagnement d’Orchestre ou Piano, dédiées à Monsieur Prosper
Antmann […] op. 20. Paris, Aulagnier,
Pl.-Nr. A.F.662 [ca. 1841]. Stimmen in Stich, folio: Klav. mit Fl. Solo
(12 S.), Fl., Hr.1+2, Vl.1-2, Va., Vc.+ Basso. Handschriftliche
Duplierstimme (zeitgenöss. Kopistenschrift): Vl.2. Titelseite stark verblasst,
sonst aber gutes Druckbild, teilweise stockfleckig.
Bestell-Nr. 163/ 59 Preis: € 120,00
BSB
S. 734 (nur Part. Ausg. Schott). – Auf der Titelseite weist der Komponist
ausdrücklich darauf hin, dass man zur Ausführung unbedingt das von ihm
erfundene neue Flötenmodell benötige: Ces Variations ont été composée pour
la nouvelle Flûte inventée par M. Boehm. Das vorliegende Werk diente –
ebenso wie andere vergleichbare Stücke des Komponisten und berühmten Flötisten
– nicht zuletzt dazu, seine neue Erfindung populär zu machen. – Es handelt sich
um einen Zyklus aus Introduktion, Thema und vier Variationen (am Ende der Var.
1–3 jeweils ein sich wiederholender Tutti-Abschnitt).
CHABRIER, Emmanuel
(1841–1894). España. Rhapsodie pour orchestre. Paris, Enoch & Costallat, Verl.-Nr. E. F. & C. 891 [ca.
1880]. 61 S. Partitur, folio. Ungeheftet; OUmschl. am Falz fast ohne Folgeschäden
gerissen, Titelblatt mit unbedeutenden Einrissen, Titelseite leicht fleckig.
Bestell-Nr. 164/ 59 Preis: €
80,00
Sonneck, S. 75. – Originalausgabe von
Chabriers berühmtestem
Orchesterstück. Hier zeigte der Komponist wieder einmal seine
virtuosen Orchestrierungskünste und verband dies mit einer immer
wirkungsicheren
folkloristischen Klangkulisse, womit er sich in die vielen anderen
»spanischen«
Kompositionen seiner Zeit einreiht (z. B. Moszkowskis Spanische Tänze oder
Lalos Sinfonie espagnol).
CHABRIER, Emmanuel. La
Sulamite. Scène Lyrique Pour Mezzo-Sopran er Chœurs de Femme. Poésie de Jean
Richepin. Paris, Enoch &
Costallat, Verl.-Nr. E.F.&C.1939 [1885]. 80 S. Partitur mit frz./dt.
Text, folio. Ungeheftet mit OUmschl. (dieser am Falz gering schadhaft).
Notenteil sehr gut.
Bestell-Nr. 165/ 59 Preis: € 75,00
Dieses
sehr farbig instrumentierte Stück beweist, dass auch ein Ministerialbeamter –
der Chabrier nun einmal hauptberuflich war – eine enorme kompositorische
Fantasie entwikkeln kann. Die scène lyrique mit ihrem fremdartigen Sujet reiht
sich bereits in jenen Exotismus ein, der eigentlich erst kurz vor und um die
Jahrhundertwende besonders vom Impressionismus aufgegriffen wird. Das groß
besetzte Orchester schließt neben einem umfangreichen Schlagwerk (darunter
Crotales) noch zwei Harfen ein. Die Uraufführung fand am 15. März 1885 in Paris
im Rahmen der Concerts Lamoureux statt.
CIMAROSA, Domenico
(1749–1801). Ouverture del Matrimonio Segretto en Sinfonie. Paris,
Imbault, Pl.-Nr. O. S. 179 [ca. 1801]. Stimmen in Stich, folio:
Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1+2, Hr.1-2, Tr.1-2, Pk., Vl.1-2, Va., Vc. et Bassi. Etwas
fleckig; zahlreiche aufführuzngstechnische Eintragungen mit Blau-, Rot- oder
Bleistift.
Bestell-Nr. 166/ 59 Preis: € 175,00
RISM
C 2316. – Die Pl.-Nr. bezieht sich auf eine Verlagsreihe: O. S. bedeutet
„Ouvertures pour orchestre“. – Das 1792 in Wien uraufgeführte Stück, das
seinerzeit zu den meistgespielten Buffo-Opern gehörte, wurde in Paris erstmals
1801 gegeben; in diesem Zusammenhang dürfte der Druck angefertigt worden sein.
– Die zahlreichen aufführungstechnischen Anmerkungen (darunter mehrere Striche
und in der Klar.1 die nachgetragene Verdopplung einer Fl.1-Partie) macht das
Material zu einem historischen Zeugnis der Aufführungspraxis.
CIMAROSA, Domenico. Ouverture del
Matrimonio Segretto […] à Grand Orchestre. Paris, Janet & Cotelle, Pl.-Nr. O. S. 179 [ca.
1801; hier aber nach 1812]. Orchestermaterial mit Duplierstimmen in Stich,
folio (Besetzung wie zuvor). Leichte Lagerungsspuren. In Manuskript: Pos.,
Serpent.
Bestell-Nr. 167/ 59 Preis: € 120,00
Titelauflage
der Originalausgabe von Imbault (s. RISM C 2316), wobei die alte Pl.-Nr. mit
der gattungsbezogenen und verlagstypischen Kennzeichnung erhalten blieb (O. S.
für „Ouvertures pour orchestre“); die Titelseite wurde hingegen vollständig neu
gestochen (original: Ouverture del Matrimonio Segreto en Simfonie). Imbault
hatte 1812 sein Geschäft an Janet & Cotelle verkauft. Unser Stimmensatz
stammt aus dem Vorbesitz der Portsmouth musical association, established
1850. In einer Vl.1-Stimme wurde der Erwerb vermerkt: „April 5th 1851.
Purchased fromm A. Novello“.
CLOSNER, C. G. (Lebensdaten unbekannt). Fest-Marsch für grosses Orchester. Componiert zur
Centenarfeier Seiner Majestät Koenig Ludwig I. und zur Eröffnung der
internationalen Jubilaeums-Kunst-Ausstellung in München 1888, Op. 6. München, Laeuterer, Verl.-Nr. 19 [ca.
1888]. 32 S. Partitur, folio. Fadengeheftet m. OUmschl. (Papier).
Bestell-Nr. 168/ 59 Preis: € 70,00
BSB-Musik,
S. 1262. – Komponiert für das große romantische Orchester unter
Berücksichtigung militärmusikalischer Aspekte (Blechbläser etwas verstärkt,
umfangreiches Schlagwerk). Das auf Prunk abzielende Stück des lexikalisch nicht
nachweisbaren Komponisten, das auch in Klavierbearbeitungen erschienen ist,
dürfte den Vergleich mit bspw. R. Wagners »Kaisermarsch« nicht scheuen.
COENEN, Johann Meinardus
(1824–1899). Symphonie à grand Orchestre [h-moll]. Prix
de Concours proposé par la Soçiété pour l’encouragement de la Musique dans les
Pays-Bas. Mainz,
Schott, Pl.-Nr. 18600 [1866]. Gedruckte Orchesterstimmen, groß-folio:
Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-4, Tr.1-2, Pos.1-3, Pk., Vl.1-2, Va.,
Vc., Basso. Handschr. Ergänzung in Pos.3 für den 2. Satz. Material
unbedeutend gealtert.
Bestell-Nr. 169/ 59 Preis: € 280,00
Nicht
bei Sonneck; nicht in BSB. – Gedruckte Widmung: À Sa Majesté Guilleaume III,
Roi des Pays Bas. Coenen war u. a. von 1857 bis 1865 Dirigent des Orchesters
»Felix Meritis«, Amsterdam. Die viersätzige Sinfonie hat enorme Ausmaße, wobei
allein der 1. Satz nahezu die Hälfte des Stücks ausmacht.
DOPPLER, Franz
(1821–1883). Fantaisie pastorale hongroise pour la Flûte avec accompagnement de Piano, op. 26. Mainz, Schott, Pl.-Nr. 21265, [1875]. 13 S.
Klavierpartitur in Stich, groß-folio (7 S. Fl.-Stimme in Umdruck, vermutl. um
1900). Klavierstimme etwas blass, mit Gebrauchsspuren.
Beigefügt: Fantaisie
pastorale […] arrangiert mit Orchesterbegleitung von A. Klautzsch. Mainz,
Schott, Pl.-Nr. 24272 [ca. 1886]. Stimmen in Stich, groß-folio: Fl.,
Ob., Klar.1+2, Fg., Hr.1+2, Tr.1+2, Pos.1-3, Tb. ad lib., Pk, Vl.1-2, Va., Vc.,
Kb. Mit handschriftl. Dubletten; etwas fleckig; insgesamt gutes Notenmaterial.
Nicht in BSB.
Bestell-Nr. 170/ 59 Preis: € 120,00
DRAESEKE, Felix (1835–1913). Serenade (D dur) für Orchester […] Op. 49. Leipzig, Kistner, Verl.-Nr. 7273 [1889]. 54 S. Partitur,
folio. OUmschl. Sehr schönes Exemplar.
Bestell-Nr. 171/ 59 Preis: € 75,00
Sonneck,
S. 100. Müller-Reuter Bd. 1, S. 488; BSB S. 1649. – Originalausgabe. –
Die Serenade ist Dem Dresdner Tonkünstlerverein zugeignet, der auch die
Uraufführung am 21. Oktober 1889 unter der Leitung von Ernst Schuch spielte. –
Draeseke, dessen Instrumentalwerke meistens einen programmatischen Hintergrund
haben, soll das Stück als Liebeswerbung mit nachfolgender Hochzeitsfeier verstanden
haben (Müller-Reuter).
DRESSLER, Raphael
(1784–1835). Variations Pour la Flûte avec accompagnement de 2 Violons, 2 Hautbois, 2
Bassons, 2 Cors, Viole et Basse […] Oeuv. 11 […]
Leipzig, Breitkopf & Härtel, Verl.-Nr. 1725 [1812]. Stimmen in
Lithographie, folio: Fl. Principale, Ob.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Basso. Etwas gebräunte Titelseite, unbedeutende
Alterungsspuren.
Bestell-Nr. 172/ 59 Preis: € 240,00
Nicht in BSB. – „Als Virtuos auf der Flöte
behauptete Dressler als Jüngling schon einen hohen Rang, und sein Ruf nahm zu,
je mehr seine eigentliche Bildung im Mannesalter an Gründlichkeit und
Vielseitigkeit gewann“ (Schilling, 1840). Um 1820 ging er nach England, von
wo er erst 1834 wieder nach Deutschland zurückkam und sich in Mainz niederließ.
DUKAS, Paul (1865–1935). L’Apprenti sorcier. Scherzo d’après une ballade de Gœthe. Paris, Durand, Verl.-Nr. D. & F. 5302 [1897].
2 Bll. (Titel, französ. Übersetzung des Goethe-Gedichts von Henri Blaze), 74 S.
Partitur, folio. Am Bund gelöst, Gebrauchsspuren, Einzeichnungen mit Blau- und
Bleistift.
Bestell-Nr. 173/ 59 Preis: € 120,00
Sonneck,
S. 105. – Erstausgabe. – Eines der berühmtesten Beispiele vom Einfluss
Goethes auf die französische Musik im späten 19. Jahrhundert, zu denen u. a.
noch die Oper Werther von Massenet und eine Ouvertüre zu Götz von
Berlichingen von Dukas gehören. – Unser Exemplar stammt aus dem Besitz des
französischen Geigers und Dirigenten Gaston Poulet (1892–1974), dessen
handschriftlicher Besitzvermerk auf der Titelseite eingetragen ist und von dem
auch die Einzeichnungen im Notenteil stammen dürften. Dieser hatte 1917
Debussys Violinsonate mit dem Komponisten als Klavierbegleiter uraufgeführt; er
war Toscanini-Schüler und eine wichtige Persönlichkeit im Musikleben
Frankreichs.
DVOŘÁK, Antonín (1841–1904). Serenade [E-Dur], op. 22.
Berlin, Bote & Bock, Verl.-Nr. 12137 [1879]. 48 S. Partitur, folio.
Ungeheftetes, sehr breitrandiges Expl. ohne Umschlag. Äußeres Doppelbl. am Falz
schadhaft; generell leicht gebräunt, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 174/ 59 Preis: €
45,00
Burghauser
52. Sonneck, S. 107; BSB S. 1713. – Erstausgabe.
DVOŘÁK, Antonín. Slavische
Tänze für Orchester […] Erste
Sammlung (Op. 46. Heft I, N° 1 bis 4). Berlin, Simrock, Verl.-Nr. 8050,
1887. 138 S. Partitur, 4to. Schwarzbrauner Ldrbd. mit Goldprägung auf dem
Rücken. Schönes Exemplar.
Bestell-Nr. 175/ 59 Preis: € 75,00
Burghauser,
Nr. 83; nicht in BSB. – Titelauflage der erstmals 1878 veröffentlichten Tänze
(neues Erscheinungsjahr auf der Titelseite!), deren Originalfassung für Klavier
zu vier Händen (Burghauser Nr. 78) damals zeitgleich erschienen war. Hübsche,
rot und schwarz gedruckte Titelseite (mit Besitzvermerk).
FESCA, Friedrich Ernst (1789–1826). Pot-Pourri pour le
Cor [F-Dur]
avec accompagnement de deux Violons, Alto & Violoncelle […] Op: 29. Bonn,
Simrock, Pl.-Nr. 2130 [1823]. 5 S. Horn solo in Stich, folio.
Lagerungsspuren; leicht fleckig.
Bestell-Nr. 176/ 59 Preis: € 65,00
Nicht
in BSB. – Schilling widmete 1840 Fesca einen fast 4-seitigen Artikel, woraus
man auf dessen damalige Wertschätzung schließen kann. Dort figuriert er als
„Großherzogl. Baden’scher Concertmeister, Virtuos auf der Violine und
gediegenen Componist in allen Stylen“. Neben vieler Kammermusik allein für
Streicher, komponierte Fesca auch häufig (wie auch hier vorliegend) für
gemischte Besetzungen.
GODARD, Benjamin (1849–1895). [2 Stücke für Violoncello und Orchester, op. 61]. Paris, Durand, Schœnewerk
& Co., Verl.-Nr. D.S.&C.ie 2971 bzw. 2972 [1882]. N° 1: Aubade
pour Violoncelle et Orchestre. N° 2: Scherzo pour Violoncelle et
Orchestre. Zweigeteilter Stimmensatz mit Duplierstimmen, folio: Fl.1+2,
Ob.1+2, Klar.1+2, Fg.1+2, Hr.1+2, Vl.1-2, Va., Vc.,
Kb. In N° 2 außerdem: Tr.1+2, Pk, Trgl. Leichte Lagerungsspuren an den Rändern;
Besitzstempel. Die Vc solo-Stimme ist nicht vorhanden.
Bestell-Nr. 177/ 59 Preis: € 80,00
Notenmaterial
aus Vorbesitz des Cellisten Edmund van der Straeten (1855-1934). – Godard galt
als Wunderkind und studierte seit seinem 10. Lebensjahr am Pariser
Konservatorium. In den 1870er Jahren wurden viele Kompositionen veröffentlicht,
und für einige Zeit verglich man ihn sogar mit Mozart. Letztlich gleitete er
aber immer mehr auf das Gebiet der Salon-Musik ab.
GRÄDENER, Carl G. P. (1812–1883). Sinfonie (C moll) für grosses Orchester […] op. 25. Hamburg, Pohle, Verl.-Nr. H. P.
112 [1872]. 2 Bll. (Titel, Widmung), 321 S. Partitur, 4to. Unscheinbarer
zeitgenöss. HLdrbd. mit aufgezogenem Titelbl. des OUmschlags, etwas blasse
Goldprägung, außen leicht angestaubt, Notenteil sehr gut.
Bestell-Nr. 178/ 59 Preis: € 280,00
Sonneck
S. 169; nicht in BSB. – Originalausgabe, noch mit der Preisauszeichnung
ausschließlich in Taler und Groschen. Hübsch illustriertes Widmungsblatt: Seiner
Hoheit Ernst II., Herzog zu Sachsen-Coburg-Gotha. – Generell wird Grädener
in der Tradition Schumanns gesehen, was sich hier besonders im 2. Satz
(Allegretto, un poco scherzando) dokumentiert. Mendel bemängelt, „dass sich
G.s reiche Fantasie häufig in’s Phantastische verliert, sich in Seltsamkeiten
gern ergeht und dann spröde, herbe Tonbilder zu Tage fördert. “ Dies
habe ihm immer wieder geschadet, „obwohl die allgemeine Zeitrichtung es mit
solchen Auswüchsen anderen Componisten gegenüber keineswegs so genau nimmt“.
GRIEG, Edvard (1843–1907). Erste Orchestersuite aus der Musik zu „Peer Gynt“ (dramatische Dichtung
von H. Ibsen) zur Concertaufführung neu bearbeitet […] op. 46. Leipzig. Peters, Verl.-Nr. 7188 [1888].
30 S. Partitur, folio. Umschlag aus dünnem, blauem Karton (Teil des
Titelblattes des OUmschl. aufgezogen). Außen schwache Lagerungsspuren, sonst
sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 179/ 59 Preis: € 35,00
Dan
Fog, S. 71; BSB S. 2382. – Originalausgabe. – Dirigierpartitur eines der
berühmtesten Orchesterwerke des 19. Jahrhunderts.
GRILL, Leo (1846 geb.). Serenade
in fünf Sätzen für Orchester [C-Dur],
op. 3. Leipzig, Kistner, Pl.-Nr. 3880 [um 1872]. 201 S. Partitur in
Stich, 4to. Sehr schöner, vermutlich 1. H. 20. Jh. angefertigter GLdr.
(Krokodilleder-Imitat) mit aufgezogenem Titelblatt des OUmschlags; Titelseite
schwach fleckig, sonst ausgezeichnet.
Bestell-Nr. 180/ 59 Preis: € 180,00
Nicht
in BSB. – Gedruckte Widmung: Seinem Lehrer Dr. Franz Lachner in dankbarer
Verehrung. Satzfolge: 1) Marcia – Allegro; 2) Andante con moto;
3) Allegro; 4) Allegretto; 5) Finale – Introduction (Moderato)
und Allegro con brio. Besetzung: Beethoven-Orchester (aber mit 4 Hr).
GUIRAUD, Ernest
(1837–1892). Gretna-Green. Scène et Valse du Colin-Maillard. Paris, Durand-Schœnewerk, Verl.-Nr. 1616 [1873].
Aufführungsmaterial mit Duplierstimmen (Streicher in Lithographie, Bläser und
Schlagwerk in Stich), folio: Fl.1+2, Ob.1+2, Klar.1+2, Fg.1+2, Hr.1+2, Hr.3+4, Cornets
à pistons 1+2, Pos.1+2, Pos.3, BTb., Gr.Tr.+Bck.,
Pk.+Trgl., Vl.1, Vl.2, Va., Vc., Kb.; außerdem eine Hr.1+2-Stimme für
Orchester, die dieses Instrument nicht 4-fach besetzen können. Leichte
Lagerungs- und Gebrauchsspuren; insgesamt aber gutes Material.
Bestell-Nr. 181/ 59 Preis: € 60,00
Das
Ballett Gretna-Green wurde am 5. Mai 1873 an der Opéra in Paris
uraufgeführt; hier liegt die Bearbeitung einer Nummer von Colin-Maillard vor.
Nach Fétis sei Guiraud „ni un rêveur ni un élégiaque. C’est un
tempéramment nerveux, chaud, vivace, qui a besoin de l’entrainement de la
scène, et qui est visiblement et invinciblement attiré vers le théâtre, dont il
a le sentiment inné. Sa musique a les véritables qualités qui conviennent au
drame lyrique: l’action, le mouvement, la chaleur, la vie, et par conséquent,
au point de vue technique, le rhythme, qui est justement l’âme et l’essence de
toute musique vivante.“
GUIRAUD, Ernest. Ouverture
d’Arteveld [...] Op. 10. Paris,
Durand, Pl.-Nr. 3028 [1882]. 1 Bl. (Titel), 59 S.
Partitur in Stich, quarto. OBrosch. (Papierumschlag). Am Bund repariert, gelockert; blasse
Feuchtigkeitsspuren.
Bestell-Nr. 182/ 59 Preis: € 60,00
Widmung
auf der Titelseite: „A Mon Ami Georges Bizet“ (für dessen Carmen er
als Alternative zu den gesprochenen Dialogen Rezitative komponiert hatte). –
Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um die überarbeitete Fassung einer
Konzertouvertüre, die Guiraud unter gleicher Opuszahl bereits 1874
veröffentlicht hatte. Für die Aufführung wird ein großes Orchester benötigt
(neben Streichern und doppelten Holzbläsern noch Picc., jew. 4 Hörner u. Tr., 3 Pos., Tuba u. Harfen; außerdem Schlagwerk). – Von
besonderer musikgeschichtlicher Bedeutung Guirauds ist die Fertigstellung von
Offenbachs unvollendet gebliebener Oper Les Contes d‘Hoffmann (vorwiegend
die Orchestrierung betreffend).
HÄNDEL, Georg Friedrich (1685–1759). Ouverturen von G. Fr. Händel in Partitur. Mit einem
Vorwort von C. F. Becker. Erste Lieferung. Esther. Aetius. Porus. Parthenope. Leipzig, Hofmeister, Pl.-Nr. 2924 [ca. 1843].
2 Bll. (Titel, Vorwort), 31 S. Partitur in Stich, 4to. OBrosch. Außen leicht
bestaubt, sonst hervorragend erhalten.
Bestell-Nr. 183/ 59 Preis: € 75,00
Nicht
bei Sonneck. – Carl Ferdinand Becker (1804–1877) war seit 1837 Organist an der
Leipziger Petrikirche und gehört (neben Dehn und Espagne) als Herausgeber
älterer Musikwerke zu den Pionieren seiner Zeit. Im Vorwort rechtfertigt Becker
die Herausgabe von Händels Kompositionen: „Welcher kräftige, schöpferische
Geist rief diese oft ihrem Umfange nach kleinen, jedoch ihrem innern Gehalte
nach wahrhaft bedeutenden Tonstücke in das Dasein! Wie frisch und lebendig,
prächtig und glänzend, gediegen und erhaben, hier heiter und munter, dort ernst
und majestätisch tritt dieses oder jenes derselben dem entgegen, der sich so
ganz in sie hinein zu versenken vermag!“ Gleichwohl bestand damals offenbar
noch wenig Bedarf an solchen Werken, denn anhand von Hofmeister (1844–1851)
lässt sich nur noch eine 2. Lieferung mit weiteren vier Ouvertüren ( Lotario,
Siroe, Alessandro und Admeto) nachweisen (Pl.-Nr. 3784,
um 1845).
HAYDN, Joseph (1732–1809). [12]
Sinfonies de Joseph Haydn en Partitions. Berlin, Bote & Bock,
Verl.-Nrr. B. et B. 181, 182, 185–192 [1839 bis 1854]. Partituren in
Stich, 4to, breitrandig, sehr schöner Notenteil. Erste Lieferungen in OBrosch., die übrigen Lieferungen in vier Halbleinenbänden
zusammengebunden (Mitte 19. Jh.); Bindung unterschiedlich gut erhalten (einige
Lagen gelockert oder gelöst).
Bestell-Nr. 184/ 59 Preis: € 900,00
Nicht
bei Sonneck. Hob. Coll. Sy. 5 in zwölf Lieferungen, von denen hier zehn
vorliegen. Enthalten
sind Hob. I:104, I:102, I:94 (fehlend), I:103 (fehlend), I:100 (ist die Partitur-Erstausgabe),
I:101 (ist die 2. deutsche Partitur-Ausgabe), I:88 ( Partitur-Erstausgabe),
I:95 (1.
deutsche Partitur-Ausgabe), I:99 (2. deutsche Partitur-Ausgabe), I:96 ( Partitur-Erst-ausgabe),
I:85 (1. deutsche Partitur-Ausgabe) und I:86 ( Partitur-Erstausgabe).
Sehr
schönes Dokument der frühen Editionsbemühungen um Haydns sinfonisches Werk,
wobei verständlicherweise in erster Linie die ambitioniertesten Werke (d. h.
die Serie der »Londoner Sinfonien« berücksichtigt wurden.
HAYDN, Joseph. Symphonien
von Joseph Haydn. […] Erster Band,
N° 1–6 [bzw. N° 7–12]. Leipzig, Breitkopf & Härtel, Verl.-Nr. V.A.
122 bzw. 11332 [Anfang der 1840er Jahre bzw. 1867]. Band I: 1 Bl.
(Gesamttitel, Inhalt), 336 S. Partitur, 4to. Schwarzer HLdr. d. Z.; stark
berieben und bestoßen, Rücken etwas schadhaft und am Bund gelockert. Notenteil
unbedeutend gebräunt. Band II: 1 Bl. (Gesamttitel, Inhalt), 59, 65, 47, 59, 99
und 60 S. Partitur, 4to. Pappbd. d. Z.; bestoßen, mit Lagerungsspuren;
Notenteil stellenweise etwas gebräunt.
Bestell-Nr. 185/ 59 Preis: € 75,00
Die
beiden Bände bilden die vollständige Ausgabe dieser Edition. Sie enthalten bis
auf eine Ausnahme nur Sinfonien aus der späten »Londoner« Serie; Bd. I: Hob.
I:103, 104, 99, 101, 93 und 94; Bd. II: Hob. I:97, 98, 95, 86, 100 und 102.
Beim ersten Band, der bei Hofmeister 1845 angezeigt ist, dürfte es sich um die
Erstausgabe, beim zweiten um einen späteren Abzug handeln. Dem letzten Stück
wurde eine Erklärung vorangestellt, wonach es nach dem auf der königlichen
Bibliothek in Berlin befindlichen Autograph revidirt worden sei. Neben
zahlreichen kleineren Fehlern weicht nun der Cellopart im 2. Satz stark von den
bis-her kursierenden Fassungen ab.
HAYDN, Joseph. [Hob. I:64] Collection Choisie des Symphonies d’Haydn en
Partition. Publiées, Mises en ordre, Enrichés du Portrait et
d’une notice sur la vie de l’Auteur, par A. Choron. Tome troisième, Contenant
les numéros 17 à 24 inclusivement (hier: Nr. 21). Paris, Le Duc, Pl.-Nr. 71 [um 1810]. 2 Bll.
(Reihentitel, Titel), 25 S. Partitur in Stich, folio. Ungeheftet. Titelseite
des Reihentitels etwas gebräunt; übrige Bll. gering braunrandig.
Bestell-Nr. 186/ 59 Preis: € 120,00
RISM
H 3041. – Die angegebene Verlagsadresse galt zwischen 1807 und 1812. Es handelt
sich um die TA einer früheren Ausgabe mit der Pl.-Nr. 21; diese ist auf
der ersten Notenseite noch erkennbar, sonst aber vollständig getilgt und durch
71 ersetzt. Das Werk ist mit N.° XXI gezählt. –
Alexandre Choron (1771–1834) setzte sich als Musikschriftsteller und Editor
besonders für ältere Musik ein (darunter z. B. von Josquin oder Palestrina).
Die Partiturausgabe der Haydn-Sinfonien erschien zwischen 1806 und 1811.
HOFMANN, Heinrich (1842–1902). Irrlichter und Kobolde. Scherzo für Orchester, op. 94. Leipzig, Breitkopf & Härtel, Verl.-Nr. 18097
[ca. 1888]. 1 Bl. (Titel), 31 S. Partitur in Stich, folio. Verblasster
Wasserfleck; Eintragungen mit Blaustift, leicht
Bestell-Nr. 187/ 59 Preis: € 60,00
Sonneck
S. 203; nicht BSB. – Neben Till Eulenspiegel von R. Strauss eines der
wenigen Orchesterscherzi der Zeit. Ohne an dessen Geniestreich heranzureichen,
handelt es sich um ein spritzig und virtuos instrumeniertes Werk (großes
romant. Orchester). Besetzung: Streicher, doppelte Holzbläser, 4 Hörner, 2 Tr., 3 Pos., Pk. Das Scherzo war immerhin so erfolgreich,
dass es in den 1920er Jahren nochmals – jetzt allerdings für Salon-Orchester
bearbeitet – aufgelegt wurde (s. Hofmeister 19 [1929], S. 296). – Nachdem H.
Hofmann einige Zeit als Pianist und Musiklehrer tätig gewesen ist, erlaubte es
ihm der große Erfolg seiner einaktigen Oper Cartouche (Berlin 1869),
sich allein dem Komponieren zu widmen. Mehrere Orchesterwerke waren in der 2.
Hälfte des 19. Jahrhunderts außerordentlich populär, und im »Musikalischen
Conversations-Lexikon« (1875) heißt es: In allen seinen Werken ist Hofmann
ersichtlich bestrebt, unter Wahrung der classischen Form einen bedeutenden
Inhalt zu entwickeln, und dies erklärt die glänzende Aufnahme derselben.
KARLOWICZ, Mieczyslaw (1876–1909). Serenade [C-Dur]
für Streichorchester […] Op. 2. Berlin, Challier, Verl.-Nr. C.
& C. 3632 [1898]. Aufführungsmaterial, folio: 4×Vl.1, 3×Vl.2, 2× Va., 2×Vc., 2×Kb. Stimmensatz aus Vorbesitz des Berliner
Philharmonischen Orchesters (Stempel).
Bestell-Nr. 188/ 59 Preis: € 120,00
Sonneck
weist S. 228 nur die Partitur nach (Verl.-Nr. 3631). – Titelseite (nur
bei Vl.1) mit hübscher Titelgestaltung im Jugendstil (Pflanzenmotive). –
Karlowicz hatte zunächst u. a. in Heidelberg und Dresden studiert und von 1895
bis 1901 Unterricht in Berlin bei Heinrich Urban (1837–1901), dem die Serenade
gewidmet ist. Er gehörte zusammen mit Karol Szymanowski zu einer kleinen
Komponistengruppe (»Junges Polen«) und ist v. a. durch sechs Sinfonische
Dichtungen bekannt geworden, die durch Wagner und R. Strauss stark beeinflusst
sind. Mit der viersätzigen Streicherserenade führt er die spätromantische
Tradition von Tschaikowsky, Dvořák und Suk fort.
KELLER, Karl (1784–1855).
Grand
Divertissement pour la Flûte avec accompagnement de deux Violons, Alte, Basse,
deux Hautbois, deux Cors et deux Bassons ad libitum, sur deux thèmes françaises
[…]
dedié à son ami A: Pfeiffer […] Oeuvre
10. Wien, Mechetti, Pl.-Nr. 725 [1819].
Vollst. Stimmsatz in Stich, folio. An den Rändern unbedeutende Lagerungsspuren,
sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 189/ 59 Preis: € 150,00
Weinmann,
Mechetti-Katalog, S. 21; BSB S. 3256. – Der aus Dessau stammende Flötist Keller
(hier etwas vornehmer mit Charles bezeichnet) war in den Kapellen von
Berlin, Kassel, Stuttgart und Donaueschingen tätig. Zwischen den
Festanstellungen reiste er durch Mitteleuropa, u. a. auch nach Wien – in diesem
Zusammenhang dürfte dieser Druck auch hergestellt worden sein. Neben seinen
Flötenkompositionen schrieb Keller noch zahlreiche Lieder, von denen einige
sehr populär geworden sind. Das stellenweise virtuose Divertissement op.
10 besteht aus einer langsamen Einleitung (g-moll), dem Thema und vier
Variationen, von denen die letzte etwa die Hälfte des ganzen Stücks ausmacht.
KLUGHARDT, August (1847–1902). Concertstück für Oboe mit Orchesterbegleitung [F-Dur], op. 18. Leipzig, Kistner & Siegel,
Verl.-Nr. E.W.F.253.L. (Partitur mit untergelegtem Clavierauszug)
Verl.-Nr. 254 (Solo-Stimme), © 1874. Solo-Stimme, Partitur (23 S.) sowie
handschr. Orchestermaterial (vermutl. um 1900; folio): Ob. solo, Fl.1+2,
Klar.1+2, Fg.1+2, Hr.1+2, Tr.1+2, Pk., 7×Vl.1, 6×Vl.2,
4×Va., 4×Vc.+Kb. Alles sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 190/ 59 Preis: € 250,00
BSB
S. 3355 (nur Partitur!). – Melodienreiche Komposition – eine schöne und
unbekannte Ergänzung des schmalen Repertoires für die konzertierende Oboe.
LACHNER, Franz (1803–1890). Sixième Symphonie (en Ré majeur) pour grand Orchestre. Composée et
dédiée au Conservatoire de Musique de Paris. [...] Oeuvre 56. Wien, Haslinger, Pl.-Nr. T. H. 7336 [1838].
1 Bl. (Titel), 212 S. Partitur in Stich, groß-folio. Broschiert m. OUmschl.
(Bindung gelockert; Partitur gelegentlich leicht fleckig, sonst sehr gut
erhalten.
Bestell-Nr. 191/ 59 Preis: € 480,00
BLSB
S. 3626; Weinmann (Senefelder-Steiner-Haslinger), Bd. 2, S. 86. – Franz Lachner
komponierte insgesamt acht Sinfonien, zu denen er als Gegenstücke noch sieben
Orchestersuiten mit sinfonischem Zuschnitt schuf. – Die sehr schön gestaltete
Widmung auf der Titelseite ist in Lithographie eingeügt (blau eingefärbt: Leier
über Wolken schwebend vor Strahlenkranz). Die 6. Sinfonie weist noch weitgehend
das Beethoven’sche Orchester auf; es sind aber bereits in allen Sätzen drei
Posaunen zu besetzen. Schumann nannte Lachner den „talentiertesten und
kenntnisreichsten unter den süddeutschen Komponisten“; in den Sinfonien und
Suiten erweist er sich besonders deutlich als Übergangserscheinung zwischen
Schubert und Bruckner“, als Komponist „zwischen den Zeiten“ (L. K.
Mayer, s. MGG/2).
LACHNER, Franz. Ball-Suite
[...] für Orchester, op. 170.
Leipzig, Kistner, Verl.-Nr. 4385, [wahrsch. 1874]. 226 S. Partitur, 4to.
OBrosch.; Rücken verstärkt. Bund stark gelokkert.
Papier sehr gut.
Bestell-Nr. 192/ 59 Preis: € 160,00
Sonneck
S. 248; BSB S. 3617. – Lachner hat das Orchester (Streicher, verdoppelte
Holzbläser zuzüglich Piccolo, je zwei Hörner und Trompeten, Pauken, Triangel,
Große Trommel) recht wirkungsvoll und farbenreich eingesetzt. So erklingen
bereits in der Introduction in einigen Abschnitten Solo-Bratsche und
Solo-Violoncello; im letzten Satz wurde ein längerer Abschnitt für
konzertierende Violine eingefügt. – Satzfolge: 1) Introduction und Polonaise;
2) Mazurka; 3) Walzer; 4) Intermezzo; 5) Dreher; 6)
Lance. Die letzte, heute kaum mehr bekannte Tanzform »Lance« ist mit der
Quadrille verwandt und leitet sich von der »Quadrille des lanciers« her, die
1817 in Dublin, basierend auf Musiknummern aus bekannten Opern (darunter z. B.
»Lodoïska« von R. Kreutzer) erstmals choreographiert worden ist. Dieses
Tanzstück wurde Mitte des 19. Jh.s sehr populär.
LANGEY, Otto (1851–1922). Zwei Schottische Tänze […] für
Orchester, op. 21. Berlin, Simon, Verl.-Nr. 740 (Partitur) u. 741
(Stimmen), 1881. 47 S. Partitur, 4to. Stimmen mit Duplierstimmen, folio: Picc., Fl., Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1-2, Hr.1-4, Tr.1-2,
Pos.1-3, Kl.Tr.+Trgl.+Tamb., Gr.Tr.+Bck., 5×Vl.1, 4×Vl.2, 3×Va., 4×Vc., 4× Basso.
Partitur mit OUmschlag (am Falz gerissen); einige Einzeichnungen.
Bestell-Nr. 193/ 59 Preis: € 100,00
Nicht
in BSB. – Der Cellist und Dirigent Langey legte hier ein wirkungsvolles
»nordisches Gegenstück« zu den Ungarischen bzw. Slawischen oder Spanischen
Tänzen von Brahms bzw. Dvořák oder Moszkowski vor, bietet allerdings nur zwei
Sätze: 1) Highland; 2) Tullochgorum. Diese Werke leben von ihrer
folkloristischen Einfärbung, von einer »exotischen« Harmonik und von einem über
die gewöhnliche Besetzung hinausgehenden Schlagwerk.
LESSEL, Franz [Franciszek] (um 1780 bis 1838). Ouverture
à Grand Orchestre […] Oeuvre 10. Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 1692 [1812].
Stimmen in Stich, folio: Fl., Ob./Klar.1-2, Fg.1-2,
Hr.1-2, Tr.1-2, Pos., Pk., Vl.1-2, Va., Vc., Basso. Gut erhalten.
Bestell-Nr. 194/ 59 Preis: €
270,00
BSB
S. 3796. – F. Lessel war Schüler J. Haydns und lebte nach 1810 in Polen, wo er
ein wechselvolles Leben führte (Riemann). – Um die betreffenden Stimmen sowohl
mit einer Oboe als auch einer Klarinette besetzen zu können, stehen diese in C.
– Die Widmung an Prince Constantin Czartoryski dürfte in Zusammenhang
mit den Befreiungskriegen stehen.
LISZT, Franz (1811-1886). Erstes Concert für Pianoforte und Orchester, Henry Litolff zugeeignet. Wien, Haslinger, Verl.-Nr. C. H. 11.933 [1857,
Abzug um 1900]. 82 S. Partitur, folio, gelockerte OBrosch.,sonst aber sehr gut erhalten (wenige Einzeichnungen
mit Rotstift).
Bestell-Nr. 195/ 59 Preis: € 30,00
Raabe
Nr. 455; BSB S. 3872. – In Umdruck mit den Originalplatten hergestelltes
Exemplar, das somit das Druckbild der Erstausgabe wiedergibt.
LISZT, Franz. 2tes
Concert. Pianoforte und Orchester. Hans von Bronsart gewidmet. Mainz, Schott, Verl.-Nr. 16617 [1863, hier um
1900]. 1 Bl. (Titel), 84 S. Partitur, folio. OBrosch., Titelbl. des Umschlags
abgerissen (kaum Folgeschäden), Rücken etwas schadhaft. Einige Seiten leicht
gebräunt.
Bestell-Nr. 196/ 59 Preis: € 35,00
Raabe Nr. 456; BSB S. 3872. – In Umdruck mit den Originalplatten
hergestelltes Exemplar, das somit das Druckbild der Erstausgabe wiedergibt.
LISZT, Franz. Ce
qu’on entend sur la montagne (nach V. Hugo). Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 9382 [1857]. 2 Bll.
(Titel, allgemeine Erklärungen des Komponisten zur Probenarbeit), 4 S. (Hugos
Gedicht in Deutsch bzw. Französisch), 1 Bl. (bei Aufführungen zu
veröffentlichendes Programm), 168 S. Partitur in Stich, 4to. OBrosch. in OUmschl.; Partitur mit blassem Wasserrand auf den ersten
Blättern, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 197/ 59 Preis: €
220,00
Raabe
Nr. 412; Sonneck, S. 266; nicht in BSB. – Erstausgabe. – Statt
individueller Titelseiten benützen sämtliche Erstausgaben den Sammeltitel: Symphonische
Dichtungen für grosses Orchester; es folgt eine Liste mit neun Werken
(zuletzt: Hungaria).
Diese
Sammlung wurde in einem publizistischen Mammutunternehmen 1856/57
veröffentlicht; die übrigen drei Sinfonischen Dichtungen folgten erst einige
Jahre später (mit entsprechend erweitertem Titeltext).
LISZT, Franz. Le
Triomphe funèbre du Tasse. Épilogue du poëme symphonique „Tasso“ Lamento e trionfo pour grand Orchestre. […] Pr. M. 3.50. Leipzig, Breitkopf &
Härtel, Pl.-Nr. 14686 [1877]. 3 Bll. (Titel, biographische Notiz über
Tasso, allgemeine Erklärung des Komponisten zur Probenarbeit), 40 S. Partitur
in Stich, 4to. Ohne, OUmschl., Rücken leicht
schadhaft, sonst sehr gutes Exemplar.
Bestell-Nr. 198/ 59 Preis: € 160,00
Raabe
Nr. 429. Nr. 3. Sonneck, S. 269; BSB S. 3877 (nur spätere Ausg.). – Erstausgabe.
– Es handelt sich um die dritte und letzte der Trois Odes funèbres,
von denen aber zu Lebzeiten des Komponisten nur die vorliegende veröffentlicht
worden ist (die beiden anderen erschienen erst im Rahmen der Gesamtausgabe). –
Die Uraufführung fand in New York im März 1877 unter der Leitung des
Widmungsträgers, Leopold Damrosch, statt.
LISZT, Franz. Eine
Faust-Symphonie in drei Charakterbildern (nach Goethe). I. Faust. II.
Gretchen. III. Mephistopheles und Schluss Chor: „Alles Vergängliche
ist nur ein Gleichnis“ für grosses Orchester und Männer-Chor. Leipzig, Schuberth, Verl.-Nr. 2646 [nach
1861]. 328 S.
Partitur in Lithographie, quarto. Bestoßener und beriebener HLdrbd.; Buchblock am Randeetwas gebräunt, Druckbild jedoch nicht beeinträchtigt und
sehr klar.
Bestell-Nr. 199/ 59 Preis: € 120,00
Raabe Nr. 425. Sonneck, S. 267; BSB S. 3870. –
Erstausgabe in späterem Abzug (lithogr. Umdruck von den Platten des
Erstabzuges). – Das Hector Berlioz gewidmete Werk ist im Wesentlichen um 1854
entstanden und am 5. September 1857 (eines wahrhaft ereignisreichen Tages!) im
Hoftheater zu Weimar unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt worden.
Äußerer Anlass war die Grundsteinlegung für das Denkmal des Großherzogs Karl
August, die Enthüllung des Doppelstandbilds von Goethe und Schiller sowie des
Denkmals von Wieland.
LISZT, Franz. Eine
Symphonie zu Dante’s Divina Commedia für grosses Orchester und Sopran- und
Alt-Chor. […] Pr. Mk. 16.50.
Leipzig, Breitkopf & Härtel, Pl.-Nr. 9796 [1858, hier: Abzug nach
1872]. 3 Bll. (Titel, Widmung an Richard Wagner, allgemeine Erklärung des
Komponisten zur Probenarbeit), 8 S. (Einleitung von Richard Pohl), 216 S.
Partitur in Stich, 4to. OBrosch. Umschlag und Rücken etwas schadhaft, Buchblock
gelokkert.
Bestell-Nr. 200/ 59 Preis: € 80,00
Rabe
Nr. 4236. Sonneck, S. 269; BSB S. 3880. – Etwas späterer Abzug von den
Originaldruckplatten, jedoch bereits mit der seit 1872 gültigen
Preisauszeichnung in Mark/Pfennig. Meistens wird die Erstausgabe auf 1859
datiert, laut Müller-Reuter ist sie jedoch bereits im Dezember 1858 erschienen.
– Die Uraufführung fand in Dresden am 7. November 1857 unter der Leitung des
Komponisten statt.
LITOLFF, Henry (1818–1891). Das Welfenlied von Gustav von Meyern. Musikalisch illustrirt für
grosses Orchester [...] Op. 99 [...]
Partitur. Braunschweig, Litolff, Pl.-Nr. 1270 [1856]. 2 Bll.
(Titel; Widmung und Text des Gedichts), 84 S. Partitur in Stich, quarto, Band
gelockert; am Rücken mit Papierstreifen verstärkt; sonst ordentlich erhalten.
Bestell-Nr. 201/ 59 Preis: €
145,00
Sonneck,
S. 272; nicht in BSB. – Die Widmung an die Frau Baronin Clara von
Meyern-Hohenberg (vermutlich mit dem Dichter verwandt) ist mit 1.
December 1856 datiert. – Das auf der gleichen Seite wiedergegebene, recht
blutrünstige Gedicht mit der Überschrift Herzog Friedrich Wilhelm Quatrebras
beginnt mit den Worten: Durchbohrt an der Spitze der Seinen, / Sinkt er,
der Tapf’re, vom Pferd – / Bei Gott! ein Tod, zu beweinen, / Und doch
beneidenswerth! (es folgen vier weitere Strophen). Im 19. Jahrhundert
wurden Gedichte immer wieder in Orchesterwerke umgesetzt (z. B. Bürgers große
Schauerballade Lenore von Joachim Raff als Sinfonie). – Das groß
besetzte Orchester (doppelte Holzbläser, vier Hörner zwei Trompeten, drei
Posaunen und Tuba, Streicher) weist außerdem noch ein umfangreiches Schlagwerk
auf (Pauken, Triangel, Becken, grosse und kleine Trommel), das reichlich
eingesetzt wird. Überwiegend wird das Werk von Fanfaren- und Marschmotiven
bestimmt. Frank-Altmann bezeichnet Litolff als einen „wunderlichen
Komponisten“.
|