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Katalog 59

Sinfonie und Konzert im 18.-20. Jahrhundert 

Manuskripte und Drucke



Darunter wertvolle Manuskripte des Barocks und der Klassik, 
eine seltene Sammlung von Concerti grossi in Erst- und Frühausgaben inklusive einem Exemplar von Bachs 6. Brandenburgischen Konzert mit den Vortragsbezeichnungen des Gewandhaus-Konzertmeisters 
Ferdinand David (1810-1873) und ferner mit einer großen Auswahl weiterer Orchester- 
und Konzertmusik des 18. bis 20. Jahrhunderts

Inhalt :

1. Manuskripte des 18.-20. Jahrhunderts
2. Concerti grossi und frühe Solokonzerte
3. Sinfonien und Konzerte des 18. Jahrhunderts
4. Orchesterwerke des 19. Jahrhunderts
5. Orchesterwerke des 20. Jahrhunderts
6. Konzerte in Klavierauszügen
7. Klavierfassungen sinfonischer Musik (darunter viele Ausgaben des 18. Jahrhunderts)

Vollständige Stimmendrucke des 18. Jahrhunderts gehören zu den großen Raritäten des Antiquariatsmarktes, weshalb sich unvollständige Stimmsätze, die man nach Bibliotheksbeständen photographisch vervollständigen kann, wegen des günstigeren Preises steigender Beliebtheit erfreuen. Solche Drucke werden hier in geringerer Zahl ebenfalls angeboten.

Die Manuskripte und Drucke sind indes vollständig, wenn nicht anders vermerkt. Da Stimmen-Ausgaben von Orchesterwerken trotz verbreiteter Standardbesetzungen oft eine unterschiedliche Anzahl von Stimmheften aufweisen, wird bei unvollständigen Drucken nach Verlagsangabe und Datierung die Anzahl der vorhandenen Stimmen, in Klammern sodann die Regelanzahl von Stimmen eines vollständigen Exemplars angegeben [z. B.: „5 (von 7) Stimmen“]. Bei den Besetzungsangaben werden die Standardabkürzungen Fl., Ob., Klar., Fag., Hr., Tr., Pos., Pk., Vl., Va., Vc., Kb. verwendet für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Trompete, Posaune, Pauke, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass. Fl.1-2 oder Hr.1-4 bedeutet, dass 2 getrennte Stimmen für zwei Flöten bzw. 4 separate Stimmen für vier Hörner vorliegen; Fl.1+2 oder Ob.1+2 zeigt an, dass jeweils eine Stimme die beiden Partien der zwei Flöten bzw. Oboen enthält.


Teil 1. Manuskripte des 18.-20. Jahrhunderts

ANDERSEN, Joachim (1847–1909). Concertstück pour Flûte [E-Dur], op. 3. Kopistenschrift, um 1880. 63 S. hs. Partitur, groß-folio, maschinenrastriertes Notenpapier (24 Systeme) in fadengebundenen Lagen; sehr gut erhalten. Orchestersatz in schwarzer, Solopart in violetter Tinte.

Bestell-Nr. 1/59   Preis: € 280,00

Andersen war Flötenvirtuose und u. a. bei den Berliner Philharmonikern tätig. Sein Opus 3 ist um 1880-85 bei Leichssenring in Hamburg erschienen (vgl. Hofmeister 1885, S. 14). – Bereits in der verhältnismäßig langen Einleitung mit rezitativischem Charakter stellt Andersen mit einem durchgearbeiteten Orchestersatz unter Beweis, dass er in der Begleitung mehr sieht, als nur die Untermalung des Solisten. Es könnte sich um eine lohnende »Ausgrabung« handeln!

BACH, Johann Sebastian (1685–1750). [BWV 1063] Concert für 3 Pianoforte von Joh. Seb. Bach. Vollständiger Stimmensatz aus dem 2. Viertel des 19. Jahrhunderts, deutsche Provenienz. Pianoforte I: 19 S. Pfte II: 14 S. Pfte III: 15 S.; Streicher: 7, 7, 7, 7 S. querfolio, z. T. fleckig, sonst gut erhalten.

Bestell-Nr. 2/59   Preis: € 750,00

Handschriftlicher Stimmensatz des Konzertes BWV 1063, dessen Autograph nicht erhalten ist und das erstmals 1846 in Leipzig bei Peters in Partitur und Stimmen erschienen war. Unser Manuskript ist mit Sicherheit von dieser Ausgabe unabhängig; Griepenkerl spricht von „Clavecins“ bzw. „Clavieren“, während unser Manuskript ausschließlich die Bezeichnung „Pianoforte“ verwendet. Ferner finden sich zahllose Unterschiede in Notation, Ornamentik, Dynamik und in den Vortragsbezeichnungen (z. B. ein „f. e ben marcatozu Beginn des 3. Satzes in Pfte III, wovon Griepenkerl nichts weiß und was ein professioneller Kopist kaum erfindet und nur schreibt, wenn er dies in der Vorlage vorfindet). Da Schmieder (S. 593) in Ermangelung des Autographs als Primärquelle nur eine Abschrift des 18. Jh.s nennt, ist unser Manuskript zweifellos der Gruppe der späteren, jedoch noch vor der Erstausgabe entstandenen Kopien zuzuzählen, von denen Schmieder 4 Partituren und 3 Stimmsätze nennt. In sofern handelt es sich beim vorliegenden Manuskript zwar um eine spätere Sekundärquelle, die indes aufgrund ihrer textlichen Eigenständigkeit von deutlicher wissenschaftlicher Relevanz ist.

 

BASSET, Don Vicente (um 1753). Sinfonia â Dos VVs [Violines] &. D.n Vicente Basset. C: L: 1753. Sehr schöne und zierliche Handschrift spanischer Provenienz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts in Stimmen: Violino I und II: je 2 S., Basso: 2 S. (Doppelbl. mit Titlelbl. auf der Vorderseite), querfolio, mit Besitzvermerk und Datierung „C: L: 1753“.

Bestell-Nr. 3/59   Preis: € 380,00

Nicht in Eitner, nicht in RISM-MS. – Unter RISM 155292-155300 werden neun ähnlich besetzte und durchweg gleich strukturierte Obertura bzw. Apertura oder Sinfonie nachgewiesen (Stockholm, KMA), die jedoch mit der hier angebotenen nicht identisch sind. Indes wird der Komponist auch auf den Stockholmer Manuskripten ebenfalls als D.n Vicente Basset geführt, wobei die Titel teils italienisch, teils spanisch sind: Es handelt sich wohl um zwei Restbestände eines ehemals weitläufigeren, sonst jedoch verloren gegangenen Oeuvres vorklassischer Sinfonik in Spanien! Lexikalisch könnte dieser Komponist mit jenem Basset übereinstimmen („ein Komponist des 18. Jhs.“), von dem Eitner (I, 369) ein Variationenwerk für 2 Violinen und Bass nachwies, das sich in Berlin befunden habe. Der Komponist dürfte ein weiter nicht belegbarer spanischer Geistlicher sein, der stilistisch dem italienischen Gusto der Sammartini-Schule zuzuordnen ist. Den brillant behandelten, oft unisono oder in Terzen spielenden Violinen ist eine einfache Basslinie zugeordnet, die indes nicht mehr einen eindeutigen Continuo-Apparat verlangt. Die Struktur ist der italienischen Opern-Sinfonia nachfolgend, dürfte allerdings wohl eher als Messe-Einlage oder Oratorien-Ouverture zu betrachten sein.

 

BASSET, Don Vicente. Obertura â piu Stromenti. Handschrift spanischer Provenienz, Mitte 18. Jh., in Stimmen: Violine I und II je 2 S., Basso 2 S. mit Titel auf der Vorderseite, quer-4to. Sehr gut erhalten.

Bestell-Nr. 4/59   Preis: € 400,00

Nicht in Eitner, nicht in RISM-MS. – In dieser frisch und graziös empfundenen dreisätzigen Sinfonia enthält der erste Satz (Allegro con valentia) ausgedehnte solistische Einlagen der ersten Violine; im zweiten Satz (Andante dolce sempre) herrscht eine lang entwickelte Unisono-Kantilene vor; im dritten Satz (Presto) emanzipieren sich die zweiten Violinen mit anspruchsvollen Barriolage-Passagen von den gesanglichen ersten Violinen. Dieses Werk legt die Vermutung nahe, dass der Komponist selbst ein sehr versierter Violinist gewesen ist. 

BASSET, Don Vicente. Apertura â Piu Stromenti. Handschrift spanischer Provenienz, Mitte 18. Jh., in Stimmen: Violine I und II je 2 S., Alto Viola 2 S., Basso 2 S. quer-4to, mit Titel auf der Vorderseite. Sehr gut erhalten.

Bestell-Nr. 5/59   Preis: € 380,00

Nicht in Eitner, nicht in RISM-MS. – Ebenfalls dreisätziges Werk, dessen erster Satz wieder solistische Einlagen enthält; hier sind sie jedoch kurz und werden durch (wohl Vivaldi nachempfundene) Tremolo-Passagen strukturiert. Der Schlusssatz ist hier ein Minue, das – noch vorklassischem Brauch entsprechend – kein Trio aufweist.

 

BEETHOVEN, Ludwig van (1770-1827). Romance pour le Violon avec accompagnement d’orchestreOeuvre 40. Partition. 11 S. in fol. auf starkem Papier; trotz einiger Flecken ausnehmend schönes Partiturmanuskript in hübschem marmorierten Kartonband, ca. 1830-40 geschrieben.

Bestell-Nr. 6/59   Preis: € 80,00

Die früheste Partiturausgabe wurde 1863 im Rahmen der Gesamtausgabe veröffentlicht; bis dahin gab es im Druck nur Stimmenausgaben, von denen die erste 1803 erschienen war.

 

BEETHOVEN, L. v.  / Arr. Andante con Variazioni, op. 25, 4. Satz [für Orchester bearbeitet]. 14 Bll. Partitur in Kopistenschrift, datiert 1893, in fol. Fadengeheftete Lagen; fast ohne Alterungsspuren. Aus Vorbesitz des Kapellmeisters Adolf Carl Büttner-Tardier (geb. 1873).

Bestell-Nr. 7/59   Preis: € 30,00

Es handelt sich um den Variationssatz aus Beethovens Serenade für Flöte, Violine und Bratsche, op. 25, der hier als Arrangement für kleines Orchester vorliegt (je 2 Fl., Ob., Klar., Fg., Hr. und Streicher). Ins Explicit notierte der Kopist: Cl. Schubert, München d. 20/2 93. Möglicherweise verbirgt sich dahinter auch der Bearbeiter.

 

BEETHOVEN, L. v. / Arr. La Stessa, la Stessissima, WoO 73 [für Orchester bearbeitet]. 43 S. Partitur in Kopistenschrift [spätes 19. Jh.], folio. Fadengeheftete Doppelbll. aus Notenpapier. Durchscheinende Tinte beim 1. Bl., sonst sehr gut erhalten.

Bestell-Nr. 8/59   Preis: € 45,00

Arrangement der Klaviervariationen über das Duett aus Salieris Oper Falstaff für großes Orchester (2 Fl., 2 Ob., 2 Klar., 2 Fag., 2 Tr., 2 Hr., Pk., Streicher).

 

BLANGENOIS, Jules (Lebensdaten unbekannt). A mon intime ami Emile Desenfans. Introduction et Mazourka pour Xylophone [und Orchester]. Solostimme in autographer Reinschrift (1901), folio: Doppelbl. mit 14 Systemen; beiliegend handschriftliches Aufführungsmaterial, datiert 1903, 11 S. Partitur in quer-fol. (maschinenrastriertes Notenpapier, 20 Systeme) und Stimmen (mit Dubletten) in großfolio (gedrucktes Notenpapier, 12 Systeme): Fl., Ob., Klar.1+2, Fg., Hr.1, Hr.2, Piston1, Piston2, Pos., Pk., GrTr., 4×Vl.1, 3×Vl.2, 2×Va., 2×Vc., 2×Kb. Material im Archivumschlag, dieser mit Lagerungsspuren, Inhalt jedoch sehr gut.

Bestell-Nr. 9/59   Preis: € 480,00

Rarissimum innerhalb eines äußerst schmalen Repertoires! – Zwei Einträge in der Xylophon-Stimme geben zeitliche Auskunft: Composé le 13 Septembre 1901 Bruxelles (Titelseite) bzw. im Explicit: Jules Blangenois, Bruxelles le 10–10–1901. Die Partitur und alle Orchesterstimmen tragen den Kopiaturvermerk: Copié le 25 Janvier 1903 à Pittsburgh Pa. Amérique E. Désenfans (demnach vom Widmungsträger angefertigt). Die Posaunen-Stimme ist zwar mit 1.er Trombone bezeichnet, doch ist (laut Partitur) dieses Instrument nur einfach vertreten. – Der Solist ist pausenlos im Einsatz!

 

BLÄTTERMANN, Heinrich (Lebensdaten unbekannt). Ouverture über holländische Nationalmelodien. Versierte Niederschrift (evtl. autographe Reinschrift?), [Ende 19. Jh.]. 26 S. hs. Partitur, folio. Fadengeheftet mit Papierumschlag (Notenpapier mit 22 Systemen). Leichte Gebrauchsspuren; insgesamt sehr gut erhalten.

 Bestell-Nr. 10/59   Preis: € 100,00

In dieser Fassung unpubliziert. Zwei bei Oertel in Hannover erschienene Bearbeitungen für großes bzw. kleines Militärorchester sind unter dem Titel »Fest-Ouvertüre über niederländische Weisen« im Hofmeister Handbuch 1900 (1892–1897) nachweisbar. Die vorliegende Original-Fassung für großes Orchester (einschl. Harfe) scheint nur in Abschriften verbreitet worden zu sein.

 

BOHM , Carl (1844-1920). Lustspiel-Ouvertüre für grosses Orchester. Handschriftliches Aufführungsmaterial (vermutlich um 1891/92). 38 S. Partitur, groß-folio (schöner braun marmorierter HLdr.-Bd.). Stimmen mit Dubletten, großfolio: Picc., Fl.1, Fl.2, Ob.1, Ob.2, Klar.1, Klar.2, Fg.1, Fg.2, Hr.1+2, Hr.3+4, Tr.1, Tr.2, Pos.1+2, Pos.3, Tb., Pk., 5×Vl.1, 5×Vl.2, 4×Va., 3×Vc., 3×Basso; einige aufführungstechnische Eintragungen.

Bestell-Nr. 11/59   Preis: € 250,00

In der Originalfassung ungedruckt; Partitur und Stimmen kursierten nur abschriftlich. Es handelt sich um die »Ouvertüre zu einem Lustspiele« op. 306, die allerdings nur als Klavierbearbeitung bei Hainauer in Breslau veröffentlicht worden ist (vgl. Hofmeister Handbuch 1887). Einige Stimmen sind vom Kopisten mit Berlin 1891 bzw. 1892 datiert. Effektvoll instrumentiert (u. a. mit einer Passage des unbegleiteten Hornquartetts).

 

CAMBINI, Giuseppe Maria (1746–1825). Sinfonia XX [G-Dur]. 3 (von 11) Stimmen in Kopistenschrift [spätes 18. Jh.], folio: Vl.1 princ. (3 Bll.; letztes Bl. fehlt), Vl.2 princ. (4 Bll.), Va. (2 Bll.). Sehr gut erhalten.

Bestell-Nr. 12/59   Preis: € 180,00

Cambini hat insgesamt 82 Sinfonie concertante geschrieben, die z. T. mit 2 Vl. Princ. oder 2 Fl. zu besetzen sind (einige verloren; vgl. Werkliste in New Grove). – Hier handelt es sich vermutlich um die Simphonie concertante à plusieurs instruments (G-Dur), die mit dieser Nummerierung in Paris bei Berault erschienen ist (vgl. RISM C 383); Besetzung: Vl.1 principale, Vl.2 principale; Ob. 1-2, Hr. 1-2, Streicher.

 

CHOPIN, Frédéric (1810–1849). 2 Mazurkas [Orchestrierung eines unbekannten Bearbeiters]. Kopistenschrift 2. Hälfte des 19. Jh.s, handschr. Partitur, 14 Bll. quer-fol. Anfangs Tinte etwas durchschlagend.

Bestell-Nr. 13/59   Preis: € 100,00

Es handelt sich um die Mazurken op. 24 Nr. 4 (zur Vereinfachung von b-moll nach h-moll transponiert) und Nr. 1. – Da es von Chopin nur sehr wenig Orchestermusik gibt, hat es immer wieder Bemühungen gegeben, dieses Repertoire durch entsprechende Bearbeitungen zu ergänzen (berühmtestes Beispiel hierfür dürfte die Ballettmusik »Les Sylphides« sein, eine Zusammenstellung von mehreren Orchesterbearbeitung russischer Komponisten – darunter Strawinsky oder Glasunow – für M. Fokins 1909 kreiertes Ballett). – Die vorliegende Bearbeitung setzt auf das große romantische Orchester: Neben den Streichern und den verdoppelten Holzbläsern werden noch vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Pauken, große Trommel und Harfe verlangt.

 

Marchese DADDA (1. Hälfte 18. Jahrhundert). Sinfonia Del S:r Marchese Dadda. Manuskript des frühen 18. Jahrhunderts, 6 Stimmen: Violino Primo, Secondo, Viola (je 3 S.), Tromba Prima, - Seconda (je 2 S.), Basso (4 S., davon S. 1 Titel), querfol. Auf sehr starkem Papier, bestens erhalten.

Bestell-Nr. 14/59   Preis: € 380,00

Äußerst selten anzutreffendes Beispiel einer noch gänzlich barocken Orchester-Sinfonia für Streicher und 2 Trompeten (letztere nur für die beiden Ecksätze). Mit dem heroisch-punktier-ten Anfangsrhythmus kontrastieren zwar gelegentliche vorklassische Synkopenmotive; das Werk scheint stilistisch indessen dennoch älter zu sein als Pergolesi und dessen Stilgenossen. – Der Marchese Dadda scheint als Komponist nicht nachweisbar zu sein; weder Eitner noch RISM kennen Werke von ihm. Er dürfte zu jenen adligen Gelegenheitskomponisten gehören, die stilistisch zwar selten progressiv, musikalisch ihren Zeitgenossen jedoch nicht unbedingt nachstanden.

 

FÜRSTENAU, Anton Bernhard (1792–1852). Variations brillantes sur un Thema favori de C. M. von Weber du Mélodrame Preciosa pour la Flauto [sic]. Avec accompagnement de Grand Orchester [sic] a son Ami Monsieur Steuder…. (Op. 6) Kompletter Stimmsatz für Soloflöte, 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner, Timpani und Streicher, um 1850, zus. 46 S. in fol., in altem Pappumschlag mit Besitzvermerk Poss. A. Simon.

Bestell-Nr. 15/59   Preis: € 450,00

Offensichtlich ungedruckt gebliebenes Werk, das Hofmeister, Pazdirek, RISM-Ms und W. Virneisels Fürstenau-Werkverzeichnis in MGG unbekannt geblieben ist; keinem der drei ist überhaupt ein Opus 6 Fürstenaus bekannt. Die Komposition, die an den Flötisten unerhörte technische Anforderungen stellt, dürfte bereits kurz nach 1821 (erste Preciosa-Aufführung in Dresden) entstanden sein; unser Manuskript aber ist Schrift und Papier zufolge kaum vor der Jahrhundertmitte zu datieren.

 

GODARD, Benjamin (1849–1895). Suite de Trois Morceaux pour Flûte […] Op. 116. Paris: Durand & Schœnewerk [1890]. 5 S. handschriftliche Partitur (20 Systeme), folio, mit Umschlag aus dünnem Karton und hier aufgezogenem Titelblatt der Originalausgabe (Flöte mit Klavierbegleitung). Tinte schwach durchscheinend, insgesamt sehr gut.

Bestell-Nr. 16/59   Preis: € 250,00

Das dreisätzige Werk (1. Allegretto; 2. Idylle; 3. Valse) ist in der Orchesterfassung nicht im Handel erschienen; nur die Version für Flöte und Klavier ist veröffentlicht worden. Das Werk ist dem berühmten Flötisten Paul Taffanel (1844–1908) gewidmet, aus dessen Besitz die Partitur stammt. Die Orchesterfassung wurde vom Komponisten angefertigt oder zumindest von ihm autorisiert, da der Vertrieb durch den Originalverlag erfolgte. – Während im 1. Satz nur Streicher zu besetzen sind, legt die raffinierte kammermusikalische Instrumentierung der beiden anderen Sätze nahe, hinter dieser Arbeit doch eher den Komponisten selbst zu vermuten.

 

GOSSEC, François-Joseph (1734–1829). Simphonie Ima [- 2de]. Handschriftlicher Stimmsatz des späten 18. Jh.s, 12 Stimmen in fol. (Streicher, 2 Oboen, 2 Hörner, 2 Fagotte, Streicher; Violini u. Basso doppelt), zusammen 84 S. in fol., sehr gut erhalten.

Bestell-Nr. 17/59   Preis: € 480,00

Beide Symphonien sind in diesem Manuskript ohne Autorangabe überliefert; nach B. S. Brook (La Symphonie Française) I, S. 524, 514 und 145 sowie Jan LaRue (Thematic Identifier…) handelt es sich um zwei Werke Gossecs. In einem Pariser Sammeldruck von 1780 (RISM Rec. Impr. S. 382) haben sie zusätzlich Trompeten und Pauken. Da hier die dritte, von Rigel stammende Symphonie des Sammeldruckes fehlt, kann es sich bei unserem Manuskript auch um eine von besagtem Druck unabhängige Überlieferung ohne die drei Zusatzstimmen handeln. In Manuskript kommen beide Sinfonien nur in Donaueschingen und Regensburg vor.

 

Bellissima musica”! (Mozart über Francesco Majo) 

MAJO, Francesco di (1732–1770). 1770. San Benedetto Op.a P:nea Sinfonia Del Sig:e Francesco di Majo. Basso [Violino Primo, Violino 2:do, Violetta, Oboe Primo, Oboe 2.o, Corno Primo, Corno 2.o]. 18 S. in querfol. In sehr schönem Manuskript, gut erhalten.

Bestell-Nr. 18/59   Preis: € 750,00

Musikalisch sehr reizvolles Werk in D-Dur aus der Gattung der frühklassischen italienischen Opernsinfonie. Einem knappen Eingangsallegro folgt ein ausgiebiges Andante, welches erst nach einer dominantischen Reminiszens des zweiten Allegro-Gedankens zum Finale führt. – Gian Francesco di Majo (geb. u. gest. in Neapel) war Nachfolger P. Scarlattis als kgl. Organist zu Neapel, widmete sich aber überwiegend der Opernkomposition, worin er über Neapel hinaus bis Wien und Mannheim bemerkenswerte Erfolge hatte. Die Zeitgenossen stellten Majo mit Pergolesi auf die gleiche Stufe, und selbst der an Komplimenten eher knausrige Mozart lobt seine bellissima musica! Von Majos Instrumentalwerken hat sich wenig erhalten; außer einer Klaviersonate weist Eitner nur noch eine Sinfonia (in Schwerin) nach, so dass der unsrigen besonderes Interesse zukommt. RISM-Ms führt unsere Sinfonia nicht. Das San Benedetto im Titeltext kann bedeuten, dass diese Sinfonie für das Theater San Benedetto in Venedig, für das Majo öfter gearbeitet hat, gedacht war.

 

PAGANI, Lodovico (1. Hälfte 19. Jahrh.). Introduzione, e Tema con Variazioni obbligate a Flauto, Oboe, Clarinetto, Corno, e Fagotto con Accompag.to d’Orchestra Composte Espressamente per l’Egregio Dilettante Signor Giovanni Balabio da L. Pagani. Vollständiger Satz von 36 Stimmen in Manuskript des frühen 19. Jahrhunderts, folio, Umschläge mit leichten Gebrauchs- u. Altersspuren, innen bestens erhalten.

Bestell-Nr. 19/59   Preis: € 650,00

Vollständiges Aufführungsmaterial dieses brillant geschriebenen Werks für konzertierendes Bläserensemble; zumindest in den zahlreichen Korrekturen dürfte es autographe Schriftanteile des Komponisten geben. Das Werk ist typisch für die ins Opernhafte führende Fortsetzung klassischer Formen – hier der konzertanten Sinfonie – während der Epoche Rossinis und Donizettis. – Bei dem Komponisten handelt es sich wohl um den bei Eitner VII, 282 erwähnten Lodovico Pagani, der bisher nur durch einige in Wien aufbewahrte Manuskripte bekannt geworden ist. Unser Werk ist auch nicht in RISM-Ms nachgewiesen.

 

POLL, W. P. J. van (spätes 19. Jahrh). Barcarolle [G-Dur]. Kopistenschrift [2. H. 19. Jh.]. Aufführungsmaterial (mit Duplierstimmen), folio: Fl.1 (2 S.), Fl.2 (2 S.), Ob.1 (2), Ob.2 (2), Klar.1 (2), Klar.2 (2), Fg.1 (2), Fg.2 (2), Hr.1 (2), Hr.2 (2), Hr.3 (2), Hr.4 (2), Tr.1 (2), Tr.2 (2), Pos.1 (2), Pos.2 (2), Pos.3 (2), Hrf. (4), 6×Vl.1 (2), 4×Vl.2 (2), 3×Va. (2), 3×Vc. (2), 3×Kb. (2). Maschinenrastriertes Noten-papier (12 Systeme).

Bestell-Nr. 20/59   Preis: € 100,00

Verhältnismäßig kurzes Stück (54 Takte) in spätromantischem Charakter.

 

REBÍČEK, Josef (1844–1904). Ouverture dramatique pour Orchestre [fismoll] Op. 5. Handschriftlicher Stimmensatz (Kopistenschrift, 1880er Jahre) und vermutlich autographe Partitur, datiert 1869. Partitur in folio (52 S., in beriebenem Halbleinenband), Aufführungsmaterial mit Duplierstimmen, folio: Fl.1 (8 S.) Fl.2 et Picolo [sic] (8 S.), Ob.1+2 (14), Klar.1+2 (14), Fg.1 (8) Fg.2 (8); Hr.1+2 (10) Hr.3+4 (8), Tr.1+2 (8) Tr.3 (4), Pos.1+2 (6) Pos.3 (4), Ophicleide (4), Becken (2), Pk. (4); 5×Vl.1 (12) 6×Vl.2 (10), 5×Va. (10), 2×Vc. (10), 4× Cello et Basso (18) 2× Basso (10). Gesamtes Material in einem mit Bändern verschließbarem Archivumschlag d. Z. aus festem Karton (berieben) mit handschriftlichem Titelschild (hier auch Liste der enthaltenen Stimmen); Papier der Stimmen gering gebräunt, aufführungsbezogene Eintragungen.

Bestell-Nr. 21/59   Preis: € 450,00

Rebíček war zunächst Kapellmeister in Warschau und Pest, dann Hofkapellmeister in Wiesbaden und seit 1897 Dirigent des Berliner Philharmonischen Orchesters. Pazdírek verzeichnet von seinen Kompositionen nur die Opera 3, 4 und 10; auch die Verzeichnisse von Hofmeister weisen keine Veröffentlichung des Opus 5 nach. Bei der Partitur scheint es sich um ein Arbeits- oder Entwurfsexemplar des Komponisten zu handeln (etwas flüchtige Schrift, zahlreiche Korrekturen); hier wurde auf der ersten Seite eine Widmung an Franz Grafen von Thun=Hohenstein eingetragen und das Werk als Concert=Ouverture bezeichnet. Datierung im Explicit: vollendet 24. 2. 69. – Die sicherlich etwas später angefertigten Stimmen dürften hingegen von einem Berufskopisten stammen. Notation von Cello et Basso überwiegend in Akkoladen zu zwei Systemen. Auf der letzten Seite der Fg.2-Stimme befindet sich ein Aufführungsvermerk in tschechischer Sprache (Datierung: 1887). Die Ouvertüre schließt in Fis-Dur.

 

Ein unbekanntes Sinfonie-Finale Sammartinis 

SAMMARTINI, Giovanni Battista (1701–1775). Overtura Con Trombas, Viol.s Viola y Basso Del Sig.e Gio: Ba.tta San Martino. Ausnehmend schöne Handschrift spanischer Provenienz, Mitte 18. Jh., in Stimmen: Violine I und II je 4 S., Tromba I und II je 2 S., Viola 2 S., Basso 3 S. mit Titel und Incipit auf der Vorderseite [Es-Dur], quer4to. Sehr gut erhalten.

Bestell-Nr. 22/59   Preis: € 950,00

Jenkins/Churgin Nr. 25 (nur erster Satz); RISM 400013008 (idem). Von dieser bisher unpublizierten dreisätzigen Sinfonia sind nur 2 Manuskripte des 1. Satzes bekannt, die sich in Einsiedeln und Prag (Waldstein-Archiv) befinden und als Introduzione zur Kantate Maria addolorata dienten (lt. gedrucktem Libretto 1751 in Mailand aufgeführt, s. Jenkins/Churgin S. 179). – In unserem Manuskript liegt indes eine vollständige dreisätzige italienische Sinfonia vor, deren zweiter Satz in völlig anderer Zusammenstellung in der von Jenkins/Churgin als apogryph angesehenen Sinfonia D-33 vorkommt (s. S. 241). Der Finalsatz indes ist Jenkins/Churgin unbekannt geblieben und ist auch in keiner transponierten Fassung vorhanden. 
In der hier vorliegenden Zusammenstellung ist das Werk eine Bereicherung. Es wurde nicht nur in Theater und Kirche, sondern vor allem im Konzert aufgeführt und hat die Sätze Presto, Adagio und Allegro non tanto, wobei die Trombe (wohl Hörner, da im Bassschlüssel notiert) nur in den Ecksätzen zu besetzen sind. Die Violinen dominieren das Geschehen, wobei sich (besonders im Presto) brillante und kantable Passagen wirkungsvoll abwechseln.
 

 

SITT, Hans (1850–1922). 1st Concerto [für Violine und Orchester d-moll]. Partitur in Kopistenschrift englischer Provenienz [letztes Viertel d. 19. Jahrhunderts], folio. Aufgebundene Lagen aus gedrucktem Notenpapier (16 Systeme). Gutes Exemplar.

Bestell-Nr. 23/59   Preis: € 650,00

Ungedruckt. – Sonneck weist nur einen Partiturdruck des 2. Violinkonzerts, op. 21, für 1884 nach (Leipzig, Leuckart). Nach Pazdírek ist das 1. Konzert, op. 11, nur in Stimmen bzw. Klavierauszug erschienen (Leipzig, Breitkopf & Härtel); demnach kursierten von die-sem Stück nur einige wenige handschriftliche Partituren. Das volkstümlich sich gebende, brillante Finale (Tarantella) dürfte besonders wirkungsvoll sein. – Sitt war von Haus aus Geiger und in dieser Eigenschaft in verschiedenen Orchestern tätig. 1883 bis 1921 unterrichtete er am Leipziger Konservatorium und erlangte hohen Ruf als Lehrer. Seine Kompositionen fügen sich in sein pädagogisches Konzept, beanspruchen in den Konzerten indes ihren weiter reichenden Platz in der Virtuosenliteratur jener Zeit. Diesem Bedürfnis wird das vorliegende Konzert in seiner glücklichen Kombination von hoch virtuosem Passagenwerk und gesanglichem Vortrag in sehr freier thematischer Struktur gerecht.

Unpublizierter Orchesterwerke des 19. Jahrhunderts habhaft zu werden ist keineswegs leichter als jener der vorangehenden Epochen!

 

SOMMER, Hans (1837–1922). Tanz der Gnomen und Siegeszug der Feen aus dem Zauberspiel Das Schloß der Herzen. Handschr. Stimmenmaterial [um 18981900] mit Duplierstimmen (Kopistenschrift), groß-folio: Fl.1-3 (3 auch Picc.), Ob.1-2, Alt-Oboe, Klar.1-2, BKlar., Fg.1-2, CFg., Hr.1-4, Tr.1-3, Pos.1-3, Tb., Pk., Bck.+Ttm., Tamburin, Trgl., Hrf., 4×Vl.1, 3×Vl.2, 2×Va., 2×Vc., 2×Kb. Einige aufführungstechnische Einzeichnungen, sehr guter Zustand.

Bestell-Nr. 24/59   Preis: € 145,00

Es handelt sich um einen Ausschnitt aus der Schauspielmusik zu dem Bühnenstück von Hans von Wolzogen (1891; 1898 uraufgeführt). Viol. I vom Komponisten signiert und von ihm mit einem zweiten Titel in rot versehen, mit dem Zusatz „Orchestermaterial des Komponisten“.

 

Drei Orchester- und drei Streichquartette

STAMITZ, Karl (1746–1801). Six Quatuors. No. 35. 36. 37. 38. 39. 40. a Deux Violons, Viole e Violoncell. Dont deux à grand Orchestre, deux Concertans et deux dont les premieres parties peuvent Sejouer [sic] par une Flaute [sic], Hautbois, Violon, ou Clarinette Dediés A son Altesse Electorale Maximilian Joseph, Duc de Baviere, Archi=Echanson de l’Empire etc: etc: Compeses [sic] et mis au jour Par Charles Stamitz Prix 10tt 10s. Se Crouvent [sic] à Strasbourg chez l’Otuteur [sic] avec Privilege Exclusiv du Roy. Handschriftl. Stimmensatz, vermutlich um 1774, groß-folio: Vl.1 (8 Bll., mit ganzseitiger Widmung), Vl.2 (8 Bll.), Va. (7 Bll.), Basso (7 Bll.) mit zusammen 54 beschriebenen Seiten auf handrastriertem Notenpapier (18 Systeme) in Umschlag (mit dem Titelblatt; unterer u. rechter Rand sowie am Falz etwas schadhaft, Basso-Stimme mit Feuchtigkeitsrand).

Bestell-Nr. 25/59   Preis: € 1.250,00

Wertvolle Sammlung mit sechs Werken (Tonarten: C, G, D, F, B, A), die abwechselnd die Gattungen Orchesterquartett, Streichquartett und Quartett mit Solobläsern bedienen. Die Sammlung erschien 1774 erstmals in Straßburg (RISM S 4481) und wurde in ganz Europa nachgedruckt, was ihren durchschlagenden Erfolg auf dem Höhepunkt von Stamitz’ Karriere belegt. Zwischen 1772 und 1775 war Stamitz zumeist auf Konzertreisen und hielt sich dabei auch in Straßburg auf, wo er diese Quartette im Selbstverlag herausgab. Eine Reihe von Schreibfehlern im Titeltext unseres Manuskripts und viele Abweichungen in deren Stimmenbezeichnung werfen die Frage auf, ob unser Manuskript eine Abschrift der Erstausgabe ist, oder ob sie auf einer unabhängigen handschriftlichen Tradition parallel zu den Drucken beruht. Auf letzteres lässt die Tatsache schließen, dass die Kopfzeile der Stimme der Ersten Violine wesentlich genauer auf die unterschiedlichen Besetzungen hinweist als im Erstdruck: Quartetto I d’Orchestra; Quartetto II Concertante; Quartetto III Violino, Oboe, Flauto, Clarinetto solo; Quartetto IV d’Orchestra; Quartetto V concertante; Quartetto VI. Im Erstdruck fehlen für die Quartette III und VI die Alternativbesetzungen Violino, Oboe, Flauto, Clarinetto solo, was ein gewissenhafter Kopist nicht aus freien Stücken hinzufügt. Auch die Ergänzung des „35“ oben auf dem gedruckten Titelblatt zu „No. 35. 36. 37. 38. 39. 40.“ auf unserem Manuskript lässt sich nicht aus der Eigeninitiative eines Kopisten erklären. Wie Mozart und andere freie Virtuosen befand sich Stamitz öfter in Geldverlegenheiten (Straßburg musste er nach etlichen Schulden Hals über Kopf den Rücken kehren…). Es ist eher anzunehmen, dass der sich knapp bei Kasse befindliche Stamitz kurz vor oder während des Stiches einige handschriftliche Kopien seiner neuesten Sammlung in Umlauf brachte und „versilberte“. Dies würde einem Bericht Chr. Fr. D. Schubarts in der Deutschen Chronik vom 20. Juni 1774 entsprechen, der eine Quartettserie zur Subskription ankündigt, die Stamitz in ebendiesen Besetzungsvarianten plane und die nur die unsrige sein kann. Stamitz kam gerade von Wien und konzertierte offensichtlich zunächst in München; dort dürfte er mit den ersten Quartetten des vorliegenden Opus solchen Eindruck gemacht haben, dass der Kurfürst von Bayern die Widmung akzeptierte (und wohl auch bezahlte), bevor das Opus komplett vorlag. Augsburg war die nächste Station, von wo aus Schubart die im Entstehen fortschreitende Sammlung zur Subskription ankündigte. Auf dem Rückweg nach Paris, wo Stamitz sich 1775 wieder aufhielt, ließ er die inzwischen vollendete Serie in Straßburg handschriftlich kopieren und dann auch drucken.

 

Ein nirgends nachgewiesenes barockes Hornkonzert eines Zeitgenossen Couperins

VIANI Cadet (frühes 18. Jahrhundert). Concerto a 4. Corno Solo 2 Violini et Basso. Komplettes Stimmenmanuskript französischer Provenienz aus dem frühen 18. Jahrhundert, zusammen 16 S. in klein-folio, gebräunt.

Bestell-Nr. 26/59   Preis: € 3.500,00

Prächtige Handschrift aus einer Zeit, aus der Instrumentalkonzerte in vollständigen Stimmsätzen heute kaum noch im Handel vorkommen; Hornkonzerte des 18. Jh.s sind selbst im Druck heute kaum mehr käuflich. Es handelt sich hier um ein Konzert in E-Dur in stilistisch reinster Barockfaktur mit den drei Sätzen Allegro – Andantino (Streicherstimmen: Andanté comme Rondeaux) Allegro. Das Soloinstrument dürfte ein barockes, in E gestimmtes Naturhorn sein, das nur in dem Undezim-Raum g’ bis c’’’ verwendet wird. Bei dem Autor handelt es sich möglicherweise um einen Sohn oder jüngeren Bruder („Cadet“) des François Vian, der Ende des 17. Jh. als Musiker und Zeitgenosse der Couperins am französischen Hofe war (MGG 2, 1713). Der hier italianisiert auftretende „Viani Cadet“ dürfte wohl in der ersten Hälfte des 18. Jh.s tätig gewesen sein. Weder Eitner noch RISM kennen Werke von ihm.


 

Teil 4:
Orchesterwerke des 19. Jh.
Teil 5:
Orchesterwerke des 20. Jh.
Teil 6:
Konzerte in Klavier-
auszügen
Teil 7:
Klavier-
fassungen
sin-
fonischer Musik

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