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Katalog 59

Teil 4:
Orchesterwerke des 19. Jh.
Teil 5:
Orchesterwerke des 20. Jh.
Teil 6:
Konzerte in Klavier-
auszügen
Teil 7:
Klavier-
fassungen
sin-
fonischer Musik

Teil 3: Sinfonien und Konzerte des 18. Jahrhundert

ABEL, Karl Friedrich (1725–1787). Six Overtures in Eight Parts for Violins, French-horns, Hautboys, one Tenor with a Thorough Bass for the Harpsichord or Violoncello […] Opera Prima. London, Johnson [1761]. Kompl. Stimmsatz in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va.,Basso. Schwach gebräunt, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 58/59   Preis: € 1.200,00 
RISM A bzw. AA 52 (viele Ex. sind unvollständig); BUC, S. 2. – Abel lebte seit 1759 in London, wo er das Musikleben entscheidend beeinflusste – nicht nur durch seine gemeinsam mit J. C. Bach veranstalteten Konzerte, sondern noch mehr durch seine Orchesterwerke: Insbesondere Mozart zeigte sich von ihnen beeindruckt; er kopierte dessen op. 7 Nr. 6 im Jahre 1765 in sein Skizzenbuch (weshalb sie lange unter KV 18 als Werk Mozarts galt). Auch auf andere Zeitgenossen wirkten diese Orchesterwerke so, dass man geradezu von Abelischer Sinfonik sprach (C. L. Juncker 1776).


ABEL, Karl Friedrich (1725–1787) / ARNE, Thomas (1710–1778) / SMITH, John Cristopher (1712–1795). Abel, Arne and Smith’s Six Favourite Overtures for Violins, Hoboys and French Horns, with a Bass for the Harpsichord and Violoncello From [linke Spalte] Love in a Village, Thomas & Sally, Judith, [rechte Spalte] Eliza, Enchanter, Fairies [darunter zentriert] To which is added the Tempest. London, Walsh [1763]. Kompl. Stimmsatz in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.1+2, Vl.1-2, Va., Basso (meist mit Gb-Beziff.), Basso (ganz mit Gb-Bez.). Vl.1 mit geringen Gebrauchsspuren; insgesamt sehr schöner Stimmensatz (stellenweise etwas gebräunt).
Bestell-Nr. 59/59   Preis: € 750,00
RISM B II S. 57 (sechs Expl. weltweit, keines in D; hier werden nur sieben Stimmen genannt); BUC, S. 751. – Es handelt sich um die erweiterte Auflage der um 1760 bereits aufgelegten sechs Ouvertüren (vgl. RISM B II, S. 57), zu der nun als siebte diejenige zu Smith’s »Tempest« kam. Wohl aus Ersparnisgründen behielt man die ursprüngliche (eigentlich aufgrund der falschen Angabe der Anzahl ungeeignete) Titelseite bei und ergänzte nur den siebten Titel bei der Aufzählung der Werke. – Das vorliegende Expl. ist aufführungsgeschichtlich interessant; in der Vl.1-Stimme wurden handschriftliche Ergänzungen zur Nr. 1 und 2 eingefügt, wodurch originale Pausentakte ersetzt werden sollten (keine Übernahme von Musik aus anderen Stimmen!). – In der erstgenannten Basso-Stimme fehlt zur Nr. 3 und 4 die Gb-Bezifferung; hier wurde die Stimme dafür mit Bassoon bzw. Violoncello bezeichnet. Inhalt: 1. Love in a village (Abel) – 2. Thomas and Sally (Arne) – 3. Judith (Arne) – 4. Eliza (Arne) – 5. Enchanter (Smith) – 6. Fairies (Smith) – 7. Tempest (Smith); Nrr. 6 und 7 gehören zu Schauspielen von Shakespeare. Wertvolle Sammlung von Ouvertüren zu Opern und Schauspielen, was die Aufführungspraxis um 1760 illustriert.


ANDRÉ, Johann Anton (1775–1842). Grosse Sinfonie zur Friedens Feyer 1797 [...] 7tes Werk. Offenbach/M., André, Pl.-Nr. 883 [1797]. Stimmen in Stich, folio: Fl. (4 S.), Due Fagotti (4 S.), Tromboni 1+2+3 (2 S.), Vl.1 (4 S.), Vl.2 (4 S.), Due Viole (3 S.), Violoncelli e Violoni (4 S.). Sehr gut erhalten (nahezu ohne Lagerungsspuren).
Bestell-Nr. 60/59   Preis: € 650,00
BUC S. 30; Eitner I, S. 140; Matthäus S. 301. – Aus Vorbesitz des Orchesters „Felix meritis“ (Amsterdam). Aufgrund entsprechender Angaben in den Musikalien scheinen Partien für Oboen und Hörner vorgesehen zu sein, deren Stimmen in unserem Exemplar jedoch nicht vorliegen. – J. A. André ist in die Musikgeschichte v. a. als der äußerst verlässlicher Herausgeber zahlreicher Erstausgaben von Werken W. A. Mozarts bekannt; er hatte von dessen Witwe einen sehr großen Teil des Nachlasses erworben. Weniger bekannt ist, dass er ein fleißiger Komponist war. Im vorliegenden Werk legte er mit einer höchst ungewöhnlichen Besetzung (drei Posaunen, geteilte Va.) eine sehr originelle Komposition vor, dürfte sie doch eines der frühesten Beispiele für Posaunen in einer Sinfonie sein. Mit dem Werk begrüßte André den Frieden von Campo Formio, nicht ahnend, dass die großen Kriege erst noch bevorstanden! – Die Violinstimmen weisen eine eindrucksvolle und sehr aufwendig gestaltete Titelseite auf: Im Zentrum eine große Tafel, in die der Titel »eingraviert« ist, bekrönt von einem Medaillon mit drei Grazien, dabei Musikinstrumente und Blumengirlanden; die Tafel wird links von einem Säulenstumpf, einer Kanne, und rechts von Überresten eines Frieses flankiert.


ARNE, Thomas Augustine (1710–1778). Eight Overtures in 8 Parts, Four for Violins, Hoboys, or German Flutes and Four for Violins, French Horns &c. with a Bass for the Violoncello & Harpsichord. London, Walsh [1751]. 7 (von 8) Stimmen in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.2+Tr.1-2, Vl.1-2, Va.,Basso. Sehr gut erhalten.   
Bestell-Nr. 61/59   Preis: € 450,00
RISM A 2154; BUC S. 49. – Wertvolle Sammlung von acht frühen Sinfonien, die Arne hier noch im Sinne Händels Overtures nennt. Sie sind meist dreisätzig (Schnell-Langsam-Menuetto); abweichend davon hat Nr. 2 und 6 eine Fuge als Mittelsatz. – Die Hr.1-Stimme fehlt (die Hörner spielen nur in den Sinfonien Nr. 3-5; nach der Hr.2-Stimme zu schließen, fällt das Fehlen von Hr.1 kaum ins Gewicht).



ARNE, Thomas Augustine (1710–1778). The Overture in Artaxerxes in all ist Parts, for Violins, &c. London, Johnson [um 1765]. Stimmen in Stich, folio: Ob.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Vc. (späterer Druck). Bis auf die etwas gebräunte Titelseite (Vl.1) sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 62/59   Preis: € 280,00
RISM A bzw. AA 1637 (vier Expl. weltweit, davon eines in D); BUC S. 42. – Arnes Oper »Artaxerxes« wurde am 2. Februar 1762 in London uraufgeführt und war sein erfolgreichstes Bühnenwerk; das Libretto stammte vom Komponisten, ging aber auf die vielfach vertonte Version von Metastasio zurück (Erstvertonung von Vinci 1730, später z. B. auch von Gluck 1741, Graun 1743). Noch weit bis ins 19. Jh. blieb das Werk auf den englischen Spielplänen, und 1962 fand eine vielbeachtete Wiederbelebung unter Mitwirkung von Joan Sutherland in London statt.



ARNE, Thomas Augustine. The Favorite Overture in Artaxerxes for a Grand Orchestra […] London, Preston [ca. 1789]. Kompl. Aufführungsmaterial mit Duplierstimmen: Ob.1, 2× Ob.2, Fg., Hr.1-2, Tr.1-2, Pk., 2×Vl.1, 2×Vl.2, Va., Vc., folio. Sehr gut erhalten. Eine Vl.1-Stimme mit deutlichem, aber doch verblasstem Wasserfleck; Stimmen zum Teil am Falz rissig, jedoch ohne Beeinträchtigung des Drucks.
Bestell-Nr. 62a/59   Preis: € 120,00
RISM A bzw. AA 1640 (nur 2 Expl. in GB); BUC, S. 42. – Die anhaltende Beliebtheit von Artaxerxes dokumentiert sich in zahlreichen Ganz- und Teilausgaben sowie Arrangements. Dieser späten Ausgabe wurden, dem Geschmack am Ende des 18. Jh.s folgend, Trompeten und Pauken hinzugefügt.



ARNE, Thomas Augustine. The Periodical Overture In 8 Parts […] Number XXVII [G-Dur]. Price 2 sh. London, Printed and sold by Bremner [1770]. Stimmen in Stich, folio: Hr.2, Vl.1, Vl.2; es fehlen: Ob.1, Ob.2, Va., Basso. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 63/59   Preis: € 160,00
RISM A bzw. AA 1834 (4 Fundorte: GB-Lpl und Mp, S-Ssr und US-NH); BUC, S. 44. Selten. – Jeweils auf der ersten Notenseite wurde unten die Herkunft des Stücks nachgewiesen: Guardian Outwitted (comic opera; Uraufführung: London, 12. Dezember 1764). Sehr hübscher Zierrahmen zum Titel auf Vl.1 (Rankenwerk mit Musikinstrumenten).



BACH, Johann Christian (1735–1782). A Third Sett of Six Concertos for the Harpsichord or Piano Forte. With Accompaniments for two Violins and a Bass, two Hautboys and two French Horns ad Libitum. Humly Dedicated to M.rs Pelham [...] Opera XIII. London, Dale [ca. 1785]. 56 S. Cembalo solo-Stimme in Stich, folio. Nachgefertigter blauer Lnbd. m. Goldprägung a. d. R. (2. H. 20. Jh.). Die fehlende Titelseite sowie die gleichfalls fehlenden S. 55/56 durch Kopien ersetzt.
Bestell-Nr. 64/59   Preis: € 120,00
RISM B 284; BUC, S. 75. Vollständige Exemplare dieser Klavierkonzerte sind äußerst selten; die einzelne Solostimme dagegen kommt gelegentlich vor.



BAGGE, Karl Ernst von (1722–1791). Concerto de Violon à plusieurs instruments [C-Dur] Dedié a Son Altesse Royale Monseigneur le Prince de Prusse, Paris, s. n. [um 1780]. Vollständiger Stimmsatz in Stich, folio: Vl. Principale (2 Bll. – Titel, Widmung, 7 S.), Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va.1-2, Basso.
Bestell-Nr. 65/59   Preis: € 750,00
RISM B 640 (3 Expl., nur eines in Deutschland). – Dem adligen Komponisten und seinem königlichen Widmungsempfänger (vermutlich Friedrich Wilhelm II., seit 1786 preußischer König) gemäß wurde die Titelseite sehr aufwändig gestaltet: Im Rahmen finden sich zahlreiche Putti, die sehr malerisch auf Wolken platziert sind; sie musizieren, beschäftigen sich mit der Bildenden Kunst und haben offenbar auch miltärische Ambitionen – im oberen Bereich geben sie sich mit Kanonen, Bajonetten und Fahnen ab. Auf diese unfriedliche Symbolik bezieht sich auch die Widmung an den Preuß. Kronprinzen: „Toute L’Europe admire vos Talens guerriers“, heißt es da, doch es werden auch Künste und Wissenschaften gebührend gewürdigt.
Bagge erweist sich im vorliegenden Violinkonzert als durchaus origineller Komponist: Mehrfach taucht in der Solo-Partie die Spielanweisung voce omana bzw. voce omana sopra la quarta auf, was für die damalige Zeit zu bedeuten hat, dass die Tongebung des Geigers die menschliche Stimme imitieren soll – nach Leopold Mozart heißt das, ein natürliches Vibrato wie ein Sänger einzusetzen (man sage dies weiter an alle Übertreibungsapostel des non vibrato-Spiels, das – zumindest als Absolutum – eine ideologische Erfindung des späten 20. Jahrhunderts ist). – Ein weiterer, für die damalige Zeit ungewöhnlicher Einfall ist ein Recitativo Andante, mit dem der 2. Satz, Cavatina, eingeleitet wird. Dem gegenüber wirkt der Begleitsatz des Orchesters, der sich dem Solisten völlig unterordnet, noch sehr konventionell (ungewöhnlich ist allerdings die Teilung der Bratschen).

Bagge lebte seit ca. 1750 in Paris und gilt als komponierender Dilettant par excellence; er spielte auch die Violine ganz leidlich und sammelte Musikinstrumente. Seine Zeitgenossen bestaunten ihn deshalb nicht nur, sondern amüsierten sich über den Sonderling, der aber auch viele Künstler (darunter Viotti und Kreutzer) gefördert hat. Auch die Famile Mozart hatte 1764 und 1777/78 häufige Kontakte mit Baron Bagge. Am 28. Februar 1778 schreibt Leopold an seinen Sohn und analysiert wohl am genauesten seine Tätigkeit: „Er ist, so viel ich weis ein armer Baron aus Preussen […] und hat sich in Paris mit einer sehr reichen Hutmacherstochter verheyrathet […] Er ist ein passionierter Liebhaber der Musick. Er hat immer Concerten in seinem Haus gegeben […] Dazu hatte er immer einige Leute […] die er für allzeit bezahlte, ihnen aber wenig gab […] Im übrigen behalf er sich mit allen fremden Virtuosen, die alle zu ihm Kamen, da sie in einer fremden Statt bey ihm sich Raths erhohlen und in fernere Bekanntschaften kommen konnten. Selbst die Pariser Virtuosen kommen öfters hin, einige,wenn sie etwas neues haben, solches alda probieren zu können, andere um fremde Musikstücke alda zu hören, weil er sich sehr um neue musikalien bewierbt, und endlich kommen sie auch dahin um Gelegenheit zu haben, neue fremde angekommene Virtuosen zu hörn. […]Bagge war also eine Institution, Laboratorium für ‚Neue Musik’ und Kontaktbörse in einem, und so ist es legitim, dass man sich seiner auch in der Kunst erinnerte: Einmal in der opéra comique La musicomanie (1779) von Nicolas-Médard Audinot und zum andern in E. T. A. Hoffmanns Serapionsbrüdern.



BOCCHERINI, Luigi (1743–1805). A Second Set of Six Simphonies or Sonatas for two Violins & a Violoncello […] Opera IV. […] London, [vermutlich Preston], Pl.-Nr. 9207 [ca. 1780, Abzug wesentlich später]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Vl.1, Vl.2, Basso. Unwesentliche Lagerungs- und Alterungsspuren. 
Bestell-Nr. 66/59   Preis: € 160,00
Gérard 83–88; RISM B bzw. BB 3068 (4 Expl. in GB, I und US). – Das originale Impressum wurde mit einem gedruckten Etikett des Händlers Robert Cocks & Co. überklebt, von dem die nachträglich eingestanzte Pl.-Nr. stammt (vermutlich erst um 1875). Das Papier des Aufklebers ist jedoch so stark, dass die originale Verlagsangabe kaum zu identifizieren ist.


BORGHI, Luigi (um 1745– um 1806). Six Overtures In four Parts, with Hautboys and French-Horns ad libitum; Calculated for Small or Great Concerts [..]. Opera VI. [...] London, Preston [ca. 1787]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va.,Basso mit Gb-Beziff. Sehr gut erhalten.
 Bestell-Nr. 67/59   Preis: € 280,00
Diese Auflage nicht in RISM (B 3732: … for the Author; B 3733: Skillern for the author); nicht in BUC (vgl. S. 124). – L. Borghi, Schüler Pugnanis, stammte aus Bolgna und war Violinist und Komponist; ab 1769 lebte er in London, wo er auch starb. – Die Stücke des Opus VI sind in den Stimmen jeweils als Sinfonia bezeichnet, wobei die damals gebräuchlichen Typen vertreten sind (3- oder 4sätzig, teils mit langsamer Einleitung zum ersten Satz; in den langsamen Sätzen haben die Bläser immer zu pausieren).



BORGHI, Luigi. Six Concertos for the Violin, in nine Parts [...] London, Napier, Pl.-Nr. 46 [ca. 1780]. 1 Bl. (Titel, Verlagskatalog), 25 S. Violino Principale in Stich, folio. Fadengeheftet. Außen Lagerungsspuren. Sehr klares Druckbild. Einige Bleistifteintragungen d. Z.
Bestell-Nr. 68/59   Preis: € 135,00
RISM B bzw. BB 3703 (in E, GB, I und USA; selten); BUC, S. 124. – Diese dem galanten Stil zugehörenden Konzerte sind mehrfach nachgedruckt worden und müssen demnach recht beliebt gewesen sein. Auf der Titelseite ist diesbezüglich noch angemerkt: These Concertos may be had single at 4sh.s each.



CIRRI, Giovanni Battista (1724–1800). Six Overtures In Eight Parts, Dedicated to His Royal Highness the Duke of York […] Opera 5. London, Welcker [1765]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va.,Basso. Druckerschwärze gering durchscheinend, sonst sehr gut erhalten.
 Bestell-Nr. 69/59   Preis: € 280,00
RISM C 2502 (3 Expl., nicht in D); BUC, S. 192. – Der aus Forli stammende Cirri studierte und wirkte zunächst in Bologna. Zwischen 1764 und 1780 lebte er in London, wo er als Cellist an den Konzerten des achtjährigen Mozart und an den Bach-Abel-Konzerten teilnahm. Danach kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wo er bis zu seinem Tod als Kirchenmusiker tätig war. Aufgrund seiner melodischen Begabung, die sich mit dem Stil des jungen Boccherini vergleichen lässt, war Cirri in den 1760er und 1770er Jahren recht populär; er hat vorwiegend Kammermusik (besonders für Cello) komponiert. – Hier handelt es sich um dreisätzige Ouvertüren (schnell – langsam – schnell), wobei die Bläser jeweils in den mittleren Sätzen pausieren.



CRAMER, [Johann Baptist] (1771–1858). Concerto op. 16. [d-moll, für Klavier] Kein Verlagsnachweis möglich [2. Hälfte 18. Jh.]. Unvollst. Stimmsatz in Stich, fol.: Vl.1, Va., Basso.
 Bestell-Nr. 70/59   Preis: € 60,00
Einzige Titelangabe in der Bogennorm der Stimmen: Cramers Concerto Op. 16. Es muss sich um dessen 2. Klavierkonzert handeln (vgl. New Grove mit identischer Tonart und Opuszahl); BUC weist eine Ausgabe bei Birchall (London) aus dem Jahr 1799 nach.



CRAMER, Wilhelm (1745–1799). Concerto [Nr. 1; C-Dur] A Violon Principalle, Premier et Second Violon, Alto et Basse [...] Paris / Lyon, Sieber / Casteau [um 1785]. Unvollst. Stimmsatz in Stich, fol.: Violino principale (S. 3–8 vorhanden), Vl.2 (5), Va. (3). Gut erhalten.
Bestell-Nr. 71/59   Preis: € 100,00
RISM C 4377 (eines von insgesamt zwei Expl. in D). – Gedruckte Nummerierung des Konzerts in den Stimmen. – Der in Mannheim geborene W. Cramer gehörte zu den bedeutendsten Geigern der Mannheimer Schule. Von 1757–1772 war er Mitglied in der dortigen Hofkapelle, bevor er als Königlicher Kapellmeister nach London ging. Besonders wertvolle Quelle zum Mannheimer Violinkonzertschaffen.



CRAMER, Wilhelm. [2.e] Concerto [B-Dur] à Violon Principalle [!], Premier et Second Violon, Alto et Basse [...] Prix 4tt 4s. Paris / Lyon, Sieber / Casteau [1774]. Stimmen in Stich, folio: Violino principale (8 S., Blatt mit den S. 5/6 fehlt), Vl.1-2, Va.; Basso in Kopie beiliegend. Gut erhaltener Stimmensatz.
Bestell-Nr. 72/59   Preis: € 180,00
RISM C 4381; Lesure S. 143.



CRAMER, Wilhelm. A Favorite Concerto [Nr. 5] For a Violin Obligato [F-Dur] ... London, Longman & Broderip [1783]. Unvollst. Stimmsatz in Stich, fol.: Vl. Solo, Vl.2, Va. Sehr gut erhalten.
 Bestell-Nr. 73/59   Preis: € 120,00
RISM C 4371 (einziges Expl. in GB-Lbm, jedoch unvollständig: nur Vl. solo); BUC S. 237. – Gedruckte Nummerierung zu Beginn des Notenteils in den Stimmen.



CRISPI, Pietro (1737–1797). To be continued Monthly. The Periodical Overture In 8 Parts […] Number V. London, Bremner [1763]. Kompl. Stimmsatz in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.1-2 (alle je 5 S.), Vl.1-2, Va.,Basso (alle jew. 11 S.). Vereinzelt Druckerschwärze schwach durchscheinend, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 74/59   Preis: € 450,00
RISM C bzw. CC 4416 (fünf Expl., nicht in D); BUC, S. 239. – Hier handelt es sich um eine dreisätzige Sinfonie (schnell – langsam – schnell). Crispi war Organist an San Luigi die Francesi in Rom. Burney erwähnt ihn ausführlich wegen der regelmäßigen Konzerte, die bei ihm zu Hause stattfanden. Seine Zeitgenossen schätzten ihn sehr: Burney berichtet, er sei „a good performer“, und Fétis lobt an seinen Kompositionen, „le chant en est naturel et d’une élégante simplicité“.



DALAYRAC, Nicolas-Marie (1753–1809). Ouverture de Maison à vendre [...] à Grand Orchestre. Paris, Janet & Cotelle, Pl.-Nr. 1516 [ca. 1825, Abzug nach Platten vor 1800]. Vollst. Stimmsatz (mit Duplierstimmen) in Stich, folio: Fl., Ob.1-2, Fg.1+2, Hr.1-2, Pos., 2×Vl.1, Vl.2, Va., 2×Basso. Handschriftliche Ersatzstimmen: Hr.1, Hr.2, statt original C nun in D. Gering stockfleckig, jedoch ausgesprochen klares Druckbild.
Bestell-Nr. 75/59   Preis: € 160,00
RISM D 395 (einziges und gleichzeitig unvollständiges Exemplar in I). – Die einaktige, komische Oper Dalayracs ist am 23. Oktober 1800 in Paris uraufgeführt worden und dürfte sein beliebtestes Bühnenwerk gewesen sein (noch im 20. Jahrhundert ebd. gegeben). Bis in die 1820er Jahre ist sie in nahezu allen Opernhäuser Europas gespielt worden, ebenso in Buenos Aires und Kalkutta. – Für den Stich dieser Einzelausgabe sind die wesentlich älteren Druckplatten der ganzen Oper verwendet worden; in einigen Bläserstimmen folgen noch einige Takte eines weiteren Stücks (einschließlich Stichworte). Sie stammen wahrscheinlich aus der zunächst vom Komponisten vertriebenen Ausgabe (RISM D 388), mit der später Pleyel handelte.



DAVAUX, Jean-Baptiste (1742–1822). [4 Violinkonzerte op. 2, Nr. 1-4 jeweils in Ms.] Concerto a Violon principal premier et second, Alto e Basso. Dédié aux Amateurs, Compose Par M.r Davau [sic] Amateur. Mis au Jour Par Monsieur Bailleux. Paris / Lyon, Bailleux / Castaud [um 1785]. Stich, folio, jeweils 3 Seiten Notentext: Vl.1, Vl.2, Va., Basso. Tuttistimmen jeweils zusammengebunden in 4 Heften mit dunkelblauem Papierumschlag; deutliche Lagerungsspuren.
Bestell-Nr. 76/59   Preis: € 180,00
RISM D 1135 bis 1138 (sehr seltene Drucke). – Auch bei Hummel in Den Haag sind die vier Konzerte erschienen (s. RISM D 1134). – Am unteren Rand der Titelseite zum 1. Konzert befindet sich zu unterst die Warnung: « Il paroit des exemplaires défectueux de ce Concerto, qui a été gravé furtivement sur une copie informe; l’Editeur en prévient les Amateurs, et annonce que celui ci a été corrigé par l’Auteur. »



DIBDIN, Charles (1745 –1814). A select Overture In 8 Parts [zur Oper Padlock] [...] N° 9. London, Johnston [ca. 1770]. 3 (von 8) Stimmen in Stich, folio: Hr.2, Vl.1, Vl.2. Sehr schön.
Bestell-Nr. 77/59   Preis: € 120,00
RISM D 2566 (alle vier Expl. in GB); BUC S. 276. – Vl.1-Stimme mit sehr hübschem Titelblatt: Aufwändiger Zierrahmen, vorwiegend aus Musikinstrumenten, dazu einige Blumenmotive und Notenfolianten. – Uraufführung des genannten Werkes: 1768.



DITTERS VON DITTERSDORF, Karl (1739–1799). The Periodical Overture [C-Dur] In eight Parts Composed by Diter [sic] No. 38. London, Preston [ca. 1795]. 6 (von 8) Stimmen in Stich, folio: Ob.1-2, Vl.1-2, Va., Basso mit Gb-Bezifferung; es fehlen: Hr. 1-2. Schwach gebräunt.
Bestell-Nr. 78/59   Preis: € 380,00
Nicht in RISM (D 3280: London, Bremner); nicht in BUC (vgl. S. 285; nennt nur die Ausgabe von Bremner); Krebs I, 19. – In den Stimmen wurde zu Beginn des Notentextes angegeben: Sinfonia XXXVIII (dementsprechend hs. Numerierung auf der Titelseite: 38). – Wertvoller englischer Druck, der Dittersdorfs Beliebtheit auch jenseits des Kanals dokumentiert.



DUSSEK, Johann Ladislaus (1760–1812). Cinquième Concerto Pour le Forté-Piano avec Orchestre (Ad-Libitum)... Edition Corigée. Ce Concerto a été exécuté par l’Auteur au Concert de Mr. Libon. Oeuvre 22. Paris, Sieber et Fils, Pl.-Nr. 1414 [ca. 1825]. 1 Bl., 22 S. Klavierstimme in Stich, fol., stockfleckig.
Bestell-Nr. 79/59   Preis: € 80,00
Diese Ausgabe nicht in RISM. Sie basiert auf einem Druck von Sieber Père, der bereits 1796 mit der Pl.-Nr. 1414 erschienen war (s. RISM D 4034, nur 2 Ex., davon 1 unvollst.); die alte Pl.-Nr. ist in unserem Exemplar am unteren Rand noch teilweise zu erkennen.



DUSSEK, Johann Ladislaus. Dussek’s, Grand Concerto, As Performed at Mr. Salomon’s, and at the Professional Concerts, &c. Composed for the Piano Forte, with additional Keys, and also adapted for any other Piano Forte, or Harpsichord, with Accompaniments […] Op. 22. London / Edinburgh, Author, Corri & Co. [ca. 1797]. Stimmen in Stich, folio: Klavier (22 S.), Violino I, Va., Basso.
Bestell-Nr. 80/59   Preis: € 280,00
RISM D 4033 (lediglich die Klavierstimme ist bekannt!). – Äußerst seltene Original- und Erstausgabe dieses in den französischen Drucken als fünftes Konzert bezeichneten Werks; unser Exemplar scheint das erste zu sein, das wenigstens einen Teil der Orchesterstimmen der Originalausgabe enthält. Dem Titeltext ist zu entnehmen, dass das Konzert zunächst auch ohne Begleitung gespielt werden kann (was das Fehlen der Orchesterstimmsätze erklären würde); die „additional Keys“ beziehen sich auf die um diese Zeit dem klassischen Pianoforte hinzugefügte höchste Oktave; zum Gebrauch der „Piano Forte’s without Additional Keys“ gibt die Solostimme tiefer gelegte Varianten in Kleinstich.



DUSSEK, Johann Ladislaus. A Concerto [Es-Dur] for the Piano Forte or Harpsichord with Accompaniments in which is introduced The favorite Air of the Plough Boy […] Price 5s. London, Longman & Broderip [ca. 1795]. 19 S. Klavierstimme in Stich, folio. Fadengeheftet; an den Rändern sehr knapp beschnitten (Druckbereich wird stellenweise berührt, jedoch ohne Textverlust). Fehlstelle S. 15/16 (rechts unten) hinterlegt und betroffene Noten hs. ergänzt. Letztes Blatt mit einigen Schäden, die den Notenteil etwas beeinträchtigen.
Bestell-Nr. 81/59   Preis: € 60,00
RISM D 4014 (nicht in D); BUC, S. 301. – Das Konzert ist auch mit der Opuszahl 15 veröffentlicht worden. Die Arie The Plough Boy (auch: The Little Plough Boy) mit einigen sozialen und politischen Anspielungen stammt aus der komischen Oper The Farmer von William Shield, die am 31. Oktober 1787 in London uraufgeführt worden war. 1947 nahm Benjamin Britten das Stück in seine Folk-Song Arrangements auf.



EDELMANN, Johann Friedrich (1749–1794). Overture [D-Dur, op. 4]. London, Verlag nicht feststellbar, 2. Hälfte 18. Jh. Stimmen in Stich, folio: Vl.1, Basso. Sehr gut erhalten. Die Identifizierung des Komponisten ist nur durch die zeitgenössische hs. Aufschrift Overture Edelmann möglich. Es müsste sich um eine der Ausgaben RISM E 386 bis 389 handeln.
Bestell-Nr. 82/59   Preis: € 80,00



EVANCE, William.
A Favorite Concerto for the Harpsichord or Piano Forte with Accompanyments... Loncon, Longman & Broderip [ca. 1785]. 1 Bl., 9 S. Klavierstimme, 1 S. Verlagskatalog, in Stich, folio.
Bestell-Nr. 83/59   Preis: € 80,00
BUC S. 321; RISM E 890 (4 Ex.). – William Evance lebte, wie der Titel angibt, in Durham, wohl als Organist. Bisher ist von ihm außer vorliegendem Konzert nur noch eine um 1775 in London erschienene Sammlung von Klaviertrios bekannt geworden.



GALLO, Alberto (18. Jh.). Twelve Sinfonie or Sonatas in 4 Parts. For Two Violins, a Tenor, with a Bass for the Violoncello & Harpsichord. Compos’d in an easy and pleasing Stile. [...] Opera 2da. London, printed for Walsh [1754]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Vl.1 (12 S.) Vl.2 (11 S.), Va. (9 S.), Cembalo e Violoncello mit Gb-Bezifferung (10 S.). Gebräunt, leichte Lagerungsspuren.
Bestell-Nr. 84/59   Preis: € 480,00
RISM G 260 (fünf Expl. weltweit, keines in D); BUC S. 359. – Dieses Sammelwerk ist innerhalb einer Reihe erschienen; auf der Titelseite ist oben die Zählung Numb. XXVIII angebracht. – Gallo ist lexikographisch praktisch nicht nachweisbar und wird lediglich von Eitner kurz erwähnt. Die vorliegenden Sinfonien bestehen aus drei kurzen Sätzen, von denen der mittlere oft nur ca. acht Takte umfassende und meistens in Moll stehende fast immer mit einem Halbschluss endet.



GIARDINI, Felice (1716–1796). [hs.: 3] A Concerto in 7 Parts [C-Dur]. Dedicated To His Royal Highness the Duke of Cumberland. […] Opera XV. Price 3 = 6. N. B. These Concertos are intended to be Published one ev’ry Month till the Six are compleated. London, Welcker [1771/72]. 3 (von 7) Stimmen in Stich, folio: Vl. principale, Vl.2, Va. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 85/59   Preis: € 120,00
RISM G 1939; BUC, S. 374. – Erstausgabe. – Schilling berichtet über Giardini, dass er „einer der größten Violinvirtuosen“ seiner Zeit gewesen sei.



GIARDINI, Felice. The Overture [D-Dur] to Astarto as Performed at the King’s Theatre in the Hay Market. London, Napier, Pl.-Nr. 62 [1777]. Vl.1-Stimme in Stich, folio (1 Bl. – Titel, 3 S.).
Bestell-Nr. 86/59   Preis: € 50,00
RISM G 1853 (einziges Expl. in GB); BUC, S. 373. – Astarto war ein 1776 in London uraufgeführtes Pasticcio; Opera-Grove gibt an, dass Giardinis Beiträge zu solchen Werken (im Gegensatz zu seinen vollständig alleine komponierten Opern) enthusiastisch bejubelt worden seien.



GOSSEC, François-Joseph (1732–1829). The Periodical Overture In 8 Parts. Number XXXIIII [D-Dur]. London, Bremner [1772]. Vollständiger Stimmensatz in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Basso mit Gb-Bezifferung.
Bestell-Nr. 87/59   Preis: € 450,00
RISM G 3167 (fünf Expl. weltweit, davon nur zwei vollständige, keines in D). – In den Stimmen wurde das Werk (vermutlich versehentlich) mit der Nr. XXIV gezählt, ist so aber nicht nachweisbar. Es handelt sich um die erste der sechs Sinfonien op. 12 von Gossec.



GYROWETZ, Adalbert (1763–1850). [15.] Sinfonie Périodique [pour] Divers Instrumens [...] Paris, Imbault, Pl.-Nr. 249 [vor 1794]. Stimmen in Stich, folio: Fl.1, Ob.1-2, Hr.1-2; Vl.1-2, Va., Basso. Vervollständigt mit Kopien: Fl.2, Klar.1-2. Gut erhaltener Stimmsatz (Fl.1 und Ob.2 an der Vorderkante sehr knapp beschnitten, jedoch ohne Textverlust).
Bestell-Nr. 88/59   Preis: € 260,00
RISM G 5327 (fünf Expl. weltweit, nur eines in D). – Hier noch mit der Verlagsadresse Rue S. Honoré, die 1794 revolutionsbedingt in Rue Honoré umbenannt worden ist.



GYROWETZ, Adalbert. Sinfonie [C-Dur] a grand Orchestre [...] Oeuvre 23e. Livre [hs. 3]. Offenbach, André, Pl.-Nr. 896 [1796]. 8 (von 12) Stimmen in Stich, folio: Fl., Ob.2, Fagotti, Hr.1, Vl.1-2, Viole, Basso. Allgemein etwas gebräunt; Lagerungsspuren.
Bestell-Nr. 89/59   Preis: € 160,00
RISM G 5301. Matthäus, S. 304. – Es handelt sich um die letzte der drei Sinfonien op. 23, die im Januar 1796 in drei Lieferungen bei André erschienen sind. Es fehlen die Stimmen für Horn 2, Oboe 1, Trompeten und Pauken.



HÄNDEL, Georg Friedrich (1685–1759). The Musick of the Royal Fireworks, Performed in the Year 1749. London, Arnold, Longman & Broderip, Nr. XXIV [ca. 1790]. 20 S. Partitur in Stich, folio. Fadengeheftet, o. Umschlag. 1. S. mit leichten Lagerungsspuren, sonst ausgezeichnet.
Bestell-Nr. 90/59   Preis: € 120,00
HWV 351; RISM H 1506. – Ein sehr schönes Exemplar aus der insgesamt 180 Nummern umfassenden legendären »Arnold’s Edition«, die zwischen 1787 und 1797 erschien und in repräsentativem Druck The works of Handel, in score, correct, uniform, and complete veröffentlichte.



HÄNDEL, G. F. [6 Ouvertüren ] Six Overtures for Violins &c. in Seven Parts from the Oratorios of Solomon, Susanna, Alexander Balus, Joshua, Judas Maccabeus, Salomon… 2d […] Tenth Collection. London, Walsh [1746]. Stimmen in Stich, folio (alle mit einem ungezähltem Titelbl.): Ob.1 (S. 11–17), Ob.2 (S. 9– 15), Vl.1 (S. 11–19), Vl.2 (S. 11–19), Va. (S. 9–15), 2×Basso (S. 13–21). Bestens erhalten.
Bestell-Nr. 91/59   Preis: € 680,00
RISM H bzw. HH 1276 (einziges deutsches Expl. in D-Hs); BUC, S. 423. – Wertvolle und sehr attraktive Sammlung von sechs Orchester-Ouvertüren, die aus einer Reihe von besonders beliebten Oratorien Händels zusammengestellt worden war. Aus diesem Schatz schöpften, wie auch die Folgenummer zeigt, die Londoner Verleger bis gegen 1800, um einen Hauptbeitrag zur englischen Orchestermusik des 18. Jahrhunderts optimal zu kommerzialisieren. Die ganze Reihe wurde durchpaginiert und die Stücke komplett gezählt (hier: Nr. LV bis LX). Es handelt sich hier um die letzte Lieferung einer Gesamtreihe, die bereits um 1750 sechzig Ouvertüren umfasste.



HÄNDEL, G. F. [24 Ouvertüren, ohne Gesamttitel]. London, Wright (meistens) bzw. Wright & Wilkinson [um 1787]. Stimmen in Stich, folio, in 7 Stimmbänden. Buchdecken stark schadhaft; Notenmaterial hingegen sehr gut erhalten (ganz vereinzelt etwas blass).
Bestell-Nr. 92/59   Preis: € 750,00
Die Vl.1-Stimme hat jeweils den Serientitel, in den dann von Hand der betreffende Individualtitel eingetragen wurde: The Overture to [Raum für den Werktitel] for al full Band. Composed by M:r Handel. [folgt gedrucktes Impressum von Wright] bzw. The Overture [Raum für Werktitel] Composed by M:r Handel [gedrucktes Impressum von Wright & Wilkinson]. Unmittelbar vor dem Beginn des Notentextes wurde der Titel sowie eine Nummerierung eingedruckt (Titel ergänzt nach HWV und vorhandenen Stimmen, die meist nur 1 bis 2 S. Umfang haben). Standardbesetzung: 2 Ob., 2 Vl., Va., Basso (Zusatzstimmen gesondert angegeben): Ariadne (XL; HWV 32) / Berenice (XXXV; HWV 38) / Samson (XXVI; HWV 57) / Esther (I; HWV 50; zusätzlich Fg.) / Occasional Oratorio (I; HWV 62) / Saul (XXVII; HWV 53) / Otho (XXI; HWV 15; zusätzl. Fg.+Vc.) / Richard the First (XXXVIII; HWV 23) / Sosarmes (XLVIII; HWV 30) / Deidamia (XXVIII; HWV 42; m. Organo+Vc.) / Semele (LIII; HWV 58) / Hercules (LI; HWV 60) / Ptolomy (XXXIX; HWV 25; zusätzl. Hr.) / Lotharius (V; HWV 26; zusätzl. Fg.+Vc.) / Solomon (LV; HWV 67) / Scipio (X; HWV 20; m. Fg.+Vc.) / Alexanders Feast (XXXIV; HWV 75) / Alcina (XLV; HWV 34) / Atalanta (XLII; HWV 35) / Acis and Galetea (XIV; HWV 49) / Pastor fido (XLI; HWV 8; zus. Hr.) / Joshua (LVIII; HWV 64; zus. Fg.+Vc.) / Rodelinda (XI; HWV 19; zus. Fg.+Vc.) / Joseph (LII; HWV 59) / Pharamond (XXXII; HWV 39).
Angebunden: ARNE, Th. A.: The Overture in Artaxerxes for Violins &c: in all its Parts [...] Price 2s. London, Thorowgood & Horne [1763]. 8 (von 9) Stimmen in Stich, folio: Ob.1 (2 S.), Ob.2 (2 S.), Fagotti (2 S.), Hr.2 (1 S.), Vl.1 (2 S.), Vl.2 (2 S.), Va. (2 S.), Vc. (2 S.). Gutes Exemplar. – RISM A 1638.



HAYDN, Joseph (1732–1809). [Hob. I:47] An Overture […] As Performed at the Pantheon, and other Public-Concerts. Price 3s. London, Napier, Pl.-Nr. 65 [1784]. 7 (von 8) Stimmen in Stich, folio: Ob.1, Ob.2, Hr.2, Vl.1, Vl.2, Va.,Basso. Insgesamt sehr gut erhalten, jedoch ohne Corno-I-Stimme.
Bestell-Nr. 93/59   Preis: € 160,00
Hoboken Bd. I, S. 57 f.; RISM H bzw. HH 3069 (2 Expl. in GB, 1 in A); BUC, S. 460. – Sehr früher Nachdruck. Beim 3. Satz handelt es sich um ein »Menuet al Roverso«, d. h. im 1. Teil des Menuetts wird der 1. rückwärts gespielt (ebenso im Trio).



HAYDN, Joseph. [Hob. I:63] No [gestempelt: 6] Simphonie Pour Orchestre [...] Edition Revue et Corrigée. Paris, Sieber, Pl.-Nr. 47 (bzw. 247) [1825]. Vollst. Stimmsatz (teils dupliert) in Stich, folio: Flauto obligato, Ob. 1-2, Hr.1-2, 2×Vl.1, 2×Vl.2, Va., 2×Basso. Handschriftliche Zusatzstimmen: Hr.1-2 von C nach D transponiert. Vereinzelt ganz schwach stockfleckig. Offenbar unbespieltes Notenmaterial.
Bestell-Nr. 94/59   Preis: € 120,00
Hoboken Bd. I, S. 87f. – Es handelt sich um die Sinfonie mit dem Beinamen »La Roxolane« (nach dem so bezeichneten 2. Satz). – Offenbar neuerer Abzug der 1782 mit der Platten-Nummer 47 veröffentlichten Stimmen (ohne Fagott); für eine spätere Ausgabe wurde dann vor die ursprüngliche Platten-Nummer die »2« gesetzt; aufgrund der Verlagsadresse auf der Titelseite (Rue des Filles St. Thomas, No. 21) müsste dieses Notenmaterial allerdings erst um 1825 unter Verwendung der alten Druckplatten hergestellt worden sein (wegen des Erscheinungsbildes eher früher als später). – Die beigefügten handschriftlichen Bläserstimmen könnten für Trompeten bestimmt sein (Übernahme nur eines kleinen Teiles der beiden Hörner, jetzt aber von C nach D transponiert).



HAYDN, Joseph. [Hob. I:67] N. [hs.: 8] Simphonies Periodiques A plusieurs Instruments […] Paris: Sieber, Pl.-Nr. 49 [1786]. Vollst. Stimmsatz: Ob.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., 2×Basso. Beiliegend: Zusatzstimmen der Edition Revue & Corrigée. Ebd., Pl.-Nr. 249 [um 1815] (Streicher, meist mehrfach). Teilweise mit blauem Papierumschlag; ältere Stimmen mit blassem Druckbild; allgemein deutliche Lagerungsspuren und Randschäden.
Bestell-Nr. 95/59   Preis: € 180,00
Hoboken Bd. I, S. 96f.; RISM H 2888 bzw. H 2931. – Bibliographisch interessante Musikalien; bei der Ausgabe Pl.-Nr. 49 ist ein zweiseitiger Verlagskatalog mit einer sehr großen Anzahl von Nachweisen einbezogen (Vl.1-Stimme). In der anderen Auflage liegt ein thematisches Verzeichnis aller bisher bei Sieber publizierten Sinfonien Haydns vor.



HAYDN, Joseph. [Hob. I:76] [hs.: 4] A favorite Overture in all its parts […] London, Forster, Pl.-Nr. 40 [1784]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Fl., Ob.1-2, Fg., Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Basso & Violoncello. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 96/59   Preis: € 850,00
Hoboken Bd. I, S. 118f.; RISM H 2790 (alle 4 Expl. in GB); BUC, S. 462. – Laut Hoboken handelt es sich um die Erstausgabe, der ca. drei Monate später eine Konkurrenzausgabe bei Torricella (Wien) folgte. Trotz dieser späteren Anzeige (in der Wiener Zeitung) versieht Hoboken beide Ausgaben mit der Bezeichnung “EA (?)”. Das Autograph dieser Sinfonie ist verschollen, nur die Kopie, die Haydn für Forster anfertigen ließ, ist erhalten, weshalb die vorliegende Ausgabe die Bezeichnung “authentisch” verdient.



HAYDN, Joseph. [Hob. I:76] [hs.: 4] A favorite Overture in all its parts […] London, Forster, Pl.-Nr. 40 [1784]. 6 (von 7) Stimmen in Stich, folio : Ob.2, Fg., 2×Vl.1, Vl.2, Va., 2×Basso & Violoncello. Insgesamt sehr gut erhalten (Doppelblatt der Basso-Stimme ohne weiter Schäden vollst. gerissen). Ob. 1Stimme fehlt.
Bestell-Nr. 97/59   Preis: € 180,00
Hoboken Bd. I, S. 118f.; RISM H 2790 (alle 4 Expl. in GB); BUC, S. 462. – Erstausgabe (siehe vorhergehende Nr.). – Auf der letzten S. der Vl.-Stimmebefindet sich ein Verlagskatalog.



HAYDN, Joseph. [Hob. I:86] [hs.: 15] A Grand Overture [D-Dur] in Parts. Perform’d at the Professional and other Public Concerts. […]. London, Forster, Pl.-Nr. 82 [ca. 1788]. Stimmen in Stich, folio: Fl., Ob.1-2, Fg.1-2, Hr.1-2, Vl.1, Va., Basso. Allgemein geringe Alterungsspuren; unbedeutend fleckig. Schöne Ausgabe, allerdings ohne Vl.2.
Bestell-Nr. 98/59   Preis: € 190,00
Hoboken Bd. I, S. 153ff.; RISM H bzw. HH 2846 (4 Expl.); BUC, S. 460 (weist allerdings die spätere, mit Buchstabenkennungen versehene Auflage nach). – Es handelt sich nach Hoboken um die letzte Nummer der zunächst aus 15 Sinfonien bestehende Reihe, die 1781– 88 erschien und durchgehend paginiert ist; auf 23 Sinfonien erweitert erschien sie bereits seit 1786 in einer zweiten Ausgabe, die durch Kennbuchstaben (A–W) identifizierbar ist. – Sehr schöne, für englische Notendrucke d. Z. ungewöhnlich aufwendig gestaltete Titelseite: Im Vordergrund ein fast formatfüllender Monopterus mit einbeschriebener Titelei, Hintergrund, links, eine erhabene Landschaft (Ruine, Obelisk), rechts Blick aufs Meer mit einem Segelschiff. Der Verlag versichert auf der Titelseite, dass es sich um eine von Haydn autorisierte Ausgabe handelt (… publish’d by his Authority).



HAYDN, Joseph. [Hob. I:89: Grande Sinfonie à plusieurs instruments]. Wien, Artaria, Pl.-Nr. 253 [1789]. 10 (von 11) Stimmen in Stich, folio: Fl., Ob.2, Fg.1+2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Basso. Allgemein bestaubt und deutliche Lagerungsspuren; gutes Druckbild. Titelblatt und Ob.1 fehlen.
Bestell-Nr. 99/59   Preis: € 180,00
Hoboken Bd. I, S. 161ff. – RISM H 2758. – Angezeigt in Wien am 1. Juli 1789; nahezu zeitgleich muss der französische Druck bei Sieber erschienen sein, mit dem die Artaria-Ausgabe um den Rang der Erstausgabe streitet.



HAYDN, Joseph. [Hob. I:96] Symphonie à grand Orchestre [...] Ouvrage Proposé par Souscription. Bonn, Simrock, Pl.-Nr. 833 [1811]. Kompl. Stimmesatz in Stich, folio (Fl.1+2, Ob.1-2, Fg.1+2, Hr.1-2, Tr.1-2, Pk., Vl.1-2, Va., Violoncello e Basso), an den Rändern einige Lagerungsspuren; bestaubt. Titelseite etwas blass, Noten hingegen mit sehr klarem Druckbild.
Bestell-Nr. 100/59   Preis: € 140,00
Hoboken Bd. I, S. 191ff.; RISM H bzw. HH 3032 (einziges Expl. in D-DT, unvollst.). – Innerhalb einer 37 Lieferungen umfassenden Verlagsreihe Haydnscher Sinfonien erschienen.– Beiname dieser Sinfonie: »The Miracle« (auch »6. Londoner Sinfonie«). – In einer Variation des zweiten Satzes sind neben dem Tutti noch zwei Solo-Violinen zu besetzen.



HAYDN, Joseph. [Hob. I:99] [hs: 10] of Haydn’s Twelve Grand Symphonies Composed for Mr. Salomon’s Concerts for a Full Band. London, Birchall [um 1802]. Vollst. Stimmsatz, folio (Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fagotti, Hr.1-2, Tr.1-2, Pk, Vl.1-2, Va., Vc e Basso. Schwache Alterungsspuren. Gutes Druckbild.
Bestell-Nr. 101/59   Preis: € 120,00
Hoboken Bd. I, S. 201f.; RISM H 3263 (aus dieser Reihe ist die Nr. 10 nur einmal in S-Skma nachgewiesen!); nicht in BUC. – Zu Beginn der Stimmen wurde die Nummerierung gedruckt: Haydn’s SINFONIA N°. 10. – Es handelt sich um die sog. „10. Londoner Sinfonie“ (Es-Dur).



HAYDN, Joseph. [Hob. I:103] Symphonie à Grand Orchestre [Es-Dur] 50. Paris, Richault, Verl.-Nr. 6915.R. [ca. 1841, Titelseite] bzw. 1546 [um 1826, Stimmen]. Vollst. Material mit Duplierstimmen in Stich, folio: Fl., Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1+2, Hr.1-2, Tr.1-2, Pk., 2×Vl.1, 2×Vl.2, Va., Vc., Kb. Unbedeutende Alterungsspuren, stellenweise etwas schwaches Druckbild.
Bestell-Nr. 102/59   Preis: € 80,00
Hoboken Bd. I, S. 217ff. – Es handelt sich um die sogannte „Sinfonie mit dem Paukenwirbel“ (auch „8. Londoner Sinfonie“). Der vorliegende Druck verwendet die alten Stichplatten von Sieber (RISM H 2920), wo das Werk 1801 in der Reihe Simphonie périodique erschienen war; zu Beginn jeder Stimme befindet sich der gedruckte Hinweis No.
50. SINFONIADE Mr. HAYDN; die Stimmen liegen in einem Papierumschlag des Verlags Richault. – In einer Variation des 2. Satzes ist eine Solo-Violine zu besetzen.



HAYDN, Joseph. [Hob. I:104] Symphonie à Grand Orchestre [d-moll/D-Dur]. Paris, Richault, Verl.-Nr. 6915.R. [ca. 1841, Titelseite] bzw. 1576 [um 1827, Stimmen]. Vollst. Material mit Duplierstimmen in Stich, folio: Fl., Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1+2, Hr.1-2, Tr.1-2, Pk., 2×Vl.1, 2×Vl.2, Va., 2×Violoncello e Basso (6 S.). Unbedeutende Alterungsspuren; insgesamt schöner Stimmensatz mit klarem Druckbild.
Bestell-Nr. 103/59   Preis: € 80,00
Hoboken Bd. I, S. 217ff. Es handelt sich um die sog. „7. Londoner Sinfonie“ mit dem Beinamen „Salomon“. – Neben dem Reihentitel No. 51. SINFONIA de J. Haydn (jeweils zu Beginn der Stimmen) wurde noch im Kopf der Stimmen rechts Op. 98 angegeben.



HAYDN, Joseph. [Hob. I:104] Grande Simphonie à Grand Orchestre […]Œuvre 95. [hs.: 5] Livre. Paris, Pleyel, Pl.-Nr. 430 [1802]. 12 (von 14) Stimmen in Stich, folio: Fl.1+2, Ob.1-2, Klar.1-2, Fg.1+2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Basso o Viol.[one]. An den Rändern Lagerungsspuren; Notenbild sehr gut. Tr. 1+2/Pk. fehlen.
Bestell-Nr. 104/59   Preis: € 140,00
Hoboken Bd. I, S. 217ff.; RISM H bzw. HH 3245 (5 Expl., 1 in D-F); Benton, S. 110. – Letzte von insgesamt fünf Sinfonien, die Pleyel zwischen 1800 und 1802 in dieser Folge veröffentlichte (vorausgegangen waren Hob. I:103, 101, 99 und 102). Die fehlenden Trompeten- und Paukenstimmen sind ergänzt, ebenso wie S. 3-4 der Fagottstimme.
Eine unbekannte Titelauflage



HAYDN, Joseph und Michael (1737-1806). [Hob. I:B2] To be continued Monthly. The Periodical Overture. In 8 Parts. […] Number XL. London, Preston [ca. 1785]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va.,Basso. Titelseite mit starken Lagerungsspuren; Vl.1-Stimme am Falz schadhaft (fast ohne Textverlust); Vl.2-Stimme durch Lagerungsspuren ebenfalls beeinträchtigt, übriges Material fast einwandfrei.
Bestell-Nr. 105/59   Preis: € 460,00
Hoboken Bd. I, S. 269f.; RISM B II, S. 284 (weist nur die Bremner-Ausgabe nach); BUC, S. 472. – Es handelt sich um die zuerst (ca. 1775) bei Bremner erschienene Ausgabe, die von Preston übernommen wurde. Von den drei Sätzen stammen die beiden ersten von Michael Haydn, und der letzte ist eine überarbeitete Fassung des Finalsatzes von Joseph Haydns Feuer-Sinfonie (Hob. I:59).



HAYDN, J., [WANHAL, J. B. (1739–1813)] und PICHL, Wenzel (1741– 1805). Trois Simphonies A Grand Orchestre. les Cors ad Libitum. Composées Par Messieurs Haydn et Pichl. La Premiere et la troisieme, sont de Mr. Hayden [!], cette derniere a été faite a Vienne, pour l’Ouverture et les Entr-actes du Distrait, Comédie de M.r Regnard. […]. Lyon/Paris, Guera/Boyer [ca. 1782]. 5 (von 8) Stimmen in Stich, folio: Ob.1-2, Vl.1-2, Basso. Sehr gut erhalten, jedoch ohne Viola- und Hornstimmen.
Bestell-Nr. 106/59   Preis: € 350,00
Hoboken Bd. I, S. 223 u. 83; RISM B II, S. 381 (einziges Expl. in S-L). Inhalt: Hob. I:C8 [Vanhal] / Pichl / Hob. I:60. In London im Januar 1783 angezeigt. – Die letztere Sinfonie (Hob. I:60) ist die Ouvertüre zu Haydns Schauspielmusik zu “Il Distratto” von Regnard, 1775 in Esterhaz aufgeführt. Im Finalsatz dieser Sinfonie, die hier als Erstausgabe vorliegt, müssen Vl.1 bzw. Vl.2 eine Scordatura vornehmen: Avant que de commencer cette finale il faut baisser la 4me Corde d’un ton afin de pouvoir faire l’Accord de Fa, et Ré, et la remonter subitement en finissant la 4me Mesure de cet Accord. – Ein Jahr später kam die Ausgabe, jetzt aber ergänzt mit Haydns Sinfonie I:66 und mit neuem Titel Quatre Simphonies…, nochmals heraus.



HERSCHEL, Jacob (1734–1792). To be continued Monthly. The Periodical Overture In 8 Parts [...] Number XXVI [Sinfonie C-Dur]. London, Bremner [ca.1770]. Stimmen in Stich, fol.: Hr.2 (1 S.), Vl.1 (3 S.), Vl.2 (3 S.). Falz von Vl.1 schadhaft, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 107/59   Preis: € 100,00
RISM H 5194 (drei Expl., alle in GB); BUC, S. 479. – Titelseite (nur bei Vl.1) mit dem hübschem Barockrahmen (vorwiegend aus einem Blumenband bestehend), der für die Reihe immer wieder verwendet worden ist (der Name des Komponisten, die Nummerierung und der Preis blieben ausgespart und wurden mit einer kleinen Stichplatte ergänzt). Da es sich um die Lieferung innerhalb einer Reihe handelt, wurden die Seiten nicht werkbezogen paginiert, sondern fortlaufend (hier bspw. in der Vl.2: S. 60 und 61). – J. Herschel war der Bruder des wesentlich bekannteren Komponisten William Herschel (1738–1822), der sich außerdem als Astronom betätigte und dabei 1781 den Uranus entdeckt hatte.
Erstes vollständiges Exemplar.



JANSON, Jean-Baptist-Aimé-Joseph (1742–1803). Trois Symphonies [f-moll, B-Dur, D-Dur] A Grand Orchestre Dédiées A Monsieur Frere Du Roy; [...] Ces Symphonies ont été Exécutées au Concert Spirituel. Paris, Le Duc [ca. 1786]. Vollst. Stimmsatz in Stich, fol.: Fl.1+2, Ob.1+2, Klar.1+2, Hr.1-2, Tr., Pk.; Vl.1-2, Va., Basso, hervorragend erhalten.
Bestell-Nr. 108/59   Preis: € 650,00
RISM J 483 (nur ein unvollst. Expl. weltweit in einer französischen Privatsammlung). – In der Vl.1-Stimme sind dem Notenteil zwei unpaginierte Blätter vorgeschaltet (Titel / Widmung / Verlagswerbung); die folgende S. 1 enthält weiterhin Verlagswerbung (insgesamt also 3 S.); der Notenteil beginnt dann auf S. 2. J. Janson war als Cellist und Komponist in Paris tätig. Er trat mit elf Jahren zum ersten Malund mit sehr großem Erfolg im Concert spirituel in Paris auf. Naheliegenderweise komponierte er v. a. Musik mit solistischem Cello (Sonaten, Konzerte). Der vorliegende Druck beinhaltet sein einziges sinfonisches Opus.



JOMMELLI, Niccolò (1714–1774). To be continued Monthly. The Periodical Overture In 8 Parts [...] Number XIIII [Es-Dur]. London, Bremner [1766]. Vollst. Stimmsatz in Stich, fol.: Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Basso mit Gb-Bezifferung. Generell geringe Lagerungsspuren (Falz von Vl.1 nahezu gerissen, keine Folgeschäden). Sehr gutes Druckbild.
Bestell-Nr. 109/59   Preis: € 650,00
RISM J 595; BUC, S. 558. – Titelseite (nur bei Vl.1) mit dem hübschem Barockrahmen (vorwiegend aus einem Blumenband bestehend), der für die Reihe immer wieder verwendet worden ist (der Name des Komponisten, die Nummerierung und der Preis blieben ausgespart und wurden mit einer kleinen Stichplatte ergänzt). Zu Beginn der Stimmen wird das Werk als Sinfonia XIV bezeichnet (vgl. die nahezu identische Ausgabe unter der folgenden Katalog-Nr.). – Es handelte sich um ein offenbar sehr populäres Werk Jommellis, da RISM und BUC verschiedene Ausgaben (darunter auch Klaviertranskriptionen) nennen; mehrfach wird in den Titeln auf den besonders berühmten 2. Satz hingewiesen, wie z. B. in RISM J 604: Jomelli’s favorite overture with the celebrated chaconne.



JOMMELLI, Niccolò. To be continued Monthly. The Periodical Overture In 8 Parts [...] Number XIV [Es-Dur]. London, Bremner, [1766]. Stimmen in Stich, fol.: Vl.1, Basso; übrige Stimmen (Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.2, Va) in Kopie ergänzt.
Bestell-Nr. 110/59   Preis: € 80,00
RISM J 595; BUC, S. 558. – Auf den ersten Blick bis auf die Nummerierung völlig identisch mit der vorstehend beschriebenen Ausgabe, jedoch sind mindestens einige weitere Teile der Titelseite neu gestochen (z. B. hat der Komponistenname eine größere Laufweite). Für die Noten sind hingegen die gleichen Stichplatten verwendet worden.



KELLY, Thomas Alexander Earl of (1732–1781). The Periodical Overture In 8 Parts [...] Number XXV [D-Dur]. London, Bremner [1769]. Stimmen in Stich, folio: Hr.2, Vl.1, Vl.2. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr.111 /59   Preis: € 120,00
RISM E 777 (alle vier bekannten Expl. in GB); BUC S. 319. – Kelly stammte aus Schottland und bereiste in den 1750er Jahren Mitteleuropa. Gerber gibt über ihn im NTL ein etwas schillerndes Urteil ab: „Dieser Dilettant, der zuletzt mehr Wissenschaft in allen Theilen der theoretischen und praktischen Musik besaß, als irgend einer der ersten Musik=Professoren seiner Zeit, wußte vor seiner Reise nach Deutschland kaum die Violine zu halten.“ In Mannheim habe er bei Karl Stamitz Geigenunterricht gehabt und dabei so viel gelernt, dass er sogar als Solist auftreten konnte; auch als Opernsänger ließ er sich hören.



KOTZWARA, Franz (ca. 1750–1791). To be Continued. [hs. 1] A Periodical Overture in Eight Parts [Sinfonie B-Dur]. London, Bland [ca. 1790]. Stimmen in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.2, Vl.1-2, Va., 2×Basso mit Gb-Bezifferung. Stellenweise schwache Lagerungsspuren, sonst sehr gut erhalten. – Hr.1 fehlt.
Bestell-Nr. 112/59   Preis: € 175,00
RISM K 1075 (3 Expl.); BUC, S. 576. – Kotzwara ist vor allem durch seine in unzähligen Drucken und Bearbeitungen veröffentlichten »Schlacht bei Prag« berühmt gewesen. Selbst Schilling, der zu älterer Musik ein eher distanziertes Verhältnis hatte, rühmt Kotzwaras Werke als ihrer Zeit nach sehr geschmackvoll. Noch in New Grove wird von seinem unsteten Leben berichtet und als Vagabundendasein umschrieben. Dazu passt das Gerücht über seinen makabren Tod, das Schilling kolportiert, wonach „mehrere leichtsinnige Menschen in einer Weingesellschaft Abends scherzweise ihn aufhängten, und zu spät wieder aus seiner Schlinge befreiten. Kein Mittel, ihn wieder ins Leben zu bringen, blieb unangewendet; allein es war zu spät.“



KOZELUCH, Leopold (1752–1818). Concert [G-Dur] pour le Clavecin ou Forte-Piano avec l’accomp: des 2 Violons, Alto, et Basse, 2 Hautbois, et 2 Cors. [...] Oeuvre IX. [...] Wien, Artaria, Pl.-Nr. 45 [1785]. 27 S. Cembalo [solo] in Stich, folio. Fadengeheftet. Etwas knapp beschnitten (ohne Textverlust), doch sehr schönes Exemplar mit kräftigem Druckbild.
Bestell-Nr. 113/59   Preis: € 250,00
RISM K 1431 (5 Exemplare, davon zwei nur in Cembalostimme, ein weiteres inkomplett, keines in D); Poštolka IV:3 (S. 182). – Wie zu jener Zeit üblich, enthält der Part des Solisten neben dem eigenen noch den vollständigen Generalbass.



KOZELUCH, Leopold. [A Favorite Concerto, for the Harpsichord or Piano Forte With Accompaniments … No. 2] London, Birchall & Andrews [1786– 1788]. Vollständiger Satz der Orchesterstimmen (jedoch ohne Klavierpart) in Stich, folio (Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, 2×Va., Basso con Violoncello). Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 114/59   Preis: € 280,00
BUC, S. 576 (datiert: ca. 1790). RISM K 1427 (weist nur zwei Klavierstimmen nach). Poštolka IV:1. – In den meisten Stimmen wird das Werk als Kozeluch’s 2d Con. bezeichnet. (Der zitierte Titel folgt den Angaben von Poštolka.)



KREUTZER, Rodolphe (1766–1831). The favorite Overture to Lodoiska as performed at the Theatre Royal Drury Lane. Composed by M: Krietzer [!]. London, Longman and Broderip [ca. 1795]. 6 S. Klavierauszug in Stich, folio. Außerdem aus drei verschiedenen Ausgaben stammende Stimmen (mit Duplierstimmen) in Stich, folio: Fl.1-2, 2×Fg.1+2, Hr.1-2, Tr.1-2, Pos., 2×Vl.1, 4×Vl.2, 2×Va.1+2, 4×Basso); handschriftliche Stimmen: Klar.1+2. Allgemein Lagerungsspuren. Gutes Expl.
Bestell-Nr. 115/59   Preis: € 145,00
RISM K 2121 (Klavierauszug; insgesamt 3 Expl. in GB und USA); s. auch BUC, S. 580. – Die Stimmen stammen aus drei verschiedenen Ausgaben, davon ein Teil aus RISM K 2081 (London, Preston, [1794]; nur 1 Expl. weltweit in GB; vgl. BUC, S. 580). – Die Uraufführung von Kreutzers dreiaktiger Oper »Lodoïska« fand am 1. August 1791 in Paris und damit nur ca. zwei Wochen nach dem gleichnamigen Werk von Cherubini statt. Während Kreutzers Vertonung in Frankreich zur beliebteren Version des Stoffes wurde, hatte Cherubini in Deutschland mehr Erfolg. 1794 wurde Kreutzers »Lodoïska« in London erstmals gegeben, in der noch Nummern von Cherubini und Andreozzi eingefügt worden waren. – 1796 wurde in Venedig noch eine weitere Oper gleichen Titels (mit italienischem Text) von Simon Mayr uraufgeführt.



LAMOTTE, Franz (?1751–1780). [Hs.: 2me] Concerto Pour le Violon [D-Dur] Gravé par M. Lobry. Prix 4tt 4. Paris, LeDuc, Pl.-Nr. 88 [1775]. 3 (von 7) Stimmen in Stich, folio: Violino Principale (1 Bl. – Titel, Verlagsverzeichnis, 6 S.), Vl.2 (4 S.), Va. (3 S.). Im oberen Bereich etwas fleckig, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 116/59   Preis: € 145,00
RISM L 411 (2 Expl.; nur in B und F). Nicht in BUC. – Der vermutlich flämische Komponist und Geiger Lamotte war Anfang der 1770er Jahre an der Wiener Hofkapelle tätig, sonst aber viel auf Reisen (L. Mozart hörte ihn in Neapel). 1775 lebte er in Paris, wo er insgesamt drei Violinkonzerte veröffentlichte. Auf dem Titelblatt nennt er sich Premier Violon de l’Empereur, womit wahrscheinlich der österreichische Kaiser gemeint ist.



MALDERE, Pierre van (1729–1768). A Select Overture [Sinfonie B-Dur] In 8 Parts [...] [hs. 8]. London, Jonston, [ca. 1775]. 3 (von 8) Stimmen in Stich, fol.: Hr2, Vl.1, Vl.2. Falz der beiden Doppelbll. etwas brüchig, sonst bestens erhalten.
Bestell-Nr. 117/59   Preis: € 150,00
RISM M 231 (nur 2 Expl., beide in GB); BUC S. 645. – Ausgestattet mit dem sehr hübschen Rahmen auf der Titelseite, der zur Publikationsreihe des Verlags gehört und in den so ziemlich alle Orchesterinstrumente der Zeit einbezogen sind. – Der flämische Violinist und Komponist van Maldere schrieb mehrere Opern und auch Kammermusik. Anerkennung fand er aber (schon bei Hiller und Sulzer) mit seinen Sinfonien, in denen allen Instrumenten eine individuelle Aufgabe zukam – kein Part blieb nur Füllstimme. Van Maldere stellte bereits die Satzfolge in der später »klassischen« Form zusammen (schnell – langsam – schnell).



MALDERE, Pierre van. [Ouvertüren op. 4, Nr. 1-4, 6, jeweils mit gleicher Titelseite:] A Select Overture In 8 Parts [...] [hs. 1 bis 4 und 6]. – London, Johnston [ca. 1770]. 3 (von 8) Stimmen in Stich, folio; jeweils vorhanden: Hr2, Vl.1 bzw. Vl.2. Falz teilweise gerissen ohne Folgeschäden. Sehr schönes Notenmaterial.
Bestell-Nr. 118/59   Preis: € 250,00
RISM M 218-220, 222, 224; BUC S. 644f. – RISM gibt für das Sammelwerk op. 4 die Tonartenfolge g, C, B, G, Es, D, was den vorhandenen Werken entspricht (allerdings im vorliegenden Notenmaterial keine Opuszahl). – Jeder Druck ist auf der Titelseite mit dem sehr hübschen Rahmen ausgestattet, der zur Notenreihe gehört (siehe vorangehende Nr.)



MESTRINO, Nicola (1748–1790). [4.e] Concerto [ D-Dur] A Violon principal, Premier et Second Violons, Alto et Basse – Deux Hautbois, Deux Cors [...] Prix 6tt. Paris, Sieber, Pl.-Nr. 836 [1799]. Kompl. Stimmsatz in Stich, folio: Violino principale, Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Basso. Violino principale-Stimme stark gebräunt, allgemein Lagerungsspuren.
Bestell-Nr. 119/59   Preis: € 650,00
RISM M 2390 (nur 3 Exemplare, eines unvollständig, keines in D). – Titelseite mit Etikett des Händlers Filliatre et Neveu (Bordeaux) überklebt; zusätzlicher Händlerstempel mit der Schreibweise Fillastre. Die angegebene, Verlagsadresse von Sieber galt nur zwischen Januar 1799 und Juli 1800. – Das vorliegende Werk gehört zu einer Reihe von zwölf Violinkonzerten Mestrinos, der vorwiegend in Paris als Lehrer, Violinvirtuose und Dirigent tätig gewesen ist. Jedesmal verwendete man dieselbe Titelseite und musste nur noch handschriftlich die Nummerierung eintragen. In den Stimmen ist hier zu Beginn jeweils IV. Concerto angegeben.



MOZART, Wolfgang Amadeus (1756–1791). Concerto pour le Violon [Es-Dur] avec Accompagnement de grand Orchestre [...] Prix f 2½. Oeuvre 76me. Offenbach, J. André, Pl.-Nr. 1288 (1799). 9 S. Solo-Violinstimme in Stich, folio, Titelblatt mit attraktiver Vignette. Sehr gut erhalten; in historisierender, marmorierter Mappe (Portfolio).
Bestell-Nr. 120/59   Preis: € 650,00
KV 268 (Anh. C 14.04). Haberkamp S. 116; RISM M 5774 (3 Exemplare in Deutschland). Matthäus, S. 376. – Seltene Erstausgabe der Solostimme zu diesem bis heute etwas rätselhaften Violinkonzert, bei dem die Authentizität immer noch nicht geklärt ist. Indes hält Einstein Mozarts Autorschaft für den 1. Satz und Teile des Rondos für sehr wahrscheinlich, während der Rest, vor allem aber die Orchestrierung von anderer Hand (nämlich André, Süssmayer oder Eck) stammen soll (Köchel 7, S. 868f.).



OSWALD, James (1710–1769). The Overture in all its Parts to that celebrated Entertainment call’d Queen Mabb [...] London, Thorowgood [ca. 1770]. 2 Stimmen in Stich, fol.: Vl.1, Vl.2. (Rest fehlt). Am Falz etwas brüchig, sonst sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 121/59   Preis: € 60,00
RISM O 170 (2 Expl., nur in GB); BUC S. 748. – Die Ouvertüre gehört zur Pantomime »Queen Mab«, die 1750 in London uraufgeführt worden ist. – Der schottische Komponist war vor allem für seine volkstümlichen Lieder bekannt.
Einziges komplettes Exemplar der Erstausgabe



PASQUALI, Niccolo (ca. 1718–1757). Raccolta di Overture, e Symphonie, Per due Violini, e un Basso da Raddopiarsi a Piacimento; Con un Alto Viola, Trombe, Corni da Caccia, e Tymbali di Rinforzo, nella I, III, V, IX, XI. […] London, Stampata a Spese dell’Autore Con Licenza, e Privilegio di Sua Maesta Britannica, 1751. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Hr.1-2, Tr.1-2, Pk., Vl.1 (mit Titelblatt u. Druckprivileg), Vl.2, Va., Basso. Fadengeheftete Stimmen; bis auf einige Bräunungen und vereinzelte Flecken sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 122/59   Preis: € 1.250,00
RISM P bzw. PP 986 (unvollst. Expl. in GB-Er bzw. RUS-Mrg); BUC, S. 764. – Einziges vollständiges Exemplar der Erstausgabe, die der Komponist in einem Luxusdruck auf seine Kosten herausbrachte (nur der fast 10 Jahre später erschienene Nachdruck von Johnson lag bisher in 1 Ex. komplett vor). Das Druckprivileg ist auf den 14. Juni 1750 ausgestellt worden: Der Komponist “hath with great Study, Labour, and Expence, composed divers Works, consisting of Vocal and Instrumental Musick, and is desirous to Print the same, and apprehending unless he obtains His Majesty’s Royal Licence and Protection, other Persons may be induced to Print and Publish the said Works […] for the Term of fourteen years.” – Die Herkunft einiger Ouvertüren aus Bühnenwerken wurde jeweils am Beginn nachgewiesen: I. The Nymphs of the Springs; III. Triumphs of Hiberna; V. Venus & Adonis; VII. Apollo & Daphne; IX. The Grand Festino; XI. The Temple of Peace. Es sind dies die fast einzigen Überreste von Pasqualis für Dublin komponierten Masques, aus denen sonst nur noch einzelne Lieder bekannt sind.
Pasquali kam 1743 nach London und wurde Konzertmeister des King’s Theatre, bevor er 1752 als Musikdirektor nach Edinburgh ging. Seine dort veröffentlichten Lehrwerke hatten durchschlagenden Erfolg und wurden bis ins frühe 19. Jahrhundert nachgedruckt. Auch Pasqualis Sinfonik war beliebt, wie der 1760 posthum erschienene Nachdruck belegt.



PICCINNI, Nicolo (1728–1800).
[Ouvertüre zu La buona figliuola, Nr. XX der Verlagsreihe The periodical Overture in 8 parts]. London, Bremner [1767]. Vollst. Stimmsatz in Stich, fol.: Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Basso mit Gb-Bezifferung. 1 Seite der Vl.1-Stimme fehlt; Gebrauchsspuren (hinterlegten Randschäden ohne Textverlust, eine Titel- und eine Notenseite fehlen).
Bestell-Nr. 123/59   Preis: € 120,00
RISM P 2071 (sieben Ex., keines in D); BUC S. 782. – Die Londoner Erstaufführung fand am 25. November 1766 statt, der bereits am 3. Dezember d. J. die englische Übersetzung mit dem Titel The Accomplish’d Maid folgte. La buona figliola (Uraufführung: Rom, 6. Februar 1760) war Piccinnis erfolgreichste Oper (vgl. die zahlreichen zeitgenöss. Drucke in RISM).



PLEYEL, Ignace (1757–1831).
A Favorite Concerto for a Violino Principale and a Full Band [...]. London, Longman & Broderip [1788]. Stimmen in Stich, folio: Ob.1, 2×Hr.1, Vl.2, Va., 2×Basso. Ergänzende Kopien beiliegend. Altersspuren an den Rändern. Ob.1 mit altem Tintenfleck (einige Takte auf S. 4 unlesbar).
Bestell-Nr. 124/59   Preis: € 60,00
Benton 103 (1005); RISM P 2773; BUC S. 792. – Seltenes Exemplar dieses seinerzeit sehr beliebten und häufig gedruckten Konzertes.



PLEYEL, Ignace.
Pleyel’s Celebrated Sinfonie Concertante [Es-Dur] as Performed With the graetest Applause at the Pantheon, Hanover Square Concerts. Price 5s. London, Wheatstone [um 1810]. Orchestermaterial; 3 Originalstimmen in Stich, folio: Violino Primo obligato, 2×Vl.; Kopien: Oboe obligato, Hr.1-2, Va.1-2, Vc. Obl., Basso. Violino I obl. gebräunt, sonst sehr gut erhalten.
 Bestell-Nr. 125/59   Preis: € 120,00
RISM, BUC und Benton deest (Werk-Nr. 111). – Es handelt sich offenbar um einen bisher unbekannt gebliebenen Londoner Druck dieses um 1800 ungemein populären Werkes (vgl. die zahlreichen, vorwiegend englischen Ausgaben bei Benton). Die angegebene Verlagsadresse galt zwischen 1805 und 1827; da aber die datierbaren Londoner Ausgaben dieses Werkes noch kurz vor 1800 veröffentlicht worden sind, dürfte der vorliegende Druck eher früh anzusetzen sein.



PLEYEL, Ignace. Periodical Sinfonie [B-Dur] for 2 Violins, Tenor & Bass, Horns & Hautboys, ad Libitum: as Performed at he Principal Concerts [...] [hs. 2]. London, Preston [ca. 1790]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Flauto o Oboe primo, Flauto o Oboe secondo, Hr.1-2, Vl.1, Va., 2×Basso. Teilweise etwas gebräunt. Falz häufig gerissen, jedoch ohne Folgeschäden; Hr.1 mit Reparaturstelle (Papierhinterlegung).
Bestell-Nr. 126/59   Preis: € 120,00
RISM P 2899 (nur zwei unvollst. Expl. weltweit, in D-Mbs nur Vl.1); BUC S. 797. Benton 127 (1491). – Wie üblich wurde die Stichplatte der Titelseite für verschiedene gleichgeartete und -besetzte Werke verwendet und die Nummerierung handschr. eingetragen. Zu Beginn der Stimmen ist das Werk als SINFONIE II bezeichnet.



PLEYEL, Ignace. Sinfonie Périodique [Nr. 6, G-Dur] a deux Violons, Alto et Basse, Cors et Haut-bois ad Libitum […] Prix 4tt 4s. Paris, Imbault, Pl.-Nr. 118, [1790]. Stimmen in Stich, folio: Ob.1, Vl.1-2, Va, Basso (Ob.2 u. Hörner fehlen). Wasserrandig am Falz, gebräunt.
Bestell-Nr. 127/59   Preis: € 120,00 

RISM P 2908; BUC S. 697 (Pl.-Nr. fehlt). Benton 130 (1525). – Zu Beginn der Stimmen ist das Werk als 6e SINFONIE Périodique gezählt. Benton gibt an, dass einige Exempl. in den Stimmen stellenweise eine alte Pl.-Nr. (107) erkennen lassen (dies ist bspw. in der Basso-Stimme der Fall); dies ist ein Relikt aus der bereits 1787 mit gleicher Pl.-Nr erschienenen Ausgabe von Imbault. Für die vorliegende Veröffentlichung verwendete man die alten Stichplatten und änderte lediglich die Pl.-Nr.



PLEYEL, Ignace. Sinfonie Périodique [Nr. 13, C-Dur] a deux Violons, Alto et Basse, Cors et Haut-bois ad Libitum […] Prix 4tt 4s. Paris, Imbault, Pl.-Nr. 177 [1792]. 5 (von 8) Stimmen in Stich, folio: Ob.1, Vl.1-2, Va., Basso. Vl.1-Stimme am Falz repariert und mit deutlichen Lagerungsspuren. Übriges Notenmaterial ordentlich (verblasster Wasserfleck).
Bestell-Nr. 128/59   Preis: € 120,00
RISM P 2912. Benton 131 (1538). – Zu Beginn der Stimmen ist das Werk als 13e SINFONIE Periodique gezählt. Über das Originalimpressum wurde ein gedrucktes Etikett geklebt: Imported and Sold by Longman & Broderip. – Obwohl zur Zeit des Drucks die Französische Revolution bereits ausgebrochen war, kann Pleyel auf der Titelseite noch als Maître de Chapelle de la Cathedrale de Strasbourg firmieren.



PLEYEL, Ignace. Concerto Per Violino principale [D-Dur] con l’accompa-gnemento di due Violini, Viola, Basso, due Oboe, e due Corni. Wien, Artaria, Pl.-Nr. 248 [1788]. 6 von 7 S. Violino Principale in Stich, folio (S. 7 in Kopie auf altem Papier). Falz gerissen, Titelseite gebräunt, Randschäden (ohne Textverlust).
Bestell-Nr. 129/59   Preis: € 80,00
RISM deest. Benton 103; konnte kein Exemplar dieser Ausgabe nachweisen und verzeichnet auch keinen Fundort.



PRIULI ROMANINO, Giulio. A Favorite Concerto for the German Flute [G-Dur] with Instrumental Parts [...]. London, Fentum [um 1775]. Stimmen in Stich, folio: Vl.1-2, Va., Vc. mit Gb-Bezifferung. Geringe Lagerungsspuren.
Bestell-Nr. 130/59   Preis: € 145,00
RISM P 5483a (einziges Expl. In US-SM, dort neben der Fl. solo nur Streicherstimmen). – Die angegebene Verlagsadresse galt zwischen 1770 und 1781.



PUGNANI, Gaetano (1731–1798). Sei Sinfonie a più stromenti, […] Opera IX. Mis au jour par M.r Venier, seul Editeurs des dits Ouvrages. […] Paris, Venier [um 1770]. Stimmen in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Basso. Alle Stimmhefte in Papierumschl. d. Z. Sehr schön erhalten.
Bestell-Nr. 131/59   Preis: € 750,00
RISM P 5575 (nur in 2 Bibliotheken: Basel, Paris). – In den Stimmen wurden die Stücke als Overtura bezeichnet; es handelt sich bei Nr. 2-5 um dreisätzige Werke (entweder mit der Abfolge langsam-schnell-Menuetto oder schnell-langsam-Menuetto); Nr. 1 weist anstelle des Menuetts ein Allegro con spirito auf, die Nr. 6 ist zur Viersätzigkeit erweitert (nach dem Menuetto folgt noch ein Allegro assai). Zum Komponisten wird auf der Titelseite Virtuoso di Camera e Primo Violino ala [sic] Corte di Torino angegeben. Pugnani sei als Violinist „wohl der größte Künstler seiner Zeit und seines Landes“ gewesen (Schilling); er war Schüler und danach Konkurrent Tartinis. Ebenso wie später Paganini veröffentlichte er seine Violinkonzerte nicht, sondern reservierte sie sich zu seiner ausschließlichen Verfügung. Um die Publikation seiner übrigen Werke dagegen bemühte er sich sehr, auch wenn sie, wie das vorliegende, heute äußerst selten geworden sind. In den Sinfonien (wie in seiner Kammermusik) zeigt er sich sehr experimentierfreudig; er wartet mit Lösungen auf, die zu seiner Zeit überraschen mussten „und beschritt damit neue Wege“ (MGG/2). So gerät auch sein Melolog Werther (nach Goethe) weit über das Zeitübliche und ist nicht nur deskriptiv, sondern auch dramatisch und höchst eindringlich.



RICCI, Francesco Pasquale (1732–1817). The Periodical Overture [Es-Dur] In 8 Parts […] Number II. London, Bremner [1763]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va.,Basso. Sehr gut erhalten.
Bestell-Nr. 132/59   Preis: € 280,00
RISM R bzw. RR 1273 (nur 3 Expl.: GB, S, US); BUC, S. 888. – Der aus Como stammende Ricci gehörte dem Franziskaner-Orden an und nannte sich Abbate. – Hier handelt es sich um eine dreisätzige Sinfonie mit einem Menuett als letzem Teil.



RUSH, George (lebte ca. 1760–1780 in London). Overture to the Royal Shephard, an English Opera as Perform’d at the Theatre Royal in Drury Lane. London, Welcker [um 1764]. Stimmen in Stich, folio: Ob.1-2 (1 S.), Fg.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., B. Sehr schönes Exemplar.
Bestell-Nr. 133/59   Preis: € 220,00
RISM R 3188 (die meisten genannten Exemplare sind unvollständig); BUC, S. 908. – Der lexikographisch nahezu unbekannte Rush hatte mit zwei Opern zu seiner Zeit einen ungewöhnlich großen Erfolg. The Royal Shephard, dessen Ouvertüre damals geradezu ein »Hit« gewesen ist, beruht auf dem berühmten Text Il re pastore von Metastasio und ist am 24. Februar 1764 uraufgeführt worden. – Im 2. Satz sind statt der Oboen Flöten zu besetzen.



RUSH, George. Overture to the Capricious Lovers, an English Comic Opera Perform’d at Drury Lane. London, Welcker [um 1764]. Stimmen in Stich, folio: Ob.1-2, Hr.1-2, Vl.1-2, Va., Basso. Sehr gut erhaltenes Stimmenmaterial.
Bestell-Nr. 134/59   Preis: € 220,00
RISM R 3183 (nur zwei unvollst. Exemplare, keines in D); nicht in BUC. – Zweite Oper des fast vergessenen Rush, mit der er rund ein halbes Jahr nach The royal shephard nochmals sehr erfolgreich war.



SCHOBERT, Johann (ca. 1735–1767). Concerto IV Pour le Clavecin [C-Dur] Avec accompagnement de deux Violons, Alto et Basse Et deux Cors de Chasse ad Libitum […] Op. XV. London, Bremner [1775]. 2 (von 7) Stimmen in Stich, folio: Clavecin, Vl.2. Klavierstimme am unteren Rand ziemlich schadhaft (ohne Textverlust). Im Übrigen gutes Exemplar.
Bestell-Nr. 135/59   Preis: € 100,00
RISM S 2001 (von den 11 Exemplaren scheint nur ein einziges vollständig zu sein; keines in D); BUC, S. 930. – Schobert gehörte zu den wenigen Zeitgenossen, die Mozart schätzte. 



SMETHERGELL, William (1751–1836). A Favorite Concerto for the Harpsichord or Piano Forte [Es-Dur] with Accompaniments for Two Violins, & a Violoncello […] London, Longman & Broderip [1784]. 3 (von 4) Stimmen in Stich, folio: Klavier, Vl.1, Vl.2. Geringe Lagerungsspuren; Titelseite schwach gebräunt. Insgesamt gut erhalten.
Bestell-Nr. 136/59   Preis: € 120,00
RISM S 3630 (2 Expl., davon nur 1 kplt.: Gb-Lbl); BUC, S. 957. – Das Konzert ist nur zweisätzig (1. Satz ohne Tempoangabe, aber wohl ein Allegro; 2. Satz: Rondeau – Moderato). – Der Komponist wird auf der Titelseite als Organist of St. Mary at Hill, and Allhallows Barking London bezeichnet, eine Stellung, die er zwischen 1770 und 1823 bekleidete.



VOGEL, Johann Christoph (1756–1788). Ouverture de Demophon, à grand Orchestre. Offenbach, André, Pl.-Nr. 796 [1795]. Stimmen mit Duplierstimmen in Stich, folio: Fg.1+2, Hr. 1-2, Pos.1+2+3, 6×Vl. 1, 7×Vl.2, 4×Va.,Basso; es fehlen: Fl.1-2, Ob.1-2, Klar.1-2, Tr.1-2, Pk (vgl. entsprechende Titelangabe bei RISM V 2270). Stimmen hervorragend erhalten.
Bestell-Nr. 137/59  Preis: € 120,00
RISM V 2269. Matthäus S. 287. – Stimmenmaterial aus dem Vorbesitz des Orchesters »Felix meritis« (Amsterdam). – Der Druck RISM V 2272 nennt ohne einen Hinweis auf ein Arrangement zur Bläserbesetzung lediglich [2] Oboen und [2] Hörner. – Die Ouvertüre muss sehr populär gewesen sein, da RISM insgesamt 35 (!) zeitgenössische Drucke (darunter alle möglichen Arrangements) verzeichnet. – Der mit Mozart gleichaltrige, aus Nürnberg gebürtige Vogel lebte seit 1776 als Hornist in verschiedenen Stellungen in Paris, wo seine Oper »Demophon« 1789 uraufgeführt worden ist. Die Ouvertüre hielt sich ungefähr zehn Jahre lang auf den Konzertprogrammen der Pariser »Loge Olympique«.

 


Teil 4:
Orchesterwerke des 19. Jh.
Teil 5:
Orchesterwerke des 20. Jh.
Teil 6:
Konzerte in Klavier-
auszügen
Teil 7:
Klavier-
fassungen
sin-
fonischer Musik

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