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Katalog 59


Teil 4:
Orchesterwerke des 19. Jh.
Teil 5:
Orchesterwerke des 20. Jh.
Teil 6:
Konzerte in Klavier-
auszügen
Teil 7:
Klavier-
fassungen
sin-
fonischer Musik

Teil 2: Concerti grossi und frühe Solokonzerte

 

ALBERTI, Giuseppe Matteo (1685–1751). Alberti’s Concertos for three Violins an Alto Viola and a Through Bass for the Harpsichord or Bass Violin [...] Opera Prima. London: Walsh [1718]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio (jeweils mit ungezähltem Titelblatt): Vl.conc. (24 S.), Vl.1 rip. (17 S.), Vl.2 rip. (15 S.), Va rip. (11 S.), 2×Organo e Violoncello mit Gb-Bezifferung (12 S.). Außenseiten von Violino di Concertino bzw. einer der Gb-Stimmen stark gebräunt; Alterungsspuren.

Bestell-Nr. 27/59   € 850,00

RISM A 668 (für D nur ein unvollst. Expl. in Mbs nachgewiesen); BUC S. 17. – Seltene Sammlung mit 10 Konzerten, in denen das Concertino praktisch auf die Violino Concertino reduziert ist, die also eher Violinkonzerte im Sinne Antonio Vivaldis darstellen. RISM nennt insgesamt fünf verschiedene Drucke dieses seiner Zeit populären Sammelwerks. Das Originalimpressum wurde auf allen Titelseiten unseres Exemplars mit einem gedruckten Etikett von Young (London) überklebt. Die in der originalen Verlagsangabe sonst nachgewiesene Verlags-Nr. 344 fehlt in unserem Exemplar, was auf einen besonders frühen Abzug schließen lässt. – Alberti verbrachte sein Leben in Bologna, wo er zunächst als Geiger und dann als Kapellmeister an San Giovanni in Monte und an San Domenico. Seine Vokalmusik ist fast gänzlich verloren. Als Instrumentalkomponist eiferte er Vivaldi und Albinoni nach. Auf diesem Gebiet war er besonders erfolgreich, zeigen seine Konzerte doch „reizvolle Melodik und souveräne Beherrschung des kompositorischen Handwerks“ (MGG/2).



ALBINONI, Tomaso Giovanni (1671–1751).
Concertos in Seven Parts for three Violins Tenors and Bass Violin with a Through Bass for the Harpsichord [...] Opera Secunda. London, Walsh, Randall & Hare [1709]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio (jew. mit ungez. Titelbl.): Vl. conc (11 S.), 2×Vl.1 (11 S.), Vl.2 (9 S.), Va. (7 S.), Vc. (8 S.), Basso continuo (7 S.). Alle Stimmen geheftet (Vl. conc mit Umschlag). Alterungsspuren; sehr gutes Druckbild.

Bestell-Nr. 28/59   € 850,00

RISM A 707 (nur ein Expl. in D); BUC, S. 18. – Erste englische Ausgabe. – Albinoni stammte aus einer venezianischen Familie von Spielkartenfabrikanten, weshalb er sich selbst – trotz seiner Erfolge als Opernkomponist – lange als dillettante di musica bezeichnete. Doch verrät auch sein hier vorliegendes, oft nachgedrucktes Opus 2, das erstmals 1700 als Sinfonie e Concerti erschienen war, seine Meisterschaft und etablierte seinen europaweiten Ruf (auch J. S. Bach beschäftigte sich mit ihm, wie BWV 946, 950 u. 951 zeigen). – Die Sammlung des op. 2 enthält 6 Sinfonie und 6 Concerti; in letzteren wird das solistische Geschehen auf einen einzigen Solisten konzentriert, weshalb dieser Teil der Sammlung zu Recht als „Pionierwerke der sich in der Folgezeit rasch entwickelnden Gattung des Solokonzerts“ betrachtet werden (MGG/2). Allerdings ließ sich Albinoni auch später nicht zu den virtuosen Experimenten seines Landsmanns Vivaldi verleiten und blieb dem Gedanken der weitest möglichen Aufführbarkeit treu.

 


AVISON, Charles (1709–1770). Six Concertos in seven parts for four Violins, one Alto Viola, a Violoncello and a Thorough Bass for the Harpsichord. With general Rules for Playing Instrumental Compositions in Parts, but more especially Calculated for the Use of this Work. Dedicated to M.rs Ord [...] Opera Terza. London, Johnson, 1751. 4 (von 7) Stimmen in Stich, folio: Vl.1 rip. (13 S.), Va. (13 S.); außerdem: London, Preston [1790]: Basso (13 S.). Beiliegend: hs. Vl.2 rip. (12 S.) in zeitgenöss. Kopistenschrift d Alterungsspuren. 

Bestell-Nr. 29/59   € 175,00

RISM A 2915 (Johnson, zugleich einer der wenigen datierten Musikdrucke d. Z.) bzw. A 2916 (Preston); BUC, S. 68. – Auf der Titelseite wird der Komponist als Organist in Newcastle upon Tine bezeichnet – eine Tätigkeit, die Avison seit 1735 ausübte. Er veröffentlichte in sechs Operas insgesamt 50 Concerti, zu denen noch zwei ohne Opuszahl hinzukommen und die sich alle am Schaffen Geminianis orientieren. Obwohl Schilling an Avison bemängelte, dass dieser sich in seiner musiktheoretischen Schrift »On musical expression« (1752) zugunsten von Geminiani und Marcello abfällig über Händel geäußert habe, heißt es über dessen Schaffen: Seine Compositionen haben viele Vorzüge vor andern jener Zeit, besonders was die Gründlichkeit und Reinheit des Satzes anbelangt, waren damals auch sehr beliebt und wurden viel benützt.

 


AVISON, Charles (1709–1770). Eight Concertos in seven parts for four Violins, one Alto Viola, a Violoncello, and a Thorough Bass for the Harpsichord. Dedicated To the Lady Milbanke [...] Opera Quarta. London, Johnson, 1755. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Vl.1 conc. (Titel- u. Widmungsbl., 29 S.), Vl.2 conc. (21 S.), Vc. (25 S.), Vl.1 rip. (21 S.), Vl.2 rip. (17 S.), Va. (16 S.), Basso rip. (17 S.); Vl.2 rip. mit abweichender Titelgestaltung (ohne Hinweise auf weitere Verlagser-zeugnisse); Notenteil jedoch von denselben Druckplatten; leichte Alterungsspuren. 

Bestell-Nr. 30/59   € 650,00

RISM A 2917 (nur ein unvollst. Exemplar in D); BUC, S. 68. – In seinem Advertisement verweist Avison zunächst ganz allgemein auf seine Schrift »On musical expression«, meint dann aber grundsätzlich zu dieser Art von Musik: There is, perhaps, no Species of Music which affords a more lasting and rational Pleasure, than that which contains a Diversity of Parts; as in such pieces there is an ampler Scope for a Range of Air, Imitation and Design: Yet certain it is, as their Harmony is more comprehensive, so are they more able to suffer by an injudicious Performance, than any Kind of Composition. – Avisons Concerti Grossi sind von einer ausgeprägten Melodik gekennzeichnet, die für diese Gattung mit ihrem in der Regel instrumental-virtuosen Charakter eher ungewöhnlich ist; im 19. Jahrhundert wurden einige Sätze mit kirchlichen Texten unterlegt. Aus dem vorliegenden Opus 4 war das vierte Concerto besonders populär und wurde zusammen mit denjenigen von Corelli, Gemiani oder Händel vielfach gespielt.

 

Ferdinand Davids Exemplar des 3. Brandenburgischen Konzerts

BACH, Johann Sebastian (1685-1750). [BWV 1048] Troisième Concerto pour trois Violons, trois Altos, et trois Violoncelles avec Basse. [= Nr. 3 aus:] Six Concertos composés par Jean Sebastien Bach publiés pour la première fois d’après les manuscrits origineaux (!) par S. W. DehnLeipzig, C. F. Peters, Pl.-Nr. 34063407, 1850. 26 S. Partitur (S. 1: obiger Titel “Troisième Concerto…”, o. Verlagsangabe), dazu kompl. Stimmsatz (Violinen doppelt), Umschlag mit dem Gesamttitel.

Bestell-Nr. 31/59   € 2.900.00


Schmieder S. 585 f.; BSB 1, 229. – ERSTAUSGABE. – Wertvolles Exemplar aus dem Besitz von Ferdinand David mit dessen eigenhändiger Widmung: „Herrn Musikdirektor Reiter in Basel / zu freundlicher Erinnerung von FDavid / Leipzig 26 Sept / 1863“.
Bachs Brandenburgischen Konzerte gelten als das Sublimat barocker Concerto grosso-Praxis, wobei nicht übersehen werden darf, wie intensiv der Komponist die italienischen Vorbilder dieses Genres studiert hat (s. BWV 1063-65), bevor er sich 1721 anschickte, sechs seiner besten Leistungen dem Kurfürsten Christian Ludwig von Brandenburg zuzueignen.

 

BACH, Johann Sebastian. [BWV 1044] Concert en La mineur pour Le Clavecin, Flûte et Violon concertans avec accompagnement de deux Violons, Viola, Violoncelle et Basse […] publié par S. W. Dehn et F. A. Roitzsch. Leipzig, Peters, Verl.-Nr. 3731 (Partitur) bzw. Pl.-Nr. 3732 (Stimmen) [1855]; Partitur in späterem Umdruck mit Zusatz Edition Peters Nr. 255, folio. 53 S.; vollst. Stimmsatz in Stich: Clavecin (24 S.), Fl. (4 S.), Vl. Principale (6 S.), Vl.1 (4 S.), Vl.2 (4 S.), Va. (4 S.), Violoncello e Violone (4 S.). Stimmen mit verblasstem Wasserfleck bzw. etwas gebräunt, sonst gutes Exemplar. 

Bestell-Nr. 32/59   € 380,00

Schmieder S. 582 f. – Stimmen in Erstausgabe, Partitur in Titelauflage. Dieses Konzert ist Bachs wohl um 1730 entstandene Bearbeitung früherer eigener Werke (Präludium und Fuge BWV 894 sowie der Orgelsonate BWV 527), womit der Meister noch einmal in der Leipziger Zeit auf seine früheren Bemühungen um das Concerto grosso zurückkommt. – Im Vorwort (dt./frz.) nennen Dehn und Roitzsch als Quelle eine Abschrift des Bach-Schülers Johann Gottfried Müthel, die sich in der Königlichen Bibliothek zu Berlin befindet; es wird ferner auf die als Grundlage dienenden Klavier- bzw. Orgelwerke verwiesen.




Ein einzigartiges Dokument romantischer Bach-Auffassung:
 

Ferdinand Davids Stimmen-Einrichtung des 6. Brandenburgischen Konzerts

BACH, Johann Sebastian. Sixième Concerto pour deux Altos, deux Violes da gamba, avec Violoncelle et Basse. [Leipzig, C. F. Peters] Pl.-Nr. 3528 [1853]. Partitur + vollst. Stimmensatz in Stich (Stimmen-Umschlag mit Serien-Titel Six Concertos…[s. vorherg. Nr.] in Kopie), folio.

Bestell-Nr. 33/59   € 7.500,00

Schmieder S. 585 f.; BSB 1, 229; Slg. Hoboken I, Nr. 126. – Äußerst seltenes Exemplar der ERSTAUSGABE des 6. Brandenburgischen Konzertes; Exemplar aus dem Besitz des Geigers Ferdinand David (1810-1873; seit 1835 Konzertmeister des Leipziger Gewandhausorchesters und seit 1843 Violinprofessor am Leipziger Konservatorium; 1845 Uraufführung von Mendelssohns Violinkonzert; Lehrer u. a. von J. Joachim). – Das Deckblatt von Viola I trägt Davids eigenhändige Beschriftung mit dem Vermerk „Zum ersten Male in der Ab.[onements-] K. [onzert] im Gew[and]h[aus] vom 26. März 1869 (David-Röntgen) Viola [es folgen die weiteren Interpreten]....– Engelbert Röntgen (182997), holländischer Geiger, war seit 1848 Schüler Davids, seit 1869 2. und seit 1873 als Davids Nachfolger 1. Konzertmeister des Gewandhausorchesters.
Die beiden Violastimmen tragen in Blaustift Davids mit größter Sorgfalt ausgearbeitete Vortragsanweisungen – außer den Pausen ist kein einziger Takt unbezeichnet! Dies stellt ein schier erschlagendes Dokument romantischer Bachinterpretation dar: Sämtliche 14 Seiten der Solostimmen sind übersät mit Akzenten, crescendo-, decrescendo-, piano-, forte- und sforzato-Zeichen sowie mit Bogenstrichen, die für die franco-belgischen Violinistenschule typisch sind – ein Ozean übertriebenster Emotionen, in dem Bachs Strukturen nur schwer erkennbar sein dürften. Trotz dieser heute kaum nachvollziehbaren Interpretationspraxis darf nicht vergessen werden, dass Bach erst in solchem Klanggewande im 19. Jahrhundert jene nationale und internationale Rezeption erlangte, die ihm zu Lebzeiten nicht einmal ansatzweise vergönnt war. Schriftliche Notate solch romantizistischer Auffassung sind mir in solcher Dichte in 30 Jahren nie begegnet – schon gar nicht aus der Feder eines der renommiertesten Interpreten im 2. Drittel des 19. Jahrhunderts wie Ferdinand David. Sein hier angebotenes Handexemplar darf in sofern als ein herausragendes Dokument in der Geschichte der Aufführungspraxis Bach’scher Werke betrachtet werden.

 

Kein einziges vollständiges Exemplar ist bekannt!

BOISMORTIER, Joseph Bodin de (1689–1755). Vingt-et-un.éme OEuvre de M.r Boismortier, Contenant Six Concerto [!] Pour les Flutes-Traversieres, Violons, ou Hau[t]bois. Paris, L’Auteur / Le S.r Boivin / Le S.r Le Clerc, 1728. 1 Bl. (Titel), 12 S. Orgelstimme mit Gb-Bezifferung in Stich, folio. Papierumschlag d. Z.; Titelseite gering gebräunt; generell schwache Alterungsspuren.

Bestell-Nr. 34/59   € 350,00

RISM B 3375; von dieser Ausgabe sind nur zwei jeweils unvollständige Exemplare nachgewiesen; auch die Auflage RISM B 3374 (bzw. BB 3374) ist nur in zwei unvollständigen Expl. bekannt. Weltweit sind folgende Stimmen erhalten: Fl.1-2, Vl.1-2 rip., org. Wahrscheinlich ergeben all diese fragmentarischen Exemplare auch zusammen kein vollständiges; eine separate Bassstimme scheint zu fehlen (sie dürfte allerdings aus der Orgelstimme rekonstruierbar sein). Immerhin liegt hier einer der seltensten französischen Beiträge zum Concerto grosso vor, wobei das Concertino aus zwei Flöten und das Concerto grosso aus Streichern plus Orgel besteht.

 

 Erste Spur von sechs seit 1945 verlorenen Flötenkonzerten

BRAUN, Jean Daniel (1. Hälfte 18. Jahrhundert). IX.éme Œuvre de M.r Braun, Contenant Six Concertos [G, D, e, G, F, d] Pour une Flute traversière, Deux Violons, l’Alto Viola & la Baße. Le cinquiéme peut se jouer sur le Hautbois, Et le Six.e à deux Flûtes ou deux Hautbois. Livre Premier. Paris, Chez le S.r Braun / Vve. Boivin / LeClerc [1739/40]. 21 S. Basso-Stimme mit Gb-Bezifferung in Stich, folio. In zeitgenöss. Papierumschlag eingebunden. Etwas fleckig.

Bestell-Nr. 35/59   € 750,00

Nicht in RISM (als letztes ist dort Op. 8, 1738, nachgewiesen); nicht bei Lesure. – Fétis verzeichnet insgesamt elf Opera Brauns, wovon das Op. 10 gleichfalls aus sechs Flöten-Konzerten bestand; dieses sowie Op. 9 und 11 sind in RISM nicht enthalten. Auf der Titelseite mit ihrem aufwändig verzierten Barockrahmen wird auf den Tod des Komponisten hingewiesen: La mort de l’Auteur l’ayant empêché de mettre au jour tous les ouvrages de musique qu’il avoit composés.
Laut Eitner (I, 176) besaß die Großherzogl. (jetzt Landes-) Bibliothek Karlsruhe Exemplare von Brauns op. IX und X; sie gehören allerdings zu den in Karlsruhe besonders einschneidenden Verlusten des 2. Weltkriegs.


Eine der ältesten Partiturausgaben der Orchesterliteratur

CORELLI, Arcangelo (1653–1713). The Score of the Twelve Concertos. [...] For two Violins and a Violoncello, with two Violins more, a Tenor, and Thorough Bass for Ripieno Parts., which may be Doubled at pleasure. These Compositions, as they are now Printed in Score, are of great advantage to all Students and Practitioners in Musick. The whole Revis’d & Carefully Corrected By Dr. Pepusch. Vol. II. London, Walsh, Pl.-Nr. 551 [1735]. 2 Bll. (Fronstispiz, Titel), 171 S. Partitur in Stich, folio. Zeitgenöss. HLdr. mit ausgeprägten Lagerungsspuren (beide Buchdeckel gelöst, stark berieben und etwas schadhaft, Rücken fehlt); Buchblock stellenweise fleckig, im hinteren Teil wellig, Druckbild jedoch sehr gut. 

Bestell-Nr. 36/59   € 580,00


RISM C 3854; BUC S. 216. Marx, Catalogue raisonée, S. 203f. (Nr. 7). – Titelauflage des englischen Partiturdrucks (Erstabzug: Cooke, 1732; Titelei damals ohne den Hinweis These Compositions ...). Das großformatige Frontispiz (21,5×17,5cm; Stahlstich) ist dem berühmten Gemälde von Hugh Howard spiegelverkehrt nachempfunden (bez.: H. Howard Pinx. und V.dr Gucht Sculp.) und sehr gut erhalten (klare Konturen und kontrastreiche Wirkung). – Vol. I enthält die Partiturausgabe von Corellis Triosonaten op. 1-4 (Sonatas in Score). Der Umstand, dass Corellis Concerti grossi relativ bald nach dem Tod des Komponisten in Partitur erschienen, ist als höchster Ausdruck künstlerischer Popularität zu verstehen, wozu sich in diesem Fall auch noch einer der angesehendsten Komponisten, Johann Christoph Pepusch (1667–1752), um die optimale Darstellung bemühte: Diese als Universalmodelle des Concerto grosso betrachteten Werke sollten nicht nur gespielt, sondern auch studiert werden!



Ein Bestseller des Barockzeitalters 

CORELLI, Arcangelo. [op. 6] Concerti Grossi Con duoi Violini, e Violoncello di Concertino obligati, e duoi altri Violini, Viola e Basso di Concerto Grosso, ad arbitrio, che si potranno radoppiare [...] Opera Sesta. / XII Great Concertos, or Sonatas for two Violins and a Violoncello or for two Violins more, a Tenor and a Thorough-Bass, which may be doubled at Pleasure, being the Sixth and last work. London, Walsh, Verl.-Nr. 370 [ca. 1731]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio (alle mit ungezähltem Titelbl.): Vl.1 conc. (34 S.), Vl.2 conc. (33 S.), Vc conc. (34 S.); Vl.1 rip. (27 S.), Vl.2 rip. (27 S.), Va. rip. (27 S.), Basso rip. (27 S.). Stimmen jeweils in grünem marmoriertem HLdr. (vermutl. 2. H. des 18. Jh.s). Mit stärkeren Lagerungsspuren; teilw. am Bund gelockert, Notenbild stets gut; Papier stellenweise gebräunt. 

Bestell-Nr. 37/59   € 750,00

RISM C 3847. Marx, S. 202. – Die Orchesterstimmen sind durch die Beifügung del Concerto Grosso gekennzeichnet (oben einheitlich mit »rip bezeichnet). – Es handelt sich um die Neuauflage der zuerst bei Walsh & Hare erschienenen Ausgabe von 1715. Dabei wurden die alten Stichplatten weiterverwendet; für die neue Verlagssituation hat man auf der Titelseite alle Hinweise auf Hare getilgt (Spuren noch sichtbar); die Verlags.-Nr. 370 wurde rechts unten am Titelrand hinzugefügt.
Die Walsh-Ausgabe der Concerti grossi Corellis ist der am Häufigsten vorkommende Druck von Orchestermusik in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, was auf die ungewöhnliche Verbreitung und auf hohe Auflagen dieses Werkes schließen lässt. Die Erstausgabe war 1714 in Amsterdam erschienen.

 

CORELLI, Arcangelo. [op. 6] Concerti Grossi Con duoi Violini, e Violoncello di Concertino obligati, e duoi altri Violini, Viola e Basso di Concerto Grosso, ad arbitrio, che si potranno radoppiare [...] Opera Sesta. / XII Great Concertos […] being the Sixth and last work. London, Walsh [ca. 1731]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio (wie vorige Nr.). 

Bestell-Nr. 38/59   € 450,00

RISM C 3847. Marx, S. 202. – Mischauflage, in der ältere Stimmen (ohne V.-Nr.) und solche mit der hinzugefügten Verlagsnummer 370 Verwendung fanden.

 

CORELLI, Arcangelo. [op. 6] Concerti Grossi Con duoi Violini, e Violoncello di Concertino obligati, e duoi altri Violini, Viola e Basso di Concerto Grosso, ad arbitrio, che si potranno radoppiare [...] Opera Sesta. / XII Great Concertos […] being the Sixth and last work. London, Walsh, Pl.-Nr. 370, [ca. 1731]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio (alle m. ungezähltem Titelbl.): Vl.1 conc. (34 S.; ein Bl. in Kopie); Vl.2 conc. (33 S.); Vc. conc. (34 S.); Vl.1 rip. (27 S.); Vl.2 rip. (27 S.), Va. rip. (27 S.), Basso rip. (27 S.). Stimmen geheftet. Titelseiten überwiegend gebräunt. Notenbild sehr gut. 

Bestell-Nr. 39/59   € 380,00

RISM C 3847. Marx, S. 202. – Wie vorstehend; ein Blatt in Faksimile ergänzt.

 

CORELLI, Arcangelo. [op. 6] Concerti Grossi Con duoi Violini e Violoncello di Concertino obligati e duoi altra Violini, Viola e Basso di Concerto Grosso ad arbitrio, che si potranno radoppiare [...] Opera Sesta: Parte Prima. 6 (von 7) Stimmen zweier verschiedener Ausgaben in Stich, folio (jew. mit ungez. Titelbl.). a) London, Johnson, [1754]. Vl.1 conc. (34 S.), Vc. conc. (34 S.), Vl.2 rip. (27 S.), Va. rip. (27 S.), Basso rip. (27 S.). b) London, Walsh, Pl.-Nr. 370, [ca. 1731]. 27 S. Vl.1 rip. in Stich, folio. Alle Stimmen fadengeheftet. Hervorragend erhalten.

Bestell-Nr. 40/59   € 280,00

RISM C 3847 (Walsh); C 3850 (Johnson); BUC, S. 216. Marx, S. 202f. bzw. S. 204. – Der Vl.1 rip. ist noch ein Blatt mit einem schönen und formatfüllenden, hier bestens erhaltenem Frontispiz vorgeschaltet: Halbfigur des Komponisten, nach rechts gewendet (bez.: S. Cole Sc.).

 

Geminianis konzertante Version von Corellis Violinsonaten op. 5

CORELLI, Arcangelo / GEMINIANI, Francesco (1687–1762). [op. 5, 1. Teil, arr.] Concerti Grossi [Nr. 1-6] Con Due Violini, Viola e Violoncello di Concertino obligati, e Due altri Violini e Basso di Concerto Grosso. [...] Composti delli Sei Soli della prima parte dell‘Opera Quinta D’Arcangelo Corelli. London, Printed for I. Walsh [ca. 1735] (teils mit älterem Impressum I. Walsh [...] and Ioseph Hare [1726]). 5 (von 7) Stimmen in Stich, folio: Vl.1 conc. (22 S.), Alto Va. (13 S.), Vc. conc. (15 S.), Vl.2 rip. (13 S.), Basso rip. (13 S.). Vl.2 conc. und Vl.1 rip. fehlen. – Beiliegend: [op. 5, 2. Teil, arr.] Concerti Grossi [Nr. 7-11] Con due Violini, Viola e Violoncello di Concertino Obligati, e due altri Violini e Basso di Concerto Grosso. [...] Composti delli Sei Soli della Seconda parte dell‘Opera Quinta D’Arcangelo Corelli. London, Printed for I. Walsh, [1729, Abzug ca. 1735]. 5 (von 7) Stimmen in Stich, folio: Vl.1 conc. (15 S.), Alto Va. (7 S.), Vl.1 rip. (9 S.), Vl.2 rip. (8 S.), Basso rip. (8 S.). Vl.2 conc. und Vc. conc. fehlen, sonst sehr gut erhalten. 

Bestell-Nr. 41/59   € 450,00

RISM C 3867 (Walsh & Hare) bzw. C 3870 (Walsh); C 3879 (Seconda parte); BUC, S. 221; Marx, Catalogue raisonné, S. 319. – Um dem dringenden Bedürfnis eines größeren Corelli-Repertoires zu genügen – vielleicht auch zur eigenen Übung –, bearbeitete Geminiani kurz nach dem Londoner Erscheinen von Corellis Opus 6 dessen Violinsonaten Opus 5 als Concerti grossi, wobei er – nach dem Muster seiner (späteren) eigenen Werke der Gattung – die Viola vom Tutti ins Concertino verlegte. Wegen des großen Umfanges des Opus 5 (12 Sonaten) wurden die Concerto grosso-Fassungen in zwei separat publizierten Teilen ausgeliefert, wobei die berühmte Follia den Abschluss des zweiten Bandes bildet.

 

CORELLI, Arcangelo / GEMINIANI, Francesco. [op. 5, 2. Teil, arr.] Concerti Grossi [Nr. 7–11] Con due Violini, Viola e Violoncello di Concertini Obligati, e due altri Violini e Basso di Concerto Grosso. Quali Contegono Preludii, Allemande, Correnti, Gigue, Sarabande, Gavotte e Follia, Composti della Seconda Parte del Opera Quinta d’Arcangelo Corelli per Francesco Geminiani. 6 (von 7) Stimmen in Stich, folio (immer mit ungez. Titelbl.). London – a) Walsh, Pl.-Nr. 377 [ca. 1732]: Vl.1 conc (15 S.), Va. conc. (7 S.), Basso rip. (8 S.); b) Walsh, [1734]: Vc conc. (13 S.); c) Johnson, [ca. 1754]: Vl.1 rip. (9 S.), Vl.2 rip. (7 S.). Titelseiten der Walsh-Druck in späten Abzügen (Pl.-Risse). Vl. 2 conc. fehlt. 

Bestell-Nr. 42/59   € 350,00

RISM C 3878; BUC S. 221; Marx, S. 319. – Die Stimmen von Johnson sind weder bei RISM noch bei BUC nachgewiesen. – Die Titelseiten beider Ausgaben sind in der Formulierung und dem Zeilenfall identisch, jedoch jeweils neu und typographisch ähnlich gesetzt.

 

… auf der Erfolgsspur

CORELLI, A. / GEMINIANI, F. [op. 3, arr.] Concerti Grossi Con Due Violini, Viola e Violoncello di Concertino obligati, e Due altri Violini e Basso di Concerto Grosso. Composti delli Sei Sonate del Opera Terza D’Arcangelo Corelli per Francesco Geminiani. London, Walsh, Pl.-Nr. 569 [1735]. 6 (von 7) Stimmen in Stich, folio (jew. mit ungez. Titelbl.): Vl.2 conc. (18 S.), Alto Viola (6 S.), Vc. conc. (20 S.), Vl.1 rip. (6 S., 2 Ex.), Vl.2 rip. (6 S.), Va. (6 S.), Contra Basso (6 S.). Titelseiten meistens leicht gebräunt (z. T. auch etwas fleckig); Vl.1 conc. fehlt. 

 Bestell-Nr. 43/59   € 350,00

RISM C 3863 (kein Expl. in D); BUC S. 219 (ohne Nennung der V.-Nr.). Marx, Catalogue raisonné S. 310. – Nach dem Erfolg der Concerto grosso-Bearbeitungen des Opus 5 legte Geminiani kurz darauf ein weiteres Arrangement aus der Schatzkammer seines Landsmannes Corelli vor. Doch gibt die originale Titelei den Sachverhalt nur ungenügend wieder: Aus Corellis Op. 3 stammen lediglich fünf Stücke (nämlich die Konzerte 1, 3, 4, 9 und 10); beim letzten handelt es sich um die Nr. 9 aus Op. 1 (Hinweis in den Noten: Corelli Opera I). – Für die Concertino-Stimmen wurden offenbar Druckplatten einer Originalfassung des Op. 3 bzw. Op. 1 verwendet (teils springende Paginierung!).

 

Geminianis eigene, authentische Concerti 

GEMINIANI, Francesco (1687–1762). [op. 2] Concerti Grossi con Due Violine, Violoncello, e Viola di Concertino obligati e due altri Violini e Basso di Concerto grosso ad arbitrio, il IV., V. et VI. si potranno suonare con due Flauti traversieri o due Violini con Violoncello. Dedicati a Sua Eccellenza Henrietta, Duchessa di Marlborough &c. &c. [...] Opera Seconda. London, Printed for the Author, and sold by I. Walsh [1732; einige Stimmen mit späterem Impressum I. Walsh, ca. 1745]. Kompl. Stimmsatz in Stich, folio: Vl.1 conc. (11 S.), Vl.2 conc. (11 S.), Va. conc. (9 S.), Vc. conc. (11 S.), Vl.1 rip. (11 S.), Vl.2 rip. (9 S.), Basso rip. (8 S.). Sehr gut erhalten. 

Bestell-Nr. 44/59   € 850,00


BUC, S. 366. RISM G 1454. – Als Schüler Corellis ist es für Geminiani bezeichnend, dass er sich erst nach der intensiven Beschäftigung mit den Werken seines Lehrmeisters dazu entschloss, eigene Concerti grossi zu veröffentlichen. Der Erfolg gab ihm recht; beide Sammlungen (op. 2 / 3) sowie die Sonaten (op. 1 / 4) führten dazu, dass Geminiani von den Zeitgenossen oft in einem Atemzug mit Corelli und Händel genannt wurde, obwohl bereits op. 2 und 3 „einen eigenen Personalstil“ aufweisen (MGG/2): Er bevorzugt eine „spontane“ Entwicklung, in der die „thematische Funktion“ im Sinne Corellis zurücktritt (ibid.).

 

GEMINIANI, Francesco. [op. 2] Concerti Grossi con Due Violine, Violoncello, e Viola di Concertino obligati e due altri Violini e Basso di Concerto grosso ad arbitrio [..., wie oben] Opera Seconda. London, Printed for and Sold by Walsh [ca. 1745]. Stimmensatz in Stich, ohne Vl.2 concertino, die in Kopie beiliegt; Vc. conc. in der Ausgabe John Johnson [ca. 1772]. 

Bestell-Nr. 45/59   € 350,00


BUC, S. 366. RISM G 1463 (nur 2 Expl., keines in D; GB-Lu unvollst.). – Die Walsh-Stimmen gehören verschiedenen Auflagen an: Titelseite mit gleichem Zeilenfall, typographisch aber unterschiedlich gesetzt (Unterschied nur bei der allerdings gleich formulierten Adressangabe). Davon gehören die Vl.1 conc., Va. conc. und Vl.2 rip. zur einen, Vl.1 rip. und Basso rip. zur anderen und vermutlich späteren Ausgabe.

 


GEMINIANI, Francesco. [op. 3] Concerti Grossi Con Due Violini, Viola e Violoncello di Concertino obligati, e Due altri Violini e Basso di Concerto Grosso [...] Opera Terza. London, printed for and sold by Walsh, V.-Nr. 379 [1732, Abzug ca. 1735]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Vl.1 conc. (19 S.), Vl.2 conc. (15 S.), Va. conc. (13 S.), Vc. conc. (13 S.), Vl.1 rip. (15 S.), Vl.2 rip. (13 S.), Basso rip. (13 S.). Stimmhefte mit zeitgenöss. Papierumschlag. Vl.2 conc. und Va. fleckig u. etw. knapper beschnitten, sonst ausgezeichnet erhalten. 

Bestell-Nr. 46/59   € 750,00

RISM G 1467 (subsummiert „mindestens 4 verschiedene Ausgaben“); BUC, S. 367. – Erstaunlicherweise wurde Geminianis op. 3 zwei Monate vor op. 2 angekündigt (22. 4. bzw. 1. 6. 1732). Das lässt darauf schließen, dass beide Sammlungen in einem vorangehendenlängeren Zeitraum nach und nach entstanden sind und so ohne Zeitdruck zu der Gestalt rei-fen konnten, die dem Komponisten einen lang anhaltenden, durch viele Auflagen und Nachdrucke dokumentierten Erfolg bescherte.

 

GEMINIANI, Francesco. [op. 3] Concerti Grossi Con Due Violini, Viola e Violoncello di Concertino obligati, e Due altri Violini e Basso di Concerto Grosso [...] Opera Terza. London, Printed for and sold by Walsh [1732], vollst. Stimmsatz: Vl.1 conc. (19 S.), die übrigen Stimmen: Printed for Walsh [ca. 1735]: (wie vorige Nr.); Stich, folio, stellenweise Titelseite fleckig; kräftiges Druckbild. 

Bestell-Nr. 47/59   € 650,00


RISM G 1467 („mindestens 4 verschiedene Ausgabe“); BUC, S. 367. – Falsche Paginierung in der Vl.2 rip.: Die Seiten 12 und 13 sind zwei Mal vorhanden (die S. 10 u. 11 blieben irrtümlich weg); der Notentext ist gleichwohl vollständig.

 

In der zweiten Auflage verschwindet der unterschobene Findling!

 HÄNDEL, Georg Friedrich (1685–1759). [op. 3] Concerti Grossi Con Due Violini e Violoncello di Concertino Obligati e Due Altri Violini Viola e Basso di Concerto Grosso Ad Arbitrio [...] Opera Terza. London, Printed for Walsh [ca. 175052]. 5 (von 7) Stimmen in Stich, folio: Ob./Fl./Vl.1 conc. (18 S.), Fg.1-2/Vc./Bc. conc. (13 S.), Vl.1 conc. (23 S.), Va. rip. (13 S.), Bc. rip. (18 S.). Zusätzlich in Kopien: Fl./Vl.2 (4 S.), Ob./Vl.2 conc. (11 S.). Gut erhalten. 

Bestell-Nr. 48/59   € 400,00


HWV 312-317; RISM H 1242; BUC S. 440. Smith S. 220 (hier Nr. 5) – Im Unterschied zur Erstausgabe (Walsh, 1734) fehlt im vorliegenden Exemplar die Verl.-Nr. N 507. Gleichzeitig wurde ab der 2. Auflage das vierte Konzert der Erstausgabe, ein gleichfalls in F-Dur stehendes, wahrscheinlich von Geminiani stammendes Werk, wohl auf Intervention Händels gegen das nun vorliegende ausgetauscht. – Zu Beginn der Stücke ist (bis auf die neu aufgenommene Nr. 4) in der Vl.1 conc.-Stimme die jeweilige Besetzung angegeben. Die Werke dieser Sammlung entstammen einer Zeit, die zwischen 1712 und 1723 anzusiedeln ist; sie dienten zur Einleitung diversester weltlicher und kirchlicher Anlässe. Als der Verleger Walsh (nicht Händel selbst!) die Auswahl des op. 3 um 1734 vorbereitete, befand sich England bereits auf dem Höhepunkt des Corellian cult. Für den außerordentlichen Erfolg der Sammlung spricht die Zahl von zwölf Nachdrucken und Einzelausgaben, die bis gegen 1800 herauskamen.

 

HÄNDEL, Georg Friedrich. [op. 6] Twelve Grand Concertos For Violins &c. in Seven Parts [...] Opera Sexta. 3d Edition. London, Printed for Walsh [1746]. 2 (von 5) Stimmen in Stich, folio: Va. (48 S.), Vc. (48 S.). Beide Stimmen fadengebunden (Vc. mit nachgefertigtem blauem Umschlag); aufführungstechnische Einzeichnungen auf 2 S. in der Vc.-Stimme. Sonst gut erhalten. 

Bestell-Nr. 49/59   € 200,00

HWV 319-330. RISM H 1256; BUC 441. Smith S. 222f. – Nur Vc.-Stimme mit Titelblatt; die Va.-Stimme könnte auch zu einer anderen Auflage gehören. Die Concerto grosso-Sammlung op. 6 entstand 1739 innerhalb von nur vier Wochen, wobei Händel diesmal dem Vorbild Corellis deutlich näher blieb als im freier gestalteten op. 3.

 

HASSE, Johann Adolf (1699–1783). [Op. 3] Twelve Concertos in Six Parts, For a German Flute, Two Violins, a Tenor, with a Thorough Bass for the Harpsichord or Violoncello […] Opera Terza. London: Walsh [ca. 1760]. 4 (von 5) Stimmen in Stich, folio (jeweils mit ungezähltem Titelblatt): Flauto traversier (40 S.), Vl.1 (42 S.), Vc.+Cemb. mit Gb-Bez. (24 S.); Va (27 S.; Ergänzung: Walsh, Nr. 688). Fadenheftete Stimmen; sehr gut erhalten. Vl.2-Stimme fehlt. 

Bestell-Nr. 50/59   € 650,00

RISM H 2281; BUC S. 452. Beide Verzeichnisse kennen offenbar nicht die Verlagsausgabe mit der Nr. 688. Das 1. und 10. Konzert der Sammlung war bereits 1738 innerhalb des op. 1 in Amsterdam bei Witvogel erschienen; hier jedoch sind 12 ausgesprochene Solokonzerte für Flöte zusammengetragen, was eine ausnehmend reiche Quelle an Solo-Literatur darstellt. Besonders populär war offenbar das erste Konzert dieses Sammelwerks, da es in mehreren Einzelausgaben separat nachgedruckt worden ist; hinzu kommt noch die Bearbeitung eines Satzes unter dem Titel Barberini’s Minuet (Textbeginn: „Think when to pleasure“), von dem BUC (S. 84) zwei Ausgaben nachweist.


HASSE, Johann Adolf. [Op. 6] Six Concertos in Six Parts For a German Flute, Two Violins, a Tenor, with a Thorough Bass for the Harpsichord or Violoncello. [...] Opera Sexta. London, Walsh [1745]. 2 Stimmen in Stich, fol.: Flauto traversiere (17 S.); Vc.+Cemb. mit Gb-Bez. (16 S.). Etwas angestaubt und berieben. 

Bestell-Nr. 51/59   € 350,00

RISM H 2293 (nur ein unvollst. Expl. in D); BUC, S. 452. – Späteste der drei publizierten Sammlungen von Flötenkonzerten Hasses. Die technischen Ansprüche an den Solisten sind deutlich gestiegen im Verhältniss zur Sammlung des Opus 3. – Die Stimmbezeichnung des durchgehend bezifferten Basses wechselt zwischen Violoncello e Cembalo und Basso.

 

SAMMARTINI, Giuseppe (1695–1750). Eight Overtures in eight parts for Violins, Hoboys, French Horns &c. with a Through Bass for the Harpsichord or Violoncello. And Six Grand Concertos for Violins &c. London, Walsh [1752]. 6 (von 8) Stimmen in Stich, folio: Ob.1 (27 S.), Ob.2 (24 S.), Vl.1 (31 S.), Vl.2 (29 S.), Va. (22 S.), Vc. e Cembalo (22 S.). In gebundenen Heften; sehr gut erhalten. 

Bestell-Nr. 52/59   € 650,00

BUC, S. 920. RISM S 703 (nur 5 Exemplare: CH, F, GB, I und USA). – Es handelt sich um eine Gemeinschaftsausgabe der Opera VII und VIII. Die Hornstimmen fehlen. Sammartini lebte ab 1728 als (u. a. von Händel hochgeschätzter) Oboist in London. Kompositorisch trat er erst relativ spät in Erscheinung; als solcher wurde er vom Historiographen Hawkins noch 1776 mit Corelli und Geminiani auf eine Stufe gestellt – eine Ansicht, die noch heute gilt, stellt ihn doch noch MGG/1 „ebenbürtig neben Händel und Geminiani für das England der Jahre 1730-1750“. Indes verband Sammartini bereits italienischen Barock mit ersten galanten Stilelementen.

  

SAMMARTINI, Giuseppe. Six Grand Concertos For Violins &c. in Eight Parts [...] Opera 8va. London, Printed for Walsh [1752, Abzug ca. 1760]. Stimmen in Stich, folio: Vl.1 conc. (19 S.), Va. conc. (13 S.), Vl.1 rip. (11 S.), Vc. e Cemb. (19 S.). Jeweils fadengeheftet; später Abzug, insgesamt aber sehr gut erhalten. Es fehlen: Vl.2 conc., Vl.2 rip., Ob.1-2. 

Bestell-Nr. 53/59   € 250,00

RISM S 707 (die meisten Ex. unvollst.); BUC, S. 920. – Separatausgabe der 6 Konzerte op. 8 des 1752 von Walsh ursprünglich zusammen mit op. 7 publizierten Sammeldrucks Eight Overtures… and Six Grand Concertos… (RISM S 703).

 

SAMMARTINI, Giuseppe. Six Grand Concertos in Seven Parts, for four Violins, a Tenor, Violoncello and a Thorough Bass for the Harpsichord [...] Opera XIma. – London, Johnson [1756]. Stimmen in Stich, fol.: Vl.2 conc. (18 S.), Vl.1 rip. (18 S.) Vl.2 rip. (15 S.), Va. rip. (13 S.), 2×Vc rip. (15 S.; eine der Vc-Stimmen wurde hs. mit Gb-Bez. ergänzt). – Vervollständigt in Kopien: Vl.1 conc. (22 S.), Cemb. mit Gb-Bez. (13 S.). Sehr gut erhalten. 

Bestell-Nr. 54/59   € 380,00

RISM S 711; BUC, S. 920. – Auch dieser posthume Druck, der im gleichen Jahr als Variante zusammen mit den Eight Overtures… Op. X erhältlich war (RISM S 710), bezeugt Sammartinis langanhaltende Beliebtheit, was sich in späteren Auflagen ausdrückt, die sich bis nach 1770 hinziehen.

 

STANLEY, John (1712–1786). Six Concertos in Seven Parts for Four Violins, a Tenor Violin, a Violoncello with a Thorough Bass for the Harpsichord. Opera Seconda. London, Printed for and Sold by the author (Vl.1 Conc.) bzw. Walsh (übrige Stimmen) [1742 bzw. 1745]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Vl.1 conc. (19 S.) Vl.2 conc. (13 S.), Vc. (13 S.; mit Gb-Bezifferung); Rip.: Vl.1 (12 S.), Vl.2 (12 S.), Va. (12 S.), Basso (12 S.; mit Gb-Bezifferung). 

Bestell-Nr. 55/59   € 750,00

RISM S 4672 (= Vl.1 Conc., Erstausgabe) bzw. S 4673 (übrige Stimmen: etwas späterer Abzug); BUC S. 973. – Die Druckplatten der beiden Ausgaben sind für den Notenteil identisch, doch weist die Titelseite der Erstausgabe noch die Werkzählung auf, die im WalshDruck fehlt (hier wurden die Komponisten- und Verlagsangaben neu gestochen). Obwohl Stanley bereits als Kind erblindet war, entwickelte er sich dennoch zu einem der größten Organisten seiner Zeit; selbst Händel pilgerte in die Londoner Temple Church, um ihn zu hören. Als Komponist hatte er sehr großen Erfolg, insbesondere durch seine Organ Voluntarys. Auch die Konzerte op. 2 waren höchst beliebt; in ihnen sind Händelscher Barockpracht bereits erste galante Elemente beigemischt.

 

STANLEY, John (1712–1786). Six Concertos in Seven Parts for Four Violins, a Tenor Violin, a Violoncello, with a Thorough Bass for the Harpsichord. London, Walsh [1745]. Vollst. Stimmsatz in Stich, folio: Vl.1 conc. (19 S.), Vl.2 conc. (13 S.), Vc. conc. mit Gb-Bezifferung (13 S.), Vl.1 rip. (12 S.), Vl.2 rip. (12 S.), Va. rip. (12 S.), Basso rip. mit Gb-Bezifferung (12 S.). Titelseite von Vl.1 conc. gebräunt, sonst gut erhaltener Stimmensatz. 

Bestell-Nr. 56/59   € 650,00

RISM S 4673; BUC S. 973. Zweiter Abzug der Originalausgabe von 1742.

 
 

VIVALDI, Antonio (1678–1741). [Op. 3, Teile 1 und 2] Vivaldi’s most Celebrated Concertos in all their parts for Violins and other Instruments with a Thorough Bass for the Harpsichord... Opera Terza... [in den betr. Stimmen angehängt:] The Second Part of Vivaldi‘s most Celebrated Concerto’s ... part 2d.... London: Walsh [vor 1730]. Stimmen in Stich, fol.: Vl.2 (19+13 S.), Vl.3 (17+12 S.), Va.1 (13+11 S.), Vc. (27 S.), Violone e Cembalo (27 S.). – Vervollständigt in Kopie: Vl.1 (27+18 S.), Vl.4 (15+12 S.) und Va.2 (23 S.). 

Bestell-Nr. 57/59   € 800,00

RISM V 2209/2210 (die meisten Exemplare sind unvollständig). Frühe Auflage der englischen Erstausgabe, die noch die separate Paginierung der zwei Abteilungen aufweist. – Der erste Teil dieser Sammlung von Concerti grossi wurde unter dem Titel L’Estro armonico hoch berühmt; sie gelten nach Corelli als italienische Modellstücke dieses Genres. RISM weist alleine bis ca. 1850 dreizehn Drucke und Auflagen nach, was die außerordentliche Bedeutung und Verbreitung dieser Sammlung belegt. Die Eigenart von Druck und Handel hat es allerdings mit sich gebracht, dass die wenigsten Exemplare vollständig überliefert sind – am häufigsten ging die Stimme der Viola secunda verloren, die in unserem Stimmsatz vorliegt.


Teil 4:
Orchesterwerke des 19. Jh.
Teil 5:
Orchesterwerke des 20. Jh.
Teil 6:
Konzerte in Klavier-
auszügen
Teil 7:
Klavier-
fassungen
sin-
fonischer Musik

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